Krim, Syrien, Migration, Sanktionen – Was sagt Putin selbst zu den Fragen der Geopolitik?

In Zeiten des neuen Ost-Westkonfliktes, der zuletzt durch den Vorfall von Kertsch verschärft wurde, ist es noch interessanter und wichtiger, zu wissen, was Putin selbst zu den aktuellen Fragen der internationalen Politik sagt. Das sehe ich auch an dem Interesse, dass die Beiträge auf meiner Seite hervorrufen, in denen ich Putins Aussagen zitiere, die in den westlichen Medien regelmäßig falsch wiedergegeben werden.
 
Diese Beiträge von mir gehören zu den meistgelesenen auf meiner Seite, was mich dazu veranlasst hat, ein Buch zu dem Thema zu schreiben. Die Idee für dieses Buch hatte ich schon länger, denn dass Putin in den westlichen Medien falsch zitiert wird, ist kein neues Phänomen.
 
Ich lebe insgesamt über 16 Jahre in Russland und spreche auch die Sprache inzwischen sehr gut. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Westen zwar viel über Putin gesprochen wird, aber er selbst nie zu Wort kommt. So kam mir die Idee für dieses Buch, denn wer kein Russisch versteht, hat kaum eine Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen.
Selbst wenn Putin einmal in einem Interview in westlichen Medien zu Wort kommt, kann man nicht sicher sein, dass das Interview nicht trotzdem manipuliert, gekürzt oder falsch übersetzt wurde. In meinem Buch gehe ich unter anderem auf einige derartige Beispiele ein, eines der frechsten Beispiele, das ich aufzeige, ist aus dem Jahr 2008.
Damals hat die ARD ein Interview mit Putin geführt und angekündigt, das gesamte Interview zu senden. Es dauerte neun Minuten. Daraufhin hat das russische Fernsehen am nächsten Tag das Interview ebenfalls ausgestrahlt und es stellte sich heraus, dass es tatsächlich fast dreißig Minuten gedauert hat. Die ARD hatte also zwanzig Minuten herausgeschnitten. Und wie der Zufall es wollte, blieb danach von den Argumenten, die Putin gebracht hat, nichts im deutschen Fernsehen übrig.
 
Ich hatte daher die Idee, ein Buch mit Zitaten von Vladimir Putin herauszubringen, jedoch war das in der Umsetzung nicht einfach, denn um eine Aussage zu verstehen, muss man auch wissen, in welchem Zusammenhang sie getätigt wurde. Daher musste ich einiges an Erläuterungen einfügen, denn wer weiß heute zum Beispiel noch genau, wann Russland begonnen hat, sich in Syrien zu engagieren und vor welchem Hintergrund das geschah? Aber ich habe meine Erläuterungen so kurz wie möglich gehalten, denn es ging mir bei dem Buch darum, dem Leser zu zeigen, was Putin selbst zu den aktuellen Fragen der Politik sagt. Und ich habe das Buch bewusst sehr aktuell gehalten, die letzten Zitate in dem Buch sind vom Oktober 2018.
 
Mann muss Putin nicht zustimmen, aber man sollte seine Positionen zumindest kennen, um sich ein Bild machen zu können. Genau das ist die Idee hinter dem Buch: Ich lasse Putin sehr ausführlich in Zitaten zu Wort kommen und der Leser kann dann entscheiden, ob er dem, was Putin sagt, zustimmen will oder nicht.
 
Aber das Buch zeigt auch die Entwicklung auf, die Putins Politik in den letzten 18 Jahren gemacht hat und es zeigt, wie sich seine Formulierungen mit der Zeit und dem Fortgang der geopolitischen Konflikte entwickelt haben. Und ob seine Politik einem gefällt oder nicht, in einem sind sich Gegner und Unterstützer einig: Die Kernpunkte seiner Politik und seine Überzeugungen haben sich in den Jahren nicht verändert.
Andererseits habe ich das Buch bewusst sehr aktuell gehalten, die letzten Zitate in dem Buch sind vom Oktober 2018.
 
Und da Putin wie gesagt in Deutschland gar nicht oder falsch zitiert wird, ist es für jemanden, der kein Russisch versteht, praktisch unmöglich, sich ein eigenes Bild zu machen. Und genau dafür habe ich dieses Buch geschrieben: Der Leser soll sich eine eigene Meinung bilden können.
 
Hören Sie zu, was Putin zu sagen hat und entscheiden Sie selbst, wo Sie ihm zustimmen können und wo nicht. In jedem Fall ist eine interessante Lektüre garantiert, wenn Putin die Politik des Westens schonungslos mal humorvoll und mal bitterernst kritisiert. Der russische Präsident ist sicher kein Diplomat und im Gegensatz zu den verklausulierten Phrasen, die man von deutschen Politikern hört, nimmt Vladimir Putin kein Blatt vor den Mund.
 
Das Buch ist seit Ende November in Handel, es ist also ein hervorragendes Weihnachtsgeschenk für Sie oder für Ihre politisch interessierten Freunde, wie ich ganz unbescheiden feststellen möchte.
 
Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre und verspreche Ihnen, dass Sie dort sehr viel finden werden, wovon Sie in den westlichen Medien noch nie gehört haben.
 
Mit einem Klick auf das Bild des Buches können Sie das Buch direkt beim Verlag bestellen.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Gedanken zu „Krim, Syrien, Migration, Sanktionen – Was sagt Putin selbst zu den Fragen der Geopolitik?“

  1. Erst einmal ein großes Kompliment für die tolle Arbeit!
    Mir gefällt der sehr zurückhaltende, vorsichtige und für alle Seiten/Meinungen offene Stil.
    Und die gute Rechere-Arbeit!

    Neben den Nachdenkseiten (über die ich übrigens auf den Blog aufmerksam wurde) eine weitere wichtige Quelle für Informationen und alternative Meinungen.

    Ich wollte gerade das Buch „Vladimir Putin“ kaufen. Da ich vorzugsweise am Rechner lese und Amazon versuche zu vermeiden (und keinen Kindle habe) suchte ich nach einer PDF Version. Aber die gibt es wohl nicht.
    ePub wäre auch OK, aber was mich wundert: Auch dazu müsste ich in eine Buchhandlung gehen??
    Keine Option, einen Download Online zu bestellen??

    Das hat mich erst mal davon abgehalten. Werde bG mal einen Versuch machen, eine „Buchhandlung meines Vertrauens“ aufzusuchen und sehen, was die so meinen.

    Nur so als Feedback 😉
    Und bitte mach weiter so; diese täglichen Nachrichten/Reportagen sind eine wertvolle Stimme im heutigen Einheitsbrei!

    LG
    Hans

    1. Die Frage kam auch immer mal wieder per Mail, daher eine kurze Antwort.
      Zunächst sei gesagt, dass ich der falsche Ansprechpartner bin. Über diese Dinge entscheidet der Verlag und nicht der Autor.
      Aber da die Frage schon so oft kam, hier die kurze Antwort: Wenn man es als PDF veröffentlichen würde, könnte es unkontrolliert kopiert und weitergegeben werden. Damit würden sich gerade kleine Verlage selbst ruinieren. Und dann gäbe es solche Bücher, wie dieses, gar nicht, weil der Verlag längst pleite wäre.
      Kindle ist kein System, das meinem Verleger gefällt, aber es ist zumindest sicher.
      Wenn Sie also möchten, dass es solche Verlage und solche Bücher auch weiterhin gibt, werden Sie wohl in den sauren Apfel beißen müssen und es entweder bei Kindle oder als „Papier“ bestellen müssen.
      Und bitte hierzu jetzt, wie ich es per Mail erlebt habe, keine Diskussion anfangen, denn ich kenne mich bei dem Thema erstens nicht aus und treffe als Autor zweitens auch gar nicht die Entscheidung darüber. Wer darüber diskutieren möchte oder bessere Ideen hat, der sollte sich per Mail an den Verlag wenden.

      1. Als Kindl gibt es das?
        Na das ist doch wunderbar. 🙂

        Ich habe bisher auch nicht zugeschlagen, weil ich das elektronische Buch bevorzuge. Ich habe keinen Platz mehr für Bücher im herkömmlichem Format. Die Wohnung ist einfach zu klein oder die Sammlung der Bücher zu groß…. 🙂

  2. Ich habe beide Bücher kürzlich erworben.

    Als ich mich dann zum Lesen in einen bequemen Sessel setzte musste ich lächeln.

    „So wie Früher“ ging mir durch den Kopf und ich stand auf um dieses Gefühl, diese Erinnerung zu vervollständigen.
    Ich kochte mir einen Kaffee, versank im Sessel und las ein sehr gutes informatives Buch. „So wie Früher“

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