Tschetschene enthauptet französischen Lehrer – Wie in Russland über den Mord berichtet wird

In Frankreich wurde ein Lehrer von einem Migranten enthauptet, weil der Lehrer seinen Schülern Mohamed-Karikaturen gezeigt hat. Der Migrant war ein Moslem aus der russischen Teilrepublik Tschetschenien, was jedoch in den deutschen „Qualitätsmedien“ kaum thematisiert wird. In Russland hingegen schon.

Der brutale Mord in Frankreich hat auch in Russland Aufmerksamkeit erregt und das russische Fernsehen hat der Geschichte am Sonntag in der Sendung „Nachrichten der Woche“ einen ausführlichen Bericht aus Frankreich gewidmet, den ich übersetzt habe.

Beginn der Übersetzung:

Am 16. Oktober wurde ein Geschichtslehrer, der Schülern Karikaturen des Propheten Mohamed gezeigt hatte, in einem Pariser Vorort mit einem Küchenmesser enthauptet. Der französische Präsident ist zum Ort der Tragödie gefahren. Es ist eine schreckliche Geschichte.

Dieses Video wurde von Bewohnern benachbarter Häuser 200 Meter von dem Ort entfernt, an dem das Massaker an dem Lehrer Samuel Pati stattfand, aufgenommen. Der Angreifer versuchte zu flüchten und feuerte aus einer Gaspistole auf die Polizei. Selbst verwundet leistete er noch Widerstand und versuchte, auf die Polizisten einzustechen. Neun Einschusslöcher wurden in seinem Körper gefunden. Auf seinem Telefon wurden ein Foto des enthaupteten Lehrers, ein Twitter-Post und eine Botschaft an Macron gefunden, in der er Macron als Herrscher der Ungläubigen bezeichnete und drohte, weitere Angriffe zu verüben.

Macron, der nach dem jüngsten Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo, bei dem ein Pakistaner zwei Journalisten erstochen hat, vier Tage lang geschwiegen hatte, reagierte an diesem Abend schnell. Als die Absperrungen entfernt wurde, begannen die Menschen aus umliegenden Städten hierher zu strömen.

Der kaltblütige Mord, oder besser gesagt, die Hinrichtung im Geiste radikaler Islamisten, schockierte ganz Frankreich. Viele konnten die Tränen nicht zurückhalten. Seit dem frühen Morgen bringen die Menschen Blumen zu den Türen der Schule, wo sich die Tragödie ereignet hat. Viele sagen, der 47-Jährige sei ein ruhiger und engagierter Verfechter der französischen Werte, des Säkularismus und der Meinungsfreiheit gewesen.

In einer Schulstunde beschloss er, mit den Teenagern über die Karikaturen des Propheten Mohamed zu diskutieren, die Charlie Hebdo veröffentlicht hatte. Er forderte Muslime auf, sich abzuwenden oder hinauszugehen, um ihre Gefühle nicht zu verletzen, und zeigte eine Zeichnung, die den Propheten nackt zeigte. Ein 13-jähriges Mädchen war geblieben und beschwerte sich, dass das Blasphemie sei. Dann beschwerte sie sich bei ihrem Vater, der ersattete bei der Polizei Anzeige gegen den Lehrer bei wegen Verbreitung von Pornografie. Daraufhin erhielt er eine Gegenklage des Lehrers wegen Verleumdung. Das Mädchen wurde nach Angaben ihrer Eltern für zwei Tage vom Unterricht suspendiert, nach Aussage der Eltern, weil es mit dem Lehrer gestritten hatte, laut dem Lehrer, weil sie zu spät zum Unterricht gekommen war. Ihr Vater, Brahim Shnina, nahm zwei Videos auf, in denen er zum Handeln gegen den Lehrer aufrief.

Die Cousine des Mannes schloss sich 2014 den Dschihadisten in Syrien an und wurde wegen Terrorismusvorwürfen gesucht. Ein Mann, der Schnina geholfen hatte, das Video zu drehen, geriet ins Blickfeld der Polizei. Das Video verbreitete sich in sozialen Netzwerken, wo der 18-jährige Abdulak Anzorov darauf stieß, der den Lehrer nicht persönlich kannte.

Seine Familie stammt aus dem tschetschenischen Dorf Shalaji. Die Eltern zogen zuerst nach Moskau und es gab damals Gerüchte, dass sie in ihrem Heimatdorf Militante in ihrem Haus beherbergt hatten. Abdulak wurde in Moskau geboren. Und dann gingen alle nach Paris, wohin sie später auch den Großvater holten. Der wurde nun zusammen mit einem seiner Enkel und Abdulaks Eltern festgenommen.

2008 beantragten sie politisches Asyl, drei Jahre später wurde das abgelehnt und sie wurden aufgefordert, das Land zu verlassen, aber das Gericht stellte sich auf ihre Seite und so erhielten sie doch eine Aufenthaltsgenehmigung. Abdulaks Vater und sein Bruder arbeiteten für eine Firma, die den Eiffelturm bewacht. Dort wollten sie auch den Sohn unterbringen, das älteste von sechs Kindern, der eine Ausbildung machte und auf einer Baustelle jobbte. Er ging zur Fahrschule und sein Vater kaufte ihm ein Auto. Niemand wusste etwas von seinen radikalen Ansichten.

„Wir müssen unsere Kinder unterweisen. Im Fall dieses jungen Mannes ist es für mich die Schuld seiner Eltern. Sein Umfeld, ihre Moschee, die Internetseiten, die er besucht hat – sie sind schuldig an der Schaffung dieses Dämons, dieses Monsters, das einen 18-jährigen zum Mörder gemacht hat. In der Regel wollen die Menschen in diesem Alter leben, heiraten und arbeiten, aber nicht sterben. Und jetzt werden die Muslime dafür bezahlen, Rassismus und Vorurteile wachsen, alle werden jetzt dasselbe denken“, sagte Imam Hassan Shalgum.

Vertreter der drei Religionen denken an einem runden Tisch gemeinsam darüber nach, wie sie die französische Gesellschaft von dem heilen können, was sie das Virus des Radikalismus nennen, das die ganze Gesellschaft befallen hat.

„Was passiert ist, ist schrecklich und bedauerlich. Es ist an der Zeit, dass die Regierung denjenigen mehr Befugnisse gibt, die für die wirklichen Werte einstehen. Freiheit impliziert nicht das Recht, ein Messer zu nehmen und einem Familienvater den Kopf abzuschneiden, Freiheit ist Respekt für die Entscheidung des Anderen und für den Glauben des Anderen. Wir müssen Gesetze gegen diejenigen erlassen, die Hass predigen“, sagte Denis Gbakpomy, Bischof der evangelischen Kirche in Nantes.

Die tschetschenische Diaspora in Frankreich ist eine der größten in Europa. Offizielle Statistiken nach ethnischer Herkunft sind hier verboten, aber nach verschiedenen Schätzungen sind es 20.000 bis 60.000. Es sind vor allem diejenigen, die vor den beiden Tschetschenienkriegen geflohen sind, ein bedeutender Teil von ihnen sind Anhänger von Dudajev, also Menschen, die mit dem radikalen Islam sympathisieren. Dreihundert Tschetschenen wurden in Frankreich bereits als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Und in den letzten Jahren kommt es immer häufiger zu hochkarätigen Zwischenfällen mit ihnen.

Am 12. Mai hat Hamzat Asimov einen Menschen in der Pariser Oper erstochen und vier weitere verletzt. Ende April brach in Nizza eine Schießerei aus, bei der zwei Menschen verletzt wurden. Bei einer Massenschlägerei im Raum Troyes haben etwa 50 Männer mit Knüppeln Migranten aus Afrika angegriffen. Der Kampf mit den Algeriern in Dijon hielt die gesamte Bevölkerung in der Stadt für mehrere Tage in Atem.

Die Araber in Dijon hatten beschlossen, den Tschetschenen zu zeigen, wer in der Stadt das Sagen hat. Es gab in der ganzen Stadt mehrere Tage lang Schießereien und die Polizei griff das ganze Wochenende lang nicht ein. Die Polizei meldete auch Beispiele dafür, dass Tschetschenen mit Flüchtlingsstatus syrische Terroristen unterstützten, sie aber trotz der Beweise „aus humanitären Gründen“ nicht abgeschoben wurden.

„Sie sind geflohen und wir haben sie aufgenommen, weil wir jeden aufnehmen und sie dann sich selbst überlassen, niemand kümmert sich um sie. Das ist teilweise unsere Schuld. Wir konnten ihnen keine Ideale bieten. Die einzigen Menschen, die ihnen Werte geben, sind die Dschihadisten. Sie finden die Jungen, kaufen ihnen eine Tasse Kaffee und sagen: Wir bieten Dir ein Abenteuer. Du tötest Ungläubige, so steht es im Koran geschrieben. Aber sie haben ihn noch nicht einmal gelesen, lassen sich aber inspirieren und gehen los und töten Menschen“, sagte der Schriftsteller Marek Halter.

Am 21. Oktober findet in Paris eine Kundgebung zum Gedenken an den verstorbenen Lehrer und am 21. Oktober ein nationaler Gedenkgottesdienst statt.

Der Tschetschenische Regierungschef Ramsan Kadyrow sprach den Angehörigen des in Frankreich getöteten Lehrers Samuel Pati sein Beileid aus und fügte hinzu, Tschetschenien sei kategorisch gegen den Terrorismus in jeder Form.

„Ich habe es schon oft gesagt und ich werde nicht müde, es zu wiederholen: Täter haben keine Nationalität. Es ist nicht das erste Mal, dass Frankreich versucht, den Tschetschenen alle seine Probleme anzuhängen. Ich kann allen versichern: Tschetschenen haben damit nichts zu tun. Außerdem lebte Anzorov fast sein ganzes Leben in Frankreich, er ist als Kind mit seinen Eltern dorthin gezogen, ist mit Franzosen aufgewachsen, sprach und schrieb in ihrer Sprache. Und sicherlich begründete seine Tat damit, dass der Staat seiner Meinung nach die Gläubigen nicht hört. Mit Blick auf die Zukunft, damit die französischen Ermittler keine „Tschetschenische Spur“ konstruieren, betone ich die Tatsache, dass Anzorov die tschetschenische Republik nur einmal in seinem Leben, im Alter von zwei Jahren, besucht hat. Wir verurteilen diesen terroristischen Akt und sprechen der Familie des Verstorbenen unser Beileid aus. Ich wende mich kategorisch gegen Terrorismus jeder möglichen Erscheinungsform und fordere dazu auf, Gläubige nicht zu provozieren, ihre religiösen Gefühle nicht zu verletzen“, sagte Kadyrow.

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

13 Gedanken zu „Tschetschene enthauptet französischen Lehrer – Wie in Russland über den Mord berichtet wird“

  1. Hier eine Abschrift der Rede des früheren französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der am 17.12.08 die Vermischung der Rassen auch mit Zwangsmaßnahmen forderte.
    „Was also ist das Ziel? Das Ziel ist Rassenvermischung!
    Die Vermischung der verschiedenen Nationen ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts.
    Es ist keine Wahl, es ist eine Verpflichtung! Es ist zwingend! *** unsere Herrscher wünschen es ***
    Wir können nicht anders, wir riskieren sonst Konfrontationen mit sehr großen Problemen… deswegen müssen wir uns wandeln und werden uns wandeln.
    Wir werden uns alle zur selben Zeit verändern: Unternehmen, Regierung, Bildung, politische Parteien und wir werden uns zu diesem Ziel verpflichten…
    Wenn das nicht vom Volk freiwillig getan wird, dann werden wir staatliche zwingende Maßnahmen anwenden!“
    Und Frankreich ist noch gehorsamer wie die BRD.

  2. Sarkozy ist doch einer der Hauptverantwortlichen für die barbarische Bombardierung Libyens durch die NATO und die ebenso barbarische Ermordung Gaddaffis, von dem er sich seinen Wahlkampf sponsern ließ und den darauffolgenden Flüchtlingswellen aus Libyen! Der hat also den radikalen Islamismus noch befördert. Und die „Vermischung der Rassen“ ändert doch nichts an den Anschauungen! Der Kerl ist ja komplett verblödet!

  3. Ich finde das jeder Mord Brutal und was ich für Attribute benutzt werden, ist.
    Na klar wird es in den deutschen Zeitungen nicht hoch gehängt, kann sein das die Leute noch einmal gebraucht werden, in Afrika oder gegen Russland. Da sind Mörder und sonstige Verbrecher der Deutschen Politik ganz in Ordnung. Sie N.
    Leider ist es kaum möglich die Frage der Religion aus den Widersprüchen in den Gesellschaften heraus zu halten. Arm und Reich ist da eher nicht die Devise. Deutschland betreibt das „Arm“ denn ja auch noch, Sanktionen sollen durch Armut den Widerstand gegen die Regierung eines Landes beflügeln. Wenn es Religion ist genau so gut. Mir scheint heute alles was passiert auf den Einfluss von Geopolitik zu betrachten sein.

    1. Cuchulin: „Vielleicht bringt das die Lehrer ( aller Nationen ) zum nachdenken ob sie Gehirnwäsche
      oder Respekt, Toleranz und und Empahtie lehren.“

      Das kann man hoffen, aber nicht erwarten. Dahinter steckt schließlich eine Agenda, das gegenseitige Aufhetzen ist systemerhaltend. Völlig unsinnig, diese s. g. Karikaturen immer wieder hervorzukramen.

      1. Agenda ja – aber ich denke die eigenen Kinder und deren Schutz sowie der Wunsch das sie
        ein erfülltes glückliches freies Leben haben, sollte es Eltern ermöglichen die eingefahreren Wege zu verlassen.

        Für mich ist das schlimmste, das selbst Menschen, die mit ihrem eigenen Leben schwer
        zu kämpfen haben, die gleiche Erziehung die sie „genossen“ haben, an ihre Kinder weitergeben.

        Diese „Zivilisation“ basiert auf Gewalt, Unterdrückung, Gier, Neid…
        Jeder zitiert Clauswitz’s „Krieg ist die fortführung der Politik mit andere Mitteln“ – aber keiner zieht den Schluss daraus – Politik ist ebensowenig nötig wie Krieg.

        Er braucht ein völlig neues Bewusstsein um etwas zu verändern – aber dieses Bewusstsein
        entsteht in den jungen Jahren.

        1. Eben dieses Bewusstsein ist ja von den „Eliten“ nicht gewollt und die überwiegende Mehrheit der Eltern steckt im Existenzkampf, froh darüber, dass andere die „Erziehung“ der Kinder übernehmen. Die Staaten lassen es ja auch alles perfekt aussehen und obwohl der sträfliche Murks, der an unseren Kindern vorgenommen wurde und wird, immer offensichtlicher wird, stellt kaum jemand das Ganze in Frage. Existenzkampf eben. Außerdem fehlt es den heutigen Eltern ja selbst an der entsprechenden Erziehung, um das erforderliche Bewusstsein zu entwickeln. Wenn also der Staat nicht für ein Umdenken sorgt, können wir uns das wohl erstmal haken. Möglich, dass die s. g. Pandemie etwas bewirkt, wenn der Turm zusammenbricht, ich habe da allerdings meine Zweifel.

  4. Also ich möchte ganz egal aus welcher Religion, Heilige auch nicht nackt sehen. Das ist auch für mich eine Beleidigung. Am Geist, an der Sache worum es geht. Am Frieden usw.
    Anscheinend hat der Angriff auf den Hepdo Verlag noch nicht genügt um aufzuwachen. Man provoziert in der Dümmi munter weiter. Und auch diesmal solidarisiert man sich mit der Provokation. Warum nimmt der Lehrer nicht Julian Assange beim Thema Meinungsfreiheit. Oder liest aus dem Buch, der Hass auf den Westen von Jean Ziegler vor. Für mich ist Meinungsfreiheit etwas anderes. Damals als der Hebdo Verlag gestürmt wurde war mir das so ziemlich egal, weniger egal war es mir damals und auch heute nicht, dass man andere Religionsgemeinschaften und ganze Länder provoziert. Weil das auf uns alle zurückkommt. Warum hat er nicht die Zensuren im Netz behandelt. Das ist ja auch nur Meinungsfreiheit. Die des Stärkeren. Rassismus und Vorurteile werden wachsen, da hat der Imame recht. Darum wäre es unendlich wichtig solche Nachrichten wie oben zu haben, die erklären und nicht sagen was man denken soll.

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