Wie Selensky sich bei Joe Biden anbiedert und ein Teaser: Es gibt ein neues Onischenko-Interview

Ich habe heute ein weiteres Interview mit Alexander Onischenko, der ehemaligen rechten Hand von Präsident Poroschenko, geführt und dabei ein Detail erfahren, über das ich im Vorwege berichten will.

Es ist nur eine kleine, aber sehr symbolische Meldung. Ich habe heute bereits darüber berichtet, dass der ukrainische Präsident Selensky, der im Wahlkampf versprochen hat, gegen Poroschenko und dessen Machenschaften vorzugehen, der neuen US-Regierung in vorauseilendem Gehorsam angeboten hat, den USA bei möglichen Ermittlungen gegen Trumps Anwalt Giuliani zu helfen. Die Details finden Sie hier.

In dem Interview mit Onischenko, das ich heute aufgezeichnet habe, hat Onischenko mich auf ein weiteres Detail aufmerksam gemacht, das ich übersehen habe. Am Tag von Joe Bidens Amtseinführung hat Selensky auf Twitter mitgeteilt, dass er sich die Übertragung der Amtseinführung zusammen mit der US-Botschafterin in Kiew anschaut:

„Wir schauen uns im neuen Büro in der Bankova-Straße die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten an. Ich freue mich darauf, Joe Biden im ihm wohlbekannten Kiew begrüßen zu dürfen. Ich bin sicher, dass unsere Beziehungen verbessert werden“

Deutlicher kann Selensky kaum mitteilen, dass er – und damit sein Land – vollständig unter Kontrolle der USA steht. Oder besser gesagt: Unter der Kontrolle von Joe Biden und seinen Unterstützern.

Das „ihm wohlbekannte Kiew“ ist eine nette Umschreibung von Selensky, immerhin hat Biden in seiner Zeit als US-Vizepräsident die Ukraine de facto regiert. Das ging so weit, dass Poroschenko Biden angerufen hat, wenn er Probleme mit Parteien im Parlament oder Premierminister Jazenjuk hatte. Biden hat das dann für Poroschenko geregelt, weil in der Ukraine Biden das letzte Wort hatte.

Dass Joe Biden in der Ukraine „nebenbei“ ganz persönlich illegal Milliarden verdient hat, kommt noch hinzu. Dazu hat Onischenko, der bei all dem als Poroschenkos rechte Hand aus der ersten Reihe zugeschaut hat, mir heute einige neue und sehr interessante Details erzählt. Er hat mir auch gesagt, dass bisher weniger als ein Drittel des belastenden Materials gegen Biden veröffentlicht wurde und dass er derzeit nach Wegen sucht, das Material so zu veröffentlichen, dass es ein breites Publikum erreicht. Onischenko will seinen Kampf weiterführen, wie er mir erzählt hat.

Auch auf die Frage, warum es im September doch nicht zu den Anhörungen im US-Senat gekommen ist, zu denen er und andere Ukrainer eingeladen waren, sagte er etwas. Allerdings kann er da nur spekulieren, denn er war dazu eingeladen, hat mit den US-Behörden über seine Immunität für die Reise in die USA verhandelt und dann wurde alles abgesagt. Die Gründe wurden ihm nicht mitgeteilt.

In dem Interview hat er mir auch einige sehr interessante Details darüber erzählt, wie es für ihn in Deutschland weitergegangen ist. Der deutsche Staat lässt ihn immer noch nicht in Ruhe und die Staatsanwaltschaft hat seit Mai 2020 zwei Strafverfahren gegen ihn eröffnet, die beide vor den Gerichten gescheitert sind und auch gar keine Erfolgschancen hatten. Aber sie hatten einen Nebeneffekt: Solange Strafverfahren gegen ihn laufen, verweigert ihm das Ausländeramt eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Das neue Interview mit Onischenko wird entweder noch diese Woche oder Anfang nächster Woche veröffentlicht, ich werde darüber natürlich informieren.

Wenn Sie den Namen Onischenko zum ersten Mal hören, dann schauen Sie sich mein Interview mit ihm vom letzten Sommer an. Da für Menschen, die die Ukraine nicht so gut kennen, vieles darin unverständlich ist, habe ich zu dem Interview eine Artikelserie herausgebracht, die die Hintergründe auch für diejenigen verständlich erklärt, die die Materie nicht kennen. Den ersten Teil der Serie finden Sie hier, am Ende jedes Artikels ist der folgende Artikel zum Weiterlesen verlinkt.

Hier für alle, die es noch nicht kennen und für alle anderen zum „Auffrischen“ hier noch einmal das Interview, das ich mit Onischenko im Juli 2020 geführt habe. Sollte YouTube das irgendwann sperren, finden Sie es auch hier auf der Seite von NuoViso.

Insider packt aus: Wie Biden und Soros in der Ukraine über 1,5 Mrd. erbeutet haben

Wenn Sie sich für die Ukraine nach dem Maidan und für die Ereignisse des Jahres 2014 interessieren, als der Maidan stattfand, als die Krim zu Russland wechselte und als der Bürgerkrieg losgetreten wurde, sollten Sie sich die Beschreibung zu meinem Buch einmal ansehen, in dem ich diese Ereignisse detailliert auf ca. 670 Seiten genau beschreibe. In diesen Ereignissen liegt der Grund, warum wir heute wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen. Obwohl es um das Jahr 2014 geht, sind diese Ereignisse als Grund für die heutige politische Situation also hochaktuell, denn wer die heutige Situation verstehen will, muss ihre Ursachen kennen.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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