Das russische Außenministerium über Cyberkriminalität und die Vorwürfe des Westens

Bei ihrer wöchentlichen Pressekonferenz kam die Sprecherin des russischen Außenministeriums mal wieder auf das eidige Thema Hackerangriffe und Cyber-Bedrohungen zu sprechen. Sie stellte Zahlen zu dem Thema vor und rief den Westen erneut auf, beim Kampf gegen Internetkriminalität mit Russland zusammen zu arbeiten. Ich habe die Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Ich möchte auf das Thema Cybersicherheit zurückkommen. Wir haben bereits darüber gesprochen, dass die westlichen Medien beim Hacking ihr Lieblingsthema nutzen, und unser Land der Cyberkriminalität zu beschuldigen.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf die Materialien aufmerksam machen, die vom russischen Nationalen Koordinationszentrum für Computervorfälle veröffentlicht wurden. Hier sehen Sie die Herkunft von Cyber-Bedrohungen für 2016-2017 Jahre nach Ländern. Wie wir sehen können, ist die Hauptquelle für böswillige Cyber-Aktivitäten nach Angaben der international führenden Unternehmen im Bereich der Informationssicherheit – einschließlich Symantec (USA), McAfee (USA), NTT Security (Japan), Kaspersky Lab (Russland), etc. -, überhaupt nicht Russland, sondern die USA und eine Reihe von EU-Staaten.

Ich erinnere daran, dass nach Paragraph 273 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation die Schaffung von Schadprogrammen als Straftat eingestuft wird. Anders als Russland haben es die westlichen Staaten nicht eilig, ein Verbot der Entwicklung von Schadsoftware zu verhängen. In vielen Ländern, darunter den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich, sind über 40 große Entwicklungsfirmen in diesem milliardenschweren Geschäft tätig. Ein Beispiel ist die französische Firma „Vupen“, die Informationen über Schwachstellen verkauft hat. Ihre Kunden waren die US-amerikanische National Security Agency (NSA) und Geheimdienste anderer Nato-Staaten. Nach einer Reihe von Skandalen im Jahr 2015 hat „Vupen“ aufgehört zu existieren.

In der Regel versuchen die Hersteller von Informations-und Kommunikationstechnologien, so schnell wie möglich neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt zu bringen, ohne Zeit mit einer langen und gründlichen Prüfung der Produktsicherheit zu verlieren. Dadurch bleiben unentdeckte Fehler, die, wenn sie nicht korrigiert werden, zu versteckten Schwachstellen werden.

Jedes Jahr steigt die Zahl der Schwachstellen. Dies ermöglicht es Angreifern, sich „auszutoben“, weil das Vorhandensein von Schwachstellen eine hervorragende Basis für die Entwicklung von Schadsoftware ist. Wir sind der Meinung, dass die Schaffung von Schadsoftware als Verbrechen angesehen werden sollte. Der Kampf gegen dieses gemeinsame Übel für uns alle muss auf globaler Ebene geführt werden, vor allem im rechtlichen Bereich.

Um die Informationssicherheit zu verbessern, entwickelten russische Spezialisten das staatliche System der Erkennung, Prävention und Beseitigung der Folgen von Computerangriffen auf Informationsressourcen der Russischen Föderation. Im Jahr 2018 offenbarte dieses System mehr als 4 Milliarden Angriffe auf russische Informationsressourcen. Wir informieren Sie ausführlich und regelmäßig über illegale Cyberangriffe auf die Ressourcen des russischen Außenministeriums.

Wir fordern unsere westlichen Kollegen auf, die Russland mit beneidenswerter Beständigkeit Hackerangriffe vorwerfen, sich mit der Frage der Gewährleistung der nationalen Cybersicherheit und der Notwendigkeit, gemeinsam mit uns gegen Cyberbedrohungen zu kämpfen, zu befassen. Wir sind dazu bereit.

Ender der Übersetzung

Wenn Sie sich für die russische Sicht der Weltpolitik interessieren, empfehle ich Ihnen mein Buch, in dem ich Putin selbst mit sehr ausführlichen Zitaten zu allen aktuellen Themen zu Wort kommen lasse. Auch die westlichen Vorwürfe, Russland würde sich mit Hackerangriffen in Wahlen einmischen, werden ausführlich behandelt und in dem Buch stehen ausführliche Zitate von Putin zu dem Thema, denn er wurde von (amerikanischen) Journalisten in vielen Interviews danach gefragt.

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