Versuchte Putin-Kopie

Selenskys Jahrespressekonferenz war kein Erfolg

Der ukrainische Präsident Selensky hat sich Journalisten zu einer Jahrespressekonferenz gestellt. Der offensichtliche Versuch, die erfolgreichen Jahrespressekonferenzen des russischen Präsidenten Putin nachzuahmen ist gründlich schief gegangen.

Dass die zweistündige Jahrespressekonferenz des ukrainischen Präsidenten Selensky ein Misserfolg war, kann man schon daran erkennen, dass die westlichen Medienberichte darüber keine Begeisterung versprüht haben. Der Versuch von Selensky, das erfolgreiche Format der Jahrespressekonferenzen des russischen Präsidenten Putin zu kopieren, war ziemlich ernüchternd. Hier übersetze ich, wie das russische Fernsehen über die Veranstaltung berichtet hat.

Beginn der Übersetzung:

Selenskys Erklärungen: Mobilmachung, die Ergebnisse des Jahres und unbequeme Fragen

Der Generalstab der Ukraine muss eine weitere halbe Million Menschen mobilisieren. Das erklärte Selensky auf seiner Pressekonferenz. Wie antwortete er auf unbequeme Fragen von Journalisten?

Als ob er auf eine glänzende Zukunft anspielte, die so wünschenswert, aber für die Ukraine bisher völlig unerreichbar ist, zeigte der Plasmabildschirm hinter seinem Rücken abwechselnd die Flagge der Ukraine oder die Flagge der EU.

Der Dialog mit der Presse begann mit Danksagungen an das ukrainische Volk, das Militär und natürlich an die westlichen Partner, sowie mit guten, aber leider unglaubwürdigen Nachrichten. So ist die Wirtschaft im vergangenen Jahr entgegen den Zahlen, die vom anhaltenden Niedergang der ukrainischen Wirtschaft sprechen, laut Selensky angeblich um fünf Prozent gewachsen.

Symbolisch war, dass Selensky die erste Frage nach einer zusätzlichen Mobilmachung, die 500 Milliarden Griwna kosten könnte, gekonnt an Saluzhny weiterleitete, der vor ein paar Tagen jedoch sagte, es bestehe keine Notwendigkeit für eine verstärkte Mobilmachung.

„Das ist eine Frage unseres Militärs, des Oberkommandierenden und des Generalstabs. Sie haben über die Mobilmachung gesprochen. Das Thema ist sehr heikel, denke ich. Sie sprachen über die Verteidigung unseres Staates, über mögliche Gegenoffensiven und das Defizit. Und sie haben vorgeschlagen, zusätzlich 450.000 bis 500.000 Mann zu mobilisieren. Das ist eine sehr ernste Zahl. Ich habe gesagt, dass ich mehr Argumente brauche, um diese Entscheidung zu unterstützen“, sagte Selensky.

Für Selensky war diese Konferenz eine Gelegenheit, seine Sicht der Ergebnisse des vergangenen Jahres zu präsentieren, die kaum mit der Realität übereinstimmt. Aus seiner Sicht ist die Ukraine keineswegs besiegt, der Westen wird weiterhin Geld geben – an dieser Stelle bedankte er sich noch einmal herzlich bei allen Beteiligten -, und Russland sei zum Scheitern verurteilt, weil es im Laufe des Jahres auf dem Schlachtfeld keine Ergebnisse erzielt habe.

Dabei geben die ukrainischen Kommandeure die Niederlage Kiews an der Front offen zu und Saluzhny selbst und seine Untergebenen sprechen von einem völligen Patt, was durch Fragmente von Abhörprotokollen des Generalstabs bestätigt wird. Die Abhöraktion soll Selensky laut ukrainischen Medien selbst organisiert haben.

Auch die Antworten Selenskys zum Konflikt mit Polen, das die Grenzen für die Einfuhr ukrainischen Getreides blockiert, waren nicht überzeugend. Als ob er sich entschuldigen wollte, bedankte er sich zunächst lange beim polnischen Volk, sagte dann, die Ukraine stehe an der Seite Polens, und erklärte anschließend, er sei kein Waschlappen: „Wir haben Hunderte von Millionen Dollar verloren, wir haben Ernten verloren… Ich bin Ihrem Volk dankbar, aber verstehen Sie mich. Nun, ich bin kein Waschlappen. Ich verteidige die Interessen meines Staates in Zeiten des Krieges und ich sagte: ‚Lasst es uns einfach exportieren‘, aber sie haben es uns nicht exportieren lassen!“

Selensky verbrachte 20 Minuten der Pressekonferenz damit, mit Journalisten zu streiten, die unbequeme Fragen über Korruption und das ausschweifende Leben der Abgeordneten der Werchowna Rada stellten. Für seine Misserfolge machte Selensky neben Russland auch den Krieg im Nahen Osten – schließlich gingen die westlichen Lieferungen deshalb zurück – und den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban verantwortlich, der sich gegen den EU-Beitritt der Ukraine ausspricht. Mit unverhohlenem Bedauern räumte Selensky ein, dass die Ukraine auch in der NATO nicht willkommen ist: „Für uns ist das jetzt die stärkste Option. Man hat uns nicht in die NATO eingeladen und die Signale bezüglich einer teilweisen Teilnahme sind, offen gesagt, Unsinn.“

Aber wirklich wertvolle Gedanken sind, so Selensky, die Entschlossenheit der Ukraine, ihre Forderungen nach einer Rückkehr zu den Grenzen von 1991 nicht aufzugeben, dass die Frage von Verhandlungen mit Russland nicht aktuell ist und vor allem die Unmöglichkeit, während des Krieges Wahlen abzuhalten.

Die Meinung des ukrainischen Volkes zu diesem Thema beunruhigt ihn nicht sonderlich: Auf die Frage, ob er nicht befürchte, dass die Ukrainer nicht nur wegen des zweijährigen Krieges, sondern auch wegen ihrer Unterstützung für ihn als Präsidenten als Gesellschaft auseinanderfallen könnten, antwortete er, dass es die Entscheidung der Menschen sei, ob ihnen die Art und Weise, wie er das Land führe, nicht gefalle, und dass das normal sei.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

15 Antworten

    1. Top! Mein erster Reflex war lautes Lachen :-)) Eine entsprechende Pressekonferenz vom Kandesbunzler Scholz würde uns wohl sehr langweilen, da er auf Fragen von Journalisten wahrscheinlich nur mit „ich kann mich nicht erinnern“ antworten würde.

    1. Nein, wenn du auf den ersten rot unterstrichenen Link klickst, den Thomas hier oben anbietet, kommst du auf YT, 2 Stunden in russischer Übersetzung. Dasselbe gibts noch mit englischer Übersetzung, auch YT, weiter schaue ich jetzt nicht…
      Davon ab: Natürlich Show für westliche Medien und West-NeoNazis, für wen sonst?

      1. Ich frage ja, weil er ja gern gezielte Propaganda ausschließlich für Westmedien macht.

        So letztes Jahr um die Zeit, als er laut beschwerte, daß der böse Putin „nicht mal zu Weihnachten die Kämpfe einstellen wolle.“ Blöd nur, daß Weihnachten in der Ukraine und Russland nicht Ende Dezember, sondern Anfang Januar gefeiert wird (Julianischer Kalender der Ostkirchen).

        Das haben unsere „Qualitätsmedien“ umgehend so weitergemeldet, ohne auf diese kalendarische Unstimmigkeit hinzuweisen. Was sie dann zwei Wochen später NICHT so prominent meldeten, war, daß Putin tatsächlich eine Weihnachtswaffenruhe für die Tage um den 7. Januar herum angekündigt hatte, was Selenski umgehend als „Propaganda“ zurückwies, und verkündete, daß die ukrainischen Truppen selbstverständlich weiterkämpfen würden. Auch während Putins Weihnachtspause!

        Ab diesem Jahr soll die Ukraine ja auf Präsidentendekret hin Weihnachten am 24.-16 Dezember feiern… Na, mal schauen, ob das so ist…

        1. Weil es so schön ist & das zu meinem Lieblingsthema gehört: Die Geburt des Lichtes, Weihnachten!
          Der früheste SonnenUNTERGANG war schon um Hl.Lucia (13.12.), der späteste SonnenAUFGANG wird tatsächlich erst am 7. Januar sein. Wen das genau interessiert, schaue sich die Daten in einem Astronomie-Kalender an. Der Punkt der SonnenWENDE ist morgen früh gegen 4 MEZ., das ist dieser Stopppunkt, aber die dunkelste Zeit sind die RAUHNÄCHTE.
          24.12. ist die HIRTENWeihnacht, 6./7. Januar ist die KÖNIGSWeihnacht, denn obwohl die Könige zum Messias sicherlich gerannt sind und nicht geschlendert, war der Weg weit… und dann noch Herodes…
          Was ist mit den Priestern in ukrostan? Sind die immer noch im Gefängnis/Hausarrest?

  1. Hab mir alles Spaß mal die ganze Show angesehen… was für eine naive verzweifelte Aufführung..
    Das beste war der kleine glaubt tatsächlich an all das bla bla bla was er da von sich gib..
    Kiew hat das ganze Jahr Prügeln bezogen hat die ganze Zeit militärisch nach der Pfeife Russlands getanzt und der quatscht und träumt immer noch von irgendwelchen Offensiven oder Russland militärische zu besiegen 🤣

    1. Glaube eher nicht, dass Elensky daran glaubt! Er ist der bestbezahlte Schauspieler der Welt! Da kann man eine theaterreife Vorstellung erwarten & die hat er geliefert…..

      Nun hat er sogar eine Villa in Florida bekommen…also alles im grünen Bereich für den Kokser…

        1. Er kann einen letzten großen Auftritt in Donetsk beim Tribunal bekommen. Eventuell auch als Kronzeuge bei der Aufklärung der Ereignisse. Oder Urteil in Abwesenheit. Dann fragt sich, ob er enden wird wie Bandera, oder ob seine „Freunde“ die Sache schon vorher erledigen.

  2. selensky scheint fertig zu haben, im besten Fall für ihn teilt er das Schicksal von Guaidó und kann sich in Miami mit seinem gestohlenen Geld zur Ruhe setzen. Kann natürlich auch anders entsorgt werden.
    Grundlegend wird sich aber wohl nichts ändern, der Nachfolger wird nur aktuell passender gestylt.

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