Der Donnerstag in den USA

Facebook löscht Trump-Interview, Hunter Bidens Drogenprobleme und Joe Bidens Gesundheit

Das war ein spannender Tag in den USA, der viele neue Ereignisse gebracht hat. Aber aus irgendeinem Grund fanden die deutschen Medien nicht alle davon berichtenswert. Also berichte ich.

Ich habe am Donnerstag schon über Hunter Bidens Aussagen berichtet, dass er das in der Ukraine verdiente Geld für Drogen ausgegeben hat, den Artikel finden Sie hier. Darüber schreibt er selbst in seinem Buch, das in einer Woche in der Handel kommt und daraus hat die Washington Post zitiert. Das war aber noch nicht alles, was am Donnerstag in den USA passiert ist. Das russische Fernsehen hat in den Abendnachrichten den politischen Tag in den USA zusammengefasst und ich habe den Korrespondentenbericht des russischen Fernsehens übersetzt. Ich empfehle, auch den Beitrag des russischen Fernsehens anzuschauen, der zusammen mit meiner Übersetzung auch ohne Russischkenntnisse verständlich sein sollte.

Beginn der Übersetzung:

Seine Frau konnte keine zwei Worte auf Spanisch herausbringen, sein Sohn gab zu, dass er sein Gehalt von der ukrainischen Firma Burisma für harte Drogen ausgegeben hat, sein Hund hat auf dem Rasen des Weißen Hauses wieder jemanden gebissen. Für den amerikanischen Präsidenten läuft es an der „Heimatfront“ irgendwie instabil. Daher versuchte er heute, Frieden an einer richtigen Front zu etablieren und kündigte den Abzug von Truppen aus dem Persischen Golf an. „Kämpfe“ auch an der wirtschaftlichen Front. Gemessen an der Reaktion der Senatoren und der Presse braucht das Land den teuersten Reset seit einem halben Jahrhundert, der auf Kosten der Unternehmenssteuern erfolgen soll, was Biden erst noch durchsetzen muss. Und während er weiter das Gleichgewicht verliert, findet Trump Wege, ihn zu schubsen.

Aus den USA berichtet unser Korrespondent Valentin Bogdanov.

Ernüchtert von der korrupten amerikanischen Presse redet Donald Trump jetzt nur noch mit denen, denen er voll und ganz vertraut. Zum Beispiel mit seiner Schwiegertochter.

„Guten Abend! Ich bin Lara Trump und ich freue mich, euch heute Abend einem besonderen Gast vorstellen zu können.“

Das 18-minütige Gespräch mit Lara Trump ist das erste vollwertige Interview des 45. amerikanischen Präsidenten seit seinem Auszug aus dem Weißen Haus. Zuvor hatte er mehrmals mit Fox News telefoniert.

Trump hat viel über sich selbst geredet und noch mehr über Biden, aber die wichtigste Frage wurde am Ende gestellt: „Haben wir Hoffnung, dass wir Donald Trump 2024 als Präsidentschaftskandidaten sehen werden?“

„Sie haben Hoffnung. Wir lieben unser Land, wir haben ihm viel zu verdanken, und jetzt müssen wir ihm helfen“, antwortete Trump.

Um 9.30 Uhr sollte das fertig geschnittene Video auf Facebook hochgeladen werden. Um 9.26 Uhr erhielt die Redaktion von Right View – so der Name von Lara Trumps Sendung – eine E-Mail von der Facebook: „Angesichts der Sperrung von Donald Trumps Facebook- und Instagram-Konten wird Material mit Auftritten von Donald Trumps gelöscht.“

25 Minuten später, um 9.51 Uhr, wurde das Video mit dem Interview von Facebook gelöscht.

„Wenn sie alles, was mit Donald Trump zu tun hat, löschen können, wenn das ihr einziger Weg ist, unser Land zu kontrollieren, dann leben wir in einer sehr beängstigenden Zeit“, konstatierte Fox News.

Voldemort ist nicht mehr zu hören. So nennt die amerikanische Presse Donald Trump, der von den sozialen Medien zum Schweigen gebracht wird, spöttisch. Auf Instagram erlaubt man Lara Trump jedoch immer noch, sich zu empören.

„Wir sind Orwells Roman 1984 einen Schritt näher gekommen“, schrieb sie.

Die Gründe, Trump den Mund zu verbieten, sind natürlich in seinem ganzen Interviews verstreut. Er kritisiert die derzeitige Regierung scharf für Versäumnisse in der Außenpolitik und für die Situation mit den Migranten an der Grenze. Auch Hunter Biden bekam seinen Teil ab.

Auszüge aus dem Buch der Erinnerungen des Sohnes des US-Präsidenten, das demnächst in den Handel kommt, wurden von der Washington Post veröffentlicht: „Ich habe Crack auf den Straßen von Washington gekauft und es selbst in einem Hotel in Los Angeles zubereitet. Ich musste so viel trinken, dass ich nicht vom Spirituosengeschäft bis nach Hause gehen konnte, ohne die Flasche zu öffnen.“

In dieser Beichte erzählt Hunter Biden, wie er sein Geld für Alkohol und Kokain ausgegeben hat.

„Der Sohn des Präsidenten schreibt in dem Buch „Beautiful Things“, dass ihm das Geld von Burisma in seiner lebenslangen Sucht nach Alkohol und Drogen geholfen hat“, schreibt die Zeitung.

„Das Schockierendste an dieser Geschichte ist, dass Hunter Biden den Interessenkonflikt immer noch nicht erkennt, da er einen Job bekommen hat, der ihm Millionen von Dollar von einem ukrainischen Energieunternehmen gebracht hat. Aber dabei gibt er de facto zu, dass der einzige Grund, warum er den Job bekommen hat, sein Vater, der damalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, war“, berichtete Fox News.

Sogar Twitter-Chef Jack Dorsey sieht die Geschichte von Biden Jr. jetzt anders, und laut Trump bedauert er es, die Geschichte von Hunters Laptop während des Wahlkampfs zensiert zu haben.

Allerdings ersetzen unangenehme Geschichten in den USA einander oft. Wer weiß, vielleicht haben die Führer amerikanischer sozialer Netzwerke sich in Trumps Interview am meisten über Witze über die Flugzeugtreppe und den gefallenen Biden geärgert.

Der ehemalige Präsident erinnerte an seine Rede in West Point, wo er im Regen eine nasse Rampe hinuntergehen musste.

„Ich hätte die Treppe nehmen können, aber Ihr hättet daraus einen Riesenaufriss gemacht. Und dieser Kerl ist dreimal gefallen und es wurde in den Nachrichten nicht einmal gezeigt. Unglaublich“, sagte Trump.

Die Prüfung auf einer nassen Treppe hatte Biden einen Tag zuvor bestanden. Er kam damit insgesamt normal zurecht, aber einen Augenblick lang wurde es doch spannend. Sein Fuß wäre fast in der Reisetasche hängen geblieben.

Der amerikanische Präsident flog nach Pittsburgh, wo er einen ehrgeizigen Plan zur Entwicklung der amerikanischen Infrastruktur für zwei Billionen Dollar vorgestellt hat. Die ist in den letzten Jahrzehnten baufällig geworden. Die USA stehen bei der Infrastruktur auf Platz dreizehn der Weltrangliste.

„Es ist im Grunde die größte Investition in Arbeitsplätze seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte Joe Biden.

Für die Reform bezahlen sollen Unternehmen und die reichsten Amerikaner. Diejenigen, die mehr als 400.000 Dollar im Jahr verdienen.

Biden erhöht die Steuern. Die Republikaner sind dagegen.

„Joe Biden schlägt die bedeutendste Steuererhöhung in der Geschichte des Landes vor. Täuschen Sie sich nicht. Egal, wie viel Sie verdienen, eine Million Dollar pro Jahr oder Tausend, ich garantiere Ihnen, dass Ihr Bankkonto unter Joes Reformen leiden wird“, sagte Fox News-Moderator Sean Hannity.

Die Entscheidung, Transgender in das US-Militär zurückzuholen, gefällt Trumps Unterstützern ganz und gar nicht. Das Pentagon wird sie wieder in den Dienst aufnehmen. Vor drei Jahren hat Trump das verboten.

„Nach den geltenden Vorschriften ist Diskriminierung einer Person, weil sie sich als Transgender identifiziert, verboten. Alle Wehrdienstleistenden sollten mit Würde und Respekt behandelt werden“, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby.

Transgender-Menschen werden geschützt, aber wo sollen die um Schutz bitten, die im Weißen Haus arbeiten?

„Bidens Hund Major macht wieder Probleme, der Hund hat zum zweiten Mal einen Mitarbeiter des Weißen Hauses gebissen“, berichten die Medien.

Schon im März hat Major einen Geheimdienstoffizier gebissen.

„Major ist immer noch im Weißen Haus, hier zu leben ist für ihn eine große Veränderung. Die Leute sagen, bringen Sie den Hund nach Hause nach Delaware, dort ist es viel ruhiger. Major braucht schon seinen eigenen Presseattaché“, sagen die TV-Sender.

Aber wozu einen Presseattaché, wenn es mächtigere Beschützer gibt?

Sein Frauchen ist dagegen, ihn nach Hause zu schicken. First Lady Jill Biden versichert, dass der Hund sich in der neuen Umgebung immer noch nicht eingelebt hat. Nach dem Motto, deshalb wetzt er seine Zähne an einem nach dem anderen.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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