Syrien: Zwei türkische Soldaten wurden bei Angriffen der russischen Luftwaffe getötet

In Syrien ist passiert, was eigentlich vermieden werden sollte: Bei Kampfhandlungen haben russische Flugzeuge türkische Soldaten getötet. Explodiert das Pulverfass Syrien? Was bedeutet das für die Beziehungen zwischen der Türkei und Russland?

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder über die Situation in Syrien berichtet. Dort stehen sich zwei Positionen unvereinbar gegenüber: Die Türkei deckt die Al-Quaida-Ableger, die die nordwestliche Provinz Idlib kontrollieren, und hat in den letzten Wochen auch massiv Kriegsgerät in die Region verlegt.

Die syrische Armee möchte – unterstützt von Russland – diese letzte Al-Quaida-Brutstätte ausmerzen und das Gebiet wieder unter syrische Kontrolle bringen. Dabei gab es bereits bewaffnete Zusammenstöße zwischen syrischen und türkischen Truppen, die auf beiden Seiten Menschenleben gefordert haben.

Bisher konnte eine direkte Konfrontation zwischen russischem und türkischem Militär verhindert werden, während Delegationen hektisch zwischen Ankara und Moskau hin- und herreisen, um eine Lösung für diese Quadratur des Kreises zu finden.

Nun ist geschehen, was nicht geschehen sollte: Um einen Angriff der Islamisten auf syrische Stützpunkte zurückzuschlagen, hat die russische Luftwaffe mit SU-24 Erdkampfflugzeugen eingegriffen und es kamen türkische Soldaten ums Leben. Das russische Fernsehen meldete um 15.28 Uhr deutscher Zeit, dass bei dem Luftangriff auf Stellungen der Islamisten ein Panzer, 6 Infanteriefahrzeuge und 5 bewaffnete Pick-Ups zerstört worden sind.

Schon um 16.11 Uhr meldete das russische Fernsehen dann, dass die Türkei mitgeteilt hat, bei dem Angriff seien zwei türkische Soldaten ums Leben gekommen. Außerdem hat die Türkei gemeldet, bei den Kämpfen seien 50 syrische Soldaten getötet und auf syrischer Seite 5 Panzer, 2 gepanzerte Fahrzeuge, 2 Geländewagen und ein Artilleriegeschütz zerstört worden. Weiter hieß es in dieser Meldung plötzlich, der Luftangriff sei von der syrischen Luftwaffe durchgeführt worden.

In deutschen Medien habe ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Meldungen darüber gefunden, die werden aber sicher noch kommen. Lediglich RT-Deutsch hat ebenfalls zeitnah berichtet.

Nun bleibt abzuwarten, ob dieser Vorfall zu einer Eskalation zwischen der Türkei und Russland führt oder ob eine – wie auch immer geartete – Lösung gefunden wird. Die Nato hat schon vor einigen Tagen mitgeteilt, dass die Vorgänge in Syrien nicht zum Nato-Bündnisfall führen können.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Gedanken zu „Syrien: Zwei türkische Soldaten wurden bei Angriffen der russischen Luftwaffe getötet“

  1. Eine Vermeidung der Opfer unter türkischen Soldaten ist undenkbar, da sie unmittelbar in die Kampfhandlungen gegen die Syrische Armee auf Seiten der Terroristen involviert sind, aktiv in die Kampfhandlungen eingreifen. Es war absolut davon auszugehen, dass es Opfer auf türkischer Seite geben wird. Die offensive der Terroristen gegen die Syrische Armee in Idlib schien erfolgreich zu verlaufen, also setzte das russische Militär Su 24 ein. Erdogans Statements lassen nicht Gutes ahnen, eine Zuspitzung der Situation ist gewollt. War die Politik der Türkei nicht von vornherein als Trojanisches Pferd zu erkennen? Aber natürlich, es war Russland bekannt, dass die Türkei die Terroristen, unter welchem Namen auch immer, unterstützen und von ihrem Bestehen profitierten und doch musste die Russische Regierung diesen Fakt in Kauf nehmen, um so weit wie möglich diplomatische Schritte zu gehen. Ich befürchte, dass nun das Muskelspiel beginnt, ein zermürbender Nervenkrieg, mit vielleicht fatalem Ausgang. Wie sollte man der Nato vertrauen, die im Syrien – Konflikt keinen Bündnisfall sieht. Da erinnert man sich an das Versprechen: keine Nato Osterweiterung. Auch die USA stellen sich nun offiziell auf die Seite der Türkei aber sie fieberten Monate, wann endlich ihr Trojanisches Pferd zur Wirkung kommt. Sollte der Konflikt tatsächlich eine diplomatische Lösung finden, sollte sie als Bravour – Leistung in die Geschichte gehen.

    1. Die USA werden alles unternehmen, um eine diplomatische Lösung zu sabotieren, das steht fest, wie das Amen in der Kirche. Und sie werden versuchen, Russen und Türken aufeinander zu hetzen! Das ist doch alles, was dieses widerliche Gesindel kann, Menschen aufeinander hetzen und Konflikte schüren! Man kann nur hoffen, dass den Türken rechtzeitig klar wird, dass sie von den USA sowieso nur mißbraucht und betrogen werden. Im Osten versuchen sie doch schon wieder, geräumtes Gebiet erneut zu besetzen und sie bewaffnen dort erneut Extemisten!

  2. Muss das sein sich vom Sprachniveau her auf das gleiche Level wie die Propagandisten zu begeben?

    „Al-Quaida-Brutstätte ausmerzen“ … ne echt, das kann man sich auch sparen und sachlicher formulieren.

      1. Ich nehme die Kritik an, würde es aber wieder so formulieren. Islamistische Terroristen der Al-Qaida sollte man auch als solche bezeichnen und wenn sie ein Gebiet kontrollieren, wo sie ungestört neue Rekruten und Terroristen ausbilden können, dann ist das in meinen Augen per Definition eine „Brutstätte“.
        Aber die Meinungen sind frei und ich freue mich über konstruktive Kritik und werde versuchen, ein anderes Wort zu finden, das aber das gleiche ausdrückt. Vorschläge sind willkommen.

        1. Es geht um die gesamte Formulierung. Solche Begrifflichkeiten nimmt man für die Feindbildgenese als Mittel der Propaganda. Es dient der Entmeschlichung. Ungeziefer hat ja schließlich keine Motivlage (außer dem Trieb) oder sonstige sozialen Hintergründe. Daher sollte man gerade bei solch brutalen Gruppierungen nicht vergessen, dass da Menschen aggieren und sie auch ganz genau so betiteln. Allein der sauberen Analyse wegen!
          Meine Meinung!

            1. Zu schnell abgeschickt. Wollte noch sagen, dass ja die Brutstätte ausgemerzt werden soll, so steht es zumindest da. Dieses könnte auch mit Drohungen oder diplomatischen Mitteln erreicht werden und die Wortwahl sagt nichts über den Umgang mit den von Ihnen als Menschen betitelten Subjekten aus.

              1. Ich habe doch extra gesagt, dass es um die gesamte Formulierung geht. Du kannst die Aussage eines Satzes auch nicht pauschal an der Einzelbedeutung seiner Worte festmachen.
                Daher nochmal, es hieß: „Brutstätte ausmerzen“.
                Brutstätte ist laut Duden so definiert:
                „Stelle, Ort, an dem sich Ungeziefer o. Ä. besonders gut entwickelt“

                Warum ich das für falsch halte siehe dann wieder oben. IMO tut sich Herr Röper keinen Gefallen damit sich sprachlich auf die Ebene derer zu begeben, dessen Propaganda er zu recht konstant kritisiert. Und das hat übrigens auch nichts mit PC zu tun.

                Die Nazis sind übrigens ein gutes Beispiel für diese Art von Propaganda. Sie waren „Meister“ darin all die Gruppen, die sie vernichten wollten, bereits über die Sprache zu entmenschlichen. Allerdings muss man eigentlich gar nicht soweit zurück gehen. Wenn man sich z.B. die Sprache der US Propaganda anschaut, dann hat man auch ganz schnell aktuelle Beispiele dafür.

                1. Habt ihr keine anderen Probleme, als überflüssige Dispute über diese Wortwahl zu führen? Vielleicht solltet ihr euch mal vor Ort informieren, was dort tatsächlich vor sich geht! Unter Umständen drückt ihr euch dann noch drastischer aus!

                2. Ja, Kutusow, Sie haben Recht. Überflüssig schon deshalb, weil ich die genannten Subjekte nicht als Mensch betrachten mag. Herrn Röpers Wortwahl halte ich für angemessen, bzw. sogar, wie Sie schon vermuten, dass sie vielleicht nicht drastisch genug sein könnte .

                3. Nein, Yossarian, Propagandatechniken sind keineswegs unwichtig, nur handelt es sich hier nicht um Propaganda. Nehmen wir mal die Definition von Wikipedia:

                  „Propaganda bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und das Verhalten in eine vom Propagandisten oder Herrscher erwünschte Richtung zu steuern. Die verschiedenen Seiten einer Thematik nicht darzulegen sowie die Vermischung von Information und Meinung charakterisieren dabei die Propagandatechniken.“

                  Sie haben zweimal darauf bestanden, dass es um die gesamte Formulierung geht. Wo trifft man nun im Artikel auf diese Kriterien? Das ist mir wirklich nicht klar, trotz mehrmaligem Durchlesen des Artikels.

                4. Doch, die Definition passt hier durchaus. Gerade der einleitende Satz „Propaganda bezeichnet in seiner modernen Bedeutung die zielgerichteten Versuche, politische Meinungen oder öffentliche Sichtweisen zu formen“. Herr Röper schreibt für eine Öffentlichkeit und wenn er solche Formulierungen verwendet, dann will er dem Leser mit der Wahl eben solcher Worte natürlich eine Sichtweise mitgeben. Und es ist dabei eben auch genau die Wortwahl, die gerne von Kriegsparteien gewählt wird, um Gegner zu entmenschlichen. Er erklärt ja oben, warum er das für richtig hält und das mag so sein, aber es ist am Ende eben der Versuch mir diese Deutung mittels einer Technik aus der Propagandakiste mitzugeben.

                  Ich nehme diese Deutung übrigens nicht mit. Ich bin nicht vor Ort, ich habe null Plan von den Gruppierungen. Meine einzige Lageeinschätzung, die ich aus der Ferne machen kann: Dort ist Krieg und Menschen töten sich. Wenn mir jemand die Motivlage der einen oder anderen Seite erläutert, dann hat das für mich einen Informationswert, aber ein Urteil kann ich mir unmöglich final bilden. Und Mord, Folter, Quälerei gehört im Krieg zu jeder Partei. DAS ist Krieg. Die muslimischen Mörder folgen dabei einer besonders kranken Ideologie, aber was ihre Gräueltaten und Morde angeht, so bewegen sie sich nicht außerhalb der Brutalität, die jeder Krieg hervorbringt.

                  Man sollte auch nicht vergessen, dass diese Gruppierung ohne einen anderen Krieg nicht existieren würde. Für mich bleibt daher nur eine einzige Erkenntnis: Wenn man Kriege führt, dann kommt auf die eine oder andere Weise immer sowas dabei raus. Wer gerade welche Rolle trägt, ob Terrorist oder Freiheitskämpfer ist leider dann doch immer wieder lediglich Teil der eigenen parteilischen Deutung. Auch die muslimischen Mörder sind ganz sicher nicht aus der Gebährmutter herausgesprungen und hatten als ersten klaren Gedanken in ihrem Leben wieviele Menschen sie später mal umbringen werden. Das ist keine Rechtfertigung für ihre Taten, aber sie mit solchen Formulierungen zu entmenschlichen, führt den Wahnsinn der Kriegslogik nur fort, wonach der Gegner immer das Monster und die eigene Gewalt somit nur eine Abwehrhaltung dagegen ist. Was meint ihr denn wie die Muslime sich in diesen Gruppen sehen? Da sind wohl eher dann wir die Monster und das waren wir ja auch wirklich, denn WIR / Der Westen hat soviel Leid und Kriege in ihre Länder gebraucht. Wie lange soll dieser Kreislauf weitergehen?

                  Aber wieder zur Propaganda: Die Techniken der Propaganda sind universell und haben erstmal nichts damit zu tun, ob sie von Organisationen oder „großen“ Politikern ausgehen. Wir alle verwenden vieles davon durchaus in unseren alltäglichen Diskussionen und Gesprächen.
                  Bernay selbst hat ihren universellen Wirkmechanismus bereits in den 20er des letzten Jahrhunderts recht gut erkannt. Schlussendlich ist es die Erkenntnis darüber wie Menschen in ihrer Meinung zu einem bestimmten Sachverhalt oder einer Person besonders effizient auf die eigene oder eine sonstwie gewünschte Position gelenkt werden können. Und da sind wir wieder am Anfang: Soll ich gelenkt werden oder will man mich informieren? Man kann den Sachverhalt nämlich auch ohne Propaganda erläutern.
                  Und damit ich nicht falsch verstanden werde: Herr Röper hat auf seiner Seite natürlich jedes Recht dazu. Er darf ohne Ende parteiisch sein. Das tut er offen und dafür schätze ich ihn sehr. Seine Analysen sind oft sachlich und sprachlich unaufgeregt. Deswegen bin ich hier! Allersdings empfinde ich es als Wiederspruch, wenn auf der einen Seite immer wieder der Propagandamüll der NATO Staaten zu recht kritisiert wird, dann aber auf einmal solche Formulierungen hier als Stilmittel auftauchen. Wenn ich mir meine Deutung direkt im Abo abholen will, dann kann ich auch SPON lesen und mich mit moderaten Rebellen und dem Assad-Regime zufrieden geben.

                5. Zitat: „Gerade der einleitende Satz …“

                  Nur der einleitende Satz, sonst gar nichts. Wobei ich stark daran zweifle, dass Herr Röper dabei tatsächlich zielgerichtet vorgegangen ist. Es bleibt im Grunde nur die Art Propaganda, wie wir alle verwenden, wie Sie ja richtig angemerkt haben. Alles ganz normale journalistische Vorgehensweise.

                  Zum Rest Ihrer Aussage ließe sich auch noch einiges sagen, vor allem zum rechtlichen Aspekt bezüglich der Terroristen in Syrien. Aber ich stimme Ihnen gerne zu, dass man nicht als Terrorist geboren wird und der Westen die Hauptursache für den dortigen Terrorismus ist. Allerdings widerspreche ich Ihrer Aussage: „Die muslimischen Mörder folgen dabei einer besonders kranken Ideologie, aber was ihre Gräueltaten und Morde angeht, so bewegen sie sich nicht außerhalb der Brutalität, die jeder Krieg hervorbringt.“ Sicher bringt jeder Krieg Gräueltaten hervor, aber für Fakevideos gezielt einem Baby eine Injetionsnadel mehrmals ins Herz zu rammen, dürfte ziemlich einmalig sein, ebenso wie Kanibalismus, Köpfe abschneiden und Feinde an die Stoßstange binden, um sie durch die Gegend zu schleifen, ist wohl eher selten. Und das sind nur wenige Beispiele. Ich bin auch nicht vor Ort, aber unzählige Videos im Netz zeigen, dass man nicht so einfach von normelen Grausamkeiten sprechen kann, die in jedem Krieg vorkommen.

                6. Es war auch nicht meine Absicht Herrn Röper die bewusste Verwendung von Propagandatechniken zu unterstellen. Das ist sogar eigentlich ziemlich egal, ob das bewusst oder unbewusst passiert. Ich finde man sollte versuchen sie generell zu vermeiden und durch die Darstellung des Sachverhalts an sich überzeugen.

                  Die konkrete Art der Brutalität mag neu sein, aber nicht das Ausmaß an sich. Der Krieg trägt es in sich, dass er die Empathie im Menschen vernichtet und somit an sich alles an Brutalität, was ausdenkbar ist, überhaupt erst ermöglicht. Die konkreten Taten mögen besonders sein, aber nicht der „Sadismus“ an sich, welcher dann beim Gegner angewendet wird.
                  Wenn sie ein wenig Zeit über haben, dann schauen sie sich vielleicht mal folgende Doku über Robert Fisk an:
                  https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.arte-doku-ueber-robert-fisk-krieg-aus-erster-hand.4b6ebb01-070a-4854-83f3-254cde8090dd.html

                  Der ist seit Jahrzehnten in solchen Konflikten unterwegs und evtl. kriegt er es besser erklärt. was ich aussagen will. Er vertritt jedenfalls ziemlich genau die Position, die ich versuche hier zu erläutern.

                7. Die Doku habe ich vor ein paar Tagen auf Arte gesehen. Ein Muss! Aber danke für den Hinweis. 😉

                  Ich habe nie angenommen, dass Sie das unterstellen wollten, ich schreibe auch nicht hier, um ihn zu verteidigen, ich will lediglich meine Sicht der Dinge darlegen. Hätten Sie einfach die Wortwahl kritisiert, wäre ich gar nicht angesprungen, es war nur das Wort Propaganda. Die Wortwahl finde ich korrekt, hätte da was von Rebellen-Hochburg gestanden, wäre das mein letzter Besuch auf Anti-Spiegel gewesen. So weiß ich doch gleich, woran ich bin, der Verfasser ist mir sozusagen vertrauter, hat sicher ähnliche Empfindungen wie ich. Im Übrigen bleibe ich dabei, die gefilmte und gefeierte Grausamkeit, die die an den Tag legen, lässt sich nicht mit allgemeinen Grausamkeiten in Kriegen vergleichen, weder in der Art noch in der Anzahl der Täter. Ist aber Ansichtssache und lohnt nicht, darüber weiter zu streiten (streiten hier nicht im negativen Sinne).

                8. Das ist für mich ein passender Abschluss. Wir müssen uns nicht in allem einig sein, aber im Kern denke ich, dass wir das Thema ausdiskutiert haben. Und die Doku möchte ich auch allen Mitlesern hier ebenso empfehlen! Fisk ist ein sehr beeindruckender Journalist und nebenbei erfährt man dann auch,. dass der Antisemitismus Vorwurf als Mittel der Diskreditierung keine neue Erfindung ist, sondern schon vor vielen Jahrzehnten genauso wie heute verwendet wurde, um Kritiker von Krieg und Unrecht zu diskreditieren.

                9. Yossarian: „Wir müssen uns nicht in allem einig sein, aber im Kern denke ich, dass wir das Thema ausdiskutiert haben.“

                  @All:

                  „Man frage nicht, ob man durchaus übereinstimmt, sondern ob man in einem Sinne verfährt.“
                  (Goethe)

                  🙂

        2. Sehr interessante Diskussion um die „Brutstätte“

          Was sagt denn Putin selbst, was Russland tun muss in der letzten Hochburg des Terrorismus :

          http://en.kremlin.ru/events/president/news/62837

          Wladimir Putin betonte, wie wichtig es sei, wirksame Maßnahmen zur Neutralisierung der terroristischen Bedrohung zu ergreifen und dabei die Grundsätze der Souveränität und der territorialen Integrität in der Arabischen Republik Syrien zu beachten

          Er macht was…. ? Er bekämpft keine Monster, keine Dies- und keine Das… Er bekämpft mit seinen Mitteln das, was jeder der ihn fragt, überhaupt nicht in Zweifel ziehen kann. Er bekämpft die terroristische Bedrohung , die er neutralisiert. Jeder kann sich nun selbst seine eigenen Gedanken des Wie- und des Warum… Und schon ist Ruhe im Karton, wenn 2 Staatschefs ihn anrufen 🙂

  3. Generell, bezogen auf die etwas unklare Sachlage in dem zeitnahen Artikel von T.Röper:
    Es hatte sich dann bestätigt, dass die Syrer selbst es waren.

    Bezogen auf die hier längere Diskussion um Begriffe, erscheint es interessant, was der Sprecher der US-geführten Anti-IS-Koalition sagt – nicht zuletzt natürlich auch Putin selbst dazu ausführt.

    https://www.facebook.com/707180039367921/videos/185373716082321/

    Es wird so manchen erstaunen.

  4. Um einmal zum Thema zurückzukehren: Wir raten dazu die, z.T. von einem subtilen, herzerfrischenden Sarkasmus gekennzeichneten, Ausführungen des Außenministers der RF vom 15.02.2020 im Rahmen dieses Stelldicheins transatlantischer Irrer in München zu genießen.:
    https://www.mid.ru/de/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/4043519
    (Das „Deutsch“ des MID der RF ist leider wirklich nicht „allzu doll“, aber alles zu lesen, lohnt sich – ein kurze Zusammenfassung des sich als „Politik “ verstehenden „westlichen Elends“.)

    Einige kurze (recht amüsante) Auszüge:

    „…

    Frage (übersetzt aus dem Englischen): Wir alle sind um die Situation in Idlib besorgt, aber ich möchte Sie nicht darüber fragen, sondern über die Beziehungen Russlands mit der Türkei im Allgemeinen – für mich sind sie in einem gewissen Sinne ein Rätsel. Wie könnten Sie diese Beziehungen bezeichnen: Sind Sie Verbündete oder Gegner?

    Sergej Lawrow: Das ist ein Rätsel, das „in ein Geheimnis verpackt und in ein Kopfzerbrechen gesteckt wurde“, nicht wahr?
    Unsere Beziehungen mit der Türkei sind sehr gut. Das bedeutet nicht, dass wir miteinander immer einverstanden sein müssen. Ich denke generell, dass es in Beziehungen zwischen zwei Ländern unmöglich ist, dass sie in Bezug auf jedes mögliche Problem immer einverstanden sind. Wenn so etwas gibt, dann sieht es schon danach aus, dass einer vom anderen unter Druck gesetzt wird.

    Frage (übersetzt aus dem Deutschen): Ich finde Ihre Äußerungen zu Syrien nicht ganz überzeugend. Wie will denn die russische Führung die Souveränität Syriens garantieren, während die türkischen Truppen in Idlib, Afrin und anderen Gebieten im Norden des Landes weilen? Offensichtlich werden sie dort noch lange bleiben. Ihre Aussagen überzeugen mich nicht.

    Sergej Lawrow: Die Frage ist einfach. Wir tun das, was wir in Syrien tun, nicht um Sie zu überzeugen. Sie sind, soweit ich verstehe, Journalist. Es ist Ihr gutes Recht, solche Vorstellungen von der Situation zu haben, die Sie eben haben. Wir tun „vor Ort“ das, was die Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrats verlangt. Sie garantiert unter anderem die Souveränität und territoriale Einheit Syriens. Russland ist nicht derjenige, der die Souveränität Syriens garantieren will. Sie ist vom UN-Sicherheitsrat garantiert.

    Es gibt noch eine Richtung, die die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats vorsehen: die Verfassungsreform und den politischen Prozess. Wir haben zu diesem Zweck das Verfassungskomitee gegründet. Wir halfen gemeinsam mit der Türkei und dem Iran den Syrern, sich auf die Bildung dieses äußerst wichtigen Mechanismus zu einigen. Das ist, was wir tun. Und inwieweit überzeugend das aussieht, müssen schon Sie beurteilen. Wir sind an Kritik gewohnt – sie fördert immerhin die Suche nach kreativen Lösungen. Wir werden auf Ihre Einschätzungen und auf Ihre konstruktiven Ratschläge warten.
    …“

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