Das russische Fernsehen über die Gewaltexzesse der Demonstranten in Hongkong

Das russische Fernsehen hat in der Sendung „Nachrichten der Woche“ einen Bericht aus Hongkong gebracht, der sich sehr von dem unterscheidet, was die westlichen Meiden zeigen.

Während im Westen die Gewalt der Demonstranten möglichst verschwiegen, heruntergespielt oder als Auswüchse einer kleinen Gruppe von Radikalen dargestellt wird, zeigt das russische Fernsehen das ganze Ausmaß der entfesselten Gewalt, die Hongkong erfasst hat. Da es wichtig ist, in einem Konflikt die Argumente beider Seiten zu kennen, habe ich den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der US-Senat verabschiedete den „Hong Kong Human Rights and Democracy Act“. Trump hat das Dokument noch nicht unterzeichnet, aber er hat keine Wahl -- er wird es unterzeichnen. Das ist kein Thema, für das der amerikanische Präsident jetzt eine zweite Front mit dem Kongress eröffnen würde.

Das künftige Gesetz sieht jährliche Berichte über die Einhaltung des Sonderstatus Hongkongs durch China sowie Sanktionen gegen Personen und Einrichtungen vor, die diesen Status verletzen.

Das erlaubt zwei Schlussfolgerungen. Die erste ist, dass die Vereinigten Staaten in der Außenpolitik zunehmend vom Kongress regiert werden, als wären sie eine parlamentarische Republik, in der der Präsident nur dekorative Funktion hat. Zweitens sind die Vereinigten Staaten, die so laut über die Unzulässigkeit äußerer Einmischung in ihre inneren Angelegenheiten schreien, bereit, selbst überall unverhohlen einzugreifen.

Heute herrscht in Hongkong eine vorübergehende Waffenruhe. Es gibt Wahlen für Bezirksräte. Bisher waren drei Viertel der Sitze in der Hand der regierungsfreundlichen Parteien. Nun sind für die Opposition eine Rekordzahl von Kandidaten angetreten. Mehr als 4 Millionen Wähler werden zu den Urnen gerufen.

Aus Hongkong berichtet unser Korrespondent.

Im Wahllokal am Fuße des berühmten Victoria Peak kommen Maxine Yao und ihre Unterstützer frühzeitig an -- aus Angst, wegen des aufgrund der Proteste gesperrten Cross Harbor Tunnels zu spät zu kommen. Sie brauchen Zeit, um ihre Wahlkampfunterstützung aufzubauen. Das ist hier am Wahltag nicht verboten. Und sie müssen sich vergewissern, dass es keine Provokateure gibt.

Im Programm von Maxine Yao geht es vor allem darum, das Recht auf Leben in dem Hongkong zu verteidigen, das sie kennen und das schon seit fast sechs Monaten von Radikalen zerstört wird, die sich ihr Recht mit Gewalt -- mit Pflastersteinen und Knüppeln -- nehmen.

Maxine und ihre Mitstreiter sind immer wieder von den Aufständischen angegriffen worden, als sie Barrikaden abgebaut und die Straßen von den Spuren der Proteste geräumt haben.

„Wir sind Hongkonger, aber gleichzeitig auch Chinesen. Und das bleiben wir, auch wenn die Rebellen etwas anderes fordern“, sagen die Einheimischen. Dieser 70-jährige Hongkonger war der gleichen Meinung. Aber die Protestler haben ihn mit Benzin übergossen und angezündet. (siehe Video, aber Vorsicht, es ist nichts für schwache Nerven) Als Reaktion auf die vielen Angriffe der Demonstranten auf ihre Gegner hat die Polizei erstmals scharfe Munition eingesetzt. Bevor das Feuer eröffnet wird, wird vor jedem Schuss mit Lautsprechern und Plakaten davor gewarnt.

Man set on fire during verbal clash with protesters

Es war die heißeste Phase des langen Aufruhrs in Hongkong, als mehr als tausend Radikale den Campus der Polytechnischen Universität besetzt haben. Der Montag und die ganze darauffolgende Nacht waren heißesten bisher.

Die Fußgängerbrücke, Hörsäle und alle Zugänge zum Campus sind abgebrannt. Die Polizei hätte stürmen können, aber sie befürchtete, dass es Opfer geben würde. Den Radikalen wurde angeboten, sich zu ergeben. Sie antworteten mit Beschuss aus Katapulten und mit Molotowcocktails, die sie aus Zutaten aus den chemischen Laboratorien der Universität hergestellt hatten.

„Es wurde festgestellt, dass etwa 20 Liter Schwefelsäure und 80 Liter Salpetersäure aus den Laboratorien verschwunden sind. Sie wurden verwendet, um Sprengstoff und Molotowcocktails herzustellen, die die Demonstranten bei der Erstürmung von Gebäuden benutzten“, sagte einer der Polizisten.

Eine Woche später haben die meisten Radikalen das Universitätsgebäude verlassen, aber etwa fünfzig Menschen sind laut Polizei noch in dem Komplex. Die Polizei hat ihre Taktik geändert, sie wird den Campus nicht stürmen. Sie wartet, bis die Radikalen von selbst herauskommen. Die Umgebung wurde abgesperrt.

Das ist jetzt modern in Hongkong: Die Absolventen fotografieren sich vor dem Hintergrund der verbrannten Wände. Die Demonstranten sagen, die Regierung hätte ihnen keine Wahl gelassen. Keine Wahl gelassen? Die Regierung hat Zugeständnisse gemacht und das umstrittene Auslieferungsgesetz nicht verabschiedet, mit dem alles angefangen hat. Aber niemand erinnert sich mehr an das Gesetz. Vor nicht allzu langer Zeit war Hongkong ein beliebtes Ziel für Touristen, heute gehen Einnahmen in Millionenhöhe verloren. Stattdessen überall blockierte Straßen und die sichtbaren Folgen von Straßenkämpfen.

Berge von Pflastersteinen liegen nun überall herum. Rund um die Polytechnische Universität gibt es keinen einzigen nicht aufgerissenen Gehweg. All diese Steine flogen auf die Polizisten, Passanten und in Schaufenster.

Versorgungsunternehmen und Straßendienste versuchen, die Gehwege wiederherzustellen. Aber sie verlegen keine Steine mehr, die Bürgersteige werden betoniert. Für alle Fälle.

Um nicht bei den Protesten beschädigt zu werden, verbarrikadieren Cafés und Geschäfte am Wochenende Fenster und Türen. Im Friseurladen von Madame Wong wird heute auch nicht gearbeitet.

Der Programmierer Jameson ist aus Kalifornien nach Hongkong gekommen. „Vor einem Jahr war es wie ein Paradies“, erinnert er sich, „aber jetzt ist es sehr beängstigend, wenn man sieht, dass die Spaltung durch die Familien geht, wenn die unterschiedlichen Ansichten aufeinander prallen.“

Die Filme über den ukrainischen Maidan, die den Demonstranten als Handbuch für die Organisation eines bewaffneten Aufstandes gezeigt wurden, waren nicht umsonst. Sie haben gelernt, in organisierten Einheiten zu kämpfen, haben das Schießen mit Bögen und Armbrüsten geübt und erhielten über Telegramkanäle detaillierte Anweisungen, wo und wann eine neue Aktion startet, um alles zu zerstören, was ihnen zu chinesisch erscheint.

Die Banken des chinesischen Festlands in Hongkong erkennt man leicht: Sie sind entweder zerstört oder geschlossen. Viele sind mit Metallplatten verkleidet, um gerüstet zu sein, wenn der nächste Pogrom beginnt.

„Die Demonstranten setzen zunehmend selbstgebastelte Waffen ein. Sprengkörper mit Metallteilen, echte Pfeilen und Bögen. Mit jeder neuen Kundgebung steigt das Ausmaß der Gewalt“, sagte ein Polizist.

Die Polizei in Hongkong hat keinen Zweifel daran, dass diese Revolte von außen angeheizt wird. Und die nächste Anweisung für die Demonstranten kommt bald, bis zum Ende der Bezirkswahlen herrscht eine vorübergehende Pause. Was als nächstes geschehen wird und wie die Epidemie der Rebellion gestoppt werden kann, scheint in Hongkong niemand zu wissen.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Schreibe einen Kommentar