Nun auch im Spiegel: Die Zerstörung der deutschen Wirtschaft
Was bisher als russische Propaganda bezeichnet wurde, nämlich, dass die deutsche Wirtschaft derzeit unwiederbringlich an die Wand gefahren wird, können wir nun sogar im Spiegel lesen.
Seit Beginn der russischen Intervention in der Ukraine berichte ich darüber, dass die EU mit ihren Sanktionen die eigene Wirtschaft und den Wohlstand der Menschen vernichtet. Das galt als russische Propaganda, denn europäische Politiker und Medien haben verbreitet, die Sanktionen würden Russlands Wirtschaft schnell in die Knie zwingen und den Rubel entwerten. Wir wissen längst, dass das Gegenteil passiert ist, aber das hält die Ideologen in Brüssel, Berlin und anderen EU-Hauptstädten nicht davon ab, diesen selbstmörderischen Kurs noch zu verstärken.
Westliche Medien und Politiker geben Russland die Schuld an der inzwischen nicht mehr zu bestreitenden wirtschaftlichen Misere in den westlichen Ländern. Die gängige Formulierung lautet, Russlands „Angriffskrieg“ sei an allem schuld. Das ist definitiv nicht wahr, schuld sind einzig und allein die westlichen Sanktionen, also die Reaktion des Westens auf Russlands Eingreifen in der Ukraine.
Das Eigentor der EU
Man muss das sehr deutlich sagen, denn niemand hat den Westen gezwungen, Sanktionen gegen Russland zu erlassen, die dem Westen – vor allem den Ländern der EU – um ein Vielfaches mehr schaden, als sie Russland schaden. Man kann die russische Intervention in der Ukraine ja gerne kritisieren, aber das ändert nichts daran, dass nicht Russland die Sanktionen eingeführt hat, unter deren Folgen die EU nun ächzt und stöhnt.
Nur zur Erinnerung: Es gibt fünf Pipelines, die billiges russisches Gas nach Europa pumpen können. Davon sind nun drei stillgelegt, alle auf Initiative der EU oder anderer westlicher Länder. Und die verbleibenden zwei Pipelines liefern weit weniger Gas als sie könnten, woran ebenfalls nicht Russland, sondern die EU-Staaten und die Ukraine schuld sind. Details über die fünf Pipelines finden Sie hier, und hier finden Sie außerdem noch die Gründe, warum Nord Stream 1 kein Gas mehr liefert.
Als Grund für den drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch der EU-Staaten werden der Mangel Gas und die Inflation genannt. Schon das ist unwahr, denn die explodierende Inflation ist eine direkte Folge des Gasmangels, der die Energiekosten – und damit die Preise für alles – explodieren lässt. Da es aber die EU und Staaten des Westens waren, die die russischen Pipelines mit ihren Entscheidungen stillgelegt haben, kann niemand bestreiten, dass es die EU ist, die diese Misere zu verantworten hat, und dass die EU-Politik die Inflation verursacht hat.
Jetzt sogar im Spiegel
In den letzten Tagen sind im Spiegel viele Artikel erschienen, die all meine – angeblich pessimistischen – Prognosen für die deutsche und europäische Wirtschaft bestätigen. Ich will den O-Ton der in den letzten Tagen im Spiegel veröffentlichten Artikel zusammenfassen.
Am 8. September hat der Spiegel unter der Überschrift „Drohende Pleitewelle – »Jeden Tag erreichen uns Notrufe von Betrieben«“ berichtet, dass praktisch alle deutschen Branchenverbände Alarm schlagen. Der Spiegel zitierte den BDI, den Verband der Handwerksberufe und den Verband der Familienunternehmer, die alle vor einer anstehende Pleitewelle warnen. Reinhold von Eben-Worlée, Präsident des Verbands der Familienunternehmer, zitierte der Spiegel wie folgt:
„Eine riesige Insolvenzwelle ist bereits im Gang, und sie wird noch viel größer werden. Zehntausende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel“
Leider ist dieser Herr schlecht informiert, denn der Spiegel zitiert ihn auch mit folgenden Worten:
„Deutschland hat jetzt wegen des russischen Gasstopps die höchsten Energiepreise der Welt. Sie sind um das Achtfache höher als in den USA. Das kann unsere Industrie, das können unsere Betriebe nicht mehr aushalten.“
Es gibt keinen „russischen Gasstopp“ – der ist eine Erfindung von Politik und Medien, denn wie gesehen, waren es Entscheidungen der EU und ihrer Mitgliedsstaaten, die russischen Gaspipelines stillzulegen, oder russisches Gas sogar offiziell abzulehnen. Was kann Russland für die Entscheidungen, die in der EU getroffen werden?
Ansonsten hat der Präsident des Verbands der Familienunternehmer allerdings recht, denn Deutschland hat nun tatsächlich die höchsten Energiepreise der Welt. Die Preise sind mittlerweile so hoch, dass wir nicht mehr davon reden brauchen, sie würden der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft schaden. Es ist längst viel schlimmer, denn kaum eine Firma kann zu diesen Preisen überhaupt noch kostendeckend produzieren. Das bedeutet, dass sehr viele Firmen in absehbarer Zeit schließen müssen. Nur was bleibt dann von der Wirtschaft noch übrig?
„Rezession und Rekordinflation“
Am 8. September hat der Spiegel unter der Überschrift „Teuerung bis zu 9,5 Prozent – Forscher erwarten für 2023 Rezession und Rekordinflation“ über die Prognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) berichtet. Am 12. September folgte ein in der Sache gleichlautender Artikel mit der fast wortwörtlich identischen Überschrift „Teuerung bis 9,3 Prozent – Ifo-Institut rechnet für 2023 mit Rekordinflation und Rezession“
Im erstgenannten Spiegel-Artikel erfahren wir:
„Auch was die Teuerung betrifft, hat das Institut keine guten Nachrichten parat. »Sofern die Preise für Strom und Gas für längere Zeit hoch bleiben – so wie es sich derzeit abzeichnet – wird die Inflation ausgehend von ihrem Rekordniveau von acht Prozent im laufenden Jahr voraussichtlich auf 8,7 Prozent im Jahr 2023 steigen«, erwarten die Fachleute. Grund dafür sei, dass die Marktpreise für Strom und Gas erst verzögert bei den Verbrauchern ankämen.“
Auch im zweiten Spiegel-Artikel geht es um die gleichen Probleme:
„Dabei sind insbesondere die kommenden Monate für diese Entwicklung ausschlaggebend. »Wir gehen in eine Winterrezession«, sagt Wollmershäuser. Die Energieversorger passten vor allem zu Jahresbeginn 2023 ihre Strom- und Gaspreise spürbar an die hohen Beschaffungskosten an. Das werde die Inflationsrate im ersten Vierteljahr sogar auf etwa elf Prozent hochtreiben.“
Beide Institute bestätigen das, was ich eingangs geschrieben habe: Die Inflation ist eine direkte Folge der hohen Energiepreise. Die hohen Energiepreise wiederum sind eine direkte Folge der anti-russischen Sanktionen, die die EU verhängt hat. Die Energiepreise in Europa sind wegen der verpatzten Energiepolitik der EU der letzten Jahre mit ihrem Fokus auf wetterabhängige Energieformen schon 2021, also vor Beginn der Eskalation in der Ukraine, spürbar gestiegen. Aber seit Einführung der Russland-Sanktionen sind sie regelrecht explodiert und bilden die Grundlage für die Inflation.
Nur, was kann Russland dafür, dass die EU solche Sanktionen verhängt?
Wichtig ist der letzte Satz in dem Zitat aus dem Spiegel-Artikel, denn der wirkliche Knall bei der Inflation kommt erst noch, wenn zum Jahreswechsel die Jahresabrechnungen für Strom und Heizung erstellt werden und wenn die monatlichen Abschlagszahlungen ab Januar massiv erhöht werden. Die Marktpreise für Energie haben sich verzehnfacht, also müssten sich ab Anfang 2023 auch die Stromrechnungen verzehnfachen. Das wird aufgrund staatlicher Eingriffe wahrscheinlich verhindert, aber trotzdem sind massive Erhöhungen der monatlichen Kosten für jeden einzelnen Haushalt zu erwarten.
Sollten Sie also Menschen kennen, die im Brustton der Überzeugung behaupten, die Katastrophenszenarien wäre nur Panikmache und russische Propaganda, dann machen Sie sich eine Notiz in Ihrem Kalender und fragen Sie diese Leute Ende Januar oder Anfang Februar nochmal, ob sie das dann immer noch so sehen.
„Das Schlimmste steht uns noch bevor“
Am 11. September hat der Spiegel unter der Überschrift „Angst vor dem Absturz – Wie schlimm wird die deutsche Rezession?“ einen erstaunlich guten Artikel über das Kommende veröffentlicht. Der Artikel zeigt ziemlich schonungslos auf, wie schlimm die Lage bereits ist. Er beginnt mit einer Liste von Beispielen davon, wie so ziemlich alle Branchen in Deutschland den Zusammenbruch befürchten, die in folgender Zusammenfassung gipfelt:
„Die Hiobsbotschaften aus den Unternehmen häufen sich, und sie kommen aus der ganzen Republik.
»Düngemittel-Produzent droht Stillegung«
»Arcelor-Mittal stellt Produktion an zwei deutschen Standorten ein«
»Traditions-Schuhhändler Görtz ist insolvent – 2500 Jobs in Gefahr«
Konzernchefs und Gewerkschaftsführerinnen sprechen inzwischen offen über ihre Angst. »Das Schlimmste steht uns noch bevor«, sagt Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach mit Blick auf den Gaspreis. Und DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt im SPIEGEL-Gespräch, wenn die Regierung nicht schnell gegensteure, drohe ein Dominoeffekt, der zu einer Deindustrialisierung in Deutschland führen könnte. »Das wäre eine Katastrophe.«“
Der Spiegel-Artikel schildert die derzeitigen Vorgänge sehr gut und erklärt, wie die Ereignisse in fünf Schritten zu einer Katastrophe führen dürften, wenn kein Wunder geschieht. Der Artikel ist vor allem deshalb lesenswert, weil er wirtschaftliche Zusammenhänge erklärt und weitgehend frei von den üblichen Propaganda-Lügen des Spiegel ist, Russland sei an allem Schuld. Ganz fehlen darf dieser Unsinn beim Spiegel natürlich nie, daher findet sich auch dieser Absatz in dem Artikel:
„Fest steht, dass Putins Wirtschaftskrieg die Bundesrepublik dort trifft, wo es am meisten schmerzt: Ein Gaspreis, der sich schon mehr als vervierfachte, zertrümmert die Wettbewerbsfähigkeit – und zwar über so ziemlich alle Industriezweige.“
Wie gesehen, ist die Formulierung von „Putins Wirtschaftskrieg“ Unsinn, denn den Wirtschaftskrieg hat der Westen erklärt, indem er die irrsinnigen Russland-Sanktionen erlassen hat. Es war nicht Russland, das den Wirtschaftskrieg angefangen hat. Ich wiederhole mich: Man kann Russlands Einsatz in der Ukraine kritisieren, aber er ist nicht die Ursache des kommenden wirtschaftlichen Zusammenbruchs in Europa. Die Ursache des kommenden wirtschaftlichen Zusammenbruchs in Europa ist die unglaublich dumme Politik der EU.
Eine weitere Meldung der letzten Tage zeigt das ganze Ausmaß der Katastrophe am Beispiel der Stahlindustrie. Die europäischen Stahlproduzenten haben der EU-Kommission einen offenen Brief geschrieben, in dem sie warnen, dass die hohen Energiepreise eine „existenzielle Bedrohung“ für die Metallproduktion in der EU sind. Schon jetzt wird wegen der hohen Preise bei einigen Metallen nur noch die Hälfte der normalen Mengen produziert. Das fehlende Metall wird aber in anderen Branchen, zum Beispiel Autoindustrie oder Maschinenbau, gebraucht. Bricht die Metallproduktion zusammen, kann das gleich eine ganze Reihe anderer Branchen mit in den Abgrund ziehen.
Die Verzweiflung der Verantwortlichen
Die EU-Kommission unter Uschi von der Leyen trägt maßgeblich zum wirtschaftlichen Untergang bei. Über die letzte geniale Idee der EU-Kommission, auch „Abstellgleis für besonders unfähige Politiker“ genannt, hat der Spiegel unter der Überschrift „Energiekrise – EU-Kommission will Preise für Gas aus Russland deckeln“ berichtet. Dass Russland seine Gaslieferungen komplett einstellen wird, wenn die EU meint, die Gaspreise deckeln zu wollen, was zu einem noch akuteren Gasmangel in der EU führen wird, scheint Uschis Truppe in Brüssel nicht mitbekommen zu haben.
Dass das eine Schnappsidee ist, sieht man auch daran, dass Super-Uschi bei der Gelegenheit auch die Idee hatte, den Gaspreis in der EU generell zu deckeln, was dazu geführt hat, dass zum Beispiel Norwegen sofort geantwortet hat, es werde der EU kein Gas liefern, wenn die EU die Preise künstlich deckelt. Ob wir in den Medien demnächst auch etwas über „Norwegens Wirtschaftskrieg“ gegen die EU lesen werden?
Dass Bundesmärchenonkel Robert Habeck, der als Philosoph und Kinderbuchautor nie irgendetwas mit Wirtschaft zu tun hatte, eine geeignete Besetzung als Bundeswirtschaftsminister ist, können nur Grüne und andere Menschen, die sich in Tagesschau und Spiegel informieren, glauben. Dass Habeck sein Unwissen und seine Inkompetenz fast jeden Tag auf’s Neue unter Beweis stellt, stört dieses Publikum nicht.
Der Spiegel hat unter der Überschrift „Debatte im Bundestag – Habeck verspricht Hilfen für kleine und mittlere Unternehmen“ über Habecks Pläne berichtet, der Wirtschaft zu helfen. Darauf einzugehen, lohnt sich nicht, denn die Hilfen werden, obwohl sie viele Milliarden kosten, wie ein Tropfen auf dem heißen Stein verdampfen. Interessant an dem Artikel war lediglich, wie der Spiegel, natürlich ohne das zu kommentieren, Habeck zitiert hat:
„Habeck attackierte deshalb den Oppositionsführer: »Lieber Herr Merz, sechzehn Jahre lang hat die Union dieses Land regiert und viele Bundesländer. Sechzehn Jahre energiepolitisches Versagen. Und wir räumen in wenigen Monaten auf, was Sie in sechzehn Jahren verbockt, verhindert und zerstört haben.«“
Ich bin sicher kein Fan der CDU, aber eines kann man doch festhalten: Die heutigen Probleme gab es unter der CDU nicht. Habeck räumt nicht auf, was andere verbockt haben, er zerstört, was Menschen in Deutschland in den letzten 70 Jahren aufgebaut haben.
Aber es kommt noch besser, denn der Spiegel zitiert Habeck weiter:
„Die Ampelregierung aus SPD, Grünen und FDP habe vom ersten Tag an einen klaren Kurs gehalten und den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz vorangetrieben und gleichzeitig die Krise bekämpft. Habeck hielt der Union »Oppositionsgeklingel und Möchtegern-Wirtschaftspolitik« vor.“
Braucht es noch irgendwelche Beweise dafür, dass die Grünen Spinner sind? Der „klare Kurs„, den Habeck seit seiner Ernennung zum Wirtschaftsminister hält, hat in weniger als einem Jahr die Probleme geschaffen, vor denen Deutschland nun steht. Habeck hat keine „Krise bekämpft“ – er hat die Krise erst selbst geschaffen.
Ich frage mich wirklich, wie ideologisch verblendet man sein muss, wenn man angesichts der aktuellen Lage noch immer von einem „Ausbau der erneuerbaren Energien“ faseln kann. Deutschland hat in seiner Energiewende inzwischen geschätzte 150 Milliarden Euro versenkt und das einzige greifbare Ergebnis sind eine Energieknappheit und die höchsten Energiepreise der Welt. Glückwunsch!
Die Pointe mit der Energiewende
Die ideologisch vollkommen verblendeten Grünen haben nicht nur die Energiewende befeuert, sondern setzen bekanntlich auch auf Elektroautos. Experten stellen schon lange die Frage, wo eigentlich der Strom herkommen soll, mit dem in einigen Jahren Hunderttausende oder gar Millionen von Elektroautos nachts aufgeladen werden sollen. Von der Solarenergie wahrscheinlich nicht.
Auf diese Frage haben die Grünen auch keine Antwort, stattdessen werden die Fragesteller als „Klimaleugner“ oder ähnliches diffamiert. Bei den Grünen steht die Ideologie vor den Fakten.
Das zeigt sich an einer weiteren Meldung, die durch die Medien geht. Beim Spiegel trug der entsprechende Artikel die Überschrift „Angst vor Blackouts – Netzagentur warnt vor Heizlüftern im Winter“ und es stellt sich sofort eine Frage: Wenn schon etwa 650.000 Heizlüfter das deutsche Stromsystem zum Zusammenbrechen bringen können, wie soll das dann mit ähnlich vielen Elektroautos funktionieren, die bekanntlich mehr Strom brauchen, als Heizlüfter?
Damit bestätigt die Netzagentur ganz nebenbei alle, die die vollkommen unrealistische Energiepolitik der Grünen seit vielen Jahren als Fantasterei bezeichnen. Das wird aber weder einen Habeck, noch eine von der Leyen, noch all die anderen Intelligenzbestien unter den Politikern zum Nachdenken bringen, denn sie leben in einem sehr einfachen Weltbild, in dem es keinen Platz für Fakten gibt.
Es lautet: Schuld an allem ist immer Putin!