Die Nazi-Verehrung im Westen
In vielen westlichen Ländern werden Mitglieder der Waffen-SS offen als Helden verehrt und ihnen wurden Denkmäler gesetzt. Die angeblich anti-faschistischen deutschen Bundesregierungen schweigen dazu seit Jahren.
Der Skandal um die öffentliche Ehrung des Waffen-SS-Veteranen Jaroslaw Hunka (richtiger Name Jaroslaw Gunko) wird von den westlichen Medien weiterhin unter den Teppich gekehrt. Das ist nur logisch, denn wenn sie dieses Thema aufmachen würden, müssten sie eingestehen, dass die Verehrung von Waffen-SS und Nazi-Kriegsverbrechern in vielen westlichen Ländern an der Tagesordnung ist. Das will ich hier aufzeigen, wobei diese Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Kanada, der sichere Hafen für Soldaten der Waffen-SS
Die Waffen-SS-Division Galizien, in der tausende ukrainische Nazis als Freiwillige dienten und die für einige der unmenschlichsten Kriegsverbrechen an Zivilisten des Zweiten Weltkrieges verantwortlich ist, wurde am 25. April 1945, nur wenige Tage vor Kriegsende, in „1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee“ umbenannt. Es dürfte kein Zufall gewesen sein, dass man den Hinweis auf die SS aus dem Namen entfernt hat, denn später war, wenn es um diese Verbrecher ging, immer die Rede von „ukrainischen Freiwilligen“, die in der „1. Ukrainische Division der Ukrainischen National-Armee“ gegen die Sowjetunion gekämpft hätten. Das klang im Kalten Krieg, als der Westen die Sowjetunion zum Feind erklärt hatte, positiv.
Bestraft wurde von den ukrainischen Kriegsverbrechern, die an Hitlers Seite gekämpft haben, kaum jemand. Stattdessen wurden viele von ihnen in aller Stille zunächst nach Großbritannien evakuiert, um danach in Kanada eine neue Heimat zu finden. Auslieferungsersuchen der Sowjetunion und ihrer Nachfolgestaaten gegen die Kriegsverbrecher hat Kanada immer konsequent abgelehnt.
Damit aber nicht genug, sie wurden offen geehrt und in Kanada stehen Denkmäler zu Ehren der ukrainischen Mitglieder der Waffen-SS. In der Stadt Oakville steht dieses Denkmal, auf dem auf Englisch die unschuldig wirkende Inschrift „Für diejenigen, die für die Freiheit der Ukraine gestorben sind“ steht, während darunter präzisiert wird, dass damit Soldaten gemeint sind, die 1944 in der „Ukrainischen National-Armee“ in der Schlacht von Brody gekämpft haben. Die Worte „Waffen-SS“ fehlen und es fehlt auch jede Erwähnung der Tatsache, dass die geehrten Soldaten auf Seiten Hitlers gekämpft haben.

In der kanadischen Stadt Edmonton steht ein Denkmal für den ukrainischen Nazi und Kriegsverbrecher Roman Schuchewitsch, die Ermordung tausender Zivilisten angeordnet hat und auch daran beteiligt war. Auch an der Verfolgung und Ermordung von Juden war er beteiligt. Schuchewitsch ist einer der wichtigsten Nationalhelden der heutigen Ukraine.

Das waren nur Beispiele, auch in den USA gibt es diverse solche Denkmäler und in einigen Orten wurden auch Straßen nach ihnen benannt.
Baltikum
Der 16. März ist in Lettland der Gedenktag für die „Lettische Legion“, eine Einheit der Waffen-SS. Der Tag wird in Lettland bis heute mit Umzügen begangen, bei denen die Veteranen der Waffen-SS geehrt werden und an denen auch Abgeordnete teilnehmen. Die Bundesregierung, die deutschen Medien oder die EU kritisieren das mit keinem Wort.
2022 gab es einen Skandal, weil in Lettland sogar verboten wurde, der Befreiung Lettlands von den Nazis zu gedenken. In Riga gibt es ein großes Denkmal für die russischen Soldaten, die Riga von den Nazis befreit haben. Das Denkmal gilt auch als Symbol des Kriegsendes und am Jahrestag der deutschen Kapitulation werden dort jedes Jahr Blumen niedergelegt. 2022 entfachte das einen Streit und im Anschluss hat die Stadt Riga den Abriss des Denkmals beschlossen.
In Estland wurden Gedenksteine für die estnischen Mitglieder der Waffen-SS aufgestellt. Sie gehören zu einem Museum, das offen mitteilt, dass es Mitglieder der Waffen-SS ehrt, die dort gegen die Rote Armee gekämpft haben. Konkret geht es um das SS-Korps III. Aufsehen haben die Gedenksteine gemacht, als sie 2023 mit Farbe beschmiert wurden. Aber die estnischen Medien haben sich nicht etwa darüber echauffiert, dass dort der Waffen-SS gehuldigt wird, sondern darüber, dass Gedenksteine „für estnische Soldaten“ geschändet wurden.
In der Folge hat Estland 2023 alle Feierlichkeiten zum Jahrestag der Befreiung Estlands von Nazi-Deutschland verboten.
Ukraine
Dass das Kiewer Regime ein Nazi-Regime ist, ist jedem bekannt, der nicht bewusst die Augen davor verschließt. Nazi-Aufmärsche sind in Kiew nichts Besonderes, werden von den westlichen Medien aber wahlweise ignoriert oder heruntergespielt. Der 28. April ist Jahrestag der Gründung der SS-Division Galizien und der Tag wurde in Kiew immer mit einem Marsch zu Ehren dieser SS-Division begangen.
Die deutschen „Qualitätsmedien“ wissen davon, berichten ihrem deutschen Publikum aber nicht darüber. Der deutsche Staatssender Deutsche Welle hat auch eine russische Seite und weil diese Märsche in Russland selbst von Putin-Gegnern kritisiert wurden und die Ukraine damit ein weiteres Mal als nicht eben nachahmenswertes Beispiel für Russland in Erscheinung trat, musste die deutsche Staatspropaganda reagieren. Die Deutsche Welle hat daher 2021 in ihrer russischen Ausgabe kurzerhand die Frage gestellt, ob nicht vielleicht Russland hinter dem Aufmarsch steht, um Kiew in ein schlechtes Licht zu rücken.
2020 hat das ukrainische Parlament eine Liste der „erinnerungswürdigen Daten und Jubiläen“ für 2020 beschlossen. Darin wurden genannt:
- 130 Jahre seit der Geburt von Andrej Melnyk (Andrej Melnyk war ein Kriegsverbrecher, der in den Unterlagen der Nürnberger Prozesse erwähnt wurde. Er war der Leiter der Organisation Ukrainischer Nationalisten, Organisator und Teilnehmer der Massenmorde an Juden in Kiew, Schytomyr und Winnyzja, einschließlich des Tals Babyn Jar.)
- 100 Jahre seit der Geburt von Wassil Lewkowytsch (Wassil Lewkowytsch war ein Kriegsverbrecher der ukrainischen Hilfspolizei in Dubno, Organisator und Teilnehmer des Massenmordes an 5.000 Juden in Dubno und Riwne.)
- 115 Jahre seit der Geburt von Ulas Samtschuk (Ulas Samtschuk war der Chefredakteur der nationalsozialistischen und antisemitischen Zeitung „Wolhynien“ in Riwne und Teilnehmer an der Vernichtung von 25.000 Juden in Riwne. Seine Werke wurden jedoch offiziell in den ukrainischen Schullehrplan aufgenommen.)
- 110 Jahre seit der Geburt von Wassil Sydor (Wassil Sydor war ein Kriegsverbrecher des Nachtigall-Bataillons und des 201. Hilfspolizeibataillons. Er beteiligte sich an Massenmorden an Polen und Strafaktionen gegen die Zivilbevölkerung in Weißrussland.)
- 130 Jahre seit der Geburt von Kirill Osmak (Kirill Osmak war einer der Führer der ukrainischen Nationalrada, die 1941–1943 mit Unterstützung nationalsozialistischer deutscher Truppen in Kiew unter der Führung des Kriegsverbrechers Andrej Melnyk gegründet wurde.)
- 120 Jahre seit der Geburt von Wladimir Kubijowytsch (Wladimir Kubijowytsch war einer der Initiatoren bei der Gründung der SS-Division „Galizien“.)
- 100 Jahre seit der Geburt von Wassily Halasa (Wassily Halasa war ein Aktivist der Organisation Ukrainischer Nationalisten, einer der Organisatoren von Massenmorden an Polen und Juden.)
Deutschland
Die deutsche Bundesregierung verschließt vor all dem die Augen und unterstützt das Kiewer Regime, das offen Nazis und Waffen-SS-Mitglieder als Nationalhelden verehrt, bekanntlich mit Milliarden und verschließt die Augen vor dem, was in der Ukraine seit 2014 vor sich geht. Das hat eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung gerade wieder anschaulich gezeigt.
Aber die Bundesregierung geht noch weiter, denn Russland bringt jedes Jahr eine Resolution in die UN-Vollversammlung ein, die sich gegen die Verherrlichung des Nationalsozialismus wendet. Man müsste meinen, dass Deutschland, wenn die Berliner Politiker ihre Worthülsen ernst nehmen, diese Resolution unterstützen müssten. Immerhin empfiehlt die UN-Resolution allen Mitgliedsstaaten, im Einklang mit ihren internationalen Verpflichtungen im Bereich der Menschenrechte notwendige Maßnahmen zu ergreifen – darunter auch auf der legislativen Ebene sowie im Bildungsbereich –, um eine Revision der Ergebnisse des Zweiten Weltkrieges und die Leugnung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie der Kriegsverbrechen, die im Laufe des Zweiten Weltkrieges begangen wurden, zu verhindern und alle Formen der Rassendiskriminierung auszumerzen. Was kann die Bundesregierung dagegen haben?
Früher hat Deutschland sich bei der Abstimmung jedes Mal enthalten, was an sich schon ein Skandal ist, worüber die deutschen Medien aber nie berichtet haben. 2022 ist das Undenkbare eingetreten und die Bundesregierung hat bei der UNO-Vollversammlung gegen die Resolution gestimmt, die Nationalsozialismus, Neonazismus und Rassismus verurteilt. Mit anderen Worten: Die Bundesregierung stellt sich in der UNO offen gegen eine Verurteilung der Ideologie des Nationalsozialismus und sogar dagegen gestellt, Rassismus zu verurteilen.
Und das gilt für den gesamten „Werte-Westen“: Alle Vasallen der USA, also die NATO- und EU-Staaten, aber auch die asiatischen US-Vasallen Australien und Japan, haben sich der Linie der USA angeschlossen und gegen die Verurteilung von Nationalsozialismus, Neonazismus und Rassismus gestimmt. Von allen US-Vasallen hat sich lediglich Südkorea der Stimme enthalten.
Wenn in westlichen Ländern Nazi-Kriegsverbrecher und Mitglieder der Waffen-SS mit Denkmälern und Aufmärschen geehrt werden, wenn der Westen ein Regime mit Milliarden unterstützt, dessen offizielle Nationalhelden Nazis und in Nürnberg verurteilte Kriegsverbrecher sind, und wenn sogar die deutsche Regierung in der UNO gegen eine Resolution zur Verurteilung der Ideologie des Nationalsozialismus stimmt, dann kann es nicht verwundern, dass Russland sich im Kampf gegen den wieder auferstandenen Nazismus sieht.