Russische Wissenschaftler: Corona-Mutationen sind nicht gefährlicher oder ansteckender, als das ursprüngliche Virus

Am Sonntag hat das russische Fernsehen in der Sendung „Nachrichten der Woche“ in einem Bericht über das Coronavirus gemeldet, dass die im Westen viel diskutierten Mutationen von Corona laut russischen Wissenschaftlern weder gefährlicher noch ansteckender sind, als das ursprüngliche Virus.

Die Meldung war für das russische Publikum weitgehend uninteressant, weil die russischen Medien die Corona-Panik, die in deutschen Medien läuft, nicht machen. Daher haben in Russland nur wenige überhaupt von den neuen Stämmen des Coronavirus gehört, die im Westen derzeit die Schlagzeilen beherrschen und die Corona-Panik befeuern. Die Meldung russischer Spezialisten, die laufend das Genom des Coronavirus und seiner Mutationen untersuchen und die auch den russischen Impfstoff entwickelt haben, dass die bisherigen Mutationen von Corona nicht gefährlicher oder ansteckender sind, als das ursprüngliche Coronavirus, kam daher quasi nebenbei in einem langen Beitrag über die aktuelle Corona-Situation in Russland.

Mich, der ich die deutschen Medien und die dortige Panik wegen der Corona-Mutationen verfolge, hat die Meldung natürlich elektrisiert. Der Beitrag begann mit dieser Meldung und danach ging es in dem Beitrag um das „Jubiläum“ ein Jahr Corona und einen Rückblick auf das Jahr aus der Sicht russischer Ärzte und Krankenhäuser. In dem Bericht wird gezeigt, wie die Krankenhäuser in Russland zum Normalbetrieb zurückkehren und es werden Ärzte interviewt, die schon früher in der Sendung interviewt wurden, als die Lage in russischen Krankenhäusern wesentlich dramatischer war. Die Coronafälle sind in Russland stark rückläufig und damit auch die schweren Verläufe, weshalb die bereitgehaltenen Kapazitäten an Spezialbetten abgebaut werden und die Krankenhäuser zur normalen Routine zurückkehren.

All das wird in dem Beitrag sehr detailliert gezeigt, aber ich denke, dass es nicht so interessant zu lesen ist, dass sich eine Übersetzung lohnt. Daher habe ich dieses Mal ausnahmsweise nur den Anfang des Berichtes des russischen Fernsehens übersetzt, in dem es um die Mutationen geht.

Beginn der Übersetzung:

Der Planet bereitet sich auf ein schwieriges Datum vor. Am 11. März 2020 hat die Weltgesundheitsorganisation die Coronavirus-Pandemie ausgerufen, die weltweit mehr als zweieinhalb Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

Russland kommt mit Covid ganz gut zurecht. Die dafür eingerichteten Krankenhäuser werden bereits abgebaut, neue russische Medikamente sind im Überfluss vorhanden, die Impfungen laufen, die restriktiven Maßnahmen werden immer weiter zurückgefahren. Der russische Impfstoff Sputnik-V ist in 46 Ländern registriert worden und unsere Wirtschaft ist weniger stark eingebrochen als in Europa und Amerika.

Das Coronavirus hat eine veränderliche Natur. Und die Entschlüsselung tausender Genome könnte bereits eine staatliche Bibliothek füllen. Aber in jedem Buch ist es das gleiche, es gibt Tippfehler. In der Sprache der Wissenschaft bedeutet das, dass es verschiedene Mutationen gibt.

„Wir haben noch nichts super-gefährliches gefunden. Diese Mutationen geben dem Virus noch nicht den Vorteil irgendeiner schnelleren Verbreitung, sie machen es nicht ansteckender“, sagte Kamil Khafizov, Leiter des wissenschaftlichen Teams, das neue Methoden zur Diagnose menschlicher Krankheiten am Institut für Epidemiologie der Russischen Föderation entwickelt.

Wenn Mutationen gefunden werden, die die Eigenschaften des Virus verändern können, wird es zu einem neuen Stamm. So tauchten auf der Welt britische, südafrikanische, brasilianische, japanische und jetzt auch nigerianische Stämme auf. Das Virus versucht, den Impfschutz zu durchbrechen.

„Einige genetische Linien reduzieren den wirksamen Schutz um 70 oder sogar 80 Prozent, aber ein Teil des Schutzes bleibt bestehen, und dieser wichtige Teil kann dazu beitragen, dass eine Person, selbst wenn sie krank wird, an einer leichten Form der Infektion leiden wird“, sagte Vladimir Gushchin, Leiter des Referenzzentrums für Coronavirus-Infektionen am Gamalia Zentrum. (Anm. d. Übers.: Gamalia ist das Institut, das den russischen Corona-Impfstoff Sputnik-V entwickelt hat)

Bereits im Dezember wurde ein „Brite“ in Russland erwischt und sofort im Labor des wissenschaftlichen Zentrums „Vector“ untersucht: Der Londoner Stamm ist nicht stark genug, um den Impfstoff zu umgehen. Für diejenigen, die geimpft wurden oder bereits krank waren, ist er nicht gefährlich. (Anm. d. Übers.: Vector ist das staatliche Institut in Nowosibirsk, an dem zu Sowjetzeiten an biologischen Waffen geforscht wurde und es ist eines der zwei Zentren weltweit, in dem noch Pockenviren gelagert sind. Vector hat auch den zweiten russischen Corona-Impfstoff entwickelt)

„Die britische Version des SARS-CoV-2-Stamms wird auch durch die Antikörper neutralisiert, die durch Impfungen entstanden sind oder von Menschen, die krank waren, gebildet werden“, bestätigt Oleg Pyankov, Leiter der Abteilung „Sammlung von Mikroorganismen“ von Vector.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

8 Antworten

  1. Ein Bericht über das vergangene Corona- Jahr in Russland fände ich hochinteressant.
    Hierzulande gab es ja Kurzarbeit in vielen Krankenhäusern, was ich aus eigener Anschauung bestätigen kann.
    Mittlerweile gibt es ja auch Interviews mit Bestattern, die auch nicht mehr Tote zu beerdigen hatten wie sonst auch. Kurz: Corona war und ist eine Lüge.

    Mich würde mal interessieren, wie das in Russland abgelaufen ist. Auch wären Infos über den momentanen Russischen Lockdown interessant. Also was ist verboten, wo ist Maskenpflicht usw. Leider ist der gute Herr Röper doch recht sparsam mit solcherlei Infos, die ich für wichtig halte. Einfach um einzuschätzen, wie sich die Russischen Eliten hier positionieren.

    1. Das ist schlicht nicht wahr. Wenn Sie hier etwas dabei geblieben wären, wüßten Sie, daß es in der RF keinen allgemeinen sog. Lockdown gibt. Es gibt Beschränkungen sinnvollerweise in Brennpunkten, das sind logischerweise meist Großstädte infolge der Bevölkerungsdichte. („Bevökerungsdichte“ habe ich im Übrigen bei all den tollen wissenschaftlichen Analysen noch nicht ein einziges mal gelesen – aber vielleicht ist mir da ja etwas entgangen.)

  2. Wie wir inzwischen zur Genüge wissen, kann der PCR- Test KEINE Infektion diagnostizieren.
    Russland sollte deshalb mit gutem Beispiel vorangehen und diesen Test, als Grundlage einer Infektionsfeststellung, endlich eliminieren.
    Statistisch haben „Inzidenzen“ keinerlei Aussagekraft.
    Einzig festgestellte und hospitierte Erkrankte sollten Aussagen über die Infektion mit einem Coronavirus- Infekt vermitteln.
    Und – Schluss ist mit der Pandemie!

    1. Wolfgang Letz: „Wie wir inzwischen zur Genüge wissen, kann der PCR- Test KEINE Infektion diagnostizieren.“

      Das ist so nicht ganz richtig. Wenn Kranke getestet und bestimmte Proteine gefunden werden, kann es für die Diagnose hilfreich sein. Es kommt dabei aber auf den ct-Wert an, also die Hüfigkeit der Wiederholungen. Mehr als 30 sind völlig sinnlos und die gefundene Last bei 30 entscheidet, ob jemand mit Wahrscheinlichkeit infiziert ist. Menschen, die keine Symptome zeigen, sollten nicht getestet werden und wer sich testen lässt, obwohl er sich nicht krank fühlt, hatt einen an der Marmel.

  3. Ich wusste von Anfang an, dass diese Mutationen nur Panik mache sind. Wir testen täglich über 200.000 Personen. Die Labore sind mit der Auswertung der PCR Tests mehr als ausgelastet. Diese untersuchen bis heute nicht, ob wir es mit einem mutierten Virus zu tun haben. Wir können nicht sagen, ob und wie viele Mutationen hier in Deutschland unterwegs sind. Aussagen zu Mutationen in Deutschland sind daher Falschmeldungen.
    Aber ist es nicht Herrlich, jetzt kommen noch die Selbsttests in die Supermärkte. Und bald dürfen wir uns alle einmal in der Woche in der Apotheke kostenfrei testen lassen.
    Das ist die Selbsterfüllung der Prophezeiung der 3. Welle. Die Schnelltests oder Selbsttests sind noch fehleranfälliger wie die PCR Testes. Wenn wir jetzt zu den 200.000 PCR Tests noch eine Millionen Schnelltests pro Tag hinzukommen, dann haben wir bei einer Fehlerquote von 20% 200.000 weitere Personen, die einen PCR Test machen. Und voila die Anzahl der positiv getesteten wird von 4000 auf 8000 steigen.
    So macht man sich schnell eine 3. Welle. Und das nur, wenn max. 10% der Bevölkerung die Möglichkeit der Schnelltests wahrnehmen.
    Aufgrund der 3. Welle werden dann noch mehr Menschen in die Apotheken rennen um sich einen Schnelltest zu sichern. Und schwubs sind wir bei 2 Millionen täglich. Das bedeutet, dass dann die Positivrate mit PCR Test auf 12.000 pro Tag steigert.
    Wir können die Pandemie schnell beenden. Wir lassen Aldi und Co auf Ihren Schnelltests sitzen und werden auch das Angebot der Bundesregierung nicht nutzen. Wir lassen uns nur testen, wenn wir grippeähnliche Symptome haben.
    Die Anzahl an Tests würde dann rapide fallen und damit auch die Zahl, die falsch positiv getestet wurden. Bei 20.000 Tests pro Tag haben wir dann nur noch 400 falsch positiv.
    Die Pandemie wäre nach einer Woche vorbei.

    1. „Wir können die Pandemie schnell beenden. Wir lassen Aldi und Co auf Ihren Schnelltests sitzen und werden auch das Angebot der Bundesregierung nicht nutzen. Wir lassen uns nur testen, wenn wir grippeähnliche Symptome haben.“

      Genau! 👍🏻

      1. Es gibt auch einen Umkehrschluss….

        die wahrscheinlichere Variante wird doch wohl so aussehen, dass ALLE (ausser ich ) den Test kaufen und nur die Negativ-Tests dann den Weg in die Öffentlichkeit finden , bis diese Selbsttests verboten, oder als unbrauchbar eingestuft werden, weil sie dann nun mal kontraproduktiv sich auf die gewünschte Statistik auswirken… nähme man sie ernst.

        Welcher Depp läuft denn mit einem POSITIVEN Ergebnis in der Gegend herum und schreit: Hiiilfe, ich habe CORONA… (lach)

        1. Haaa… Fast wäre ich bereit zu wetten, dass in Kürze schon entsprechende Videos im Netz auftauchen mit versteckter Kamera …

          Mann/Frau geht zum Aldi an die Kasse, wo er den Test gekauft hat…. Fragt, Sagen sie mal, ich habe mir einen Test gekauft. „ICH BIN POSITIV “ , darf ich denn jetzt nochmal rein, ich habe die Milch vergessen…

          Sowas in der Art kommt …hahah

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