Gaskrise

Putin im O-Ton: Was es mit der Turbine von Nord Stream auf sich hat

Der Blick des russischen Europa-Korrespondenten ist immer interessant. Diese Woche hat Putin den Europäern in einfachen Worten erklärt, was es mit der Turbine von Nord Stream 1 auf sich hat.

Der Blick der Korrespondenten des russischen Fernsehens auf Deutschland und Europa ist immer aufschlussreich, das gilt vor allem in dieser Zeit. Nachdem sich die deutsche Regierung in Person von Robert Habeck ausführlich über die Turbine von Nord Stream 1 ausgelassen und die Geschichte als politisches Manöver Russlands bezeichnet hat, begann der Bericht des Europa-Korrespondenten des russischen Fernsehens am Sonntag mit einer Erklärung Putins, in der der russische Präsident in einfachen Worten erklärt hat, wo das Problem mit der Turbine liegt. Weil man das im deutschen Fernsehen sicher nicht erfährt, habe ich den Bericht des russischen Korrespondenten aus dem wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

In der EU herrscht wegen dem kommenden Winter bereits Panik. Die Gaspreise an den europäischen Börsen starten wieder durch und stehen bei über 1.500 Dollar pro tausend Kubikmeter. Bei den russischen Gaslieferungen herrscht ein völliges Durcheinander, das sie selbst verursacht haben: Sanktionen, die Ablehnung von Nord Stream 2, das ganze Theater mit der Turbine…

Was wollen Sie denn? Die Chefin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat bereits vorgeschlagen, dass die EU-Länder ihren Gasverbrauch freiwillig um 15 Prozent senken sollen. Spanien, Portugal und Griechenland waren die ersten, die daraufhin erklärten, dass sie ihre Wirtschaft nicht ruinieren und ihre Bürger nicht ohne Strom lassen würden. Sie haben auch so schon genug zerdeppert.

Auf der Pressekonferenz im Iran erinnerte Wladimir Putin daran, wie die europäischen Gasprobleme entstanden sind. Mit leichtem Humor sagte er:

Ich habe darüber schon oft gesprochen, ich weiß nicht, ob es sich lohnt, auf die Energiepolitik der europäischen Länder einzugehen, die die Bedeutung der traditionellen Energiequellen vernachlässigt und auf nicht-traditionelle Energien gesetzt haben. Sie sind große Spezialisten für nicht-traditionelle Beziehungen und haben daher beschlossen, auch im Energiebereich auf nicht-traditionelle Energien zu setzen: Auf Solar- und Windenergie. Der Winter war lang, es gab keinen Wind – das ist alles. Das ist das Ergebnis der Politik der letzten vielen Jahre, wahrscheinlich des letzten Jahrzehnts. Damit hat alles angefangen, nicht wegen irgendwelcher Aktionen von Russland und Gazprom, und die Preise sind nach unten gegangen.“ (Anm. d. Übers.: Als „nicht-traditionelle Beziehungen“ bezeichnet man in Russland homosexuelle Beziehungen)

Russland war schon immer ein zuverlässiger Gaslieferant für ausländische Märkte und wird es auch in Zukunft bleiben. Die Europäer sind in die Falle ihrer eigenen Sanktionen getappt. Sie würden nach wie vor gerne russisches Gas erhalten, aber jede Gaspipeline ist in erster Linie ein komplexes technisches Gebilde, das regelmäßig gewartet und repariert werden muss. Und das ist etwas, was Europa nicht verstehen will. Putin erklärt es im Detail:

Bis vor kurzem haben wir Europa ohne die Türkei beliefert, die Türkei erhielt etwas mehr als 30 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Europa erhielt 55 Milliarden durch Nord Stream 1, 33 Milliarden, wenn ich mich recht erinnere, durch die Jamal-Europa-Pipeline und durch zwei weitere Pipelines, die durch die Ukraine führen. Ja, durch die Türkei gehen jetzt etwa 12 Milliarden über Turkish Stream nach Europa. Die Ukraine kündigte plötzlich an, dass sie eine der beiden Routen auf ihrem Territorium schließen würde. Angeblich, weil die Gaspumpstation nicht unter ihrer Kontrolle steht, sondern auf dem Gebiet der LNR liegt. Die wurde aber schon seit einigen Monaten von der LNR kontrolliert, nun hat Kiew sie vor kurzem ohne Angabe von Gründen geschlossen. Dort funktionierte alles normal, niemand hat gestört. Meiner Meinung nach wurde sie einfach aus politischen Gründen geschlossen. Das ist das Erste.
Was geschah dann? Polen hat Sanktionen gegen Jamal-Europa verhängt. Durch sie wurden 33 Milliarden Kubikmeter geleitet. Früher haben sie uns jeden Tag 33 bis 34 Millionen Kubikmeter abgenommen. Sie haben die Pipeline komplett geschlossen. Aber dann haben wir gesehen, dass sie Jamal-Europa in umgekehrter Richtung nutzen und angefangen haben, etwa 32 Millionen Kubikmeter pro Tag aus Deutschland schicken. Woher kommt das deutsche Gas? Es ist unser russisches Gas. Warum aus Deutschland? Weil das für die Polen billiger geworden ist. Früher haben sie es uns zu einem sehr teuren Preis abgenommen, der eher dem Marktpreis entsprach, während Deutschland es uns im Rahmen langfristiger Verträge 3 bis 4 Mal billiger bekommt als der Marktpreis.
Für deutsche Unternehmen ist es profitabel, es mit einem geringen Aufschlag an Polen zu verkaufen. Für die Polen ist es profitabel, es zu kaufen, weil es billiger ist, als es direkt von uns zu beziehen. Die Gasmenge auf dem europäischen Markt ist jedoch zurückgegangen, und der Marktpreis ist gestiegen. Wer hat gewonnen? Alle Europäer haben nur verloren. Jamal-Europa ist das Zweite.
Zuerst wurde eine der Routen in der Ukraine geschlossen, dann wurde Jamal-Europa geschlossen. Nord Stream 1 ist eine der Hauptrouten, durch die wir 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr pumpen. Dort sind fünf Siemens-Gasverdichterstationen in Betrieb, davon eine in Reserve. Eine Turbine musste zur Reparatur geschickt werden. Dafür sollte eine überholte Turbine aus dem Siemens-Werk in Kanada kommen, aber sie wurde in Kanada mit Sanktionen belegt. So war eine Pumpstation, nur eine Maschine, außer Betrieb, weil die gewartete nicht aus Kanada gekommen ist. Jetzt heißt es, dass wir diese Maschine bald aus Kanada erhalten werden, aber Gazprom hat noch keine offiziellen Dokumente dazu.
Natürlich müssen wir sie bekommen, denn es ist unser Eigentum, sie ist das Eigentum von Gazprom. Gazprom muss nicht nur das Metall, nicht nur die Maschine, bekommen, sondern auch die Dokumente dafür – die juristischen Dokumente und die technische Dokumentation. Wir müssen verstehen, was Gazprom bekommt, in welchem Zustand sich das Gerät befindet und welchen rechtlichen Status es hat: ob es unter Sanktionen steht oder nicht, was damit zu tun ist, vielleicht nehmen sie sie morgen zurück.
Aber das ist noch nicht alles. Die Sache ist die, dass Ende Juli eine andere Turbine zur Reparatur geschickt werden soll. Und woher bekommen wir die reparierten Exemplare? Das ist überhaupt nicht klar. Und eine weitere ist bereits außer Betrieb, weil sich ein Teil der Innenverkleidung gelöst hat, wie Siemens bestätigte.
Jetzt sind zwei Maschinen in Betrieb, die 60 Millionen Kubikmeter pro Tag pumpen. Wenn ein weiteres Gerät kommt, ist das gut, dann funktionieren zwei Geräte. Und wenn eine nicht kommt, wird es nur eine geben, dann sind es nur 30 Millionen Kubikmeter pro Tag. Man kann ausrechnen, wie viel Kubikmeter gepumpt werden können.
Was hat Gazprom damit zu tun? Die Europäer haben eine Route geschlossen, bei der zweiten Route haben sie diese Gaspumpstationen sanktioniert. Gazprom ist bereit, so viel zu pumpen, wie gebraucht wird. Sie haben doch selbst alles geschlossen. Gazprom hat seine Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllt, erfüllt sie und wird sie auch weiterhin erfüllen, wenn sie es wollen.
Wenn sie alles mit ihren eigenen Händen schließen und dann Schuldige suchen, dann wäre das einfach nur lustig, wenn es nicht so traurig wäre
.“

Als Ergebnis der selbstmörderischen Energiepolitik in der EU sind viele Regierungschefs aus ihren Sesseln gefallen. Die Regierungen Estlands, Bulgariens und Großbritanniens haben ihre Chefs verloren, während der italienische Premierminister Mario Draghi im zweiten Anlauf zurückgetreten ist. Die Estin ist jedoch bereits in ihr Büro zurückgekehrt. Aber was bringt das?

Aus Europa berichtet unser Korrespondent.

Diese Woche läuft Gefahr, nicht nur in die Geschichte Europas, sondern auch in seine Mythologie einzugehen. Im Bundestag wurde gesagt: Wenn Nord Stream wieder in Betrieb geht, ist das ein Wunder. Und das Wunder ist geschehen.

Die Deutschen haben angefangen, Kubikmeter zu zählen, weil sie ohne die Turbine, die die deutsche Regierung mit so großem Aufwand aus Kanada geholt hat, nicht mehr als 40 Prozent des Gases durch Pipeline pumpen können. „Die Turbine ist an Gazprom geliefert worden und es gibt keine Hindernisse für den Betrieb“, sagte Ursula von der Leyen.

Doch sie hat nicht die Wahrheit gesagt. Nach Angaben von Reuters hat die Turbine Deutschland gar nicht verlassen, sondern ist irgendwo in Köln gestrandet. Der Hersteller hat Gazprom noch keine Unterlagen zur Verfügung gestellt, die belegen, dass die Turbine von den Sanktionen ausgenommen wurde.

„Manchmal hat man den Eindruck, dass Russland die Turbine nicht zurückhaben will. Mit anderen Worten: Die technischen Probleme sind ein vorgeschobener Grund. In Wirklichkeit gibt es einen politischen Grund dafür. Und das widerspricht dem Status als Garant für die europäische Energiesicherheit. Im Gegenteil, Russland erweist sich zunehmend als Unsicherheitsfaktor im Energiesystem“, sagte Robert Habeck, der deutsche Vizekanzler für Wirtschaft und Klimaschutz.

Was hier „vorgeschoben“ ist, ist die Notwendigkeit, die Ausrüstung zumindest gelegentlich zu warten. Im übrigen träumt Deutschland davon, ganz auf russisches Gas zu verzichten. Irgendwann.

„Die Gasspeicher sind zu fast 65 Prozent gefüllt. Das ist besser als in den vergangenen Wochen, aber immer noch nicht genug, um den Winter ohne russisches Gas zu überstehen“, sagte Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur.

65 Prozent ist der Durchschnitt. In Bayern zum Beispiel sind die Speicher nicht einmal zu einem Viertel gefüllt. Und statt Vorräte anzulegen, hat der Energieriese Uniper damit begonnen, Gas aus den Speichern abzuzapfen. Aber wenn man Gas nicht von den Lieferanten bekommen kann, kann man es von den Verbrauchern nehmen. Eine willkürliche Entscheidung der Europäischen Kommission sagt, dass die Länder 15 Prozent ihres Verbrauchs einsparen können.

„Wir müssen vorausschauend handeln und uns auf eine mögliche vollständige Unterbrechung der russischen Gaslieferungen vorbereiten, und das ist ein wahrscheinliches Szenario. Wir wissen, dass Russland versucht, uns durch die Kürzung der Gaslieferungen gezielt unter Druck zu setzen. Warum 15 Prozent? Das entspricht 45 Milliarden Kubikmetern und mit dieser Reduzierung können wir den Winter sicher überstehen“, sagte Ursula von der Leyen.

Nach der Ankündigung verging weniger als eine halbe Woche und schon hatte sich die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten gegen die Initiative ausgesprochen: 12 der 27 Länder haben ihre Bedenken geäußert.

„Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir Spanier nicht über unsere Verhältnisse gelebt, was den Energieverbrauch angeht. Wir verteidigen die europäischen Werte, aber wir können keine unverhältnismäßigen Opfer bringen, zu denen wir nicht einmal nach unserer Meinung gefragt wurden“, erklärt Teresa Ribera, die spanische Ministerin für den ökologischen Wandel.

Sollte von der Leyen die Einsparungen erzwingen, würde es nach Einschätzung des IWF die Tschechische Republik, die Slowakei, Italien und Ungarn am schlimmsten treffen – ihr BIP könnte um 6 Prozent einbrechen. De facto ist das der Zusammenbruch der Wirtschaft. Deshalb reiste der ungarische Minister Peter Szijjártó nach Moskau, um über zusätzliche Gaslieferungen zu verhandeln: „In den letzten Monaten habe ich von führenden westeuropäischen Politikern gehört, dass sie alles gelöst haben. Dass sie alternative Quellen gefunden haben, Erdgas anderswo gekauft haben, sich von der Abhängigkeit von Russland befreit haben. Warum dann dieser Alarm? Der Kauf von Gas ist keine ideologische, sondern eine physische Angelegenheit. Das Problem kann nicht durch Reden gelöst werden. Die Heizperiode steht vor der Tür und es ist sinnlos, dass die Politiker sagen, ob es Gas gibt oder nicht, das wird ohnehin bald klar.“

Die französische Regierung hat diese Woche ihren Plan zur wirtschaftlichen Entwicklung vorgelegt. Darin kehrt die Inflation bis 2024 auf 2 Prozent zurück. Auch ohne das Brüsseler Energiedefizit erscheint der Plan utopisch: In den meisten EU-Ländern sind die Preise allein für Lebensmittel bereits um mehr als 10 Prozent angestiegen. In den baltischen Staaten sind es sogar 20 Prozent. Und bis zum Ende des Jahres wird sich daran auch nichts ändern. Nach Schätzungen von Bloomberg wird die Energiekrise die Region rund 200 Milliarden Euro kosten. Aber wenn die Wähler ihren Politiker die Senkung der Temperatur in den Wohnungen verzeihen können, ist das bei leeren Geldbörsen unwahrscheinlich.

Die deutsche Bild-Zeitung berichtet über eine Frau in Leipzig, die einen Audi hat und in einer 70-Quatradtmeter-Wohnung in der Nähe von Leipzig wohnt. Alles in allem gehört sie damit zur Mittelschicht. Und jetzt das: „Ich habe keine Zeit, um Geld für Ostern oder meinen Geburtstag zu sparen. Ich kaufe im Sommer Weihnachtsgeschenke. Obst und Gemüse kaufe ich am Samstagabend, denn das ist Rabattzeit. Ich schalte immer das Licht und die elektronischen Geräte aus.“

Und die Frau wurde noch nicht nach dem Wasserproblem gefragt: Umfragen zufolge waschen sich zwei Drittel der Deutschen jetzt viel seltener als im Frühjahr. Aber die deutsche Regierung scheint zu denken, dass sie noch mehr sparen können, denn sie will nicht umsonst zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergieerzeugung nutzen. Und hier liegt der Knackpunkt: Ganze Waldgebiete werden für den Klimaschutz abgeholzt – es gibt sonst einfach keinen Platz für die Windkraftanlagen.

„Unsere Regierung weiß nicht, wie sie das Land in zwei Monaten heizen will! Dennoch beharrt diese Regierung aus Gründen des Kilmaschutzes auf dem Ausstieg aus der Kohle. Wie passt das eine zum anderen?! Der Plan, auf erneuerbare Energien umzusteigen, ist gescheitert, aber die Regierung will ihn trotzdem verwirklichen. Das wird nicht klappen!“, ist Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen, überzeugt.

Am Dienstag forderte eine der Führer der Grünen, Annalena Baerbock, gemeinsam mit hohen Gästen aus Ägypten den Kanzler auf, die Gasversorgung zu erhöhen. Scholz war offenbar so müde, dass er direkt nach der Sitzung in den Urlaub fuhr.

Die Deutschen, von denen laut Umfragen die Hälfte zu massiven Demonstrationen gegen steigende Preise bereit ist, dürften solche Aussagen kaum gefallen. Doch nicht das hat Scholz dazu veranlasst, eilig seinen Rucksack zu packen und in sein Büro zurückzukehren, sondern die Krise bei Uniper. Am Montag hatte das Unternehmen bereits die gesamten zwei Milliarden an staatlichen Krediten ausgegeben, die ihm die deutsche Regierung kürzlich in aller Eile gewährt hatte.

„Uniper befindet sich in ernsten Schwierigkeiten. Ein Unternehmen, das für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landes, für die Energieversorgung der Bürgerinnen und Bürger, sowie für die Wirtschaft von herausragender Bedeutung ist. Wir haben mit den Aktionären und der finnischen Regierung, die an Uniper beteiligt ist, gesprochen und uns auf eine Lösung geeinigt. Die Lösung sieht so aus, dass wir uns mit 30 Prozent an dem Unternehmen beteiligen werden“, so Scholz.

Als ob das nicht schon genug Ärger für Scholz wäre, stellte sich auch noch heraus, dass ihm Staatsgeheimnisse egal sind. In einem typischen Potsdamer Abfalleimer fand man geheime Papiere des Bundeskanzlers: einen Sitzungskalender, E-Mail-Korrespondenz, sogar Kurzprofile von Staatschefs. Und alles, so der Spiegel, war mit dem Vermerk „für den Dienstgebrauch“ versehen. „Für den Umgang mit solchen Daten gelten strenge Regeln: Sie müssen vernichtet werden, so dass der Inhalt nicht mehr erkennbar ist. Sie dürfen nur von Personen eingesehen werden, die eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen haben“, schreibt der Spiegel.

Nach den Regierungen Bulgariens, Estlands, Italiens und Großbritanniens wird nun auch Scholz zunehmend in der europäischen Presse thematisiert. Mit der berühmten Killer-Phrase des Roboters „Hasta la vista“ verabschiedete sich Johnson vom Parlament, um die Macht entweder an Rishi Sunak oder Liz Truss zu übergeben. Und letztere ist jetzt die Favoritin. Der Finanzexperte Sunak wird in einem Land, in dem der Fleischabsatz aufgrund der Inflation um ein Viertel zurückgegangen ist, offenbar nicht gebraucht. Es ist viel wichtiger, gegen Russland zu stehen.

Truss, die ihren Wahlkampf auf anti-russischer Rhetorik aufgebaut hat, wird im Falle ihres Sieges wahrscheinlich bis zum letzten wohlhabenden Briten für Sanktionen kämpfen.

In Italien können die Dinge anders liegen. Mario Draghi wurde die ganze Woche über sowohl vom Staatspräsidenten, der seinen Rücktritt ablehnte, als auch vom Parlament, das dem Premierminister das Vertrauen aussprach, daran gehindert, abzutreten. Aber er ist zurückgetreten. Allerdings vielleicht nicht ganz. Die Krise, die mit einer Spaltung der Regierungskoalition begann, wird von einigen mit politischen Racheakten gegen den Vorgänger des Ministerpräsidenten, Giuseppe Conte, in Verbindung gebracht. Aber wahrscheinlich hat der erfahrene Finanzmann Draghi einfach erkannt, dass jede Führungsposition in Europa allmählich zu einem Selbstmordkommando wird. Und er wollte sich nicht erschießen.

Jetzt droht die Macht im Lande „korrigiert“ zu werden: Umfragen zufolge wird die populärste politische Kraft bald die Fratelli d’Italia sein, die „Italienische Bruderschaft“, die von ihren Gegnern als Erben Mussolinis bezeichnet wird. In Wirklichkeit sind sie nicht so radikal. Viel schlimmer für den derzeitigen europäischen Kurs wäre es, wenn Italien aufhören würde, die anti-russische Linie zu vertreten.

„Die Russen feiern in diesem Moment den Sturz einer weiteren westlichen Regierung. Nun bezweifle ich, dass wir Waffen in die Ukraine schicken können. Das ist nur eines von vielen ernsten Problemen. Wir werden auch nicht in der Lage sein, vor dem Winter neue Energieverträge zu unterzeichnen“, sagt Luigi di Maio, Italiens Außenminister.

Allerdings gibt es bereits Probleme mit Waffen. Am Mittwoch zeigte der polnische Premierminister Morawiecki 28 gebrauchte Abrams, die Warschau von Washington kauft, um nicht ohne Panzer dazustehen. Und am Freitag warf der polnische Außenminister Szyńkowski der deutschen Regierung vor, beim so genannten „Ringtausch“, bei dem sowjetische Ausrüstung, die in die Ukraine geht, von großen NATO-Ländern ersetzt werden soll.

„Je mehr moderne Waffen wir der Ukraine von der NATO geben, desto weiter werden die Russen ins Innere der Ukraine vordringen. Was wir jetzt tun, verlängert die Dauer des Krieges, ob uns das gefällt oder nicht. Es ist für uns eine Frage der Ehre und der Moral, unseren Standpunkt darzulegen, dass eine neue Strategie notwendig ist, die auf Frieden abzielt und ein gutes Friedensangebot formuliert“, ist der ungarische Präsident Viktor Orban überzeugt.

Und sie alle müssen sich noch auf Sanktionen einigen. Beim siebten Paket hatte die EU dieser Woche große Mühe, nur Verbote für einige wenige Organisationen und fünfzig Personen zu erlassen. Der größte Erfolg für die europäischen Beamten war die Weigerung, russisches Gold zu importieren, wenn die Union nicht nur 10 Prozent der europäischen Goldimporte ausmachen würde, so Politico. Sie wollten auch russisches Titan verbieten, aber Frankreich ließ das nicht zu: Airbus-Flugzeige müssen ja aus irgendetwas hergestellt werden.

„Die Strategie des Westens ist wie ein Auto mit platten Reifen an allen vier Rädern. Europa ist in Schwierigkeiten, wirtschaftlich und politisch, mit vier Regierungen als Opfer: der britischen, der bulgarischen, der italienischen und der estnischen. Bis 2030 werden sich die Probleme der westlichen Welt kumulieren. Es wird eine sehr ernste Krise in den USA geben. Ein wirtschaftlicher Abschwung ist in den europäischen Ländern fast unvermeidlich und kann auch politische Stürme auslösen. Es könnte durchaus sein, dass dieser Konflikt der westlichen Vorherrschaft ein Ende setzt und eine multipolare Weltordnung an die Tür klopft“, sagte Viktor Orban.

Der ungarische Ministerpräsident, dessen Minister Sijjártó Ende der Woche nach Moskau gereist ist, um über zusätzliche Gaslieferungen zu verhandeln, bezeichnete die derzeitige EU-Politik als einen Schuss nicht nur ins Knie, sondern in die Lunge Europas – so dass es jetzt erstickt. Die Bosse in Brüssel würden Orban gerne antworten, aber dafür haben sie jetzt keine Zeit: Die Sanktionen sollten die Politik des Kremls erschüttern, aber stattdessen taumelt ganz Europa.

Macrons Popularität sinkt nach den Wahlen: Ein in dieser Woche in Frankreich veröffentlichter Bericht zeigt, dass er unglaubliche 17 Millionen Euro für seinen Wahlkampf ausgegeben hat, mehr als jeder andere Kandidat. Probleme gibt es in der Slowakei, wo die Regierungskoalition möglicherweise schon im September endgültig zerbricht. Aus Solidarität mit der Ukraine hat eine große deutsche Einzelhandelskette am Freitag ihr „Moskau“-Eis in „Kiew“-Eis umbenannt. Die Kraft Europas für radikale Maßnahmen schwindet von Tag zu Tag.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

98 Antworten

  1. Ja, interessante Einschätzung aus Russischer Sicht, danke für die Übersetzung 🙂

    „Sie sind große Spezialisten für nicht-traditionelle Beziehungen …“
    War da mal nicht was von so einer Bundeswehr Tussi die mit einer rosaroten Eihorn-Atrappe vor der Truppe auffuhr 🙂

    1. Sie sind große Spezialisten für nicht-traditionelle Beziehungen und haben daher beschlossen, auch im Energiebereich …….

      brachte mich auch erst zum Lachen , dann: oh shit , stimmt ja und ich selbst bin Deutscher , peinlich , fremdschäm , etc..

      und dann Ihr Hinweis mit dem Einhorn! Ungläubig sofort gegoogelt und oh nein, wie peinlich (siehe youtube oder junge Freiheit)-eine nie wieder gut zu machende Verballhornung und Schande der BW sowie Steuermittelverquasung . Traurig und erschreckend wie weit der Brainwash plus Degenerierung vorangetrieben wurde bei uns.

    2. @ F.Stegner sagte…

      „““ Ja, interessante Einschätzung aus Russischer Sicht, danke für die Übersetzung 🙂

      „Sie sind große Spezialisten für nicht-traditionelle Beziehungen …“
      War da mal nicht was von so einer Bundeswehr Tussi die mit einer rosaroten Eihorn-Atrappe vor der Truppe auffuhr 🙂 „““
      👍👍👍👍

      Scheitert der EU-Gasnotfallplan?

      Der erst am Mittwoch vorgestellte Gassparplan der EU droht zu scheitern, weil sich einige Mitgliedsländer nicht aus Brüssel zum Gassparen verpflichten lassen wollen.

      Sie sehen die Gaskrise vor allem als hausgemachtes deutsches Problem.

      Die EU-Kommission fordert – so wurde vor ein paar Tagen bekannt – die Einsparung von
      15 Prozent der normalerweise verbrauchten Gasmenge in den kommenden Monaten.

      Wie so oft bei Beschlüssen der EU-Kommission wurde zuerst betont, dass dies in den Mitgliedsländern grundätzlich freiwillig geschehen solle.

      Doch wenn die EU-Kommissare in Brüssel die Gasnotlage erklären, dann wollen sie den Mitgliedsstaaten den geringeren Verbrauch auch befehlen dürfen.

      Was bei Verstößen gegen eine solche Order aus Brüssel drohen könne, sei – so hieß es in verschiedenen Medienberichten – noch nicht ausgearbeitet worden,

      aber klar wäre, dass die Entscheidungsgewalt dann in Brüssel liege, ohne die Möglichkeit
      des Vetos eines eigentlich souveränen EU-Mitgliedsstaates.

      Das kommt nicht gut an in den Staaten, die auch als Mitglieder eines Staatenbundes wichtige Angelegenheiten ihres Landes lieber von dessen demokratisch legitimierter Regierung entscheiden lassen wollen,

      als von EU-Kommissaren in Brüssel, deren demokratische Legitimation deutlich dürftiger ist.

      Wie der ORF berichtet, hätten Portugal, Spanien, Zypern, Griechenland, Polen und Ungarn ihre Ablehnung des EU-Gasnotfallplans bereits in unterschiedlicher Deutlichkeit kund getan.

      Kaum verwundern dürfte demnach die Ablehnung durch Zypern, denn es ist nur schwer nachvollziehbar, warum die Insel sich an den Plänen beteiligen sollte, denn es gebe ja gar keinen Anschluss an das Pipelinenetzwerk der EU.

      Somit könnte Zypern im Falle einer Notlage, auch kein Gas für andere notleidende EU-Länder liefern…………….

      Weiter hier…..
      https://www.achgut.com/artikel/scheitert_der_eu_gasnotfallplan

      1. Es lebe die Ural-Republik –
        Russland soll nach dem Vorbild der UdSSR zerstückelt werden – 24 Juli 2022

        Der Westen will schon lange viele Teile Russlands so behandeln, wie er die Ukraine behandelt hat.

        Aber nicht nur Russland könnte auf diese Weise „dekolonalisiert“ werden. In vielen westlichen Ländern wären ähnliche Teilungen möglich.

        Lech Wałęsa, der erste Präsident des postsozialistischen Polens, hat zur Zerstückelung Russlands aufgerufen.

        Seiner Meinung nach sollte die Bevölkerung Russlands auf 50 Millionen Menschen reduziert werden;

        man müsse dies so verstehen, dass im heutigen Russland kein einziges Staatsgebilde mit mehr als 50 Millionen Einwohnern verbleiben solle.

        In diesem Zusammenhang hat er ganze 60 Völker in unserem Land aufgezählt, die der „Befreiung“ bedürfen…………….

        Dann kommen die Leute, die eigennützige Interessen der Betroffenen ansprechen.

        Schaut, sagen sie, das Zentrum beraubt euch. Euer Weizen, Erdöl, eure Kohle und Mandarinen bereichern irgendwelche weit entfernten Fremden,

        während all dies euch und nur euch gehören könnte.

        Daraufhin zerbrechen die menschlichen Beziehungen verschiedener Nationalitäten und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Regionen des gemeinsamen Landes lösen sich auf.

        Und schließlich erfreuen sich der Westen und die transnationalen Unternehmen der politischen Desintegration………………

        Hier der vollständiger Artikel…….
        https://de.rt.com/meinung/144162-es-lebe-ural-republik-russland/

  2. „„Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir Spanier nicht über unsere Verhältnisse gelebt, was den Energieverbrauch angeht. Wir verteidigen die europäischen Werte, aber wir können keine unverhältnismäßigen Opfer bringen, zu denen wir nicht einmal nach unserer Meinung gefragt wurden“, erklärt Teresa Ribera, die spanische Ministerin für den ökologischen Wandel….“

    Was für Werte hat ein Europa, in dem eine ungewählte Kommission absolute Regierungsgewalt hat und nach Belieben durch regiert? In zivilisierteren Zeiten hieß so etwas „DIKTATUR“ Es herrscht das Diktat der Kommission.

    1. @Aktakul: Ach, die Kommission ist doch nur ausführendes Organ. Dahinter verbergen sich ganz ander Machtstrukturen. Aber sicher ist es eine Diktatur, egal wie man es nennt, frei nach Steinmeier: Wir leben in der besten Diktatur aller Zeiten auf Deutschen Boden.

      1. Die EU-Kommission ist durchsetzt von (meist deutschen) US-Einfluss-Agenten – altbekannt. Aber es geht halt in Europa um europäische Interessen, das kann man nur begrenzte Zeit ignorieren (und die Grenze ist wohl erreicht).

    1. @Truman: Weil Sie hier zu zwei Artikeln Ihren Kommentar hinterlassen wollen 😉 Aber Spaß beiseite, das geht uns allen so. Bin gerade eingeloggt, nächsten Artikel aufgerufen und um meinen Senf abgeben zu können schon wieder Login notwendig.

      Das Forum hier betreut ja der Verlag von Herrn Röper. Vielleicht schreiben Sie mal an diesen, eventuell hilft es ja …

  3. In Westafrika gibt es gigantische Vorräte an Erdgas. Die EU fährt seit Jahren alle ihre Machtmittel auf, um zu verhindern, daß die erschlossen werden und entsprechende Leitungen gebaut. Europa würde sonst mit billigem Gas geflutet.

    „Vor etwas mehr als einem Jahr, im November 2019, erklärte die Europäische Investitionsbank (EIB) ihre Absicht, die Finanzierung fossiler Brennstoffe auslaufen zu lassen. Konkret hieß es, daß es ab dem 1. Januar 2022 keine Kredite mehr für Projekte mit Rohöl, Erdgas und Kohle gewährt werden .“

    „Weniger als einen Monat später stimmten alle 450 dieser Institutionen — darunter übrigens auch die African Development Bank Group (AfDB) — zu, ihre Kreditvergabepolitik mit dem Pariser Klimaabkommen in Einklang zu bringen.“

    „In Ländern mit großen Erdgasreserven wie Mosambik, Tansania, Südafrika, Nigeria, Algerien, Äquatorialguinea, Ghana, Kamerun, Senegal und vielen anderen sollten Politiker, Geschäftsleute und alltägliche Menschen ihre westlichen Kollegen fragen, warum sie sich weigern sollten, eine Ressource zu fördern, mit der sowohl Haushalte als auch Unternehmen kostengünstig und zuverlässig Strom produzieren können.“

    What happens to African energy industry if lenders cut off loans for fossil fuel projects?
    Von The Zimbabwe Independent – 8. Januar 2021
    NJ Ayuk : ENERGIEEXPERTE
    https://www.theindependent.co.zw/2021/01/08/what-happens-to-african-energy-industry-if-lenders-cut-off-loans-for-fossil-fuel-projects/

    1. Ganz langsam, aber unerbittlich, wird das große Ziel, 500 Millionen Menschen sind genug, angestrebt.

      Alles, aber auch wirklich alles, was in den letzten 100 Jahren globalpolitisch verzapft wurde, führt, mehr oder weniger direkt, zu diesem Endpunkt. Betrachtet man die aktuellen Vorgänge aus diesem Blickwinkel, macht alles Sinn. Es ist allerdings dermaßen wahnsinnig und menschenverachtend, dass man zurückschreckt, das als Wahrheit anzuerkennen. Aber wie gesagt, dann macht plötzlich alles Sinn.

    2. Nur keine Panik, die Quellen werden erschlossen. Und wenn der Westen die Finanzierungen sanktioniert, dann ist das die Chance für das alternative Währungssystem der BRICS-Staaten. Der Westen befindet sich auf dem absteigenden Ast, was wir zur Zeit erleben, sind die letzten Ausschläge einer sterbenden Kultur und Wirtschaft.

    3. Der US-Amerikanische Krieg im Irak diente dem Öl-Klau und der Verhinderung eine Gas-Pipelines nach Europa zu bauen. Der Syrien-Krieg hatte das gleiche Ziel. Wir Idioten unterstützen die Amerikaner dabei auch noch.
      Die Nicht-Inbetriebnahme von Nord-Stream 2 dient auch nur US-Amerikanischen Interessen.

      Wenn die Wähler bei uns es denn so wollen, hungern und frieren und den Arbeitsplatz verlieren, um US-Wirtschaftsinteressen zu dienen, bitte schön, so viel Dummheit muss ja irgendwann einmal bestraft werden.

  4. 65% … dabei wird nicht berücksichtigt, das die Speicher nicht auf null gefahren werden können. Ich kenne jetzt nicht den genauen Anteil, aber ich meine mich zu erinnern, das mind. 20% in den Speichern verbleiben muss, ansonsten geht etwas kaputt. Das bedeutet, diese 65% sind der Bruttobestand, netto sieht das ganz anders aus.

  5. Alles Panikmache. Gas fließt ja wieder kräftig durch Nordstream 1.
    Es wird kein Blackout geben usw.
    Einzig und allein die Taschen der Spekulanten werden gefüllt und der Michel auf Linie gebracht.

    1. so isses! Speicher voller als letztes Jahr.

      Bei dieser „Regierung“ und am Beispiel Uniper kann man gar nicht so viel essen, wie man…

      „Rettung“ eines schon 2021 angeschlagenen ausländischen Konzerns, der sich verzockt hat. Mit 90% Umlage aus den hochpreisigen Spotmarktkäufen -die zu 70-80% von Spekulanten verursacht werden- an Enderbraucher zeigt die hiesige „Regierung“ wieder klar, wo sie steht. Beim Kapital.

      Und dann noch die zynische Bemerkung „Hohe Gaspreise helfen zum sparen“.

      Diätenerhöhung lief dagegen planmäßig +300, monatlich, nicht einmalig.

    1. Flo, vielleicht dreht sich aber doch etwas und es ist reich gegen arm und ost; somit erhöht sich die chance, reich bricht unter der Last doch zusammen. Und doch sind es beides auch alte Kämpfe.

  6. „Nach Angaben von Reuters hat die Turbine Deutschland gar nicht verlassen, sondern ist irgendwo in Köln gestrandet.“

    Als Ex-Kölner kann ich sagen woran das liegt.

    Der zuständige Zollbeamte ist im Urlaub, der Stellvertreter hat Corona ohne Symptome und in Quarantäne. Der Stellverterteter vom Stellvertreter muss Karneval planen und sich dringlich um Dauerkarten vom FC kümmern.

    Der Rest überlegt, ob sie die leidige Sache nicht nach Düsseldorf auslagern können…

    1. Immerhin wurde ja nun bekannt, dass die Turbine nicht nach Russland kann, weil der russische Zoll keine Genehmigung rausrückt… Da scheinen die wohl im Karneval zu feiern, oder saufen erstmal Wodka und wenn sie wieder stehen können, werden irgendwelche Papiere entgegengenommen. Ist schon ein perfides Gasspiel, was Russland nun hier treibt, aber schon klar, wenn die Kunden schon ankündigen, künftig weniger Gas zu ordern kann man den Bedarf künstlich verknappen, um die Kunden länger an der Stange zu haben…

  7. Wieder einmal wird auf Panik gemacht. Das scheint zurzeit das probate Mittel zum Regieren zu sein. Danach ist das Volk immer so schön in Schockstarre und lässt alles mit sich machen.

  8. Man muss manchmal um die Ecke denken. Die Lockdown dienten neben dem Gehorsamkeitstraining dazu, die Inflation hinauszuzögern. Die Sanktionen dienen der Verschleierung der eigenen Zahlungsunfähigkeit. Wenn der Crash da ist, will man nicht ausgerechnet bei Russland verschuldet sein.

    Kurz: wenn ihr Kunde nicht mehr bei ihnen kauft, obgleich Sie der einzige Händler sind, könnte es daran liegen, dass er pleite ist und verhindern will, dass Sie pfänden können.

  9. Vielleicht sollte man mal das Finanzsystem der EU genauer unter die Lupe nehmen. Es gibt Meldungen, die nichts gutes verheißen, wo mir aber konkrete Zahlen fehlen.
    Die EU hat osteuropäische Staaten angelockt, in dem als „Belohnung“ Mrd. geschickt hat. Ungarn zeigt nun, das es Ihnen wichtiger ist, die Wirtschaft am Laufen zu lassen und wohl nicht auf die Mrd. aus Brüssel zu schielen. Die Frage ist, kann die EU überhaupt noch Mrd. verteilen?
    In D haben wir durch Corona, Sanktionen und eine verfehlte Wirtschaftspolitik, einen riesigen Finanzbedarf. Riesige Schulden werden schon in Schattenhaushalte wie das Bundeswehrvermögen versteckt. Man hat den Eindruck, das Brüssel entweder über das Euro drucken oder Eurobonds den riesigen Bedarf deckt. Vor allem das Drucken von Euros bzw. wie man das heute Elektronisch macht, wird die Inflation weiter angeheizt. Hinzu kommt, das wegen des Diebstahl russischen Eigentums wohl immer mehr Ihr Geld aus Europa ab ziehen. Das treibt die Zinsen nach oben. So lange der Zins 0 war, ging das noch mit den Staatsschulden. Sie sind aber z.B. in Italien so groß, das bald die Zinszahlungen wieder ein wichtiger Haushaltspunkt werden. Und die EZB wird da nicht mehr lange mit Ihren Minizinsen gegensteuern können.
    Der Euro ist im Fallen (1:1 zum Dollar). Erst mal gut, kommen mehr Touristen aus USA, aber die können die Zahlen russischer Touristen nicht ausgleichen, die nicht mehr kommen. Und gut für die europäische Wirtschaft, kann man billiger in den Dollarraum exportieren, steht nur die FRage, ob das die höheren Kosten nicht schlucken. Der Dollarkurs ist aber auch schlecht, da wir Rohstoffe meist in Dollar kaufen.
    Fazit: Genaue Zahlen müsste man tiefer recherchieren, dafür fehlt mir die Zeit. Fest steht aber, das es der EU immer schwerer fallen wird, die osteuropäischen Länder mit Geldzahlungen bei Laune zu halten. Wie lange hält das Baltikum eine Inflation von 20% aus und das wo es wohl kaum noch eigene Wirtschaft zu geben scheint. Das Interesse in Ländern, denen man vor langer Zeit die Mitgliedschaft versprochen hat, scheint das Interesse daran rapid zu sinken: Türkei, Ex-Jugoslawien, Albanien, (Georgien mit vielen Fragezeichen). Da man aber weiter expandieren will, muss man aber das Interesse wach halten, was auch wieder Mrd. kostet, wie wir gerade bei Kosovo und Albanien sehen.
    Eigentlich kann man nur über Geld drucken die Probleme lindern, das treibt aber die Inflation, was auf die Bürger umschlägt und da braut sich Unmut zusammen.
    Das System Geld, was ja im Westen den Bereich Produktion immer mehr ersetzt hat (Wir machen Gewinne mit Spekulation nicht mit Produktion) gerät ins Wanken, ob es fällt, wird eine spannenden Frage der nächsten Monate. Aber wir haben ja jetzt Frauenpower an der Macht: Baerbock, von der Leien und bald auch in England eine Top Frau, da kann doch nichts passieren??????

    1. Und das ist erst der Anfang. Nachdem Russland und China gerade dabei sind eine Edelmetall/Mineralien/Seltene Erden gedeckte Leitwährung einzuführen, kann sich jeder ausrechnen, was mit Dollar und Euro demnächst passieren kann.

      1. Der € wird aus einem einfachen Grund kollabieren. Die EZB hat, anstatt den Markt zu bereinigen, jahrelang die faulen Kredite aufgekauft. Der Plan war kühn, im Erfolgsfall hätte man quasi Griechenland und Italien komplett aufgekauft. Damit die EZB nicht selber ins straucheln kommt, musste der Zinssatz von null bis negativ reichen. Damit wurde aber das Spielkasino für Aktien und Finanzblasen erst richtig in Schwung gebracht und die Vorstufe zur Inflation eingeleitet.

        Jetzt da die Inflation galoppiert, müsste die EZB den Zinssatz drastisch erhöhen um die Inflation unter Kontrolle zu bringen. Das kann sie aber nicht, da sonst mehrere Mitglieder instant Pleite sind – evtl. sie selber auch. Lässt sie die Inflation aber ungebremst weiter laufen, wird es diese sein die den € zerstört. In meinen Augen ist es also gehuppst wie gesprungen was die EZB tut, der € ist ein totes Pferd.

        1. Tja und es gibt keine Richtlinien wie eine Insolvenz im öffentlichen Sektor überhaupt abgewickelt werden soll. Weder Kommunen, noch Kreise, Länder oder Staaten haben unter dem Euro überhaupt die Möglichkeit Insolvenz zu erklären.
          Daher wird der Euro auch niemals kollabieren, es wird aber vielleicht eines Tages keine Länder geben, die ihn noch nutzen … 😉

    2. nebenbei bemerkt @Heimer Mann: Politik in patriarchalen Konstrukten ist nicht spezifisch geschlechtsabhängig – nich schon wieder was gegen Frauenpower, bitte! Bin auch eine und warte schon seit über 30 Jahren darauf, dass das System abgewickelt wird. Wollen wir mal davon ausgehen, dass es jede Menge Hintermänner gibt ;-(

    3. „Die Frage ist, kann die EU überhaupt noch Mrd. verteilen?“
      So lange die EZB Geld drucken kann … sicherlich.

      „wird die Inflation weiter angeheizt.“
      Na wenn ich keine Rohstoffdeckung habe, passiert as sowieso.

      „kommen mehr Touristen aus USA, aber die können die Zahlen russischer Touristen nicht ausgleichen,“
      letztere sind mir eh lieber.

      „Eigentlich kann man nur über Geld drucken die Probleme lindern, das treibt aber die Inflation, was auf die Bürger umschlägt und da braut sich Unmut zusammen.“
      Hm, man kann sich ja auch in Rubel bezahlen lassen. Ehrlich gesagt hab‘ ich mir schon überlegt einige meiner Rücklagen in Rubel umzutauschen.
      Natürlich krieg ich im Supermakrt nix für Rubel, aber ein zeitnaher Umtausch hält die Inflation von mir fern.

  10. Alles reine Panikmache? Wir würden über den Winter kommen, wenn NS1 zu 100% liefern könnte. Aber wir beliefern auch noch Polen mit dem Gas, da diese das Gas nicht aus Russland kaufen wollen. Selbst wenn die Speicher in Deutschland zu 100% gefüllt währen, dann haben wir immer noch nicht genug Gas um über den Winter zu kommen. Dazu kommt noch, dass die Gasknappheit an der Börse ein Bomben Geschäft ist. Die Spekulanten verdienen sich dusselig und dämlich an der Gasknappheit. Selbst wenn NS1 wieder zu 100% liefern könnte, würden die Bestellungen ausbleiben, damit die Preise an der Börse hoch bleiben. Das schlimmste für die Spekulanten währe eine Öffnung von NS2. Die Gaspreise würden dann in den Keller rauschen. Thomas sollte einmal mit Mr. X überprüfen, ob hier nicht wieder Schmiergelder an Harbeck und Co geflossen sind. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Harbeck einfach so dumm ist und unsere Wirtschaft aus reinem „Idealismus“ zerstört.
    Im Übrigen wird die Wirtschaft nicht um 12% sondern um 100% einbrechen. Ohne Gas kein Stahl, Aluminium und Zement. Ohne diese Materialien können dann die Firmen nicht arbeiten. Wenn der Arbeitsmarkt dann mit Millionen von Arbeitslosen geflutet wird, wird auch die Arbeitslosenversicherung, die Krankenkassen und die Rentenversicherung zusammenbrechen.
    Es würde das Ende der EU bedeuten.

    1. “ Ich kann mir aber auch vorstellen, dass Harbeck einfach so dumm ist und unsere Wirtschaft aus reinem „Idealismus“ zerstört.“

      Hm… was heißt „dumm“? Er hat definitiv von Wirtschaft keine Ahnung. & Er IST ein hirngewaschener ideologisch verblendeter GRÜNER! Schon 2016 hat er sich dazu eindeutig artikuliert in aller Öffentlichkeit.
      Er IST also dumm, ungebildet & wie ein Schauspieler ist sein Hirn leer – es kommt nur raus, was vorher „reingetan“ wurde….

      Nicht nur Stahl, Alu & Zement fällt aus, DE hat eine große Chemieindustrie, die genau so Öl & Gas braucht…..
      Der Zusammenbruch des Sozialstaates war schon mit der Corona-Pandemie beschlossene Sache!
      Man kann sich Geld drucken ohne Ende, nur hat es immer weniger Wert & wer sollte denn dann noch zahlen können?
      Es wird sicher irgendwie weitergehen – ging es immer – nur war dann 1945 ein Kindergeburtstag dagegen….

    2. „Aber wir beliefern auch noch Polen mit dem Gas, “

      Meiner Information nach sind die Speicher in Polen derzeit voll. Und zum Heizen braucht man im Moment ja ohnehin kein Gas.

      „Das schlimmste für die Spekulanten währe eine Öffnung von NS2. “
      Die Spekulanten sind mir egal.

      „Die Gaspreise würden dann in den Keller rauschen. “
      Das glaube ich nicht. Sie würden sich normalisieren.

      „dass Harbeck einfach so dumm ist und unsere Wirtschaft aus reinem „Idealismus“ zerstört.“
      Oder dass ihm wie Dr. HC Außenminister Fischen eine lukrative Stelle in den USA dafür angeboten wurde.

      „Es würde das Ende der EU bedeuten.“
      Ende der EU? Ich schlage dann zwei Kreuze und halte gerne noch eine Grabrede. Und wenn dabei die NATO noch mitgeht, dann lasse ich die Sektkorken knallen.

      1. Бавария, твои цвета – белый и синий в ромбах. Франкония, ваши цвета бело-красные, как грабли. Бавария и Франкония – ваше будущее белое, синее, красное. С тремя жирными „Страипс“, без „Старс“.

  11. „Putin im O-Ton: Was es mit der Turbine von Nord Stream auf sich hat“

    Ich hab’s immer noch nicht kapiert.

    Warum sind nur 2 Turbinen in Betrieb, wenn die Reserveturbine „verschollen“ und eine andere zufällig kaputtgegangen ist? Da müssten doch eigentlich 3 in Betrieb sein. Er sagt zwar, dass eine weitere Ende (!) Juli regulär gewartet werden muss, aber die Reduzierung erfolgte ja bereits am 11. Juli.

    Und dann der Satz:

    „Jetzt sind zwei Maschinen in Betrieb, die 60 Millionen Kubikmeter pro Tag pumpen. Wenn ein weiteres Gerät kommt, ist das gut, dann funktionieren zwei Geräte“

    2 + 1 = 2 ???

    Okay, er will damit vielleicht sagen, dass dann IMMER NOCH zwei funktionieren, wenn Ende Juli eine in Wartung geht. Aber eigentlich müssten dann doch drei funktionieren (eine kaputt, eine in Wartung). Und wer repariert die kaputte Turbine? Auch die Firma in Kanada??? Traut sich Gazprom überhaupt noch, da welche hinzuschicken?

    Und auch der Satz ist merkwürdig:

    „Gazprom muss nicht nur das Metall, nicht nur die Maschine, bekommen, sondern auch die Dokumente dafür – die juristischen Dokumente und die technische Dokumentation.“

    Das ist schon klar. Aber warum hackt er darauf rum? Eigentlich ist ein Fehlen der Dokumentation doch erst dann von Bedeutung, wenn das Gerät bereits da ist. Ich hätte jetzt erwartet, dass die beiliegt, bzw. bei der Übergabe des Geräts auch übergeben wird.

    Das ist alles höchst dubios und weder Gazprom (für das Putin offenbar als Sprecher fungiert) noch Siemens gibt klare Auskunft. Gut, das müssen sie vielleicht nicht, weil das alles Betriebsgeheimnisse sind, aber ein Urteil kann man sich aufgrund der Faktenlage nicht bilden.

    1. Warum diese Komplizierung? Als NS2 fertiggestellt war und es den deutschen Machthabern plötzlich einfiel, dass die Röhre nun erstmal in einem monate- oder jahrelangen Verfahren „freigegeben“werden müsste (alles noch vor dem Krieg), war doch klar, wohin die Reise geht: Blockieren und Provozieren! Zuständig dafür unsere vielgeliebte Bundesnetzagentur, die jedem Wink von oben lauscht. Wenn es nun aus Russland ähnlich zurückechot, muss man sich über nichts wundern. Ich hatte schon damals die Idee, NS1 wegen Wartungsarbeiten zu schließen, sobald NS2 fertig war -aber auf mich hört der Kreml ja nicht. Da das zu Beginn des Winters war, hätte ich die Reaktion der Politverbrecher gerne mal gesehen – und man hätte sich den Krieg vielleicht sogar ersparen können.

      1. Was die Bundesregierung früher bzgl. NS2 getan oder nicht getan hat, ist für das Verständnis des aktuellen Verwirrspiels mit dieser Turbine irrelevant. Tatsächlich ist es aber höchstwahrscheinlich auch irrelevant, das Turbinen-Rätsel zu verstehen. Das bringt uns gar nichts, es ist reine intellektuelle Neugier der Art, die einen auch dazu treibt, einen komplizierten Krimi verstehen zu wollen. Und wie es mich bei Krimis maßlos ärgert, wenn sie unlogisch sind, ärgert es mich auch hier. Es könnte aber sein, ich stehe nur auf dem Schlauch, deshalb schreibe ich in der Hoffnung, damit mir ggfs. jemand zum befreienden Aha-Erlebnis verhelfen kann.

        Die Bundesregierung hat mit dem Turbinen-Hickhack überhaupt nichts zu tun. Ich habe den Eindruck, dass sie keine Ahnung hat, was da vor sich geht. Der Wirtschaftsminister hat auch offen gesagt, er „VERMUTE“, dass es sich so und so verhalte.

        Es ist eine reine Angelegenheit zwischen Siemens und Gazprom. Eigentlich hätte auch die russische Regierung nichts damit zu tun, sie ist jedoch Mehrheitsaktionär bei Gazprom und daher kann Putin schon für den Konzern sprechen, auch wenn er m. W. keine offizielle Position in dem Unternehmen hat.

        1. @ Nuada

          „Es ist eine reine Angelegenheit zwischen Siemens und Gazprom.“

          Nein. Siemens Energy AG ist eine Abwicklungsgesellschaft für den früheren, heute aufgegebenen Turbinenbau der Siemens AG. Hat außer dem Namen mit der Siemens AG nichts mehr zu tun.

          Die Leitung gehört der Nordstream AG in Zug, Schweiz. Aktionäre sind Gazprom, 51%, Wintershall und E.ON Ruhrgas, je 15,5%, Gasunie und Engie (ex GDF Suez), je 9%. председатель комитета акционеров, also gemeinsamer Vertreter der Eigentümer, ist Герхард Шрёдер (Gerhard Schröder).

          Gazprom ist also nicht Eigentümer der Nordstream AG, sondern hat Aktien an einer unabhängigen Schweizer Gesellschaft. Und diese Gesellschaft muß bei der Wiedereinfuhr ihrer Turbine die juristische und technische Dokumentation den Behörden vorlegen.

          Alles muß russischem Recht und russischen technischen Vorschriften entsprechen, und der Zoll muß prüfen, wie viel an der Turbine neu, also evtl. zollpflichtig, ist.

          Das hier übliche Verfahren, daß Regierung und Konzerne solche Dinge an allen Regeln vorbei unter sich ausmachen, ist in Rußland nicht statthaft. Dies ist Deutschen leider meist nicht begreiflich zu machen.

          1. Was aber nix daran ändert, dass Russland auch wenig Lust verspürt, die von anderen gemachten Probleme zu beheben. Wäre die Leitung für Russland existentiell und die Abnahme garantiert, dann würden da schon moderne Ladoga Turbinen pumpen. Es ist aber zuallererst einmal ein europäisches hausgemachtes Problem und so lehnen sich die Russen entspannt zurück.
            Kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass vor der geplanten Inbetriebnahme von NS2 europäisches Recht geändert wurde und die „Zertifizierung“ auch auf den St. Nimmerleinstag verschoben wurde.
            Die weitere Entwicklung ist relativ leicht vorhersehbar. Erst wird NS2 in betrieb genommen, dann wird NS1 mit modernen Turbinen ausgestattet. Alles eine Frage der Zeit.

      2. “ Ich hatte schon damals die Idee, NS1 wegen Wartungsarbeiten zu schließen, sobald NS2 fertig war -aber auf mich hört der Kreml ja nicht.“

        Es ist nicht ganz einfach, Wartungsarbeiten zu simulieren und damit einem Unternehmen schlagartig den Umsatz einbrechen zu lassen. Wahrscheinlich wäre Gazprom ohne das Europageschäft recht schnell insolvent. Und da hängen nicht nur zahllose Arbeitsplätze dran, sondern auch Gewinne für den russischen Staat, der knapp über 50 Prozent der Aktien hält, sowie vermutlich einige mächtige Milliardäre. Dazu kommt vielleicht noch, dass Gas ja nicht produziert, sondern gefördert wird. Ich kenne mich mit der Technik nicht aus, aber es ist durchaus möglich, dass man das nicht so einfach aus- und anschalten kann.

        Langfristig ist es vielleicht schon möglich, andere Kunden zu finden, kurzfristig aber nicht. Auch asiatische Länder sitzen nicht völlig ohne Gas rum und warten darauf, diese enormen Mengen abnehmen zu dürfen, die haben ja auch Verträge.

        Ich habe mich auch gefragt, warum Russland nicht einfach Gegensanktionen für den Gashandel verhängt, aber vermutlich möchten sie nicht unbedingt, diesen riesigen Konzern schrotten und zahlreiche Zuliefererfirmen gleich mit.

        1. @Nuada

          Wie kommen Sie auf die Idee, dass Gazprom „schnell insolvent“ geht ohne das Europageschäft?

          Informieren Sie sich doch einfach mal über deren Geschäftsfelder & Partner! Gauben Sie wirklich, dass die EU deren größtes Feld ist?

          Übrigens haben die schon andere Kunden, die weitaus mehr Gas haben wollen als die EU & es ist nicht nur China – das übrigens rd. 3x so viel Bevölkerung hat wie die EU!

        2. @Nuada
          Da haben sie schon recht!
          Von den Meldungen her, kann man sich kein Bild darüber machen wie hoch die aktuelle technische Transportkapazität von NS1 ist. Auch dürfte der Ausfall bzw. die späte Lieferung einer einzigen Turbine nicht gleich einen Abfall auf 40% der Kapazitäten bewirken.

          Entweder ist der technische Zustand von NS1 mittlerweile schon bedenklich. Sanktionen gibt es ja schon seit 2014. Oder Russland drosselt seinerseits zusätzlich, damit die deutsche Politik mit vollen Gasspeichern nicht zu übermütig wird.

    2. Also dubios war schon Vieles an der Gasthematik bereits VOR dem Krieg. Allein die büroktatische Blockade von NSII war etwas, bei dem solide Geschäftsleute doch nur noch angewidert ausspucken können. RU hat geliefert und will liefern – ich traue Putin weitaus mehr als unseren Nullnummern (aber natürlich taktiert auch er). Wollte RU DE schaden, dann würden sie einfach mal jegliche Gaslieferung einstellen. Bei den Sanktionen hätten sie jedes Recht dazu – denn das Recht ist ja partiell sowieso außer Kraft gesetzt.

      Wir kennen viele Informationen gar nicht. Z.B. die tatsächlichen Preise, die D an RU für die Gaslieferungen zahlt, die genaue Laufzeit, die Mindestabnahmemengen… Kein Journalist recherchiert da mal tiefgehend nach. Es gibt irgendeine Annahme und die wird unwidersprochen durch alle Kanäle gepeitscht oder gleich ganz weggelassen. So kommt auch gar nicht die Frage auf, warum die Lieferpreise womöglich konstant niedrig sind, nur den Endverbraucher ab September 22 den dreifachen! Preis vor den Latz geknallt bekommt, wie mein Versorger z.B.

      Das führt zur nächsten Dubiosität: Inflationsrate, die bei angeblich irgendwas um die 7% läge … Hallo!?
      Gut, da wird ein fester Warenkorb durchgerechnet, was ich jetzt nicht nachrechnen kann – aber rein nach Gefühl – bei den meisten lebensnotwendigen Preisen (Grundnahrungsmittel, Energie, Treibstoff, auch Dienstleistungen) haben wir eher Steigerungen von 10 – manchmal fast 100% (der Gaspreis kommt ja erst noch richtig!). Der Preis für Mehl hat sich fast verdoppelt, Butter + 50%, Nudeln dto., auch vieler Kleinkram allermindestens +10% oft deutlich mehr etc. pp.

      1. Ja, es ist alles dubios und uns fehlen essentielle Informationen fürs Verständnis.

        Nur diejenigen, die nicht sehr tief denken, meinen, alles – auf die eine oder andere Weise – kapiert zu haben.

      2. Sie sind noch zu zurückhaltend. Letztes Jahr hatte ich mich auf die Rentenerhöhung von
        5.2 % gefreut. Jetzt ist es so, dass ich damit nicht mal die Hälfte der Gaspreiserhöhungen ausgleichen kann, alles übrige (Treibstoff, Lebensmittel …) bleibt unbesehen. Die realistische Inflationsrate liegt zwischen 15 und 20 %, eher beim zweiten Wert. Die Warenkörbe und dergleichen Lügentricks interessieren dabei überhaupt nicht. Fakt ist, dass die Inflation umso härter zuschlägt, je weniger Einkommen jemand hat.
        Die Nachrichten sind übervoll von Fake news, wenn man etwas genauer hinschaut.

      3. Thomas Röper hatte mal geschrieben, dass es langfristige Verträge der Gazprom mit Unternehmen in der BRD gibt und der Preis zwischen 200 und 300 Dollar pro 1000 Kubikmeter liegt. Deshalb verkauft D sein Gas ja wohl auch so fleißig an Polen, die sich
        1. selbst abgeklemmt haben und
        2. mehr bezahlen müssten als D
        Das alles kann man nur noch mit Wahnsinn oder Methode erklären 🙂

    3. @Nuada

      „Gazprom muss nicht nur das Metall, nicht nur die Maschine, bekommen, sondern auch die Dokumente dafür – die juristischen Dokumente und die technische Dokumentation.“

      Das ist schon klar. Aber warum hackt er darauf rum? Eigentlich ist ein Fehlen der Dokumentation doch erst dann von Bedeutung, wenn das Gerät bereits da ist. Ich hätte jetzt erwartet, dass die beiliegt, bzw. bei der Übergabe des Geräts auch übergeben wird.“

      Hm…warum widersprechen Sie sich immer gleich wieder selbst? Einmal halten Sie es für klar, dass die Dokumente wichtig sind, dann stellen Sie sich vor, dass die „bei“ sein MÜSSTEN“ & ignorieren, dass die eben NICHT dabei waren….

      Das verstehe, wer will…..
      Mal davon abgesehen, dass Vorschriften & Regeln zu Geschäften & besonders in technischen Bereichen nicht nur dazu gehören, es auch unabdingbar ist, dass der Betreiber die vorgenommene Wartung auch überprüfen kann, haben wir hier ein wichtiges politisches Details! Wie kommt man auf die Idee, in der Situation von RF zu erwarten, dass die dem Westen vertrauen, dass alles seine Richtigkeit hat obwohl die sich nicht an die Regeln – die natürlich auch OHNE Feindseligkeiten gelten müssen! – halten?
      Außerdem sollte man die juristische Komponente nicht vergessen, wird die Turbine eingebaut OHNE die Dokumentation der technischen Daten & Überprüfung der Wartungsarbeiten – wer würde denn dann für einen eventuellen Schaden zur Rechenschaft gezogen werden?

      Ich weiß ja nicht, wie Sie Geschäfte machen aber in DE ist es üblich, dass Vertrauen gut ist aber Kontrolle immer besser & das möglichst akkurat!

        1. @Nuada

          Wenn es ihnen hier tatsächlich darum gehen würde auch andere Informationen aufzunehmen, die ihnen entgangen sein könnten, müssten Sie hier nicht auf Berufsopfer machen & sich angegriffen fühlen.

          Es wäre doch wunderbar, wenn Sie meinem Leseverständnis auf die Sprünge helfen & mal aufzeigen könnten, was genau ich an ihrem Kommentar nicht verstanden haben soll!

          „Und auch keine Gespräche.“

          Wow, bin ich schon in die nichtarische Untermenschenkategorie einsortiert?
          Wissen Sie, Snobismus & Infantilität gehen häufig Hand in Hand – hilft nur Niemandem! Sie bringt es nicht weiter & ich bin schmerzfrei bei Aufmerksamkeitsdefizitsyndromen…..😉 Ich rede mit mit Allen denn auch andere Meinungen haben ihre Daseinsberechtigung & nur das ausräumen unterschiedlicher Ansichten bringt einen weiter!

          1. @GMT

            Ich hatte beim Lesen die g l e i c h e n Verständnisprobleme wie der User/die Userin Nuada.

            Von daher empfinde ich ihre Erstreaktion und – erst recht – die zweite Antwort nicht nur rundweg inakzeptabel, sondern direkt anmaßend und unverschämt.
            Snobismus und Infantilität gehen häufig Hand in Hand?
            Auch andere Meinungen haben ihre Daseinsberechtigung u nur das Ausräumen unterschiedlicher Ansichten bringt einen weiter?

            Nur zu.
            Hier ging es aber nicht um ‚unterschiedliche Ansichten‘, sondern darum, dass der Artikel in sich unverständlich, in weiten Teilen gar nicht nachvollziehbar ist – sofern man seinen Kopf nicht nur aus dem Grund auf dem Hals sitzen hat, damit es oben nicht reinregnet.

            >>Wow, bin ich schon in die nichtarische Untermenschenkategorie einsortiert?>>
            Müsste man ob des Wahnsinns eigentlich unkommentiert lassen, mach‘ ich aber nicht:
            Paranoia erwirbt man sich durch Eigenleistung.
            Dann man tau.

            1. Als erster wurde @nuada unhöflich und anmaßend. Ich selbst höre in so einem Augenblick auf, mit dem/der Anderen zu kommunizieren. Warum Sie jetzt noch so einen draufsetzen und in welchem „Ton“, ist schon seltsam! Wir sollten hier allesamt vernünftig miteinander umgehen, im Interesse Tausender Anderer, die in dieses Forum hineinschauen und die man evtl. zum Nachdenken bringen will. Das sind wir Thomas Röper schuldig.

              1. Werter @karl.dalheimer,

                ich weiß nicht, was und in welchem Umfang Sie Thomas Röper etwas schulden – ich jedenfalls nichts.

                Kommunikation ist mein Geschäft. Von daher spiele ich gern mit Sprache. Zugegeben.
                Den ‚Ton‘ jedenfalls verfehle ich seltenst und so bin ich mir sehr sicher, auch dieses Mal lediglich Hunde getroffen zu haben, die zuvor kläfften.

            2. @Georgina Orwellis

              Es mag durchaus sein, dass auch Sie den Artikel nicht verstanden haben – aber das liegt nicht an den Aussagen im Artikel, die selbstverständlich & nachvollziehbar sind, sondern an ihren Fähigkeiten des logischen Denkens oder an der zu geringen Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen des Artikels.

              Gerne hätte ich ihre eigene Meinung zum Artikel gelesen, doch Sie haben keine den Inhalt betreffend – deshalb kann ich der selbsternannten Kommunikationsexpertin den kläffenden Hund zurück geben…Manche haben ihren Kopf auch nur für den Friseur!

          2. „Wow, bin ich schon in die nichtarische Untermenschenkategorie einsortiert?“
            Nein, nur als Grundschüler. Ist nicht schlimm, aber deshalb muß man sich nicht dazusetzen.
            Wie bei Pawlow, antiwestliche Beißreflexe und prorussische Parteinahme (eine Art Verteidigungsdenke im Kopf, ohne das Eigene), trüben den Realitätssinn.
            Soziale Systeme müssen gesteuert werden. Eventuell soll Nordstream 2 in Betrieb genommen werden?

            1. Gut, dass der Foristi @Steve die Sach/Textaufgabe gelöst hat!

              Zitat: „Es gibt also fünf Verdichter
              1. Defekt
              1. in Reparatur (Kanada)
              1. wird am 26. Juli zur Wartung geschickt
              Bleiben 2, die funktionieren, also 40 % Kapazität liefern sollten. Oder 25 %, wenn von die Reserveturbine eine der fünf ist.“

              Genau das sagte Putin:
              „Dort sind fünf Siemens-Gasverdichterstationen in Betrieb, davon eine in Reserve.“

              Leider sind @Bembels wohl nicht bis zur Grundschule gekommen, sonst wäre es ein Leichtes gewesen, aus dem Text die nötigen Informationen zu erhalten!
              Wer „Beißreflexe“ diagnostiziert & vermeintliche „russische Parteinahme“ nur weil man nicht über logisches Denkvermögen verfügt, wäre besser beraten, die Finger von der Tastatur zu lassen…

    4. @Nuada

      „Warum sind nur 2 Turbinen in Betrieb, wenn die Reserveturbine „verschollen“ und eine andere zufällig kaputtgegangen ist? Da müssten doch eigentlich 3 in Betrieb sein. Er sagt zwar, dass eine weitere Ende (!) Juli regulär gewartet werden muss, aber die Reduzierung erfolgte ja bereits am 11. Juli. …“

      Ich hatte es so verstanden, das die Turbinen regelmäßig gewartet werden müssen und diese Turbine einfach nicht Turnus-mäßig – Sanktionsbedingt – zurück geschickt wurde. Die hätte schon längst eingebaut und laufen müssen! Das haben eigentlich die Grünen selbst verhindert (siehe Sanktionen), also die, die sich jetzt beschweren.

    5. Im Grunde ist es ganz einfach. Russland vertraut dem Westen nicht und wenn sie die Turbine ohne „Garantie“ übernehmen, tragen sie selbst das Risiko. Also verlangt Russland im Grunde nichts weiter als die schriftliche Garantie, daß die Turbine ordnungsgemäß funktioniert. Sorry, aber diese Suppe hat der Westen sich selbst eingebrockt. Wer ausschließlich auf schriftliche Vereinbarungen als verbindlich betrachtet (siehe NATO-Osterweiterung), der muß sich über Mißtrauen der Gegenseite nicht wundern.

  12. Die Auftritte von der Leyens sind für jeden Demokraten eine Unverschämtheit. Die Dummheit dieser Person wird nur noch von ihrer Dummdreistigkeit übertroffen. Wer sagt, wir senken mal den Gasverbrauch eben um 15 %, hat keine Ahnung vom Leben. Ich habe, wie viele Millionen andere, auch beim Heizen immer auf Sparsamkeit schauen müssen, anders wäre ich gar nicht durchgekommen. Millionen geht es noch ein gutes Stück schlechter als mir. Und wer er auf das Gas des sogenannten Feindes verzichten und ihn ruinieren will, dann aber Zeter und Mordio schreit, wenn tatsächlich weniger Gas durch die Röhre kommt, der muss krankhaft dumm oder krankhaft schlecht sein – oder beides. Alle heute handelnden Politiker (besonders die deutschsprachigen), sind ein Fall für die Justiz. Und ich gebe zu, dass ich dabei inzwischen ziemlich altmodisch denke.

      1. Bei den justiziellen Praktiken denke ich inzwischen eher altmodisch, vor allem, wenn es um Politiker geht, die sich überall herauslügen können und dann in den lukrativen Ruhestand gehen. Gesunder Menschenverstand ist und bleibt gesunder Menschenverstand, das ist klar.

        1. @karl.dalheimer

          ohoh…ich hoffe, ihr „altmodisches Denken“ bezüglich der justiziablen Seite beruht darauf, dass diese Leute einzusperren sind, deren Vermögen eingezogen wird & ihre Pensionen ersatzlos zu streichen sind, außerdem wäre ein Arbeitslager zum abarbeiten der Schäden sinnvoll (?) – find ich nicht altmodisch sondern sogar absolut gerecht! Strafe muss wehtun sonst ist es keine!

          1. Strafe muss wehtun sonst ist es keine!w

            Strafe sollte mindestens aber auch zum Nachdenken und Umdenken führen, den Fehler erkennen ist für diese Hardliner vielleicht noch schlimmer als … absitzen/-arbeiten.

    1. Volle Zustimmung, Karl Dalheimer. Die Leyen ist derart dämlich, dass man sie eigentlich aus dem Verkehr ziehen müsste, die könnte noch nicht mal die Pförtnerin im Finanzministerium spielen.
      Sie haben die Vorstellung, dieses korrupte Pack sei ein Fall für die Justiz? Na dann viel Glück. Da würden wir eine völlig neue, vom Volk ernannte Justiz benötigen – sehen Sie das in diesem Deutschland?
      Für mich sind all diese Korruptis ein Fall für den Henker, und zwar ohne Gerichtsverhandlung. Die Verbrechen liegen doch offen vor aller Augen. Leider sehe ich weit und breit keinen Robespierre. Was ich sehe, ist ein in der Psychose verdämmerndes Volk. Das übrigens nie einen Robespierre hervorgebracht hat und hervorbringen würde.

      1. @Ingrid: Also, Anspruch auf eine Gerichtsverhandlung sollte jede Angeklagte haben. Natürlich überkommt direkt Geschädigte durch Verbrechen gelegentlich ein Gefühl von Hass und Rache. Das darf aber nicht der Maßstab sein. Und ein Urteil „Lebenslänglich“ sollte dann auch lebenslänglich dauern, wie in den USA.

  13. Die Verdichterstation Portowaja

    In der Gazprom-Anlage wird das Gas für seine Reise durch die Ostsee vorbereitet
    Das Erdgas, das von den
    Gasfeldern im Norden
    Russlands kommt, wird
    in der Gasaufbereitungsanlage
    in Portowaja für den Transport
    vorbereitet. Danach kann es
    durch die Nord Stream-Pipeline
    fließen. Die Anlage befindet sich
    an der Verdichterstation in Portowaja, nahe der russischen
    Stadt Wyborg. Die Gasaufbereitungsanlage Portowaja entfernt
    Kondensate beziehungsweise
    Gashydrate, die bei bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen im Gas entstehen
    können. Die Anlage ist für die
    Dehydrierung von bis zu 170 Millionen Kubikmetern Erdgas pro
    Tag ausgelegt.
    Acht Pumpen machen Druck
    Nach der Aufbereitung fließt das
    Gas in den Kompressorbereich.
    Die Verdichterstation Portowaja
    besteht aus acht Gaspumpeinheiten. Dort wird das Gas unter
    den Druck gesetzt, der nötig ist,
    damit es ohne weitere Kompression durch die ganze Länge der
    Nord Stream-Pipeline fließen
    kann. Sechs der Gaspumpen
    haben eine Leistung von je 52
    Megawatt, die anderen zwei
    von 27 Megawatt. Das verdichtete Gas wird in der Messstation
    eichamtlich gemessen, um die
    vertraglich vereinbarte Fördermenge und Qualität, aber auch
    den Druck und die Temperatur
    zu bestätigen. „Wir fahren die
    Anlage in Portowaja nun zu ihrem vollen Leistungsvermögen
    hoch, sie wird die stärkste Verdichterstation der Welt“, sagte
    Alexej Miller, Vorstandsvorsitzender von OAO Gazprom anlässlich des Festakts, mit dem am
    8. Oktober die Inbetriebnahme
    des zweiten Leitungsstrangs
    begangen wurde.

    https://www.nord-stream.com/press-info/library/?pk=201

  14. Da geht wohl einiges schief in Europa, als sich das die „Eliten“ so denken. Scholz steht doch jetzt schon auf der Abschussliste, vielleicht ist er der nächste, der abdanken wird. Aber er ist harthörig, selbst nach Cum-Ex und Wirecard empfand er sich noch für würdig zum Kanzler. Aber was würde dann? Die Parteien sind bis zum Abwinken verseucht, andere haben wir nicht. Da würde dann der eine mit dem anderen Verbrecher ausgewechselt werden. Ich sehe kein Land für uns, in Russland wird das völlig richtig beurteilt. Womit, fragen wir uns täglich, haben wir diese Flitzpiepen verdient?

    1. Niemand, der nicht erpressbar ist, wird in der BRD Bundeskanzler oder Präsident.
      Ich gehe jede Wette ein: Sollte Scholz Nordstream 2 in Betrieb nehmen (wovon ich nicht ausgehe), ist er zum Abschuss freigegeben und die transatlantische Journallie wird sich auf ihn stürzen.

  15. Wäre ich Russlands Staatsoberhaupt, gäbe es keinen m3 Gas mehr für den Westen. Wer mich Jahrzehntelang so provoziert, auslacht und mit Sanktionen eindeckt und meinen Feind mit Waffen ausrüstet, der wäre es nicht mehr Wert beliefert zu werden. Trotzdem liefert NS1 wieder Gas. Ist für mich wieder ein Indiz, dass alles abgesprochen ist zwischen den Akteuren, die angeblich Feinde sind.

    1. So stellt man sich aber nicht als vertrauenswürdiger Handelspartner dar, wenn man den USA die bisherigen abwerben will. So einfach ist das also nicht.

      Die USA haben sich als sehr unzuverlässiger Handelspartner (sehr milde ausgedrückt) dargestellt. Das kann man nur nutzen, wenn man selber als Musterknabe an Zuverlässigkeit da steht.

  16. Otto Schily warnt vor Kriegsstimmung und Ukraine-Hype: „Wir müssen mit den Russen klarkommen“

    https://zuerst.de/2022/07/24/otto-schily-warnt-vor-kriegsstimmung-und-ukraine-hype-wir-muessen-mit-den-russen-klarkommen/?unapproved=108020&moderation-hash=51acd8aec3e85a24e591552651e36854#comment-108020

    Nach Gerhard Schröder und Oskar Lafontaine hat sich jetzt ein weiteres linkes Urgestein kritisch zur Rußland- und Ukraine-Politik der Ampel-Regierung geäußert:

    der frühere Grünen-Politiker und spätere SPD-Innenminister Otto Schily wirft den Grünen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gegenüber geradezu „Kriegsverherrlichung“ vor.

    -„In Deutschland hat sich ein Bellizismus ausgebreitet, der riskant ist“, sagte Schily, der vor kurzem 90 Jahre alt wurde.

    „Ausgerechnet bei den Grünen gibt es hier eine zu große Einseitigkeit“, unterstreicht er.

    „Dabei wird zu wenig darüber nachgedacht: Wie können wir aus dem Konflikt herauskommen?“, findet der ehemalige Innenminister.

    „Positiv ist, daß Olaf Scholz sich diese Gedanken macht“, erklärte der Ex-Politiker.

    Man müsse „die Frage stellen, welche Perspektive es über Waffenlieferungen und Geldzuwendungen an die Ukraine hinaus geben kann“. Konstruktive Ideen seien nötig. „Notwendig ist politische Fantasie.“

    Die Ukraine wolle unabhängig bleiben. Das müsse jeder anerkennen.

    „Aber gleichzeitig muß klar sein, daß man mit seinen Nachbarn leben muß, auch mit Rußland.

    Beide Seiten haben Interessen, die berücksichtigt werden müssen.“

    Rußland werde immer ein Faktor bleiben, auch gegenüber Europa. „Wir müssen einen Weg finden, mit den Russen klarzukommen.“ …UNBEDINGT ALLES LESEN !!

  17. Du gehst niemals allein, dein Scholz ist immer dabei

    https://qpress.de/2022/07/23/du-gehst-niemals-allein-dein-scholz-ist-immer-dabei/#comment-73275

    Jetzt können wir beruhigt sein und voller Zuversicht in die Zukunft schauen: „Geh weiter durch den Wind. Geh weiter durch den Regen.
    Auch wenn deine Träume geworfen und verweht werden.“

    Der weitsichtige bundesrepuplikanische Lenker und Ausbund von Solidarität sowie Altruismus, Olaf Scholz, hat es uns am Freitag amtlich geschworen, daß er uns in der Not nicht alleine läßt und persönliche Sorge dafür trägt, daß niemand von „uns“ ins Hintertreffen gerät

    Vor allen Dingen sind es „WIR“, also Leute wie Scholz und Konsorten, die im Monat 20.000 Euro oder gar Millionen scheffeln.

    Leute, die unbändig Wein saufen und salbungsvoll Wasser predigen, die nun mit denen auf eine Ebene gestellt werden, die mit 400 Euro, wie die Hartz 4ler, auskommen müssen.

    Dann wiederholt er nochmals hoch und heilig sein Versprechen, damit wir beruhigt weiter Richtung Abgrund schlafwandeln können: ….UNBEDINGT ALLES LESEN !!

  18. Gasmangel als Problem? Lösung: Dreht den Schieber auf von N2!
    Wenn die Massen diesmal auf demotivierte Polizisten treffen und in Flächendeckung auf die Straße gehen: heißt die politische Forderung wie? Eine leicht umsetzbare und konkrete Forderung?
    Oder soll der Reichstag erst brennen?

  19. Ja, manchmal scheint es besser zu sein, das Gas würde jetzt abgestellt als erst im Winter…
    Na, spannend ist es allemal und der sächsische MP hat auch schon einen eigenen Gedanken geäußert.

  20. Putins Erklärung ist zwar besser als die pauschalen Vorwürfe im Spiegel, läßt aber immer noch einige Fragen offen. Es gibt also fünf Verdichter
    1. Defekt
    1. in reparatur (Kanada)
    1. wird am 26. Juli zur Wartung geschickt
    Bleiben 2, die funktionieren, also 40 % Kapazität liefern sollten. Oder 25 %, wenn von die Reserveturbine eine der fünf ist.

    Dann allerdings stellt sich die Frage, weshalb die Reserveturbine nicht zum Einsatz kommt. wenn drei Verdichter ausfallen.

    Ebenso nicht beantwortet ist die Frage zum Schicksal der defekten Turbine. Wird die repariert, und bis wann? Oder wird Ersatz beschafft, und wenn ja, bis wann?

  21. Text:
    „….Doch sie hat nicht die Wahrheit gesagt. Nach Angaben von Reuters hat die Turbine Deutschland gar nicht verlassen, sondern ist irgendwo in Köln gestrandet. Der Hersteller hat Gazprom noch keine Unterlagen zur Verfügung gestellt, die belegen, dass die Turbine von den Sanktionen ausgenommen wurde.

    „Manchmal hat man den Eindruck, dass Russland die Turbine nicht zurückhaben will. Mit anderen Worten: Die technischen Probleme sind ein vorgeschobener Grund. In Wirklichkeit gibt es einen politischen Grund dafür. Und das widerspricht dem Status als Garant für die europäische Energiesicherheit. Im Gegenteil, Russland erweist sich zunehmend als Unsicherheitsfaktor im Energiesystem“, sagte Robert Habeck, der deutsche Vizekanzler für Wirtschaft und Klimaschutz…..“

    Na klar! Putin ist Schuld, wenn die Turbine von Deutschland aus nicht weiter verschickt wird! Die Dumm-Schwätzerei von Habeck wird allmählich zur echten Qual. Oberste Devise „Immer sind die Anderen schuld!“ Sanktionen? Welche Sanktionen?

    1. Die Turbine ist in D fertig zur Ausreise, aber Sie kann nicht nach Russland, weil hier keine Zollpapiere ausgegeben werden.. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
      Außerdem konnten ja bis Mitte Juni mit der defekten Turbine auch 100% geliefert werden, oder? Dann war plötzlich eine nicht rechtzeitig fertig gewordene Turbine in Kanada Schuld und es wurden 40% draus. Nun 20%, weil plötzlich noch ne Turbine kaputt ist… In einer Woche ist sicher noch ne Turbine kaputt, aber das hat Putin ja auch schon angekündigt, dieser alte „Hellseher-Fuchs“.
      Ein durchschaubarer russischer Taschenspielertrick, der nur zeigt, wie unzuverlässig russische Lieferungen sind, und deshalb Europa gut daran tut, künftig ohne Russland zurechtzukommen!

      1. @holger27

        Maschinen, die rund um die Uhr ‚arbeiten‘ müssen nun mal gewartet werden & ja, die verscheißen auch!
        Jemand, der offensichtlich keine Ahnung hat, sollte nicht darüber reden.

  22. Dank der Braun-Grünen wird bewusst in Schwedt (Oder) und Umgebung (bis nach Polen hin) eine Armutsregion geschaffen. Nur wegen der Braun-Grünen (die anderen Parteien mit im Hintergrund als graue Eminenz) einen Armenhaus geschaffen.
    Den Braun-Grünen und den Parteinicks anderer Parteien mögen ihre Wohnungen im Winter zufrieren, mögen die Braun-Grünen erfrieren. Von meiner Seite aus kein Mitleid mit den infantilen Braun-Grünen!
    Die Braun-Grünen müssten als Partei(nicks) sofort Geschichte sein.

    1. weil Russland eben alles andere als zuverlässig ist, die eine Turbine auf keinen Fall für irgendwas Schuld ist und Putin ja schon weitere Ausfälle vorhergesagt hat…
      Alles ein durchschaubares russisches Spiel, um die Lieferungen nach Europa möglichst lang andauern zu lassen, ohne dass die Reissleine komplett gezogen wird.

  23. „Sie wollten auch russisches Titan verbieten, aber Frankreich ließ das nicht zu: Airbus-Flugzeige müssen ja aus irgendetwas hergestellt werden.“

    Ja, und zwar hauptsächlich aus einer Aluminium Legierung.
    Das Titan braucht man nur für einige Bauteile und insbesondere für die Triebwerke (Kompressor, Fanblade, Turbinen, wobei für die N2 Turbodisc die Blades nicht aus Titan sind, sondern aus ??? etc.).

    Die stellt Airbus aber nicht selbst her, sondern die kommen von GE oder Rolls Royce und bei einigen Typen auch von Pratt&Wittney (wobei, ich denke Airbus verbaut nur RR und GE – der Kunde kann sich übrigens oftmals aussuchen, welche Triebwerke er haben möchte).

    Die Europäer sollen sich nicht so einscheißen. Auf die Pipelines und auf die Tore gen Osten. Da liegt die Zukunft.

  24. Die Öl- und Gaskrise treibt die Preise nach oben und rettet die US-Frackingindustrie. Die konnte sich nur mit günstigen Krediten am Leben halten und wirtschaftete bis zum Krieg unrentabel.

    1. Die US-Regierung braucht für die Inflation einen Bösewicht. Die meisten Amerikaner arbeiten zwar in den Städten, wohnen aber in den Satelliten und fahren mit dem Auto zur Arbeit.
      Traditionell ist das Auto in den USA ein Menschenrecht und der Sprit billig. Die Regierung braucht einen Böswicht, der für Inflation und hohe Spritkosten verantwortlich ist.

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