Bundestagswahl

Überhangmandate und andere Besonderheiten: Wie das russische Fernsehen den deutschen Wahltag erklärt

Das russische Fernsehen hat seinen Zuschauern am Sonntagmorgen die Besonderheiten des deutschen Wahlsystems und die politische Lage am Wahltag in Deutschland erklärt. Dabei wurde auch das Thema des durch Überhangmandate ständig wachsenden Bundestages leicht verständlich erklärt.

Die deutsche Bundestagswahl spielt auch in russischen Medien eine wichtige Rolle und da das russische Fernsehen in seinem Beitrag nicht nur die politische Lage in Deutschland, sondern auch die Besonderheiten des deutschen Wahlsystems leicht verständlich erklärt hat, habe ich den Beitrag des russischen Fernsehens vom Sonntagmorgen übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Am Sonntag finden in Deutschland Bundestagswahlen statt, bei denen der wichtigste Kampf zwischen den Sozialdemokraten und den Konservativen von CDU/CSU stattfinden dürfte. Der Ausgang der schwierigen Wahl wird nicht nur über die Zusammensetzung des deutschen Parlaments, sondern auch über den Namen des neuen Bundeskanzlers entscheiden.

Dieser Kampf um den Bundestag verspricht unberechenbar zu werden. Nach dem Rückzug von Angela Merkel, die seit fast 16 Jahren Bundeskanzlerin ist und nun verspricht, sich aus der großen Politik zurückzuziehen, ist ihr Sitz frei. Aber wer ihn bekommt, hängt von der Verteilung aller anderen Sitze ab, und davon gibt es mit jeder Wahl mehr.

Im Jahr 2005 zum Beispiel, als Merkel die deutsche Regierung übernahm, hatte der Bundestag 614 Mitglieder. Aber nach jeder Wahl hat sich die Zahl der Sitze schrittweise vergrößert, so dass der Bundestag nun mit 709 fast hundert Sitze mehr hat. Experten sagen voraus, dass es so aussieht, als würde die Zahl der Abgeordneten weiter steigen, nach mutigsten Schätzungen auf bis zu 1.000. Dabei wird der Bundestag fast doppelt so groß, wie die Parlamente anderer Länder – sowohl das amerikanische Repräsentantenhaus mit 435 Sitzen als auch das britische Unterhaus mit seinen 650 Abgeordneten und unsere Staatsduma. Dabei ist klar, dass Deutschland viel kleiner ist als Russland.

Der Bundestag wird in gewisser Weise ähnlich zusammengesetzt, wie die russische Staatsduma. Wie in Russland wird die eine Hälfte der Abgeordneten über Parteilisten und die andere Hälfte über Direktmandate aus den Wahlkreisen gewählt. In Deutschland gibt es 299 Wahlkreise, was bedeutet, dass es nur doppelt so viele Abgeordnete im Bundestag geben sollte, also insgesamt 598. Aber genau hier beginnen die Unterschiede. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Die eine gibt man für einen bestimmten Kandidaten ab, die andere für eine Parteiliste. Eben diese Wahl der Parteiliste wird als wichtiger angesehen, da sie die endgültige Anzahl der Abgeordneten jeder Fraktion bestimmt. Wenn jedoch eine Partei mehr Sitze durch Direktmandate als durch Listen gewinnt, erhält sie zusätzliche Mandate. Aber damit wird das bei der Listenwahl gebildete Verhältnis der Parteien verändert.

Um diese Veränderung auszugleichen, wird allen anderen Parteien die proportional gleiche Anzahl von Mandaten zugestanden. So hat die von Angela Merkel geführte Regierungskoalition im Jahr 2013 vier zusätzliche Mandate errungen, und den anderen Parteien mussten 29 weitere zugeschlagen werden, um das Kräfteverhältnis auszugleichen. Aus diesem Grund wächst die Zahl der Sitze im Bundestag, weshalb sich das deutsche Parlament in Europa den Spitznamen XXL-Parlament verdient hat.

Artem Sokolov, Forscher am Zentrum für Europäische Studien, sagte: „Das ist wirklich ein Problem, weil es den Haushalt belastet. Der Bundestag kostet den deutschen Wähler immer mehr Geld. Der Prozess der Verkomplizierung der Politik ist in Deutschland seit langem im Gange und wir sehen nun die Folgen dieses Prozesses, bei dem die Bildung einer Koalition und die Führung erfolgreicher Verhandlungen eine Herausforderung für alle Beteiligten darstellt.“

Da Deutschland eine parlamentarische Republik ist, hängt die Wahl des neuen Bundeskanzlers auch unmittelbar davon ab, wie die neue Koalition aussehen wird. Bei den letzten Wahlen zogen sieben Parteien in das deutsche XXL-Parlament ein. An den Flanken stehen die Linkspartei und die ultrarechte Alternative für Deutschland, übrigens ein Neuling im Parlament, der aufgrund seines Populismus Stimmen sammelt. Im Zentrum befinden sich die wenigen Abgeordneten von den Grünen und der Freien Demokratischen Partei, die die 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Bundestag genommen haben. Die 5-Prozent-Hürde ist in Deutschland nicht anders als in Russland. Alle diese Parteien sind in der Opposition.

Es sind die repräsentativsten Parteien, die als Volksparteien bezeichnet werden, die regieren. Dazu gehören die Sozialdemokratische Partei Deutschlands und die konservativen Mitte-Rechts-Parteien der Christlich-Demokratischen Union und die Christlich-Sozialen Union. Der Block CDU/CSU wird von Angela Merkel geführt. Wie wir sehen, hat keine der beiden Parteien eine Mehrheit, die es ihr erlauben würde, die Regierung zu bilden und alleine den Kanzler zu bestätigen. Den Kanzler zu wählen ist eine der wichtigsten Aufgaben des Bundestages. Es muss also jedes Mal eine Koalition gebildet werden. Wer und zu welchen Bedingungen in die Koalition eintritt, diese Kompromisse sind immer schwierig und 2017 hätte das fast zu einer Neuwahl geführt. Die Politiker konnten sich fast ein halbes Jahr lang nicht einigen und Deutschland lebte die ganze Zeit ohne eine vollwertige Regierung. Eine derart langwierige politische Krise hat es in der jüngeren Geschichte der Republik noch nie gegeben. Sie wird auch dieses Mal vorhergesagt.

„Zumindest bis Weihnachten wird Merkel auf jeden Fall im Amt bleiben. Ich denke, dass es ziemlich lange dauern wird, eine Koalition zu bilden, denn es ist unwahrscheinlich, dass wir eine weitere große Koalition aus Sozialdemokraten und Christdemokraten bekommen werden“, prognostiziert der deutsche Sozial- und Politikaktivist Dmitri Rempel.

Die „große Koalition“ aus dem Block von CDU/CSU und den Sozialdemokraten war bei den letzten Wahlen tatsächlich die kleinste ihrer Art. Mit 56 Prozent verfügt sie über etwas mehr als die Hälfte der Sitze im Bundestag. Damit ist es die instabilste Mehrheit in der gesamten Regierungszeit von Angela Merkel. Zum Vergleich: 2005 hatte das schwarz-rote Bündnis, das Merkel erstmals ins Kanzleramt brachte, fast 73 Prozent der Sitze, in ihrer dritten Amtszeit sogar 80 Prozent. Merkels Block erzielte damals das beste Ergebnis seit 20 Jahren. Doch 2017 geriet der Sitz unter der Kanzlerin angesichts der sinkenden Umfragewerte der Partei ins Wanken. Und sie musste hart arbeiten, um ihn zu behalten

Merkel versuchte auch später, sich selbst zu schützen und machte Annegret Kramp-Karenbauer zu ihrer Nachfolgerin. Aber selbst als deutsche Verteidigungsministerin konnte Kramp-Karenbauer als CDU-Vorsitzende nie die deutschen Länder überzeugen. Als in der Partei Skandale ausbrachen, gab sie ihr Amt an Armin Laschet ab. Unter ihm errang die CDU vor vier Jahren einen historischen Wahlsieg in Nordrhein-Westfalen. Experten sagen jedoch, dass das möglicherweise nicht ausreicht, um in den Bundestag einzunehmen.

„Sein Erfolg in Nordrhein-Westfalen bedeutet nicht, dass er ein ernsthaftes Schwergewicht auf der internationalen Bühne oder in Deutschland insgesamt ist. Während ihrer gesamten Regierungszeit hat Frau Merkel, sagen wir mal, alle möglichen oder potenziellen Kandidaten für das eine oder andere Amt aus dem Weg geräumt, damit sie nicht mit ihr konkurrieren konnten. Nachdem sie geht, haben wir leider verbrannte Erde. Wir haben nicht genug Leute, die in der Lage wären, das Land zu führen und es effektiv zu leiten“, sagt Rempel.

Laut dem angesehenen amerikanischen Magazin Politico hat Armin Laschet eine Chance, wenn sich das politische Puzzle wie folgt zusammensetzt: Konservative, Sozialdemokraten und die Liberalen der Freien Demokratischen Partei. Wenn man sie nach ihren Farben – schwarz, rot und gelb – aufschlüsselt, sieht die Koalition aus wie die Flagge der Republik selbst. Das „klassische Deutschland“, oder wie eine solche Koalition scherzhaft genannt wird, „Mickey Mouse“, in Anlehnung an die Farben der Kleidung der beliebten Disney-Figur.

Aber Laschet hat keine Ähnlichkeit mit einer süßen Maus und sein Hauptgegner Olaf Scholz, der jetzt in dieser Koalition das Amt des Vizekanzlers bekleidet, ist populärer. Meinungsumfragen zufolge ist er es, dem eine Mehrheit der Deutschen den Sieg der im Fernsehen übertragenen Wahldebatten zusprechen würde.

Statt des klassischen Deutschlands könnte im Bundestag aber auch eine ganz andere Koalition entstehen – „Jamaika“. Die Farben Schwarz, Gelb und Grün werden mit der Flagge des Inselstaates assoziiert. Das heißt, wenn sich die Konservativen mit den weitaus schwächeren Liberalen und den Grünen zusammenschließen. Angela Merkel hat bereits vor vier Jahren versucht, eine solche Koalition zu bilden, doch die Verhandlungen scheiterten. Und das, obwohl die Konservativen seinerzeit fast ein Drittel der Stimmen erhalten hatten. Dies ist eine aktuelle Umfrage der führenden Umfrageinstitute: Wie viel Prozent könnte die CDU/CSU bei den Wahlen am kommenden Sonntag bekommen? Wie Sie sehen, liegt der Wert ohne Merkel bei 22 Prozent.

Der Politikwissenschaftler und ehemalige Berater der deutschen Regierung Alexander Rahr stellt fest: „Es ist das zweite Mal, dass ein amtierender Bundeskanzler in Deutschland nicht kandidiert, dass der vorherige Kanzler nicht teilnimmt. Das letzte Mal gab es das, wenn ich mich richtig erinnere, 1969. Vierzig Prozent der Wähler wissen noch nicht, wen sie wählen sollen, daher können wir nicht sicher sein, dass diese Zahlen korrekt sind. Ich denke, sie sind ungenau, also ist alles möglich. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es etwa sechs Optionen für eine Dreierkoalition der künftigen deutschen Regierung. Mal sehen, ob sich die Parteien einigen können.“
.
Glaubt man jedoch den Umfragen, so scheint eine sozialdemokratisch geführte Koalition unter der Führung von Vizekanzler Olaf Scholz weitaus lebensfähiger zu sein. Wenn man die „Schwarzen“ durch die „Roten“ ersetzt, was die Farbe der Sozialdemokraten ist, dann bekäme der Bundestag statt „Jamaika“ eine politische „Ampel“. Annalena Baerbock, Chefin der deutschen Grünen, ist bereit, ihr grünes Licht zu geben. Sie und Scholz kandidieren im gleichen Wahlkreis, in Potsdam, obwohl keiner von ihnen von dort kommt.

Vielen Wählern ist aufgefallen, dass sich diese beiden Kandidaten häufig mit „Du“ anreden, eine ungewöhnliche Art der Anrede für deutsche Politiker. Viele Punkte in ihren Wahlprogrammen sind identisch. So sind sowohl Scholz als auch Baerbock für eine Erhöhung des Kindergeldes, eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro pro Stunde und eine Senkung des Wahlalters von 18 auf 16 Jahre.

Sergej Filbert, Chefredakteur des russischsprachigen deutschen Portals „Golos Germanii“ („Stimme Deutschlands“), prognostiziert: „Wenn es Scholz wird, der als viel ruhiger, ausgeglichener und ausgewogener angesehen wird, ist es wahrscheinlich, dass sich nicht viel ändern wird, wenn sie den Bundestag dominieren. Wenn unsere militaristischen Grünen, anders kann man sie nicht nennen, dort dominieren, dann wird sich die Haltung gegenüber Russland wohl kaum verschlechtern, weil sie von westlicher Seite ohnehin auf „Njet“ gestellt wurde. Es ist eher eine Konfrontation als ein Gespräch, egal wie sehr sich Russland seinerseits um einen Dialog bemüht.“

So ein Tandem – die Sozialdemokraten zusammen mit den Grünen – war die Regierung von Gerhard Schröder. Joschka Fischer war damals Vizekanzler und die Konservativen von CDU und CSU waren in der Opposition. Dahin, wo sie seit 2005 nicht mehr waren, zurückzugehen, ist schwer für sie. Der Mitte-Rechts-Block hält den Rekord bei der Führung der BRD. Vertreter dieses Blocks stellten sechsmal den Präsidenten und fünfmal den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Darunter Konrad Adenauer, der als erster das Amt übernahm, und Helmut Kohl, der mit 16 Jahren am längsten an der Macht war. Und unter Angela Merkel, die erste Frau in diesem Amt, die Kohls Erfolg fast wiederholt hat, hat die Republik, ohne Übertreibung, eine ganze politische Epoche erlebt. Und auch wenn sie am Kampf um den Bundestag nicht teilnimmt, wird Merkel ihn wohl nicht so leicht aufgeben.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

38 Antworten

  1. Mein TIP:

    Dabei wurde auch das Thema des durch Überhangmandate ständig wachsenden Bundestages leicht verständlich erklärt…. sagt T.Röper…

    Ich habs nie- und will es auch gar nicht kapieren…

    Mal einen schönen Platz um kurz vor dem Hochrechnungs-Ergebnis ( Ich habe (Das 2.mal) NICHT gewählt, sitze lieber im „polnischen Garten“, schaue zu, wie das Feuer niederbrennt um die Steaks aufzulegen…)

    Tip für die zukünftige Regierung:

    ROT für SPD
    Schwarz für CDU/CSU
    Gelb für FDP

    Gründe;
    Auch wenn – laut dem ins deutsche übersetzte Text – Scholz das Annalenchen DUZT, so sicher nicht aus Respekt vor den Leistungen…. wahrscheinlich eben aus dem „Was weiß ich“ ….
    Wenn er nur halbwegs das ist, was ich denke, hätte er aber „total eine an der Klatsche“, sich mit den GRÜNEN zu belasten… würde ich–oder die Logik falsch liegen.

    Sollte eben es für die beiden EX-Großen nicht ausreichen, steht der Gelbe „Gewehr bei Fuß“ …. Das reicht dann. Und der GELBE- NICHT LASCHET wird Genscher als Außenminister beerben. Das wird des GELBEN Forderung sein.

    So kommt das….. So sehe ich das in Kürze gesagt. ….

    Schaun wir mal morgen- in einer Woche… in 14 Tagen… was draus wird…

    Weil, so bescheuert, schätze ich immer noch die Deutschen nicht ein, sich selbst 5€ Benzinpreis, Tempo 130… Pipeline-Schließungen und..und.. zu verordnen. Kaputtlachen würde ich mich, wenn die Obergender-Partei um 18:00 und 10 Minuten Krokodilstränen weinen müssen, weils das schlechteste Ergebnis ihrer Möchtegerne-Repräsentanten wird…

    Aber, wie auch immer. Annalehnchen mit dem Anderen (Name vergessen) werden NICHTS- aber auch gar nichts in der Regierung zu „Karamellen“ haben

    .

  2. Das nun gerade das russische Fernsehen die AfD als „ultrarechte“ Partei bezeichnet, ist doch schon
    sehr verwunderlich, besonders wenn man dagegen der SED kein „ultralinkes“ Praedikat verpasst.
    Man muß sich schon fragen, was für das russische Fernsehen denn dann die NPD waere, die Wiedergeburt der NSDAP?

    Schaue ich mir weiter die komplette Übersetzung an, wo u.a noch von einer „konservativen“ CDU geredet wird, was wohl heutzutage nur noch auf die „Werteunion“ zutrifft, dann kommt es mir so
    vor, als ob die russische Berichterstattung auf dem Stand von 1995 stehengeblieben ist und die ganzen
    Verwerfungen und der Linksrutsch der Altparteien CDU und SPD nie passiert waere.

    Scheinbar hat man von Seiten der staatlichen Medien ein politisches „Bild“ von Deutschland, das vielfach noch in ein klassisches „Schubladendenken“ mündet, wo einfach in „links-rechts“ unterteilt wird und was nicht in dieses Schemata passt, dann wie bei der AfD als „ultrarechts“ eingeordnet.
    Das dieses vollkommener Blödsinn ist, wird schon daraus erkenntlich, wenn man mal die Wahlprogramme der „alten“ CDU der 90er Jahre mit den aktuellen Wahlprogramm der AfD vergleicht und zu über 85% Übereinstimmung kommt.

    Das einzige was recht gut erklaert wurde, war eben das deutsche Wahlrecht und seine Besonderheiten, sowie die Analysen der Experten auf mögliche Koalitionen, was aber auch recht egal ist, da alle Parteien außer der AfD den Waehlern ein mehr oder weniger ausgepraegten und teuren links-grünen ideologisch gepraegten Kurs verkaufen wollen.

    Der deutsche Michel, schlaftrunken und demokratisch unmündig wie immer, wird dann zwar die CDU
    für sechzehn Jahre Merkel und zahlreichen politischen und ideologisch gepraegten Fehlentscheidungen abstrafen, dafür dann aber die „Spezialdemokraten“ mit „Cum-Ex“ Scholz waehlen, wobei er ganz „vergessen“ zu scheinen hat, – denn scheinbar reicht das Gedaechtnis nur bis zum letzten Toilettengang -, wer mit der CDU/CSU die letzten Jahre in einer „großen Koalition“ das Land an die Wand gefahren hat…

    1. Der Versuch, der SED ein „ultralinkes“ Profil anzudichten, ist eine Geschichtsverfälschung: Diese Partei entstand in der Nachkriegszeit aus dem Zusammenschluss von Kommunisten und Sozialdemokraten. Die Kommunisten hatten bereits vor Kriegsbeginn die Gründe für Hitlers Machtergreifung offengelegt und davor gewarnt. Die Sozialdemokraten hingegen hatten immer noch „kapitalfromm“ (Clara Zetkin) geglaubt, das Großkapital werde einen Krieg nicht unterstützen, aber es kam tatsächlich anders. Das sollte nach 1945 mit der festen politischen Einbindung (von mir auch „Fesselung“) der Sozis, die Hitlers Machtergreifung mehr oder weniger unterstützt hatten, verhindert werden …

      Nach der Wende 1989/90 hatte sich dann tatsächlich herausgestellt, dass das von der SED vermittelte Bild über die „Kaptialfrommheit“ der Sozialdemokraten in der BRD der Wahrheit entspricht. Nur haben es die Kommunisten (PDS, LINKE) nach Gysi und Wagenknecht nicht verstanden, sich derart selbstbewusst zu behauten, dass sie auch als starke politische Kraft agieren können. Das bundesdeutsche Volk ist im Vergleich zur DDR politisch einfach zu ungebildet, sich von den Sozis und den Konservativen nicht immer wieder einwickeln zu lassen – der Rechtsruck zur AfD geht daher u.a. auch auf’s Konto und zu Lasten der LINKEN. Alles Das spiegelt das Wahlergebnis vom 26.09.2021 recht unübersehbar wider … 🙁

  3. 3SAT – Thementag:
    _____://pressetreff.3sat.de/programm/dossier/mappe/zeige/Special/thementage-in-3sat-jahresuebersicht-2021/

    „26. September: „Märchenhaft“
    Am Tag der Bundestagswahl lädt 3sat in die Welt der Märchen ein.
    …“

    Manchmal scheint es so, als ob da noch das eine oder andere „subversive Element“ sein Unwesen treibt…

        1. Och das müßte man erstmal ausrechnen, nämlich:
          W {Wahlberechtigte} x (100 – B {Beteiligung} [%]) ./. 100 = N {Nichtwähler}

          Im Übrigen Nochmal: Wir wählen nur [!] das Parlament. Dort dürfen sie das Parlament und [!] das Staatsoberhaupt, nämlich den Präsidenten, wählen.
          Und das Parlament ist die Legislative, der Präsident Teil der Exekutive… auch darüber muß man nachdenken, bevor man Äpfel mit Birnen vergleicht – von dem ganzen Wust an Fragen im Zusammenhang mit einer über die Zeit historisch gewachsen politischen Kultur einem abgesehen.
          Da kann sie sich ja mal unter dem Stichwort 2Wahlbeteiligung“ im Laienlexikon kundig machen. Da steht zwar nich viel Gescheites, aber für’s erste dürfte es reichen. Euer Liebling USA sieht da auch nich so doll aus und der Hort der (eid-)genossenschaftlichen Demokratie erst…

          1. @Euer Liebling…

            Woher wollen sie meinen Liebling kennen?😉
            Ich könnte nicht einmal sagen, in welchem Land ich lieber leben würde als in Deutschland.
            Ich kann aber mit Sicherheit sagen, ich fühle mich in Europa sehr wohl und genieße die Reisefreiheit, die ich durch meinen dt. Pass habe.

            1. Troll Susanne: „Dass es viele Russen noch nicht kapiert haben.“ 😂😂😂

              Man braucht sich so einen Hüpfer oder eine Hüpferin nur wahllos herausgreifen und ihn oder sie nach einer naturwissenschaftlichen Begründung für sein oder ihr Hüpfen zu fragen, um zu wissen, was er oder besonders sie kapiert haben. Legendäre Netzfunde dazu gibt es zuhauf. 😅

                1. Na klar, Putin ist ja nicht dumm und hat natürlich begriffen, dass die kommende CO2-Abgabe zu Verlusten führen wird, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Auch ist wohl jedem denkenden Russen bewusst, dass sich das Klima ändert. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sich die Jugend dort nicht für schwachsinnige Maßnahmen instrumentalisieren lässt. Deshalb hat man in Russland praktisch keine Klimahüpfer, dafür aber mehr Nichtwähler. 😛

            2. Liebe Susanne.

              Zu Ihrer Wortwahl kann ich gerne mit einer kleinen Anekdote, zum Thema kapieren oder in dem Fall auch Wissen, antworten.
              Ich habe, dazu gibt es Zeugen die ich mit Adresse, Tel. Nr. und alles was Sie sonst noch haben möchten, es tatsächlich in einer völlig entspannten abendlichen Thekenunterhaltung erlebt.

              Es ging um die, wie es hier genannt wird „Klimahüpfer“.
              (Ich finde diese leicht abfällige Beschreibung nicht besonders schön, aber; is halt so.)
              Ich lerne also eine von den hier beschriebenen Klimaaktivistinnen, ich nenne Sie mal Susanne, in meiner Stammkneipe, wo ich seit 25 Jahren Stammgast bin, kennen. Thresengelaber über Gott und die Welt, Wetter, Lieblingsbier, solln wa‘ ne Partie Billard spielen und so weiter.
              Das Bild, um es rund zu machen, spielt sich hier gerade für mich in diesem Forum wieder ab. Sie kommen in meine Stammkneipe ohne ein Recht von mir auf „Hier sitzten Die die immer hier sitzen“, also alles völlig offen und ohne Hintergedanken, zu beanspruchen, ich bin ja auch nur Gast hier, versuchen Sie mit Ihren teils billigen Einwürfen das weiter unten beschreibene Bild zu bedienen.

              Nachdem ich geschnallt hatte, das Sie, also Susanne, von nix ne Ahnung hat (also weder von Wetter als auch von Billard), stellte ich Ihr die Frage ob Sie denn einen Selbstzünder von einer Turbine unterscheiden könne. Sie brachte es auf den Punkt und sagte zu mir:

              „Ach gehörst Du auch zu den Holocaustleugnern“

              Ich denke das sagt Alles.

              Zeugen kann ich Namentlich benennen.

  4. @TillSitter „Der Unterschied besteht jedoch darin, dass sich die Jugend dort nicht für schwachsinnige Maßnahmen instrumentalisieren lässt.“

    Das sehe ich aber ganz anders:
    „Als Anfang des Jahres in Russland für Nawalny demonstriert wurde, waren ein Großteil der Demonstranten Minderjährige.“
    https://www.anti-spiegel.ru/2021/was-interessiert-mich-mein-geschwaetz-von-gestern-kinder-auf-demos-und-die-doppelmoral-des-spiegel/

    1. Ja, weil man gezielt auf Kinder gesetzt hat, für die das eher eine volksfestähnliche Abwechslung war.

      ___//www.anti-spiegel.ru/2021/wie-in-russland-ueber-navalny-und-die-demos-am-wochenende-berichtet-wurde-teil-2/

      Das lässt sich aber nicht mit einer Jugendbewegung wie FFF in D vergleichen, außer in der hingestammelten Begründung einiger Gören, die nach den Gründen für ihre Teilnahme gefragt wurden.

      Alles in Allem wird niemand abstreiten können, dass russische Jugendliche gebildeter und disziplinierter sind, wobei westlich gesteuerte Wühlmäuse immer erfolgreicher im Aufhetzen und in der Untergrabung der Disziplin werden. Aber damit wird die russische Gesellschaft fertig, im Gegensatz zur deutschen, die sich einen Dreck um ihre Kinder kümmert.

    1. Ich bin immer begeistert, wenn Blinde über Farben sprechen. Susanne, wie viele russische Jugendliche, die in Russland zu Schule gehen, kennen Sie?
      Ich kenne viele und vor allem kenne ich viele Familien, die aus beruflichen Gründen von Deutschland nach Russland oder von Russland nach Deutschland gegangen sind. Einhelliges Ergebnis: Die russischen Jugendlichen sind ihren deutschen Altersgenossen nach der Grundschule stabil um etwa zwei Schuljahre voraus, was den Wissensstand in allen Fächern angeht. Das kann auch nicht verwundern, denn in Russland machen die Schüler schon mit 17 Abitur und nicht erst mit 19, wie in Deutschland.
      Die Aussage, dass „dass russische Jugendliche gebildeter und disziplinierter“ sind, stimmt. Vor allem gilt das bei der Disziplin, denn auf die wird in russischen Schulen sehr streng geachtet, im Gegensatz zu Deutschland. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es stimmt nun mal.

  5. Achtung Sarkasmus !
    Die gebildetsten und diszipliniertesten Jugendlichen gibt es in Nordkorea.

    Das deutsche Bildungssystem ist auch nicht das, was ich mir vorstelle, aber „die Jugendlichen“ in ihrer Gesamtheit als (un)gebildeter oder disziplinierter bzw. undisziplinierter darzustellen ist einfach Propaganda.
    Gehen sie mal dahin, wo Jugendliche verschiedener Länder zusammen arbeiten oder feiern, sie werden keinen Unterschied feststellen.

    Einfach mal die Scheuklappen abzunehmen und die Bubble zu verlassen. Gucken sie sich mal in „bildungsfernen“ Familien um. Jugendkriminalität ist auch in Russland kein unbekanntes Thema.

    https://rg.ru/2020/04/20/genprokuratura-soobshchila-o-roste-podrostkovoj-prestupnosti-v-strane.html
    //ext.spb.ru/site/6317

    1. Das ist keine Propaganda, sondern Lebenserfahrung. Als Außenhandelskaufmann bekommt man im Laufe der Jahre Einblick in viele Kulturen und als solcher habe ich auch mal knapp zwei Jahre freiberuflich an einer Grone-Schule doziert. 14 Deutsche und 8 Russen. Nur zwei deutsche Mädels konnten den Russen das Wasser reichen, alle Russen haben mit Gut oder Sehr Gut bestanden und wurden von ihren Ausbidungsbetrieben übernommen, bei den Deutschen gab es vier Durchfaller und nur sechs wurden übernommen. Die Russen sprachen auch durchweg besseres Englisch, haben selten nachgefragt und immer diszipliniert gearbeitet. Der Unterschied war wirklich gravierend. Das ist zwar nicht repräsentativ, aber auffällig.

      1. @ …nicht repräsentativ…

        Genau das ist das was ich meine, irgendwo mal eine Beobachtung gemacht haben, oder was gesehen bzw. gelesen haben, aber dann auf die ganz große Pauschalisierungstube drücken. Das nenne ich Propaganda.

        1. Verdammte Propaganda, auch die OECD macht mit.

          „Diese zehn Länder sind die Gewinner des aktuellen OECD-Bildungsberichts und haben die höchste Akademikerquote – Deutschland gehört nicht dazu.

          Platz 1: Russland
          Bevölkerungsanteil mit Hochschulabschluss: 53,5%“

          ____//www.wiwo.de/erfolg/hochschule/oecd-bildungsstudie-die-laender-mit-der-hoechsten-akademikerquote/10702910.html

        2. Übrigens ist das nicht nur eine Beobachtung sondern die Erfahrung aus zwei Jahrzehnten, in denen ich mit den verschiedensten jungen Menschen gearbeitet habe. Hinzu kommen unzählige Aussagen befreundeter Unternehmer, die gerne Chinesen und Russen einstellen, nach Möglichkeit nur keine Deutschen, weil bei denen das Bildungsniveau so sehr gesunken ist und es an Motivation fehlt. Auch im Handwerk wird händeringend nach geeigneten Lehrlingen gesucht. Einfach mal im Feld schlau machen.

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