Bei einer Podiumsdiskussion hat eine in Moskau studierende italienische Studentin vorgeschlagen, Ausländern, die traditionelle Werte teilen, den Umzug nach Russland zu erleichtern. In der Tat kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es nicht einfach ist, nach Russland auszuwandern. Allerdings hat Russland aufgrund seiner wachsenden Wirtschaft und der vielen neuen Fabriken, die derzeit gebaut werden, um sich von westlichen Produkten unabhängiger zu machen, einen großen Bedarf an qualifizierten Arbeitern, den es aus eigener Kraft nicht decken kann, weshalb die Vereinfachung der Einwanderung qualifizierter Ausländer, die ihre Zukunft in Russland sehen, in Russland ein großes Thema ist.

Ich werde die Frage der Italienerin und Putins Antwort komplett übersetzen, zuvor will ich mich aber, wie bei den Freitagsgedanken üblich, bei allen Lesern herzlich bedanken, die meine Arbeit mit einer Spende unterstützen.

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Was Putin über Einwanderer gesagt hat

Hier übersetze ich die Frage der italienischen Studentin und Putins Antwort komplett.

Beginn der Übersetzung:

Cecchini: Sehr geehrter Wladimir Wladimirowitsch! Sehr geehrte Damen und Herren! Guten Tag.

Mein Name ist Irene Cecchini, ich bin italienische Staatsbürgerin und Studentin im vierten Jahr an der Fakultät für Internationale Beziehungen an der Staatlichen Universität Moskau. Ich lebe jetzt seit drei Jahren in Russland und habe mich im Laufe der Jahre wirklich in Russland, seine reiche Kultur und die Menschen, die hier leben, verliebt.

Vielen Dank, Wladimir Wladimirowitsch, dass es heute in Russland die Gelegenheit gibt, Ihnen Ideen vorzuschlagen und Unterstützung für deren Umsetzung zu erhalten. Ich bin mit einer Idee zum Forum „Starke Ideen für neue Zeiten“ gekommen, die sicher vielen Ausländern helfen wird, die davon träumen, nach Russland zu ziehen und die russischen Werte zu teilen.

Ich persönlich hatte große Schwierigkeiten bei der Beantragung und Erlangung des Visums und der befristeten Aufenthaltserlaubnis.

Das ist das Erste. Ich habe vom Migrationsamt mehr Service erwartet, leider fehlte dieser jedoch für Informationen und Maßnahmen.

Zweitens. Alles dauert sehr lange. Ich habe vor vier Monaten eine befristete Aufenthaltserlaubnis beantragt und noch immer keine Antwort erhalten. Obwohl mir gesagt wurde, dass ich sie innerhalb von 30 Tagen erhalten sollte.

Und drittens, aber das Wichtigste. Ich kann aufgrund meiner Werte in Russland prinzipiell keine Aufenthaltserlaubnis erhalten und hier leben.

Wladimir Wladimirowitsch, ich habe Vorschläge für Sie. Ermöglichen Sie Ausländern, die unsere Werte teilen und davon träumen, nach Russland zu ziehen, alles schnell und einfach zu machen. Ich schlage sogar ein neues russisches Wort vor: „Impatriation“. Das bedeutet, auf der Grundlage kultureller, traditioneller und familiärer Werte dauerhaft nach Russland zu ziehen. All das wäre für Russland von Vorteil, da die Menschen neue Fähigkeiten mitbringen würden, das wären Unternehmer, das wäre die Bevölkerung des Landes, das wäre ein zusätzlicher Beitrag zur Wirtschaft und zusätzliche qualifizierte Menschen.

Ich schlage sogar vor, eine spezielle Organisation zur individuellen Unterstützung bei der Erbringung von Dienstleistungen, also kulturellen, arbeitsrechtlichen und sozialen Dienstleistungen für Menschen, die hierher ziehen möchten, zu gründen. Und ich schlage sogar vor, über eine Online-Plattform Informationen für Einwanderer über die Möglichkeiten einer Übersiedlung nach Russland zu organisieren.

Wladimir Wladimirowitsch, ich persönlich bin bereit, dabei zu helfen und die russische Staatsbürgerschaft zu erhalten, um mein zukünftiges Leben in diesem wunderschönen Land – in Russland – aufzubauen.

Vielen Dank.

Wladimir Putin: Danke. Darf ich ein paar klärende Fragen stellen?

Cecchini: Natürlich.

Putin: Sie sagten, Sie hätten sich in Russland verliebt. Und das ist alles? Haben Sie sich hier in niemand anderen verliebt? (Gelächter im Publikum.)

Es ist nur so, dass, wenn das so wäre, alles sehr einfach wäre, es wäre einfach, alles zu erledigen.

Cecchini: Nein, an erster Stelle…

Putin: Merkwürdig, so ein schönes Mädchen und hat sich immer noch in niemanden verliebt.

Cecchini: Danke.

Putin: Aber die Menschen haben sich wahrscheinlich schon in Sie verliebt, da bin ich zu hundert Prozent sicher, auch während Ihrer Rede ist das vielen im Saal passiert. Woher kommen Sie, aus welcher Region Italiens?

Cecchini: Ich komme aus der Region Mailand.

Putin: Aus Mailand?

Cecchini: Ja.

Putin: Norditalien.

Cecchini: Ja, das stimmt.

Putin: Das ist ein guter Ort, eine industriell entwickelte Region Italiens. Italien war uns immer nahe. Ich erinnere mich, wie die Leute mich dort begrüßten, als ich nach Italien kam. An manchen Orten habe ich mich vollkommen zu Hause gefühlt, das steht fest. Mailand ist eine Arbeitsprovinz Italiens, die Industrie ist gut entwickelt.

Und was Sie gerade darüber gesagt haben, dass Sie unsere moralischen und traditionellen Werte teilen, ist genau das, worüber ich gesprochen habe. Das heißt, das sind nicht nur unsere Werte, tatsächlich halten viele Menschen in Europa an genau diesen Werten fest. Also das ist großartig.

Die Idee ist gut, sich bei der Begrüßung von Menschen, die hier bei uns leben möchten, an traditionellen moralischen Werten zu orientieren, aber wie können wir feststellen, welche wirklichen Werten ein Mensch hat?

Cecchini: Die wichtigste Rolle müsste das Migrationsamt spielen; da sollten Spezialisten sein, die sehr gut verstehen, wer vor ihnen steht und was diese Leute tun. Und sie könnten jedem die Richtung weisen, wie diese Menschen hier in Russland schön leben können.

Aber wie können wir im Hinblick auf Werte verstehen, ob diese Menschen diese Werte teilen? Ich bin keine Expertin, ich arbeite nicht im Migrationsamt, aber man muss verstehen, was die Werte sind und was Russland bietet. Ich kann Beispiele nennen.

In Russland herrscht Toleranz. Russland ist ein multinationales, multireligiöses Land. Und jetzt kann ich sagen, dass es im Westen, weil ich dort gelebt habe, in Italien, sehr schwierig ist, ein Land zu finden, in dem verschiedene Völker freundlich zusammenleben. Das ist einer der Werte, die Russland bewahren möchte.

Zweitens: Heutzutage sind Homosexualität und Transgender weit verbreitet. Das sind neue Werte, und Menschen, die hervorragend verstehen, dass das keine traditionellen Werte sind, keine Familienwerte sind, die ihren Glauben bewahren wollen, die leben in einem unfreundlichen Umfeld, und deshalb denken sie: ‚Wo kann ich mich geschützt fühlen?‘ Und auf diese Frage gibt es eine Antwort: Russland.

Putin: Ich verstehe, Irene. Setzen Sie sich bitte. Es ist irgendwie unangenehm, zu reden, während Sie stehen. Setzen Sie sich bitte.

Der Vorschlag ist sehr gut, für uns ist das sehr wichtig. Eigentlich wie für jedes andere Land, auch in Europa.

Womit Irene sicher recht hat, ist, dass bei uns Menschen verschiedener Nationalitäten, 190 ethnischer Gruppen, unterschiedlicher Konfessionen leben – vier traditionelle Konfessionen, aber tatsächlich haben wir mehr Glaubensrichtungen – und insgesamt fühlen sie sich alle wohl. Das stimmt.

Übrigens sind wir gegenüber Menschen mit nicht-traditioneller sexueller Orientierung recht tolerant. Wir stellen das bloß nicht zur Schau und halten es auch nicht für richtig, das zur Schau zu stellen. Alle Erwachsenen sollen so leben, wie sie wollen, niemand schränkt sie in irgendetwas ein. Aber was die Kinder betrifft, so habe ich schon oft gesagt: Lasst die Kinder in Ruhe. Das ist alles. Das ist das erste.

Zweitens: Wir sind tatsächlich in erster Linie ein auf traditionelle Werte ausgerichteter Staat. Hier haben Sie vollkommen recht.

Um festzustellen, welche Art von Menschen zu uns kommen, braucht es natürlich eine individuelle Herangehensweise. Sie haben recht, Irene. Und unsere Migrationsämter sind natürlich noch nicht so weit, das ist klar. Hier gibt es viel zu tun. Hier gibt es verschiedene Vorstellungen.

Bezüglich der Repatriation. Einen solchen Rechtsbegriff hatten wir früher nicht. Jetzt haben wir diesen Begriff und er definiert, wer als Rückkehrer anerkannt werden kann. Meiner Erinnerung nach gibt es vier bis sechs Positionen. Ich werde jetzt nicht ins Detail gehen, aber das gibt es. Solche Spezialisten wie Sie brauchen wir unbedingt, aber Sie fallen nicht in diese Kategorie. Was wir aber auf jeden Fall brauchen, sind hochqualifizierte Fachkräfte und hier müssen wir unsere Migrationsämter unbedingt so steuern und ausrichten, dass Menschen mit einem hohen Maß an Intellekt und Qualifikation zu uns kommen, um dauerhaft hier zu arbeiten und zu leben. Natürlich werden wir die Migrationsämter orientieren und ausbauen; hier gibt es bestimmte Gedanken und Ideen.

Ich habe gehört, was Sie gesagt haben. Sie haben auch deshalb die Zwölf getroffen, weil dieses Thema für Russland sehr aktuell ist, denn es gibt auch so etwas wie Arbeitsmigration. Aber auch hier haben wir viel zu tun.

Alexander Schochin, der unseren größten Unternehmerverband leitet, wird bestätigen, dass auf dem Arbeitsmarkt 2,5 Millionen Menschen fehlen. Das ist das, was unsere Wirtschaft jetzt bieten kann. Das ist das 2,5-fache der Arbeitslosenquote. Nach offiziellen Angaben haben wir irgendwo zwischen 450.000 und 460.000 Arbeitslose, aber es fehlen 2,5 Millionen Menschen.

Das Baugewerbe, die Industrie und so weiter sind bereit, Hunderttausende von Menschen einzustellen, und zwar sofort. Aber wir müssen auch hier die entsprechende Arbeit leisten, und die muss qualitativ verbessert werden. Wir müssen mit den Menschen noch in den Ländern arbeiten, aus denen sie kommen wollen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Menschen unsere Gesetze, Traditionen, auch im regionalen Kontext, Traditionen der Regionen, in die sie kommen, bedingungslos einhalten, dass sie die Sprache lernen und so weiter. Hier gibt es noch sehr viel zu tun.

Aber natürlich ist der beste Weg zur Lösung aller Probleme, insbesondere im Bereich der Arbeitsbeziehungen und zur Lösung des Problems des Arbeitskräftemangels, die Erhöhung der Geburtenrate und die Verbesserung der demographischen Situation im Land, das ist ganz klar. Auch wir gehen auch diesen Weg und wir werden sicherlich die Anstrengungen der Regierung zur Unterstützung von Familien, Kindern und Mutterschaft verstärken. Das ist ein eigenes Thema, aber es hängt alles eng zusammen.

Ihre Idee ist richtig und ich danke Ihnen für diesen Hinweis, wir werden uns in diese Richtung bewegen.

Und wo würden Sie gerne in der Zukunft sein, wenn sich Ihre Meinung nicht ändert und Sie in Russland bleiben wollen, wo würden Sie sich gerne niederlassen und arbeiten?

Cecchini: Es ist noch zu früh, aber ich möchte mein Leben mit der Entwicklung und Verbesserung Russlands verbinden, denn Russland hat mir sehr, sehr viel gegeben. Ich möchte diesem Land danken und ihm konkret helfen.

Putin: Erlauben Sie mir, Ihnen Erfolg zu wünschen. Daran sind wir auch interessiert.

Cecchini: Ich danke Ihnen vielmals.

Ende der Übersetzung