Ost-West-Konflikt

Russland und Weißrussland führen ein gemeinsames Manöver mit modernster Luftabwehr durch

Zu den vielen Manövern, die derzeit stattfinden, hat sich ein weiteres gesellt: Russland und Weißrussland trainieren die Verlegung von Truppen die Abwehr von militärischen Angriffen.

Die NATO hat unter dem Deckmantel der Flüchtlingskrise Panzerbataillone an der weißrussischen Grenze stationiert und führt dort verstärkt Aufklärungsflüge durch. Nun haben Russland und Weißrussland ein gemeinsames Manöver begonnen, bei dem Russland die Verlegung von Streitkräften aus dem Fernen Osten nach Weißrussland trainiert, darunter auch die von der NATO gefürchteten Luftabwehrsysteme vom Typ S-400.

Darüber hat das russische Fernsehen am Sonntag in seinem Nachrichtenrückblick berichtet und ich habe den russischen Bericht übersetzt. Sollte der in dem Beitrag immer wieder verwendete Begriff „Unionsstaat“ für Sie neu sein, finden Sie dazu hier mehr Informationen.

Beginn der Übersetzung:

„Verbündete Entschiedenheit 2022“: Eine Überprüfung der Verteidigungsfähigkeiten von Russland und Weißrussland

Die ersten Einheiten der russischen Streitkräfte sind im Rahmen der ersten Phase der groß angelegten Übung „Verbündete Entschiedenheit 2022“ in Weißrussland eingetroffen. Das hat das russische Verteidigungsministerium berichtet. Einheiten des Östlichen Militärbezirks Russlands sind mit Standardausrüstung und -waffen zu den Ausbildungsorten in Weißrussland verlegt worden. Das US-Außenministerium war natürlich sofort angespannt: „Die Tatsache, dass wir die Verlegung von Truppen nach Weißrussland beobachten, zeigt offensichtlich, dass Russland in die Ukraine einmarschieren kann, wenn es sich dazu entschließt.“ In den USA beginnt alles mit der Ukraine und endet mit der Ukraine, als ob es keine anderen Themen gäbe.

Aus Weißrussland berichtet unsere Korrespondentin.

Sowohl tagsüber als auch nachts werden Militärzüge entladen. Das ist eine besondere Aufgabe mit taktischen Lösungen. Der Zug brachte Infanterie und Artillerie, Panzerhaubitzen vom Typ „Acacia“ mit einer Reichweite von bis zu 20 Kilometern. Dieser Zug aus dem Transbaikal-Territorium legte fast 7.000 Kilometer zurück. Die Streitkräfte werden aus dem Osten – dem Fernen Osten – in den Westen des Unionsstaates verlegt: Auch diese militärische Ausrüstung musste einen halben Kontinent durchqueren. Der Weg ist bereits Teil der groß angelegten Überprüfung: Überprüft wird der Zustand der Transportwege für Truppentransporte und die Einheiten des Militärbezirks Ost werden die gemeinsamen Verteidigungskapazitäten unserer Länder stärken.

Auch das einheitliche regionale Luftverteidigungssystem des Unionsstaates wird überprüft. Zu diesem Zweck werden 12 Su-35, Mehrzweckkampfflugzeuge der Generation 4++, sowie das Boden-Luft-Raketensystem Pantsir-S und zwei Divisionen des Boden-Luft-Raketensystems S-400 in das Hoheitsgebiet von Weißrussland verlegt.

Die S-400 haben bereits mit der Verlegung aus der Region Chabarowsk begonnen. Es geht zunächst mit dem Zug und dann aus eigener Kraft zu den weißrussischen Schießplätzen, wo die Truppen ihre Abschusspositionen ausrüsten und tarnen und ihren Übungsdienst absolvieren werden.

„Es kann eine Situation entstehen, in der die Kräfte und Mittel der regionalen Gruppe nicht ausreichen, um die Sicherheit des Unionsstaates zu gewährleisten. Und wir sollten bereit sein, sie zu verbessern. Gemeinsam mit der weißrussischen Seite sind wir zu der Einsicht gelangt, dass es notwendig sein wird, das gesamte Potenzial der militärischen Organisation des Staates in die gemeinsame Verteidigung einzubeziehen“, sagte Alexander Fomin, stellvertretender Verteidigungsminister der Russischen Föderation.

Auch Kampfflugzeuge sind zu dem Manöver geflogen, russische Kampfflugzeuge patrouillieren regelmäßig zusammen mit ihren weißrussischen Kollegen an den Grenzen des Unionsstaates. Während der Manöver werden Flüge und Landungen mit maximaler Reichweite geübt. Die Übungen finden auf fünf Truppenübungsplätzen und vier Flugplätzen statt, die sich hauptsächlich im Süden und Westen des Landes befinden. Ein Teil davon – der Schießplatz Brest – liegt direkt an der Grenze zu Polen; der Flugplatz in Luninets ist 50 Kilometer von der Ukraine entfernt. Er wurde von Alexander Lukaschenko inspiziert.

„Wir wollen keinen Krieg führen. Weder wir, noch die Russen. Wir bauen unsere Sicherheit auf der Grundlage der Verteidigung unserer Grenzen und unserer Selbstverteidigung auf. Es gibt keinen Grund, uns anzufassen. Wir gehen nicht in den Garten von irgendjemandem. Wir haben genug Land, wir haben genug damit zu tun, es zu erhalten und zu entwickeln – das sind unsere Ziele“, sagte Lukaschenko.

Aber die Ziele des Westens können kaum als friedlich bezeichnet werden. Die Vereinigten Staaten rüsten die Ukraine auf: Mehr als 90 Tonnen tödlicher Waffen im Wert von 200 Millionen Dollar sind am Vortag eingetroffen. Seit November sind 10.000 Nationalgardisten in der Nähe der weißrussischen Grenzen stationiert. Nach Angaben des weißrussischen Generalstabs wurden allein im Rahmen der Operationen „Atlantic Resolute“ und „Enhanced Forward Presence“ über 12.000 amerikanische Soldaten sowie Panzer, Artillerie und Flugzeuge nach Europa verlegt. Die NATO patrouilliert den Luftraum der baltischen Staaten, wo drei Dutzend Militärlager eingerichtet wurden. Auf der anderen Seite des Bug gibt es in Polen Brigaden mit Leopard-Panzern, Spezialeinheiten und Saboteuren. Alles in allem bis zu 23.000 Soldaten. Und trotzdem haben Europa und die USA eine Phobie vor Übungen, deren Zweck ausschließlich die Verteidigung ist.

Umgruppierung und Ausbildung sind die erste Phase, die Stärkung und Sicherung der Grenzen, die Bekämpfung von Saboteuren und die Blockierung von Waffenlieferungen die zweite. Der Erfahrungsaustausch läuft ständig: Allein die Landungstruppen haben innerhalb von anderthalb Jahren mehrere gemeinsame Übungen durchgeführt.

„Sie sind ein Brudervolk, wir haben einander immer verstanden, sie sind uns in der Kampfausbildung ähnlich. Sie sind hervorragende Verbündete“, sagte einer der weißrussischen Soldaten.

Die Übungen der Verbündeten sind eine Reaktion auf die Aktionen des Westens. Und, was wichtig ist, sie sind transparent. Die Anzahl der Kräfte und Mittel hält sich streng an die internationalen Dokumente. Der Plan wurde genehmigt und wird vor Beginn der Manöver am 10. Februar bekannt gegeben.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. Das ganze Gehabe und Getue um die Ukraine….
    Erst die Provokation, dass Russland sein Botschaftspersonal aus der Ukraine abzieht, in die Welt rauspousant von den USA Und Brexit -GB
    Nun machen es die beiden Staaten selber.
    Und da steht noch für diese Woche die schriftliche Antwort der USA auf die Vorschläge Russlands vom Dez. 2021 aus. Ist da was in Vorbereitung, zumal die USA nicht wollen, dass deren Antwort veröffentlicht wird?
    Heute noch die Nachrichten der Truppenverstärkung gen baltische Staaten. Diese grenzen doch gar nicht an die Ukraine, sondern eher an Weissrussland oder zumindest an die Exklave Kaliningrad.

    Soll etwa die ganze Truppenverstärkung im Ostseeraum in Richtung Kaliningrad sich ausrichten ?O….o….o….
    Auch die Aktivitäten der Schweden, die sich nun auch auf ihren Ostseeinseln durch Russland bedroht fühlen…..
    Wird damit eine Revanche für die Krim oder Flächentausch zum Donbass eingeläutet durch die USA und NATO?.
    Die Ukraine wird doch wohl nur aufmunitioniert, um Kräfte der russischen Armee zu binden.
    Ich denke, dass Ziel der ganzen Übung läuft auf Kaliningrad hinaus.

    ANTWORTEN

  2. Dann spielt mal schön. Als ob das etwas bringt, am Ende zählt nur die nukleare Abschreckung und wie es ins Ziel gebracht werden kann. Konventionell können 200 Millionen nicht lange gegen 850 Millionen standhalten.

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