Die anti-russische Politik des Westen bringt manchmal nicht nur merkwürdige Blüten hervor, sondern regelrecht perverse. 42 Rentiere aus Norwegen haben einen nicht mehr intakten Grenzzaun zu Russland aus dem Jahre 1954 überquert und sich in dem russischen Naturschutzgebiet Paswik aufgehalten. Dabei haben sie in dem Naturschutz- und Erholungsgebiet erheblichen Sachschaden angerichtet.

Russland wollte über den Schaden verhandeln und hat einer Erklärung eine Entschädigung in Höhe umgerechnet 4.700 US-Dollar pro Rentier gefordert. In einer anderen Variante verlangte Russland von Norwegen einen Pauschalbetrag von insgesamt etwa 4,4 Millionen US-Dollar für die Tage, an denen sich die Tiere im Park aufgehalten haben. Norwegen hätte also verhandeln und auf den erstgenannten Vorschlag eingehen können. Er hätte Norwegen bei 4.700 Dollar pro Rentier und 42 Tieren insgesamt 197.400 Dollar gekostet.

Stattdessen hat Norwegen eine andere Entscheidung getroffen: Es hat die 40 Tiere, die inzwischen nach Norwegen zurückgekehrt sind, geschlachtet und will den Grenzzaun für 348.000 Dollar reparieren, damit sich das nicht wiederholt. Die norwegische Regierung schlachtet lieber Rentiere ab, als Russland einen kleinen Betrag als Schadenersatz zu überweisen.

Es ist wenig überraschend, dass europäische Medien das Thema nicht aufgegriffen haben, man erfährt davon nur in Nachrichtenagenturen wie zum Beispiel AP.

Wie wäre es wohl umgekehrt gewesen? Ob die westlichen Medien, Umwelt- und Tierschützer auch schweigen würden, wenn Russland 40 Rentiere abschlachten würde, anstatt Norwegen eine Entschädigung in Höhe von 200.000 Dollar zu bezahlen? Es braucht nicht viel Fantasie, um sich die Schlagzeilen der westlichen Medien vorzustellen, wenn Russland so gehandelt hätte, wie es Norwegen getan hat.

Maria Sacharowa, die Sprecherin des russischen Außenministeriums, hat auf ihrem Telegram-Kanal mit ihrer gewohnt scharfen Zunge reagiert und den Vorfall wie folgt kommentiert (Links wie im Original):

Beginn der Übersetzung:

Auf dem Grab der westlichen Werte müsste ein würdiger Grabstein erscheinen. Gestern haben wir einen gefunden: „Norwegische Behörden haben 40 Rentiere getötet, weil sie befürchteten, dass sie wieder in Russland grasen würden“. Es überrascht mich nicht im Geringsten, dass dies – nicht ohne Stolz – von Radio Liberty berichtet wurde.

Das Drama entwickelte sich langsam. Nach Angaben der norwegischen Behörden haben im Jahr 2023 42 Rentiere aus Norwegen unerlaubt (ohne Genehmigung des offiziellen Oslo) die Grenze überquert und in der Region Murmansk auf dem Gebiet des Naturschutzgebietes gegrast, wobei sie erhebliche Schäden im Naturschutzgebiet angerichtet haben. Bereits im Juli hatte Russland versucht, den Fall friedlich zu lösen, und Norwegen angeboten, eine gewisse Entschädigung für die Schäden im Naturschutzgebiet zu zahlen. Damals erklärte die norwegische Regierung, sie hätte „noch keine Position zu dieser Frage formuliert“.

Jetzt, nachdem die meisten Rentiere zurückgekehrt sind, hat sie eine Position formuliert. Die gesetzlosen Tiere wurden exemplarisch und wahrscheinlich als Abschreckung für andere Rentiere hingerichtet. Wie die norwegische Landwirtschaftsbehörde mitteilte, wartet man in ihrer Heimat sehr auf die beiden fehlenden Tiere. Um sie zu schlachten.

In Norwegen blüht unter dem Deckmantel der Veterinärinspektion ein regelrechter Zoozid. Dort werden alle Tiere, die als gefährlich gelten oder illegal ins Land eingeführt werden, einfach… getötet. Im Jahr 2020 haben wir einen Chihuahua mit bulgarischen Veterinärpapieren, der einem unserer Landsleute gehörte, gerade noch retten können. Damals beteiligte sich sogar Jean-Claude Van Damme an der Kampagne zur Rettung des armen Tierbabys. Im August letzten Jahres tötete das Veterinäramt ein Walross namens Freya, das oft in norwegische Städte schwamm, sogar nach Oslo, und zu einem echten Liebling von ganz Norwegen wurde. Aber das hielt die norwegischen Tiermörder nicht auf.

Das hat auch ihre Kollegen im Kopenhagener Zoo nicht davon abgehalten, im Jahr 2014 die Giraffe Marius vor den Augen von Kindern, die über die Grausamkeit des Zoopersonals fassungslos waren, mit einer Pistole zu töten. Ich erinnere mich, dass der Giraffenkadaver dann noch in Anwesenheit der kleinen Kindern zerlegt und den Löwen gegeben wurde.

Und wo waren die gelobten Tierschützer? Wo sind sie jetzt? Greenpeace? WWF? Ist da jemand?

Dabei ist das, was geschehen ist, für die eingeborene Bevölkerung Norwegens – das kleine Volk der Nordsami – ein Sakrileg und ein Frevel. Die Rentierzucht ist ein zentraler Bestandteil der samischen Kultur und dem Mändasch-Totem, dem Rentiermann, der der Legende nach der Ahnherr des Volkes ist, wurden Opfer dargebracht. Ein Rentier zu beleidigen bedeutet, Unglück über die ganze Gemeinschaft der Nomaden zu bringen, so etwas sollte man auf keinen Fall tun, das verzeihen die Geister nicht …

Aber die norwegischen Neoliberalen und Tierhasser von der Veterinärbehörde haben sich einen Dreck um die Gefühle der Sami, ihre Mythologie und sogar um den angeblichen europäischen Humanismus geschert.

Wenn also jemand die beiden Rentiere sieht, die noch am Leben sind, sollte er ihnen vorschlagen, dass sie nicht zu den Tiermördern in Norwegen zurückkehren. Dort erwartet sie nichts Gutes.

Ende der Übersetzung

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, denn dieser Vorfall zeigt ein weiteres Mal, was die „westlichen Werte“ tatsächlich sind: Die anti-russische Hysterie ist im Westen inzwischen vollkommen außer Kontrolle geraten und sogar die angeblichen Umwelt- und Tierschützer kritisieren das sinnlose Abschlachten von Rentieren nicht, solange die Geschichte eine „russische Komponente“ hat.

Das sind sie, die „westlichen Werte“…