Man muss es bei diesem Thema immer deutlich sagen: Ich kritisiere nicht „die Juden“, meine Kritik richtet sich gegen die heutige israelische Regierung, die vollkommen außer Kontrolle geraten ist und dabei vom kollektiven Westen geschützt wird.

Völkermord an Palästinensern

Der Vernichtungskrieg im Gazastreifen, mit dem Israel auf den Terroranschlag der Hamas reagiert hat, wird vom Westen unterstützt. Der gesamte Gazastreifen liegt heute in Schutt und Asche, Israels Bomben sind fast 30.000 Zivilisten zum Opfer gefallen, die meisten davon Frauen und Kinder. Wie viele Opfer unter den Trümmern liegen, weiß niemand. Außerdem wurden etwa 100.000 Zivilisten verletzt, die jedoch nicht wirklich medizinisch versorgt werden können, weil israelische Bombenangriffe fast alle Krankenhäuser in Gaza zerstört haben.

Letzten Meldungen zufolge droht in Gaza 700.000 Menschen der Hungertod, weil Israel die Lieferungen von humanitärer Hilfe behindert und neben Medikamenten auch Nahrung und Wasser Mangelware sind. Sogar dass Israel in dieser Situation auch Rafah, wo fast 1,5 Millionen Flüchtlinge dicht gedrängt leben, angreifen will, wird im Westen nicht ernsthaft kritisiert.

Zusätzlich hat Israel begonnen, auch im Westjordanland Tatsachen zu schaffen und gegen die dort lebenden Palästinenser vorzugehen. Die Zahl der getöteten Zivilisten geht dort in die Hunderte.

Der Holocaust-Vergleich des brasilianischen Präsidenten ist (noch) übertrieben, aber man kann auf jeden Fall davon sprechen, dass die israelische Regierung gerade vor den Augen der Welt per Definition einen Völkermord an den Palästinensern begeht, denn zur Definition von Völkermord gehört, dass einer ethnischen Gruppe die Lebensgrundlage genommen wird. Und das geschieht in Gaza und im Westjordanland zweifelsfrei.

Völkerrechtswidrige Bombardierungen Syriens

Das ist aber noch nicht alles, denn Israel bombardiert seit Jahren vollkommen völkerrechtswidrig Syrien. Syrien ist ein souveräner Staat, aber niemanden im Westen interessiert das. Man stelle sich einmal umgekehrt vor, Syrien würde alle paar Tage Bombenangriffe auf israelischem Gebiet durchführen. Ob der Westen dazu genauso schweigen würde?

Am 21. Februar hat Israel ein Wohnviertel in der syrischen Stadt Damaskus bombardiert, wobei es mehrere Tote gegeben hat. Der Spiegel hat darüber berichtet, als wäre das ganz normal:

„Seit dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 hat Israel Hunderte Luftangriffe auf sein nördliches Nachbarland geflogen, die sich vor allem gegen Stellungen der syrischen Armee und vom Iran unterstützte Kräfte richteten“

Wie würde der Spiegel wohl berichten, wenn Syrien seit 2011 Israel und Stellungen der israelischen Armee bombardieren würde? Syrien hätte dazu übrigens sogar ein gewisses Recht, denn Israel hält seit über 50 Jahren völkerrechtswidrig die syrischen Golanhöhen besetzt.

Terroranschlag im Iran

Und als wäre der Nahe Osten nicht schon explosiv genug, hat die israelische Regierung letzte Woche auch noch einen Terroranschlag im Iran durchführen lassen. Am 14. Februar gab es im Iran Explosionen an Gaspipelines, der Iran sprach sofort von Terroranschlägen.

Dass Israel dahinter steckt, war nicht schwer zu erraten, denn erst im Januar hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigt, dass Israel bereits direkte Angriffe auf Iran durchführt. Auf die Frage eines Reporters, warum Israel Angriffe auf „Stellvertreter Irans“ durchführe, anstatt den Iran direkt anzugreifen, antwortete Netanjahu:

„Wer sagt, dass wir Iran nicht angreifen, den greifen wir an.“

Zwei Tage später kam die Bestätigung von der New York Times, die unter der Überschrift „Israel steckt hinter Angriffen auf wichtige Gaspipelines im Iran, sagen Beamte“ berichtete, zwei Vertreter westlicher Regierungen und ein mit der iranischen Revolutionsgarde in Verbindung stehender Militärstratege hätten gegenüber der Zeitung gesagt, für die Angriffe seien umfassende Kenntnisse über die iranische Infrastruktur nötig gewesen. Einem der Regierungsvertreter zufolge habe es sich um einen „symbolischen Angriff“ gehandelt, der relativ wenig Schaden für die Zivilbevölkerung mit sich gebracht habe, aber angesichts der angespannten Lage in der Region als deutliche Warnung Israels verstanden werden könne.

Der Iran hat sich erst am 21. Februar darauf festgelegt, dass Israel hinter dem Terroranschlag steckt.

Wer stoppt die israelische Regierung?

Es ist unfassbar, dass der Westen der israelischen Regierung all das nicht nur durchgehen lässt, sondern sie bei diesem Treiben auch noch unterstützt. Deutliche Worte der Kritik fehlen, stattdessen gibt es von der deutschen Regierung ausschließlich Solidaritätsbekundungen an die Adresse Israels.

Was muss das rechtsradikale Netanjahu-Regime noch anstellen, damit westliche Politiker und Medien endlich reagieren? Müssen wirklich erst 700.000 oder gar eine Million Palästinenser durch Bomben und Hunger sterben?