Rede an die Nation

Putin im O-Ton über die aktuelle Außenpolitik und den Westen

Am 21. April hat Putin seine jährliche Rede an die Nation gehalten, die in diesem Jahr wegen der Zuspitzung des Konfliktes mit dem Westen mit besonderem Interesse erwartet wurde. Hier übersetze ich den Teil der Rede, in dem es um Außenpolitik ging, komplett.

Putins Rede an die Nation ist jedes Jahr ein großes Thema und die Medien im Westen sind dabei stets bemüht, alles wegzulassen, was nicht ins gewollte Bild passt. So wird es auch dieses Mal sein, weshalb ich in mehreren Artikeln ausführlich auf die Rede eingehen und sie übersetzen werde. In diesem Artikel geht es darum, was Putin zur Außenpolitik gesagt hat.

Die Rede hat fast anderthalb Stunden gedauert und nur etwa zehn Minuten haben sich um die Außenpolitik gedreht. Da die westlichen Medien sich aber immer nur auf diesen Teil konzentrieren, werde ich die kleine Serie über Putins Rede an die Nation damit beginnen. Die Rede war jedoch dominiert von innenpolitischen Themen wie Familienförderung, Gesundheitssystem und sozialen Fragen. Dazu werde ich auch Artikel veröffentlichen.

Hier finden Sie den Teil der Rede zur Außenpolitik und ich habe diesen Teil der Rede komplett übersetzt, damit Sie ihn mit dem abgleichen können, was westliche „Qualitätsmedien“ darüber heute und morgen berichten werden. Dieser Teil kam erst ganz am Ende der Rede.

Beginn der Übersetzung:

Am Ende möchte auch ein paar Worte über den Sinn und den Inhalt der russischen Politik auf der internationalen Bühne sagen. Sinn und Inhalt unserer Politik bestehen darin, Frieden und Sicherheit für das Wohlergehen unserer Bürger und für die stabile Entwicklung unseres Landes zu gewährleisten. Russland hat natürlich Interessen, die wir im Rahmen des Völkerrechts verteidigen und und für die wir einstehen werden, so wie es auch andere Staaten der Welt tun. Und wenn jemand diese offensichtliche Sache nicht verstehen, keinen Dialog führen will, sondern einen egoistischen und arroganten Ton wählt, wird Russland immer einen Weg finden, für seine Position einzustehen.

Gleichzeitig scheinen sich alle auf dieser Welt leider an die Praxis politisch motivierter, illegaler Wirtschaftssanktionen gewöhnt zu haben, an die groben Versuche einiger, anderen ihren Willen mit Gewalt aufzuzwingen. Aber heute wird diese Praxis in etwas viel Gefährlicherem wiedergeboren – ich meine den jüngsten Versuch, einen Staatsstreich in Weißrussland und die Ermordung des Präsidenten dieses Landes zu organisieren. Es ist bezeichnend, dass der sogenannte kollektive Westen selbst solche ungeheuerlichen Aktionen nicht verurteilt. Niemand dort hat davon Kenntnis genommen. Jeder tut so, als sei ob überhaupt nichts passiert.

Aber hören Sie, man kann zum Beispiel zum Präsidenten der Ukraine Janukowitsch oder zu Maduro in Venezuela stehen, wie man will. Ich wiederhole, man kann zu Janukowitsch, der mit Hilfe eines bewaffneten Putsches von der Macht entfernt wurde und der auch fast ermordet worden wäre, stehen, wie man will. Man kann jede Meinung über die Politik des Präsidenten von Weißrussland, Alexander Lukaschenko haben. Aber die Praxis, Putsche zu organisieren, Pläne für politische Morde, einschließlich hochrangiger Vertreter von Staaten – nun, das ist zu viel, es wurden bereits alle Grenzen überschritten.

Und was alleine die Geständnisse der inhaftierten Teilnehmer der Verschwörung aussagen, dass sie die Blockade von Minsk geplant haben, einschließlich der städtischen Infrastruktur und Kommunikationsmittel, die vollständige Abschaltung des gesamten Stromnetzes der Hauptstadt von Weißrussland! Das bedeutet übrigens, dass in Wahrheit Vorbereitungen für einen massiven Cyberangriff gelaufen sind. Wie denn sonst? Wissen Sie, man kann das nicht tun, in dem man einfach einen Schalter umlegt.

Die westlichen Kollegen lehnen die zahlreichen russischen Vorschläge zur Aufnahme eines internationalen Dialogs auf dem Gebiet der Informationstechnik und Cybersicherheit offenbar nicht ohne Grund ab. Wir haben das schon oft vorgeschlagen. Aber sie alle weigern sich, über das Thema auch nur zu reden.

Und was wäre passiert, wenn der Putschversuch in Weißrussland wirklich durchgeführt worden wäre? Das wäre ja fast geschehen. Wie viele Menschen wären verletzt worden? Wie hätte sich das Schicksal von Weißrussland im Ganzen entwickelt? Darüber denkt niemand nach.

So, wie auch niemand über das Schicksal der Ukraine nachgedacht hat, als in dem Land der Putsch durchgeführt wurde.

Gleichzeitig hören auch die unfreundlichen Aktionen gegen Russland nicht auf. In einigen Ländern ist es ein unerfreulicher Brauch geworden, bei jeder Gelegenheit, und meistens grundlos, Russland anzugreifen. Das ist ein Sport geworden, eine neue Sportart, wer die lautesten Erklärungen abgibt.

Wir verhalten uns in dieser Hinsicht sehr zurückhaltend, ich sage es direkt und ohne Ironie, wir verhalten uns bescheiden. Oft reagieren wir überhaupt nicht nur nicht auf unfreundliche Aktionen, sondern auch nicht auf offene Unverschämtheiten. Wir wollen gute Beziehungen zu allen Teilnehmern der internationalen Gemeinschaft haben. Aber wir sehen, was in Wirklichkeit geschieht: Wie gesagt, wird Russland grundlos hier und da angegriffen. Und natürlich sind um sie herum, wie bei Shir Kahn alle kleinen Tabaqui, ganz wie bei Kipling, bereit, ihrem Souverän zu dienen. Kipling war ein großartiger Schriftsteller.

Wir wollen wirklich gute Beziehungen zu allen Teilnehmern der internationalen Gemeinschaft haben, übrigens auch zu denen, zu denen die Beziehungen zur Zeit – gelinde gesagt – nicht so gut sind. Wir wollen wirklich keine Brücken abbrechen. Aber wenn jemand unsere guten Absichten als Gleichgültigkeit oder Schwäche wahrnimmt und beabsichtigt, diese Brücken vollständig abzubrechen oder sogar in die Luft zu sprengen, sollte er wissen, dass Russlands Antwort asymmetrisch, schnell und hart sein wird.

Die Organisatoren jeglicher Provokationen, die die grundlegenden Interessen unserer Sicherheit bedrohen, werden das Getane bedauern, wie sie schon sehr lange nichts mehr bedauert haben.

Gleichzeitig haben wir, das muss ich deutlich sagen, genug Geduld, Verantwortung, Professionalität, Selbstvertrauen, Selbstsicherheit in die Richtigkeit unserer Position und gesunden Menschenverstand, wenn es darum geht, jedwede Entscheidungen zu treffen. Aber ich hoffe, dass niemand darüber nachdenken wird, Russlands so genannten roten Linien zu überschreiten. Und wo sie verlaufen, legen wir in jedem konkreten Fall selbst fest.

Wie es in den jährlichen Reden an die Nation üblich ist, muss ich auch heute wieder erwähnen, dass die Verbesserung und qualitative Stärkung der russischen Streitkräfte ständig weitergeht. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir der Entwicklung der militärischen Ausbildung, und zwar sowohl in den Einrichtungen für militärische Ausbildung als auch auf der Grundlage militärischer Ausbildungszentren an zivilen Universitäten.

Bis 2024 wird der Anteil moderner Waffen und Ausrüstung bei den Truppen bei fast 76 Prozent liegen, das ist ein sehr guter Indikator. Und bei der nuklearen Triade wird er schon in diesem Jahr über 88 Prozent liegen.

Die neuesten interkontinentalen Hyperschallraketen vom Typ „Avangard“ und der Laser-Kampfkomplex „Peresvet“ sind bereits in Dienst gestellt und das erste Regiment, voll ausgestattet mit den schweren Interkontinentalraketen vom Typ „Sarmat“, wird Ende 2022 nach Plan einsatzbereit sein.

Die Zahl der Hyperschallraketen vom Typ „Kinzhal“ wird erhöht. Die Zahl der Schiffe, die mit diesen genannten Präzisions-Hyperschallwaffen und mit den Marschflugkörpern „Kalibr“ ausgerüstet sind, nimmt weiter zu. In naher Zukunft werden Hyperschallraketen vom Typ „Zirkon“ in Dienst gestellt. Die Arbeit an anderen hochmodernen Systemen, darunter „Poseidon“, „Burevestnik“ und andere Systeme, läuft nach Plan.

Als führendes Land bei der Entwicklung von Kampfsystemen der nächsten Generation, bei der Entwicklung moderner Nuklearstreitkräfte, fordert Russland die Partner erneut auf, Fragen im Zusammenhang mit der strategischen Rüstung zu erörtern, um die globale Stabilität zu gewährleisten. Das Ziel solcher Verhandlungen könnte darin bestehen, ein Umfeld konfliktfreier Koexistenz auf Basis gleicher Sicherheit zu schaffen, das nicht nur traditionelle strategische Waffen wie Interkontinentalraketen, schwere Bomber und U-Boote abdeckt, sondern auch, wie ich betonen möchte, alle offensiven und defensiven Systeme, die in der Lage sind, strategische Aufgaben zu lösen, unabhängig von ihrer Ausrüstung.

Die fünf Atomstaaten tragen hier eine besondere Verantwortung. Ich hoffe, dass die russische Initiative zum persönlichen Treffen der Staats- und Regierungschefs – der ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates, das wir letztes Jahr vorgeschlagen haben – umgesetzt wird, und dass es stattfinden wird, sobald die epidemiologischen Bedingungen dies zulassen.

Russland ist immer offen für eine breite zwischenstaatliche Zusammenarbeit. Wir haben uns konsequent für die Erhaltung und Stärkung der Schlüsselrolle der Vereinten Nationen in der Weltpolitik eingesetzt, wir sind entschlossen, zur Lösung regionaler Konflikte beizutragen, und haben bereits viel getan, um die Lage in Syrien zu stabilisieren und den politischen Dialog in Libyen zu beginnen. Russland hat, wie Sie wissen, eine wichtige Rolle bei der Beendigung des bewaffneten Konflikts in der Region Berg-Karabach gespielt.

Auf der Grundlage gegenseitigen Respekts bauen wir Beziehungen mit der überwiegenden Mehrheit der Nationen der Welt auf: in Asien, Lateinamerika, Afrika und mit vielen europäischen Ländern. Konsequent und vorrangig erweitern wir die Kontakte zu unseren engsten Partnern in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, den BRICS, der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und den Verbündeten der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit.

Unsere gemeinsamen Projekte im Rahmen der Eurasischen Wirtschaftsunion zielen darauf ab, das Wachstum der Wirtschaft und das Wohlergehen der Bürger zu gewährleisten. Gleichzeitig gibt es neue interessante Richtungen, wie die Entwicklung von Transport- und Logistikkorridoren. Ich bin sicher, dass sie zu verlässlichen Infrastrukturrahmen der großen eurasischen Partnerschaft werden. Die russischen Ideen dieser breiten offenen Vereinigung werden bereits in der Praxis umgesetzt, unter anderem durch die Konsolidierung mit anderen Integrationsprozessen.

All dies sind keine spekulativen geopolitischen Konstruktionen, sondern praktische Instrumente zur Lösung der Probleme der nationalen Entwicklung.

Ende der Übersetzung


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

36 Antworten

    1. Die Zeiten der Demütigung aus der Jelzin-Erä sind nun endgültig vorbei. Zwischenzeitlich hatte man es mit wohlwollendem Entgegenkommen und endlosen Gesprächs- und Partnerschaftsangeboten versucht, wurde aber vom Westen nur belächelt oder attackiert. Jetzt wird hier ein ganz anderer Wind wehen.

      1. Tatsächlich wurde auf Phoenix zwischen den Sendungen „Vulkane auf Neuseeland“ das Heute-Journal mit der Schlagzeile „Rote Linien – Putin droht dem Westen“ angekündigt. 😜

  1. Die Meldung is auch ganz lustig:

    „МИД РФ объявил 10 сотрудников посольства США персонами нон грата“
    (Russisches Außenministerium erklärt 10 Mitarbeiter der US-Botschaft zur Persona non grata)

    ______://russtrat.ru/news/21-aprelya-2021-1803-3951

    Sullivan hat man wohl nun schon zweimal gefragt, ob er wirklich schon nicht etwa Gott sei Dank doch endlich gehen wolle – er ist wohl immer noch da, nur man redet mit ihm nicht mehr.
    Der glaubt auch, daß er irgendwann zurück kommen würde – möglich, aber wahrscheinlich dann als Privatmann, seine Akkreditierung wird er wohl los werden.

  2. Fakt ist – wenn Putin nicht so unendlich viel Geduld und diplomatisches Geschick bewiesen hätte – der III. WK hätte längst begonnen (Ausgang ungewiss) … und was die „westlichen qualitäts-medien“ über seine Rede berichteten, da reichte mir schon die Überschrift von n-tv – um nicht mehr weiterlesen zu müssen.
    Wichtig ist, das Russland jedoch nicht nur Geduld und Diplomatie beweist – sondern auch aktiv an seiner Verteidigung arbeiten muß, denn um endlich an die großen Reserven an Bodenschätzen in Russlands Boden zu gelangen und sie frei rauben zu können – wird das westliche Raubtier des Finanz-, Militär- und Industriewesen über Milliarden von Toten schreiten – Beweise gibt es dafür – auch aktuell – genug!

    1. Vollkommen richtig. Die wahren Autokraten und Despoten sitzen im Westen. Und denen geht es nur um eins: Geld und Macht. Um die Gelüste nach grenzenlosem Wachstum stillen zu können, wollen sie an die Rohstoffe Eurasiens ran. Souveräne Staaten wie Russland stehen den Imperialisten der Anglo-Amerikanischen Achse vollkommen im Weg. Glücklicherweise behält Präsident Putin stets einen kühlen Kopf und lässt sich selbst von Unverschämtheiten seitens Frau von der Leychen und Sleepy Joe Biden nicht provozieren…

    2. Ich sags nochmal:
      Es geht hier nicht primär um Bodenschätze, das ist ein, freilich nicht völlig bedeutungsloser, Nebenkriegschauplatz.
      Es geht um die weltweite Vorherrschaft des westlichen Wirtschafts- und Zivilisationsmodells, so wie es die Amerikaner besonders nach dem 2. WK geprägt haben.
      Die westliche Dominaz stand jedenfalls in den letzten Zweihundert Jahren nie wirklich in Frage, selbst in den rund 70 Jahren Kommunismus nicht, und nach dem Siegestaumel vor 30 Jahren kommt nun der Kater – das is halt so, wenn man zu viel gesoffen hat, und das hat man, will es aber nicht wahr haben.
      Das Gefasel vom „Ende der Geschichte“ in den 90ern kam doch nicht von ungefähr, ebensowenig wie „Unentbehlichkeit“, die da unser aller US-Prädidenten der Herzen in West Point zum Zwecke der Legitimation dieses geradezu irrsinnig und hoffnungslos überdimensionierten Militärapparates kreierte.

        1. Nu jedenfalls denken die Russen wieder über einen Госплан nach.

          https://russtrat.ru/analytics/17-aprelya-2021-0010-3872

          „Чтобы выжить, России нужен Госплан“
          Стратегическое планирование в современной России и опыт Госплана СССР
          („Um zu überleben, braucht Russland einen Gosplan“
          Strategische Planung im modernen Russland und die Erfahrungen mit dem Gosplan der UdSSR)

          Und Frau Panina schreibt da etwas Interessantes: (Deepl-übersetzt)
          „…
          Es ist kein Zufall, dass Margaret Thatcher im November 1991 in
          einer Rede vor dem American Petroleum Institute sagte: „Die
          Sowjetunion war ein Land, das eine ernsthafte Bedrohung für die
          westliche Welt darstellte. Ich spreche nicht von einer
          militärischen Bedrohung. Ich spreche nicht von einer militärischen
          Bedrohung. Unsere Länder sind gut bewaffnet, einschließlich
          Atomwaffen. Ich meine eine wirtschaftliche Bedrohung. Dank der
          Planpolitik und einer eigentümlichen Kombination von moralischen
          und materiellen Anreizen gelang es der UdSSR, eine hohe
          Wirtschaftsleistung zu erzielen.“
          …“

          1. Danke für den Hinweis! Man darf gespannt sein, wie sich die wirtschaftliche Situation in Russland weiterentwickelt. Jedenfalls ist Russland in den letzten zwei Jahrzehnten größtenteils wieder zum Selbstversorger geworden. Gerade was die Landwirtschaft angeht, aber auch im Maschinenbau und der Medizin wurden gewaltige Fortschritte gemacht. In der IT-Branche könnten sie sich mit Yandex leicht vom amerikanischen System abkoppeln. In der Raumfahrt sind die Russen ja ohnehin Weltmeister 😉

          2. Gab es in der DDR nicht auch so einen Planungsstab? Ich erinnere mich noch gut an die riesigen Plakate an den Transitstrecken, die stolz alle möglichen Erfolge verkündeten. Wenn mal eine Strecke teilweise gesperrt war und die Umleitung zwangsweise etwas tiefer ins Land und über die Dörfer führte, konnte man als „Wessi“ nicht anders als über die Plakate den Kopf zu schütteln, sich fremdzuschämen und vor Mitgefühl für die „Ossis“ fast zu vergehen.

            1. Da haben Sie schon recht, nur das ist nicht der Punkt.
              Unsere Planwirtschaft war vom Ansatz her, sicher jedenfalls z.T., dysfunktional. Das heißt aber noch lange nicht, daß man besser überhaupt keinen Plan haben sollte.

  3. *** Russlands Antwort asymmetrisch, schnell und hart sein wird ***
    Wann ??? Erst wieder wenn die SS 2.0 Verbände, wieder an den Stadtmauern, von St. Petersburg, Moskau, Wolgograd und Wladiwostok stehen ( im Vorgarten stehen sie ja schon, in den Stiefel und Panzerkettenabdrücken, ihrer Vorfahren ) . Bis dahin hält Russland in christlicher Tradition, nur die andere Wange hin. So steigt der rassende HaSS ins Unermessliche und die Verachtung, der feigen Russen, so weit bis sie nicht mehr an sich halten können und die russischen Untermenschen, nur mal schnell / Blitzkrieg.
    Unterjochen müssen. Einen Soziopathen oder Psychopathen , reizt dieses duldsame Verhalten, bis sein Blut zu kochen beginnt.
    Frauen mit diesem Verhaltensmuster, können mit ihren leidvollen Erfahrungen, Russland WARNEN.

  4. Heute sprach ich mit einem russischem Arzt in unserem Krankenhaus, er sagte mir dass Putin heute eine Rede an die Nation hält. Ich war wirklich sehr erschrocken, weil ich nicht wusste ob diese allgemein geplant war. Selbst der Arzt meinte, er müsse nun erstmal einen Tee trinken. Ich dachte mir nur, dann muss es wirklich sehr ernst sein, ernster als sonst.
    In der Pause holte ich gleich mein Handy raus, um zu schauen ob Thomas hier schon was berichtet hatte – nichts… aber die Nervosität war dennoch da. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass das diesesmal nicht glimpflich ausgeht und schon gar nicht lokal begrenzt bleibt!

    Mein Herz schlägt für Russland! Obwohl ich ein deutscher Patriot bin, stösst mich das deutsche Ansehen in der Welt nur noch ab! Schon fast peinlich das Gefühl.

    1. Ich kenne dieses gespaltene Gefühl. Prinzipiell bin ich ein deutscher Patriot. Manchmal muss ich mich aber echt dafür schämen, Deutscher zu sein. Aber nicht aus einem dummen anti-deutschen Selbsthass heraus, wie ihn die Grünen und Antifa propagieren. Sondern weil Deutschland in die Welt hinaus von Gestalten wie Angela Merkel, Flintenuschi, Manfred Weber, Krampf-Knarrenbauer, Baerbock und, und, und, vetreten werden. Ausgerechnet die unfähigsten und unsympathischsten Gestalten, die man sich nur vorstellen kann.
      27 Millionen Sowjetbürger hat die Wehrmacht abgeschlachtet, Leute, wir haben als Deutsche eine historische Verantwortung gegenüber Russland zu zeigen. Israel fassen wir mit Samthandschuhen an, egal was die gerade tun. Und auf Russland wird unentwegt eingedroschen. Das ist Heuchelei in Höchstform!

  5. „Schon fast peinlich das Gefühl.“

    Nur fast peinlich? Als anständiger Deutscher muss man sich schon fast zu Tode schämen über dieses Volk, das wieder mal alles mitmacht. Widerlich.

    1. Es ehrt die Russen, dass sie uns vertraut haben, dass wir für uns selber sorgen. Sie haben der Wiedervereinigung zugestimmt und uns die freie Wahl gelassen, welchem Bündnis wir angehören wollen.
      Im Nachhinein muss man sagen, dass es eine der dümmsten Entscheidungen war, die russischen Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Wir sind jetzt völlig in der Hand der Amerikaner.

      1. Nun, es waren Sowjet-Soldaten, die abgezogen sind. Und warum braucht ein Deutsches Volk fremde Soldaten im Land? In wessen Hand sich so ein erbärmliches Volk befindet, ist völlig egal. Wenn es nicht auf eigenen Füßen stehen kann, hat es nichts anderes verdient als das, was es jetzt bekommt.

        1. Die sowjetischen Soldaten haben Deutschland 1994 verlassen, da war die UdSSR ja schon nicht mehr existent. Sicherlich waren neben Russen auch Usbeken, Armenier, Georgier und andere Völker unter den sowjetischen Soldaten. Da weiß ich aber nicht genau, inwiefern diese Staaten in den Prozess involviert waren. Mit der Aussage, dass „die Russen“ ihre Soldaten abgezogen haben, wollte ich natürlich nicht die anderen Nationalitäten außeracht lassen.
          Natürlich wäre es am besten, wenn wir überhaupt keine fremden Soldaten im Lande hätten. Aber dafür hätten die Amerikaner das Land verlassen müssen. Aber das wäre dann ein Was-wäre-wenn-Szenario, und so ist es nun mal nicht. Wir wurden jahrzehntelang systematisch amerikanisiert, und da ist es kein wunder, dass es uns jetzt schwer fällt, auf eigenen Füßen zu stehen.

          1. Mir ging es gar nicht um die Nationalität der Soldaten, sondern um den Unterschied der politischen Systeme. Russland hat ja überhaupt kein Interesse daran, im Ausland Soldaten stationieren zu müssen. Putin will freundschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe und wer mit den Nachbarn befreundet sein will, muss keine Wachhunde in deren Garten laufen lassen. 😉

            „Aber dafür hätten die Amerikaner das Land verlassen müssen.“

            Nein, dafür hätte Deutschland die Amerikener zum Verlassen zwingen müssen. Freiwillig gehen die nicht.

  6. Was ich nur kurz berichten wollte: habe vorhin im Deutschlandfunk die
    „Informationen am Abend“ gehört. Darin auch ein Bericht von Putins Rede. Vieles wurde erwähnt, auch die roten Linien, aber zu Putins Aus-
    führungen über den gescheiterten Putsch in Weissrussland, die mich sehr
    erschüttert haben, kein einziges Sterbenswörtlein!

    Jetzt setze ich mich hin und schreibe erstmal eine Beschwerdemail an den Deutschlandfunk.

    1. Da der Donbass ein ganz heißes Eisen ist, nehme ich an, dass Putin sich mit öffentlichen Aussagen über die dortigen Entwicklungen zurückhalten wird. Jedes Wort was Putin über den Donbass erwähnt, würde und wird im Westen sofort umgedreht und umgedeutet und als feindselig präsentiert.

  7. Lieber Marko
    Was heute stattfand war eigentlich keine Rede an die Nation, sondern eine Botschaft an die Föderalversammlung und die Abgeordneten der Staatsduma.
    Putin beginnt seine Rede mit: “Sehr geehrte Mitglieder des Föderationsrates, Abgeordnete der Staatsduma! Liebe Bürgerinnen und Bürger Russlands.”

    Dass Putin heute sprechen würde, war schon lange geplant und ist nicht weiter beunruhigend. Dieses Ereignis findet jedes Jahr statt.
    Putin spricht nur von einer sehr angespannten internationalen Situation, erwähnt aber die Ukraine mit praktisch keinem Wort.

    Er konzentriert sich hingegen fast ausschliesslich auf den vereitelten Putschversuch in Weissrussland.

    In der Ukraine passiert inzwischen einiges. Gestern hat Selenski Putin zu einem Gespräch im Donbass eingeladen. (Sicher zu einem gemütlichen Pick-Nick im Kugelhagel)
    Selenkski formuliert das folgendermaßen: „Sehr geehrter Herr Putin, ich bin so weit dass ihnen ich ihnen ein Treffen an einem beliebigen Ort im UKRAINISCHEN Donbass vorschlagen will, wo gerade ein Krieg stattfindet.
    Des weiteren erklärte Selenski dass die Ukraine auf die Unterstützung der EU und der Nato rechnen kann. Dort begreife man die wahren Motive Russlands nur zu gut, und ist bereit die Ukraine auch finanziell zu unterstützen. Man werde noch härtere Sanktionen ergreifen und harte Entscheidungen treffen.“
    https://sharij.net/zelenskij-predlozhil-putinu-vstretitsya-na-donbasse

    Putin hat noch nicht auf diese Einladung reagiert, sein Pressesprecher sagte dass Putin zu beschäftigt sei mit den Vorbereiten seiner heutigen Rede.

    Ein witziger Kommentar eines ukrainischen Bloggers: „warum hat Selenski Putin nicht gleich auf die Krim eingeladen?“

  8. Der Grund, warum die USA Druck und Probleme um Russland aufbauen und unnötige Krisenszenarien für Russland entwickeln, ist die Wiederherstellung einer unilaterale Weltordnung, also der verlorene Traum der West-Eliten von einem globalen Geltungsanspruch ihres expansiven und aggressiven Liberalismus in allen Lebensbereichen.

    Dass es sich bei dem selbsternannten Anführer dieses feuchten Jugendtraums um einen alten, klapprigen, weißen Mann handelt, schafft die passende Metaphorik für alle Romantiker unter uns.

    Die USA sind nicht bereit, die objektive Realität einer multipolaren Welt zu akzeptieren, in der eine amerikanische Hegemonie nicht mehr möglich ist. Sie setzen auf Sanktionsdruck, Konfrontation und Einmischung in innere Angelegenheiten. Russland wird sich niemals einem Diktat beugen und erwartet Augenhöhe. Die Verantwortung für das, was geschieht, liegt bei den USA.

    Entsprechend zeigte Putin deutliche Grenzen auf und legt die Betonung auf Multilateralismus, Dialog und eine kooperierende Weltgemeinschaft im Rahmen der dafür zuständigen Organisationen und Plattformen.

  9. Manchmal frag ich mich ob ich einfach nur besonders empfänglich für russische Propaganda bin.
    Aber dann schau ich mir die Fakten an, denke an die Reden Putins von vor 10 oder 15 Jahren und sehe das ich neidisch bin das wir nicht einen Staatsmann haben der auch nur ansatzweise so viel Kompetenz, Vernunft und Weitblick zeigt.
    Und wir reden über Maskenpflicht, Impfausweise, wieviele Geschlechter es gibt und ob es in Ordnung ist nicht zu „gendern“.
    Wir befördern die größten und korruptesten Versager weiter nach oben, wo sie ihr Schadpotential maximalisieren.
    Wir fragen (!!!!) die EU ob wir Gesetze machen dürfen und wir fragen die EU wie unsere Richter urteilen sollen.
    Eine EU die so wenig demokratisch ist wie der letzte Bananenstaat.
    Eine EU die mehr die Interessen der NATO und der USA vertritt als die der Bevölkerung.
    Und jetzt wählen wir eine „grüne“ Regierung, die unsere Wirtschaft aus Dummheit und Inkompetenz noch weiter zerstören will, die uns mit Flüchtlingswellen, Wahrheitsministerien und Sprachdiktat spalten und von den echten Problemen abzulenken veruscht. Die unsere Infrastruktur und Energieversorgung gefährdet und die offen Kriegspropaganda betreibt und sich bei jeder Gelegenheit für (bewaffnete) Konflikte und gegen Kooperation auf Augenhöhe ausspricht und entsprechend handelt.
    Und die Wähler wissen es nicht mal was sie da wählen, denn Dank der Medien die heute vor allem Propagandaunternehmen sind und ALLE wenigen, mächtigen Personen gehören glauben sie immer noch grün stünde für Frieden, Umweltschutz und Freiheit.
    Dabei schaffen diese Verräter unsere Grundrechte ab, zwingen uns dreckiges, teures Frackiggas zu nutzen, unterstützen die Umwandlung der NATO in eine Angriffsarmee unter dem Kommando der USA und lassen uns den ganzen Schwachsinn auch noch bezahlen.
    Und die „Alternativen“ (CDU/SPD/FDP/Linke) sind auch nicht besser, sie sind nur etwas langsamer, gehen aber in genau die gleiche Richtung.

    Die gleiche Rede hätte Putiin vor 10 Jahren halten könenn. (nur die modernen Waffen hätte er gegen damalige austauschen müssen)
    Es hat sich NICHTS geändert, es ist nur noch viel, viel schlimmer geworden.

    Und darum ist er heute schon gezwungen solche Sätze zu ergänzen:
    „Die Organisatoren jeglicher Provokationen, die die grundlegenden Interessen unserer Sicherheit bedrohen, werden das Getane bedauern, wie sie schon sehr lange nichts mehr bedauert haben.“

    Ich will mir gar nicht vorstellen was nach Putin kommt. Ich meine, keiner kann davon ausgehen das die Welt nochmal so viel Glück hat und es einen zweiten, so vernünftigen und so kompetenten russischen Anführer geben wird.

    Oder bin ich doch nur ein Propagandaopfer?

  10. Ich vertraue Putin und seiner Besonnenheit. Er weiss mit wem er es zu tun hat und, dass diese Leute unzurechnungsfähig sind. Dadurch ist er jetzt quasi der Schutzpatron aller Bürger dieser Welt

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