Ryanair-Landung in Minsk

Wer sind Roman Protasewitsch und seine Freundin Sofia Sapega?

Am Beispiel der angeblich in Minsk zu Landung gezwungenen Ryanair-Maschine kann man hervorragend sehen, wie die westlichen Medien konsequent alles weglassen, was ihnen nicht ins Bild passt. Also wollen wir der Vollständigkeit halber die Lücken schließen.

Rund um die Ryanair-Landung in Minsk gibt es sehr viel zu berichten. Über den Funkverkehr, dessen Inhalt westliche Medien konsequent verschweigen, habe ich berichtet. Dass der Chef von Ryanair zwischenzeitlich mitgeteilt hat, der von Weißrussland veröffentlichte Text wäre gefälscht, war mir keine Meldung wert, weil er nicht einmal den „wahren“ Text veröffentlicht hat. Ich vermute, er hat das aufgrund von politischem Druck gesagt.

Auch über Lukaschenkos Rede habe ich berichtet. Aber es gibt noch weit mehr zu erzählen. Eine vollständige Auflistung der Reaktionen des Westens ist kaum möglich, so viele sind es und so absurd sind viele Äußerungen. Auch die kommenden westlichen Sanktionen werden umfangreich sein, während die EU-Kommission der weißrussischen Opposition gleichzeitig drei Milliarden Euro versprochen hat, die aber nur an ein „demokratisches Weißrussland“ ausgezahlt werden.

Auch die Protagonisten, also der sogenannte Blogger Protasewitsch und seine Freundin, sind interessant. Protasewitsch hat im Donbass beim Asow-Bataillon gekämpft, das sich mit Symbolen schmückt, die in Deutschland seit 1945 verboten sind. Westliche Berichte, er habe da nur in der Pressestelle gearbeitet, sind gelogen, denn es gibt Fotos und Interviews von Protasewitsch aus der Zeit, in denen er stolz von all dem erzählt.

Auch seine Freundin Sofia Sapega ist nicht das Engelchen, als dass sie dargestellt wird. Sie hat – so die Vorwürfe der weißrussischen Staatsanwaltschaft – eine Telegram-Gruppe moderiert, in der sie dazu aufgefordert hat, persönliche Daten über weißrussische Polizisten zu melden, damit die Opposition deren Frauen und Kindern etwas antun kann. Die Opposition wollte in den Reihen der Polizei für Angst und Schrecken sorgen. Das geht aus Screenshots hervor, die laut weißrussischen Behörden von ihrem bei der Festnahme beschlagnahmten Handy stammen.

Es gibt also sehr viele Dinge zu erzählen und ich werde das in den nächsten Tagen auch tun und es werden sicher mehrere Artikel. Jetzt will ich einen Teil davon erzählen lassen, indem ich den Bericht des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ von Sonntag übersetze. Ich empfehle, den russischen Beitrag anzuschauen, denn mit meiner Übersetzung ist er auch ohne Russischkenntnisse verständlich.

Beginn der Übersetzung:

Es ist eine Woche her, dass der Flug der irischen Fluggesellschaft Ryanair sensationell in Minsk gelandet ist. Zum Glück ging ging alles gut aus: die Bombe, die ein Verbrecher aus der Schweiz gemeldet hatte, wurde nicht gefunden. Keiner der Passagiere und Besatzungsmitglieder wurde verletzt. Nur Roman Protasewitsch, ein Kämpfer des ukrainischen nationalistischen Bataillons Asow, der ab 2014 an der Strafaktion gegen den Donbass beteiligt war, hatte Pech. Später wurde er dafür bekannt, dass er die weißrussischen Proteste durch den von ihm geschaffenen Kanal NEXTA koordinierte und zu einem Staatsstreich nach ukrainischem Vorbild aufgerufen hat. Protasewitsch wurde bei der Überprüfung seiner Dokumente am Flughafen Minsk festgenommen. „Nachrichten der Woche“ hat über diese Geschichte berichtet, aber der Fall hat sich weiterentwickelt und es gibt viele Einzelheiten.

Ein Bericht von Evgeni Reschetnev.

Die Flugzeuge der Belavia stehen auf dem Flugfeld still. Eines nach dem anderen haben die europäischen Länder der weißrussischen Fluggesellschaft verboten, sie anzufliegen, obwohl es für jeden offensichtlich ist, dass Belavia nichts mit dem Vorfall mit dem Ryanair-Flug zu tun hat. Vor nicht allzu langer Zeit hat Weißrussland Bürger der Europäischen Union eingeladen, das Land für 30 Tage ohne Visum zu besuchen. Die einzige Bedingung für die Visafreiheit war die Einreise über den internationalen Flughafen Minsk.

Die USA haben eine Woche gewartet und den Vertrag über die gegenseitige Nutzung des Luftraums, der es erlaubte, einander anzufliegen, erst am Samstag ausgesetzt. So wurde Dr. Cook aus Arkansas zu einem der letzten amerikanischen Touristen in Minsk.

„Das alles beeinträchtigt meine Reisen und ist schlecht für den Tourismus, ich habe kein Recht, Präsident Lukaschenko oder das, was er tut, zu verurteilen.“, sagte Kazanori Cook.

Der weißrussische Regierungschef, der kürzlich im Parlament über die außerplanmäßige Landung des Ryanair-Fluges sprach, erklärte: Es gab keine erzwungene Kursänderung. Das MiG-Kampfflugzeug wurde ihm zufolge in die Luft gebracht, nachdem die Boeing-Piloten selbst die Entscheidung zur Landung in Minsk getroffen hatten und Meldungen über eine terroristische Bedrohung gleichzeitig auf den Flughäfen von Minsk, Vilnius und Athen eingingen waren. Der Westen ist überzeugt, dass Lukaschenko alles im Voraus geplant hat.

„Sie sagen, dass die weißrussischen Geheimdienste eine Operation durchgeführt haben. Ich muss sagen: Ihr schmeichelt uns. Danke! Wenn es sich um eine Operation handelt, nehmen Sie zur Kenntnis, dass sie reibungslos und ohne Regelverstöße durchgeführt wurde. Wir haben nicht nur keine internationalen Abkommen oder Gesetze verletzt, sondern auch keine Anweisungen gegeben.“, sagte Lukaschenko.

Die westlichen Medien haben auch geschrieben, dass angeblich einige Geheimdienstler in Minsk aus dem Flugzeug ausgestiegen sind. Warum wurden die nicht gezeigt, fragt Lukaschenko, es muss doch Überwachungskameras auf dem Flughafen in Athen geben. Die Passagiere, zwei Weißrussen und ein Grieche, die sich entschieden haben, in Minsk zu bleiben, wurden im weißrussischen Fernsehen gezeigt.

Der Griecher erzählte: „Ich bin nach Vilnius geflogen und hätte da umsteigen und nach Minsk fliegen sollen, um meine Frau zu treffen.“

Gleiches erzählte ein Weißrusse, der ebenfalls den Weiterflug von Vilnius nach Minsk gebucht hatte.

Die Luftverkehrsblockade ist nur ein Teil dessen, was die Europäische Union und die USA für Weißrussland vorbereitet haben. Persönliche und sektorale Sanktionen gegen weißrussische Unternehmen, die, wie Ursula von der Leyen es ausdrückt, Lukaschenkos Regime finanzieren, stehen als nächstes an. Die Europäische Kommission hat Swetlana Tichonawskaja ein Paket in Höhe von drei Milliarden Euro als Teil des Plans zur Unterstützung des demokratischen Weißrusslands versprochen. Aber jetzt ist das Geld eingefroren. Die Opposition wird es wahrscheinlich bekommen, wenn sie die Macht übernimmt.

„Massive Sanktionen gegen das Regime und Unterstützung für die Zivilgesellschaft sind das, was wir brauchen“, sagte Tichonawskaja.

Von Europa aus nach Weißrussland zu gelangen, ist heute fast unrealistisch. Und mehrere österreichische und französische Flugzeuge konnten nicht nach Russland gelangen, weil sie Weißrussland umfliegen sollten. In Paris erfuhren die Passagiere erst als sie auf ihren Plätzen in der Kabine saßen, dass sie nicht fliegen konnten.

Die von der Europäischen Union verabschiedete Resolution und die gegen Weißrussland gerichteten Sanktionen haben nichts mit der Ukraine zu tun, aber Kiew begann sofort mit deren Umsetzung und schloss die Luftgrenze zum Nachbarn. Zwischen den Ländern ist ein Handelskrieg ausgebrochen. Weißrussland unterbrach die Benzinlieferungen der Marke A-95 und führte – zunächst für sechs Monate – individuelle Lizenzen für ukrainische Waren ein: Süßwaren, Säfte, Bier, Baumaterialien, Tapeten, Toilettenpapier, landwirtschaftliche Maschinen und Waschmaschinen. Der inhaftierte Blogger Roman Protasewitsch ist, wie sich herausstellte, in gewisser Weise auch ein ukrainischer Import. Nachdem er 2014 auf dem Maidan war, sammelte er Erfahrungen im nationalistischen Asow-Bataillon und kehrte dann nach Weißrussland zurück, wo man bis zum Beginn der Straßenproteste nichts mehr von ihm hörte.

„Wie lange sind Sie schon in der ATO-Zone?“, wurde damals ein weißrussischer Kämpfer in einem Interview gefragt. (Anm. d. Über.: „ATO“ bedeutet „Anti-Terroroperation“ und ist die ukrainische Bezeichnung für den Krieg im Donbass.)

„Schon fast ein Jahr. Ich diene in Mariupol.“

„Warum haben Sie sich entschieden, in den Krieg zu ziehen?“

„Erstens habe ich auch ukrainisches Blut in mir. Zweitens: Ich habe eine Blutschuld bei den Kommunisten.“

„Haben Sie es jemals bereut, in den Krieg gezogen zu sein?“

„Mein Gang in den Krieg war absolut bewusst und durchdacht.“

Dieses Interview wurde 2015 unter anderem von der oppositionellen weißrussischen Zeitung „Nascha Niva“ unter Berufung auf Radio Liberty veröffentlicht. Der Protagonist des Artikels ist ein ungenannter Kämpfer mit dem Rufzeichen Kim. Seine Identität wurde unkenntlich gemacht. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung diente er in der Pogonja-Abteilung des Asow-Bataillons, die aus Weißrussen besteht. Und jetzt sehen wir das gleiche Bild ohne unkenntlich gemachtes Gesicht. Es ist leicht zu erkennen, dass der Kämpfer mit dem automatischen Gewehr auf der Schulter und den Reservemagazinen der Blogger Protasewitsch ist.

„Zwei wurden verhaftet. Ein Extremist und seine Komplizin. Für welchen Geheimdienst hat dieser Mann gearbeitet? Wer hat ihn dafür bezahlt, am Krieg im Donbass teilzunehmen? Vor den Antworten auf diese Fragen hat der Westen wahrscheinlich am meisten Angst. Der Drecksack hat Menschen im Osten der Ukraine getötet.“, sagte Lukaschenko im Parlament.

Doch die Eltern der mit Protasewitsch verhafteten Sofia Sapega sind überzeugt, dass ihre Tochter nichts von der Vergangenheit ihres Freundes wusste.

„Wir standen ihr nahe. Einige Dinge musste sie mir sowieso sagen. Es ist einfach so, dass unsere Tochter zur falschen Zeit am falschen Ort war.“, ist sich Anna Duditsch, Sofia Sapegas Mutter, sicher.

Die Mutter ist russische Staatsbürgerin, der Stiefvater stammt aus Weißrussland. Sie leben in einer kleinen weißrussischen Stadt in der Region Grodno. Von dort ging Sofia Sapega – so lautet der Nachname ihres leiblichen Vaters – zum Studium nach Vilnius. Es war in Litauen, wo sie Protasewitsch traf.

„Kann Ihrer Meinung nach der Druck des Westens irgendwie helfen?“

„Ich denke, das kann es nur schlimmer machen.“, sagte Sergei Duditsch, Sofias Stiefvater.

Doch ausgerechnet im Westen suchen die Eltern von Protasewitsch nun Hilfe und hielten eine Pressekonferenz in Warschau ab.

„Ich möchte, dass Sie diese Informationen an viele, viele Menschen weitergeben, an die Regierungen der EU, an Amerika“, sagte die Mutter von Protasewitsch.

In Amerika scheint man Protasewitsch gut zu kennen. Hier ist ein Foto mit ihm, das vor drei Jahren in der Lobby des US-Außenministeriums aufgenommen wurde. Sowohl Protasewitsch als auch Sapega sind auf Videoaufnahmen zu sehen, die kurz nach ihren Festnahmen im Gefängnis gemacht wurden.

„Ich wurde von Beamten des Innenministeriums auf dem nationalen Flughafen von Minsk festgenommen. Jetzt kooperiere ich weiter mit den Ermittlungen und gestehe die Organisation von Massenunruhen in der Stadt Minsk.“, sagte Roman Protasewitsch.

„Ich flog im selben Flugzeug wie Roman Protasewitsch. Ich bin auch Redakteurin des Telegram-Kanals „Schwarzbuch Weißrussland“, der persönliche Informationen über Polizisten veröffentlicht.“, sagte Sapega.

Darüber hinaus veröffentlichten weißrussische TV-Sender Screenshots von Korrespondenz aus ihrem Telefon. Ein Moderator mit dem Kürzel S.A., von dem man glaubt, dass das das Sofia Sapega ist, weist andere an, private Informationen über Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden zu bekommen.

„Bullen, die bei den Aktionen dabei waren, nehmen wir die Kinder (…) Ihre Frauen, Kinder und Nächsten. (…) Sie sollen Angst um das Leben ihrer Kinder haben.“

Die Antwort unter einem Portrait von Hitler lautete: „Okay“

Sapega soll innerhalb von 10 Tagen angeklagt werden, bisher ist sie eine Verdächtige. Sofias Eltern beauftragten einen Anwalt und baten die russische Botschaft um Hilfe.

„Bei einem Treffen mit dem Konsul nannte Sofia mehrere Probleme häuslicher Natur. (Anm. d. Übers.: Das russische Wort ist schwer zu auf Deutsch übersetzen, es bedeutet, dass sie zum Beispiel um Shampoo oder ähnliche „häusliche“ Artikel gebeten hat) Diese Hilfe wurde ihr zur Verfügung gestellt. Auch äußerte Sofia während des Gesprächs keine Beschwerden über die Haftbedingungen oder das Vorgehen der weißrussischen Strafverfolgungsbehörden. Wir gehen davon aus, dass unser Konsul sie nach dem Treffen in dieser Woche nächste Woche wieder besuchen wird.“, sagte Aleksei Maskalev, Presseattaché der russischen Botschaft in Weißrussland.

In einigen europäischen Flughäfen wurde auf Anweisung von oben das Foto von Protasewitsch als Zeichen der Solidarität aufgehängt. Die Anweisung kam aus Brüssel, vom Vorsitzenden des Europäischen Parlaments. Aber er hat nur an Protasewitsch gedacht, Sofia Sapega freizulassen, hat er nicht gefordert.

Der lettische Außenminister Edgar Rinkewitsch begann über die Bedeutung symbolischer Gesten zu sprechen, nachdem er zusammen mit dem Rigaer Bürgermeister Martins Stakis die weißrussische Staatsflagge entfernt und durch die von der weißrussischen Opposition verwendete weiß-rot-weiße Flagge ersetzt hatte. Der Fahnenmast war Teil der Installation, die der Hockey-Weltmeisterschaft in der lettischen Hauptstadt gewidmet war. Minsk reagierte mit der Ausweisung lettischer Diplomaten. (Anm. d. Übers.: Die weiß-rot-weiße Flagge haben im Zweiten Weltkrieg die weißrussischen Freiwilligen benutzt, die auf Seiten der Nazis gekämpft haben. Unter dieser Flagge versammelt sich die vom Westen unterstützte Opposition und gegen diese Flagge hat der lettische Außenminister die weißrussische Flagge ausgetauscht, die das weißrussische Team bei der Eishockey-WM symbolisiert. Das wäre so, als wenn der dortige Außenminister die deutsche Flagge gegen die Hakenkreuzflagge austauscht. Wie würde die deutsche Regierung wohl darauf reagieren?)

Die lettische Botschaft hat keine Fassade, die auf die Straßen von Minsk zeigt. Sie befindet sich im Hof eines fünfstöckigen Wohnhauses und ist vor neugierigen Blicken verborgen. Das gesamte Gelände ist mit Stacheldraht umzäunt. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den Ländern sind faktisch abgebrochen. Minsk hat alle Diplomaten innerhalb von 48 Stunden des Landes verwiesen, darunter auch Botschafter Einars Semanis. Die Botschaft hat jetzt nur noch einen Verwaltungsmitarbeiter, der die Technik überwachen und auf die Normalisierung der Beziehungen warten soll.

Gleichzeitig wird die lettische diplomatische Vertretung von verstärkten Polizeistreifen bewacht. Riga wiederum hat die weißrussischen Diplomaten ausgewiesen. Und dann erinnerte man sich in Riga auch an die russische Flagge. Auch sie wurde abgenommen und durch die Symbole des Russischen Olympischen Komitees ersetzt. Angeblich war das die Forderung der WADA. Aber die sportlichen Skandale waren damit nicht vorbei.

Die Europameisterschaft im Radsport sollte am 23. Juni in einem der besten Velodrome Europas, der „Minsk-Arena“, beginnen. Doch nacheinander verweigerten die Nationalmannschaften von Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien die Teilnahme an der Meisterschaft. Der Europäische Radsportverband traf bei einem Treffen in Lausanne die endgültige Entscheidung: Das Turnier sollte abgesagt werden. Auch das Spiel europäischer Fußballstars im Stadion „Dynamo“ in Minsk wurde abgesagt.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. Danke für die Übersetzung! Protasewitsch ist nicht bloß ein weißrussischer Nationalist, er ist ein strammer Neonazi. Er hat auch im Azov-Batallion gekämpft, der für seine schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit (schwerer Raub, Folter, Vergewaltigungen, etc.)berüchtigt ist. Protasewitsch ist ganz klar ein Fall für den Internationalen Strafgerichtshof, wenn er sich einer solchen Organisation anschließt und mitkämpft.
    Weitere interessante Links zum Thema Protasewitsch und die ukrainisch/weißrussische Neonazi-Szene:
    https://ulrich-heyden.de/article/ist-der-weissrussische-blogger-roman-protasewitsch-kein-freiheitsheld-sondern-ein-verkappter-nazi
    https://www.donbass-insider.com/2021/05/28/belarus-western-media-even-bellingcat-failed-to-save-the-reputation-of-neo-nazi-soldier-protasevich/

  2. Ich verlange, dass die Politiker weniger arbeiten.
    Nur noch halb so viel. Und dafür täglich eine Stunde in alternativen Medien lesen. Ich meine, wenn man von den Medien und in Folge von seinen Arbeitskollegen und Freunden, von überall her das selbe hört, dann denkt man auch selber so. Und man gibt es weiter. Auch Politiker endnehmen ihr Verständnis von der Welt zum grossen Teil aus den Medien. Gerade daran sieht man aber auch die ungeheure Verantwortung der Medien!

    Aber ich verstehe auch Lukaschenko nicht, er hat ja schon genug Ärger. War ihm diese Verhaftung so wichtig? Oder war es einfach nur unüberlegt.

  3. Ich vermute, dass ihm einerseits die Verhaftung wichtig war, ansonsten hätte man ihn ja laufen lassen können.
    Ich gehe auch nicht wirklich davon aus (obwohl das hier im Raum steht), dass das ganze eine vom Westen organisierte Aktion war.
    Es mag sein, dass Lukaschenko so harte Reaktionen nicht erwartet hatte. Ein Rückzieher wäre jetzt aber wohl ein ziemlicher Imageverlust. Andererseits hätte man in jedem Fall darauf warten können, dass derart massive Sanktionen zum Einsatz kommen, sobald ernsthafte Maßnahmen gegen die Opposition ergriffen werden. Früher oder später wären die Sanktionen also vermutlich sowieso gekommen.

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