Afghanistan

Zusammenfassung der Erklärungen der Taliban über die Zukunft des Landes

Da sich die Ereignisse in Afghanistan in diesen Tagen überschlagen haben, will ich hier die wichtigsten Erklärungen der Taliban zusammenfassen.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat hat in den letzten Tagen stündlich aktuelle Meldungen über die Lage in Afghanistan und die Erklärungen der Taliban gebracht. Als ich gerade dabei war, die Erklärungen, die die Taliban zur Zukunft ihres Landes abgegeben haben, zusammenzufassen, hat die TASS selbst eine solche Zusammenfassung veröffentlicht. Die TASS beruft sich dabei auf die erste Pressekonferenz der Taliban in Kabul, bei der aber all das wiederholt wurde, was schon im Laufe des Tages von verschiedenen Vertretern der Taliban bekannt gegeben worden ist.

Der Einfachheit halber übersetze ich den Artikel der TASS, anstatt meinen Artikel aus über einem Dutzend einzelner Meldungen des Tages zusammenzustellen.

Beginn der Übersetzung:

Frieden für Afghanistan und Sicherheit für Ausländer: Was die Taliban nach der Einnahme von Kabul versprechen

MOSKAU, 17. August. /TASS/ Vertreter der radikalen Taliban haben am Dienstag in Kabul ihre erste vollwertige Pressekonferenz nach der Machtübernahme in Afghanistan abgehalten.

Bei dem Treffen mit lokalen und westlichen Journalisten, das mit einem Gebet begann und etwa eine Stunde dauerte, versicherte der offizielle Vertreter der Bewegung, Zabihullah Mudschahid, dass die Taliban nicht beabsichtigen, sich an irgendjemandem zu rächen und das Land in eine Basis für die Bedrohung der Nachbarn zu verwandeln, und dass sie beabsichtigen, Afghanistan „für alle zu vereinigen.“

TASS hat die wichtigsten Aussagen des neuen Regierungssprechers des Landes zusammengestellt.

Zur Regierungsbildung

„Die Politiker beraten sehr aktiv darüber, wer die neue Regierung bilden soll <…> Wir sollten ihnen die Möglichkeit geben, eine Regierung und ein politisches System zu bilden, das den Wünschen des afghanischen Volkes entspricht.“
An den Konsultationen nimmt auch der Vorsitzende des Obersten Nationalen Versöhnungsrates, Abdullah Abdullah, teil, der zuvor mit dem Führer der Islamischen Partei, Gulbeddin Hekmatyar, und dem ehemaligen afghanischen Präsidenten Hamid Karzai einen Rat für die friedliche Machtübergabe eingerichtet hatte.

Zur Versöhnung

Die Taliban werden die bereits angekündigte Amnestie für Beamte der früheren Regierung gewähren: „Wir werden uns nicht an den Kollaborateuren der Besatzer oder den Vertretern des früheren Regimes rächen, sie alle sind unsere Partner beim Aufbau unserer Heimat“.
Der Taliban-Sprecher bestätigte auch, dass die Taliban nicht die Absicht haben, Afghanen zu verfolgen, die jetzt versuchen, das Land über den Flughafen Kabul zu verlassen, wenn sie nach Hause zurückkehren.

Zur Sicherheit für die Anderen

Die neue Regierung in Kabul bemüht sich um „konstruktive Beziehungen zu den Nachbarn“: „Wir versichern der Welt, insbesondere den USA, dass afghanisches Territorium nicht gegen andere eingesetzt wird.

Zur Bekämpfung des Drogenhandels

„Ich möchte der Welt versichern, dass Afghanistan nicht zu einer Drehscheibe für die Herstellung von Drogen jeglicher Art werden wird. Wir werden versuchen, dieses Übel auszurotten und unsere Heimat zu einem drogenfreien Land zu machen.“

Zum Schutz von Ausländern

Die Sicherheit der Diplomaten, die sich in Kabul aufhalten, hat für die Radikalen Priorität: „Wir wollen der ganzen Welt versichern, dass die Bewohner von Kabul, die Diplomaten, die internationalen Organisationen und die gemeinnützigen Organisationen jetzt nicht bedroht sind. Es wird kein Machtmissbrauch gegen niemanden geben.“

Zur Scharia

Die Taliban haben ihren Wunsch nicht aufgegeben, das Leben im Land der Scharia zu unterwerfen: „Es ist unser friedliches Recht, das islamische Recht in unserem Land durchzusetzen.“
Welche konkreten Gesetze „zuerst verkündet werden“, wird die neue Regierung entscheiden.

Zu den Rechten der Frauen

„Frauen werden im Rahmen der Scharia leben.“
Die Taliban hatten zuvor versprochen, Frauen das Lernen und Arbeiten zu ermöglichen und haben sie zur Beteiligung an der künftigen Regierung eingeladen, sie haben jedoch beschlossen, im Land ein nach Geschlechtern getrenntes Schulsystem einzuführen.

Über die Arbeit von Journalisten

„Ich versichere Ihnen, dass wir den Kontakt zu den Medien aufrechterhalten werden, die die Möglichkeit haben werden, frei zu arbeiten.“
Die Taliban werden jedoch nicht zulassen, dass die Medien „die Werte der afghanischen Gesellschaft, die nationalen Interessen und die Lehren des Islam missachten.“

Ende der Übersetzung

Darüber hinaus gab es Meldungen, dass die Taliban den Zugang zum Flughafen eingeschränkt und alle Afghanen auf dem Flughafen aufgefordert haben, wieder nach Hause zu gehen. In einer Erklärung der Taliban heiß es:

„Den Familien, die den Flughafen füllen, wird kein Leid geschehen, wenn sie nach Hause zurückkehren. Wir werden niemanden verfolgen.“

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

12 Antworten

  1. Es sind einfach nur, Gottes fürchtige Menschen, die die Satanische Kraft, aus dem Imperium verdammen (Bei ihrer hadsch, von der Jamarat-Brücke werfen sie bis zum 12. Dhū l-Hiddscha täglich Kieselsteine gegen drei Jamarat ) und darum müssen Sie, ihre Mitmenschen vor dem Teufel SCHÜTZEN.
    In schā‘ Allāh

  2. Dem Grunde nach – in Verbindung der AS- Zusammenfassung bestaetigt das Deutsche Staatsfernsehen die wesentlichen Angaben der Russen im Tagesschau -Beitrag vom 18.08.2021 04:15 Uhr

    Nochmals Zusammengefasst die Infos aus Russland – China auch- ja sogar aus Deutzschland :
    Zumindest momentan, muss sich NIEMAND in Kabul vor den Taliban in die Hose kackern….

    Ein Absatz im Regierungsfernsehen, den sogar die eingefleischtesten Tagesschau-Sesselpupser zum Nachdenken bringen wird….

    Schwierige Lage in Kabul

    Außenminister Maas erklärte am Abend: „Die Luftbrücke ist angelaufen und wird intensiv fortgesetzt, sofern die Sicherheitslage dies irgendwie zulässt.“ Die Taliban ließen derzeit nur ausländische Staatsbürger zum Flughafen in Kabul vor, Ortskräfte und andere Afghanen könnten nicht zum Flughafen gelangen.Die Bundesregierung will sich deshalb in Gesprächen mit Taliban-Vertretern um Ausreisemöglichkeiten für einheimische Ortskräfte in Afghanistan bemühen. Der deutsche Botschafter in Kabul, Markus Potzel, sei in die katarische Hauptstadt Doha gereist, wo US-Vertreter mit Taliban-Repräsentanten im Gespräch sind, sagte Maas. Der Diplomat wolle in seinen Gesprächen in Doha darauf hinwirken, „dass auch Ortskräfte sich an den Flughafen begeben können und auch ausgeflogen werden können.“ Für Mittwoch seien zwei weitere Flüge geplant, so Maas weiter.

    Ja…MAAS, dass Haeschen evakuiert seinen Botschafter aus Kabul und schickt ihn dann nach Katar zu den AMI-Vertreter, damit man mit den Taliban verhandelt….

    Werde gleich im Anschluss Boris Roshin diese wunderbarte Botschaft ueber die deutschen Hosenkacker, die sich an den AMI-Rockzipfel haengen uebermitteln….Zu laecherlich das alles, u8ms selbst zu kommentieren. Irgendwer wird schon darueber ne tolle Karrikatur zeichnen. Boris findet sie.

    https://colonelcassad.livejournal.com/6993080.html

    Noch so ein toller Absatz….

    (Bis hierhin gelesen und verstanden haben wir ja alle, dass die Taliban mittlerweile den Zugang zum Flughafen selbst absolut kontrollieren…. und dann das:

    …..Derzeit sichern hauptsächlich US-Soldaten den Flughafen in Kabul. Nach Angaben des Weißen Hauses sind dort inzwischen etwa 3500 Soldaten im Einsatz. Das Verteidigungsministerium in Washington erklärte, die Zahl werde im Tagesverlauf auf rund 4000 ansteigen. In einigen Tagen sollen es dann bis zu 6000 Soldaten sein….

    Nun denn…. dann baut zuerst mal Bunker fuer 10.000 iigelt euch ein… Die Taliban lachen sich kaputt. Also ich selbst wuerde an deren Stelle jetzt um den Flugplatz herum einfache Hochsitze bauen und sie mit Puppen besetzen…. Ohne ein einziges weitere Wort darueber zu verlieren…. ( Schade, dass ich nicht zeichnen kann …grrr ..was fuer Idioten…. )

    1. Tja… wenn man denkt es geht nichts mehr, wird einem sofort das Gegenteil bewiesen. Die werden immer bekloppter.

      (..Der Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, sieht den Einsatz von bis zu 600 Soldaten bis spätestens 30. September vor. Die Zusatzausgaben für die Bundeswehr werden mit 40 Millionen Euro veranschlagt…)

      https://de.rt.com/inland/122661-evakuierung-afghanistan-bundestag-soll-nachtraeglich-fuer-robustes-mandat-stimmen/

      Noch eine schoene Karrikatur:

      Maas steht auf der Rheinbruecke und schuettet die Saecke mit Euros ins Wasser…

  3. „ZUR BEKÄMPFUNG DES DROGENHANDELS

    „Ich möchte der Welt versichern, dass Afghanistan nicht zu einer Drehscheibe für die Herstellung von Drogen jeglicher Art werden wird. Wir werden versuchen, dieses Übel auszurotten und unsere Heimat zu einem drogenfreien Land zu machen.“…“

    Na, da bin ich mal gespannt, denn das wird der CIA wohl gar nicht gefallen, genau das hatten die Taliban doch schon einmal 2001 gemacht, die Opiumernte vernichtet – und u.a. das hat den Afghanen 20 Jahre völkerrechtswidrigen Krieg beschert.

    „The Taliban banned the production of heroin in 2001 (just before the invasion). It dropped to almost nothing by the end of the year.
    Since the US took control the heroin production of the region has increased almost every year. Today, Afghanistan produces 90% of global heroin.“

    https://off-guardian.org/2019/12/15/the-afghanistan-papers-deep-state-narrative-management

  4. Der Apparat läuft sich warm:

    _____://www.arte.tv/de/live/

    „Die Taliban in Kabul
    Afghanische Zivilisten in Gefahr

    Mittwoch, 18. August 2021 um 12:15 – 33 Min.
    Am 15. August 2021 fällt Kabul in die Hände der Taliban. Nach zwanzig Jahren endet der Einsatz der Koalitionstruppen in Afghanistan in einem Desaster. Und lässt unzählige verzweifelte Menschen und noch mehr gebrochene Versprechen zurück.“

  5. Besatzerflucht aus Afghanistan? Das Islamische Kalifat nimmt seine 2001 per JewSA/ NATO Einmarsch unterbrochen s Staatlichkeit innert Stunden wieder auf?
    Ach ja:
    „Eine Idee wird zur materiellen Gewalt wenn sie die Massen ergreift.“

  6. Gratuliere!

    Sie sind nicht nur beim Spiegel, sondern auch bei der Zeit so verhasst, dass die jeden Link zu Ihnen, den die bemerken, löschen und denjenigen, der den Link bringt, gleich mit löschen. Selbst bei ganz neutralen Informationsartikeln wie dieser hier.

    1. Och ja… die eigentliche Aufarbeitung wird in St.Petersburg sicher no0ch einige Zeit brauchen… Gehe ich mal von aus… Die Ursprungsgruende fuer alle sich in der Region zu beteiligen… liegen nicht in der Terrorismusbekaempfumng, nicht in der Demokratisierung …. ganz simpel und einfach – wie immer –

      https://www2.bgs.ac.uk/AfghanMinerals/mininfo.htm

      Und das wissen die beim ORIGINAL SPIEGEL – bei den anderen auch…. ganz genau selbst….

      Und so kurz vor den Wahlen ….

  7. Zur Regierungsbildung …. ein politisches System zu bilden, das den Wünschen des afghanischen Volkes entspricht…

    Erinnert mich an Ägypten; Mit seiner Vereidigung am 30. Juni 2012 trat Mohammed Mursi sein Amt als fünfter Präsident Ägyptens an. Nach dem Umsturz 2013 und der darauffolgenden Absetzung Mursis wurde die Muslimbruderschaft verboten und als Terrororganisation eingestuft.
    Es ist zu befürchten, dass auch in Afghanistan irgendein Unsegen hineinflunkern versucht. Wünschen wir diesem Volk alles Gute. Und jenen die hineinflunkern Eselsohren.

  8. Ach ja die Regierung von Afghanistan, welche wohl genau gemeint ist?

    Afghanistan hatte wohl noch nie eine Regierung des Volkes nach dem Ende des 2. WK.
    Alles wurde von Stammesfeden oder ethnischen Konflikten überlagert. Dazu gesellten sich dann noch ideologische Grabenkämpfe.
    Die Vertreter der Nordallianz galten einmal als anerkannt aber seit man denen Karsai vor die Nase setze war es mit der Harmonie bald vorbei.
    Und nun ist er plötzlich wieder da und verhandelt mit den Taliban?
    Er der erklärte Gegner der Taliban, der CIA Gefolgsmann, der Bruder des größten Drogenbarons der bis zu seiner Ermordung auf der Gehaltsliste der CIA stand?
    In wessen Auftrag verhandelt er denn?
    Die Taliban und der Staat unter ihnen wurde nur von den Saudis, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten anerkannt. Genau diese 3 Länder erkannten nie die Nordallianz an. Denn die Nordallianz bekämpften die Taliban.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Islamische_Vereinigte_Front_zur_Rettung_Afghanistans

    https://de.wikipedia.org/wiki/Hamid_Karzai

    Paschtunen unter sich verhandeln über eine Regierung des Volkes? Da muss man sich nicht wundern das sich die Nordallianz neu formiert und der Krieg gegen die Taliban von vorn beginnt.

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