Ein anderer Blick auf die Geschichte: Das russische Fernsehen über Winston Churchill

Die westlichen Geschichtsbücher feiern Winston Churchill als großen Staatsmann. Allerdings hat Churchill außerhalb des Westens einen ganz anderen Ruf.

Da es für mich immer wieder faszinierend ist, wie unterschiedlich geschichtliche Ereignisse im Westen und außerhalb des Westens gesehen werden, habe ich einen Beitrag des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag über Churchill zum 75. Jahrestag seiner berühmten Fulton-Rede übersetzt. Der Beitrag zeigt, dass die Geschichte vielleicht etwas anders zu sehen ist, als wir es im Westen in der Schule lernen.

Beginn der Übersetzung:

Im Zweiten Weltkrieg war der britische Premierminister Winston Churchill ein Verbündeter Stalins und versuchte dann, unser Land zu zerstören. Interessanterweise liegt den Briten ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber den Russen im Blut, aber ausgerechnet in Russland lernte Churchill, dass heißes und kaltes Wasser zum Hände waschen aus einem Wasserhahn kommen kann, und man das Wasser nicht, wie es immer noch in englischen Häusern üblich ist, ins Waschbecken eingelassen werden muss, um sich darin die Hände zu waschen. Es ist interessant zu lesen, wie Churchill selbst in seinem Buch „Wie ich mit Russland gekämpft habe“ darüber schreibt.

Im August 1942 kam er zum ersten Mal zu Stalin nach Moskau, um zu mitzuteilen, dass die Zweite Front in Europa in dem Jahr nicht eröffnet werden würde. Und hier ist Churchills zivilisatorische Entdeckung, von der er mit echter Überraschung schreibt: „Ich bemerkte, dass es keine separaten Wasserhähne für kaltes und heißes Wasser über den Waschbecken gibt. Heißes und kaltes Wasser, gemischt auf die gewünschte Temperatur, floss durch einen einzigen Wasserhahn. Außerdem musste man sich die Hände nicht in der Spüle waschen, das konnte man unter dem Wasserstrahl aus dem Hahn tun. In ähnlicher Form habe ich dieses System später zu Hause verwendet.“

In Churchills Buch „Wie ich mit Russland gekämpft habe“ sind viele Details, aber auch viele Auslassungen. So steht dort beispielsweise nichts von einem geheimen Plan namens „The Unthinkable“, den Churchill im Frühjahr 1945 von seinem Militärkommando erbat. Es war ein Plan, um in Europa nach dem Krieg einen neuen Krieg gegen die UdSSR entfesseln, in dem Großbritannien und die Vereinigten Staaten mit den Resten von Hitlers Armee auf ihrer Seite kämpfen wollten. Der amerikanische Militärkolumnist Michael Peck schreibt: „Der Plan „The Unthinkable“ sah vor, dass Demokratien wie Großbritannien und die Vereinigten Staaten Krieg gegen die Sowjetunion führen würden. Seine Rechtfertigung wäre die Notwendigkeit, das Sowjetreich zurückzuwerfen und es seiner Eroberungen in Deutschland und Osteuropa zu berauben.“

Das heißt, Churchill wollte Stalin betrügen. Während er mit ihm über die Nachkriegsordnung verhandelte, entwickelte er gleichzeitig einen Plan, um die UdSSR anzugreifen. Ist das normal? Churchill, das muss dazu gesagt werden, gilt in Großbritannien als Vorbild der britischen Diplomatie.

Und in dem Buch schreibt Churchill über Stalin sogar recht freundlich. So beginnt die Geschichte des ersten Treffens 1942: „Ich kam in den Kreml und traf zum ersten Mal den großen Revolutionsführer und weisen russischen Staatsmann und Kämpfer, mit dem ich in den nächsten drei Jahren eine enge, raue, aber immer aufregende und manchmal herzliche Beziehung pflegen sollte.“

Die Briten und Amerikaner hatten nicht genug Kräfte, um die UdSSR im Sommer 1945 anzugreifen. Doch 1946 erklärte Churchill den Kalten Krieg. In der amerikanischen Stadt Fulton hielt er eine Rede, die der Beginn des Kalten Krieges war. Das war vor 75 Jahren.

Aus den USA berichtet unser Korrespondent Valentin Bogdanow.

75 Jahre nach der Rede in Fulton Rede ist der Saal heute eine Sporthalle am Westminster College. Hier hat sich seit 1946 wenig geändert. Es wurden nicht einmal Klimaanlagen installiert. Damals wurden 2.700 Leute in diese Halle gestopft. Winston Churchill sprach von hier aus. Hier waren die Journalisten und Kameraleute, die den ehemaligen britischen Premierminister sehr gestört haben, denn ihre Scheinwerfer haben ihn geblendet. Eine Fernsehübertragung, diese Möglichkeit gab es damals bereits, lehnte er ab.

Von den Scheinwerfern hat Churchill sich mit seinem berühmten Zylinder abgeschirmt. Den lüftete er auch zur Begrüßung der Zuschauer. Auf der Straße der Stadt im Mittleren Westen, die Amerika selbst symbolisiert, warteten 25.000 Menschen auf den Autokorso. Am Ortseingang von Fulton bat Churchill den Fahrer der Limousine, anzuhalten.

„Er war sein eigener PR-Mann und wusste, dass Bilder wichtig waren, also bat er, das Auto anzuhalten, damit er seine Zigarre anzünden konnte und die Leute das sehen konnten, denn darauf warteten sie“, sagte Timothy Riley, Chefkurator des National Churchill Museum.

Neben diesem wandgroßen Foto im Churchill Museum befindet sich eines seiner wichtigsten Exponate – das Rednerpult, von dem sie damals gesprochen haben. Harry Truman war der erste. Mit seiner handschriftlichen Einladung des Colleges sorgte der amerikanische Präsident dafür, dass der britische Gast bereit war, das sonnige Miami zu verlassen, wohin Ärzte ihn zur Erholung geschickt hatten, nachdem die Konservativen die Wahl verloren hatten.

Das begeisterte Publikum wusste, dass Churchills Mutter aus New Yorks Brooklyn stammte. Janie Jerome heiratete den englischen Herzog von Marlborough. Die Zuhörer ahnten noch nicht, welche wichtige Ankündigung ihr Sohn hier machen würde. Churchill wollte die Vereinigten Staaten und Großbritannien zu einer einzigen außenpolitischen Nation verschmelzen. Und damit sich die Allianz der besonderen Beziehungen schneller entwickelt und stärker wird, hatten sich die Teilnehmer entschieden, Angst zu machen. Vor der Sowjetunion.

„Von Stettin an der Ostsee bis Triest an der Adria fiel der Eiserne Vorhang über Europa herab. Die Hauptstädte der Staaten Mittel- und Osteuropas, Staaten mit einer jahrhundertelangen Geschichte, fanden sich auf der anderen Seite des Vorhangs wieder“, sagte Churchill.

Churchill nannte seine Rede „Muscles of the World“ und verstand sehr gut, dass die britischen Muskeln nach dem Krieg schlaff waren, was bedeutete, dass sein Land nur mit der Kraft der USA im Rücken bestehen konnte. Darüber hinaus brauchte das zusammenschmelzende Empire finanzielle Unterstützung. Die amerikanische Presse hat das Manöver schnell durchschaut. Eine Chicagoer Zeitung nannte die Rede „toxisch“, in einer anderen aus New York war die Rede von einer ideologischen Kriegserklärung an Russland, selbst im Kongress fand man Churchills Worte schockierend. Truman tat sofort so, als habe er von all dem nichts gewusst. (Anm. d. Übers.: Man muss hierzu wissen, dass Hollywood während des Zweiten Weltkriegs Propaganda-Filme gemacht hat, in denen die tapferen sowjetischen Soldaten für ihren Kampf gegen die Nazis gefeiert wurden. Die Menschen der damaligen Zeit verstanden daher nicht, wieso der eben noch gefeierte heldenhafte Verbündete Sowjetunion nun plötzlich der Feind sein sollte)

„Truman distanzierte sich, weil die öffentliche Meinung war, dass die Leute nicht verstanden, warum sie Gegner von Stalin werden sollten. Der Krieg war vorbei und viele Menschen wollten schon nach dem Ersten Weltkrieg nichts derartiges, sie hatten vom Krieg die Nase voll. Churchills Rhetorik beunruhigte die Menschen. Es schien ihnen, dass er zu weit gegangen war, als er über den Aufbau eines Militärbündnisses sprach. Aber ein Jahr später wurde die Truman-Doktrin beschlossen und die USA führten eine sehr harte Politik, die vieles von dem enthielt, was Churchill gesagt hatte“, erklärte Timothy Riley.

Es ist aber gesichert, dass die letzten Korrekturen an der Rede nachts in dem Zug vorgenommen wurden, in dem Churchill und Truman zusammen aus Washington kamen. Und zwei Wochen vor ihrer Reise nach Missouri schickte ein Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft in Moskau sein berühmtes langes Telegramm ins Weiße Haus, das den gleichen Inhalt hatte, wie Churchills Fulton-Rede. Der Kalte Krieg begann nicht einem Schuss, sondern mit einer Breitseite.

„Im März 1946 distanzierte sich Präsident Truman von Churchills Rede. Er sagte, sie spiegele nicht die Ansichten der amerikanischen Führung wider. Er hat gelogen. Den Vereinigten Staaten war nicht nur der Inhalt der Rede sehr wohl bekannt, sie waren auch aktiv an ihrer Ausarbeitung beteiligt. Churchill arbeitete im Außenministerium zusammen mit US-Außenminister Byrnes an der Rede. Zu diesem Zeitpunkt meinten die Vereinigten Staaten von Amerika schlicht, dass sie die einzige Supermacht waren. Während Roosevelt noch glaubte, dass die Welt von vier Polizisten regiert werden sollte – den Vereinigten Staaten, der UdSSR, China und Großbritannien -, entschied Truman, nachdem er von den Atomwaffen erfahren hatte, dass ein Polizist und ein Hilfssheriff in Person Großbritanniens ausreichend wären“, sagte Wjatscheslaw Nikonow, Politikwissenschaftler, Doktor der Geschichtswissenschaften und Abgeordneter der Staatsduma der Russischen Föderation.

Der neue Weltpolizist hat die Daumenschrauben schnell angezogen, nicht nur nach außen, auch nach innen. „Die Russen kommen!“ war der Mobilisierungsruf, der schnell von allen in der englischsprachigen Welt verstanden wurde. Hollywood hat dabei geholfen. Zwei Jahre später war im amerikanischen Kino ein Propagandagenre entstanden.

Dieses Gemälde heißt „Der Eiserne Vorhang“. Es ist wie ein Zitat aus der Fulton-Rede. Aber das Zitat gehört nicht wirklich Churchill. Goebbels hat den Ausdruck gerne in seiner Propaganda verwendet. Und diese Parole haben die Verbündeten von gestern natürlich gerne übernommen. Und doch war das Augenmaß derer, die damals mit Moskau zu tun hatten, als in Fulton der kollektive Westen geboren wurde, viel größer als bei den gegenwärtigen Regierungen. So etwas wie „zweifelsfrei“ oder „highly likely“ hätte von Churchill seltsam geklungen.

„Im Vergleich zu der groben Art im heutigen Großbritannien, das unverhohlen, unhöflich und sogar unverschämt ist – wie sagte der dortige Verteidigungsminister kürzlich: „Russland, verzieh Dich!“ – war das noch etwas anderes. Die Diplomatie des heutigen Großbritanniens kann nicht einmal mehr Diplomatie genannt werden. Und Churchill sagte sogar, dass er das heldenhafte russische Volk und seinen Kriegskameraden Stalin zutiefst respektiere und bewundere, dass er vollkommen verstehe, dass Russland eine Sicherheitszone brauche, die einen deutschen Angriff in der Zukunft ausschließen würde. Das heißt, Osteuropa wurde der Sowjetunion als kohärente, als Interessenzone gegeben. Und wenn die westlichen Führer heute in einem solchen Ton mit Russland sprechen würden, wäre es möglich, eine rote Linie zu ziehen. Jetzt ist die Situation völlig unvorhersehbar. Übrigens enthielt die Rede für Stalin nichts Neues“, sagte Natalia Narochnitskaya, Präsidentin der Foundation for Historical Perspectives.

Sechs Monate zuvor war dem sowjetischen Generalsekretär ein Dokument des Auslandsgeheimdienstes mit dem Titel „Sicherheit des britischen Empire“ auf den Tisch gelegt worden. Es ging dort und um den Bau von Militärbasen am Rande der UdSSR, um den Schutz des Zugangs zum Schwarzen Meer vor den Sowjets und um die Konturen des zukünftigen Militärbündnisses – die NATO sollte drei Jahre nach der Fulton-Rede entstehen. Und im Mai 1945 befahl Churchill Marschall Montgomery, deutsche Waffen einzulagern, um die deutschen Armee damit zu bewaffnen, um sie gegen die Rote Armee zu werfen. So entstand der Plan „The Unthinkable.“

„Wir dürfen nicht vergessen, dass er nur einen Monat zuvor, am 9. Februar, als Stalin seine Rede hielt, dem Westen direkt vorwarf, den Zweiten Weltkrieg entfesselt zu haben und er den Kapitalismus als Bedrohung für den Aufbau des Kommunismus und der sowjetischen Sicherheit tadelte. In gewisser Weise reagierte Churchill auf diese Worte. Beide sollten im Zusammenhang gesehen werden, untrennbar miteinander verbunden“, sagte der Historiker Mark Bolton.

Um diese Ansicht zu bestätigen, wurde ein Fragment der Berliner Mauer neben einer zerbombten Kirche in den Vereinigten Staaten aufgestellt, wo sich heute das Churchill Museum in Fulton befindet. Das war ein Geschenk an das Museum zum ersten Jahrestag der Demontage dieses Symbols des Kalten Krieges. (Anm. d. Übers.: Die „zerbombte Kirche“ erinnert an zerbombte Kirchen in London)

„Wenn gesagt wird, dass auch die Sowjetunion für den Beginn des Kalten Krieges verantwortlich ist, müssen wir uns daran erinnern, dass die Pläne für einen militärischen Angriff auf unser Land, einschließlich des Einsatzes von Atomwaffen, im Westen sehr sorgfältig entwickelt wurden. Und niemand hat jemals einen einzigen solchen sowjetischen Plan vorgelegt. Weil es solche Pläne einfach nicht gab. In unserem Land gab es keine Absicht, Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich oder die Vereinigten Staaten anzugreifen. Aber sie hatten solche Pläne“, sagte Wjatscheslaw Nikonow.

So wurde beispielsweise die Entwicklung des Totality-Plans, der präventive Atomschläge auf 20 sowjetische Städte beinhaltete, von Truman kurz nach der Bombardierung von Hiroshima und Nagasaki angeordnet. Der Westen handelte sofort und schuf sich seine eigenen Interessensgebiete. Als Churchill durch die Vereinigten Staaten reiste, gab es in Italien und Griechenland blutige Massaker an den Kommunisten. Die Rufe „Winnie, go home!“ begrüßten Churchill vor der Rückkehr nach London.

Am 15. März hielt Churchill in New York eine weitere Rede bei einem privaten Abendessen im luxuriösen Waldorf Astoria Hotel, die ebenfalls für eine globale Wirkung konzipiert war. Nur zehn Tage nach Fulton wuchsen die Spannungen um den Iran, die Türkei und die Mandschurei und Churchill stellte den Amerikanern ein Ultimatum: entweder ein Bündnis mit Großbritannien, um eine sowjetische Aggression zu verhindern, oder dieselbe Allianz, aber schon als Reaktion auf den Krieg.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

15 Antworten

  1. Dem an Geschichte wirklich Interessierten sei Winston Churchills „der Zweite Weltkrieg“ nachdrücklich empfohlen.
    Abgesehen davon, daß man ihm dafür immerhin den Nobelpreis für Literatur verlieh (und der war damals wohl noch etwas wert), liest man da z.T. „Erstaunliches“.
    Vieles ist so „erstaunlich“, daß man o.w. versteht, warum dieses Werk bei einschlägigen Themen im Laienlexikon als Quelle praktisch keine Verwendung finden konnte (und das fällt richtig auf).
    Gerade für die Zeit um 1939 enthält es in wesentlichen Fragen bemerkenswert wenig Widersprüche zu unserer früheren Geschichtsschreibung – die im Übrigen der heutigen russischen weitgehend entsprach.
    (Unglaublich interessant auch, wie Churchill die damals auf der politischen Bühne maßgeblichen Akteure, gerade solche der UdSSR, sieht und beschreibt.)

  2. Man sollte immer die Rede auch mit verlinken, denn wer die Rede nicht kennt, dem kann man alles erzählen.
    https://www.chronik-der-mauer.de/180128/rede-von-winston-churchill-in-fulton-usa-5-maerz-1946

    Und wer die politische Lage bis 1939 kennt, für den ist die Rede von Churchill nur die Fortsetzung seiner Politik, gepaart mit der Angst, die Sowjetunion könnte bis zum Atlantik durchmaschieren.
    Vergessen wird ja immer, dass die Briten versuchten bis zum 22.August 1939 einen Pakt mit Stalin zu bekommen, um Deutschland zu „umzingeln“.
    Stalin hielt die aber hin und Hitler war dann der „Gewinner“, wie bekannt sein dürfte.
    Dazu gibt unzählige zeitgenössige Literatur und jeder sollte diese mal (nicht alle) gelesen haben.

    1. Da sieht man, daß er das oben bezeichnete Werk offenbar nicht gelesen hat.
      „Vergessen wird ja immer“, was da z.B. einige Monate vorher so gelaufen ist.
      Churchill war da erstaunlich ehrlich, zB. in der Frage, wer da wen hingehalten hat.

    2. Die Briten haben 1939 da was versucht????
      Das einzige was die bis dato versucht haben, dann daß die Sowjetunion und „Naziedeutschland“ so schnell wie möglich übereinander herfallen!!!
      Stalin hatte da einiges versucht um Hitler im Schach zu halten, siehe da:Bürgerkrieg in Spanien, Gemeinsamer Angriff Polen’s und Deutschland’s auf Tschechoslowakei, Sudetenland und Stalins Angebot Militärischer Unterstützung und wie Polen da drauf reagierte, und, und, und!
      Und die Ersuche Stalins an die Briten und Franzosen zur Bildung einer Koalition, wurden nur mit desinteresse beantwortet!
      Stalin und Hitler haben sich nie persönlich getroffen!!!
      Der „Nichtangrifspackt“ wurde von der Sowjetunion als einem letzten Land in Europa unterschrieben und diente nur dazu sich aus dem Krieg so lange wie möglich heraus zu ziehen!

      z.Bsp:
      Das Münchner Abkommen wurde in der Nacht vom 29. auf den 30. September 1938 von den Regierungschefs Adolf Hitler, Neville Chamberlain, Édouard Daladier und Benito Mussolini im Führerbau in München unterzeichnet. Die Tschechoslowakei und die mit ihr verbündete Sowjetunion waren zu der Konferenz nicht eingeladen.

  3. Zu Operation „Unthinkable“ (das Undenkbare) und die folgenden Atomkriegspläne gegen die Sowjetunion hier – ja in Eigenwerbung – weiterführende Informationen: https://peds-ansichten.de/2016/05/paranoia-wahn-und-der-dritte-weltkrieg/

    @Hummel: Völlig richtig, die französische wie britische Regierung haben ein Bündnis mit der Sowjetunion im Sommer 1939 systematisch sabotiert. Aus gutem Grunde wurde der Hitler-Stalin-Pakt nur wenige Tage vor Kriegsbeginn unterzeichnet. Zu jener Zeit befanden sich britische und französische Diplomaten wie Militärs seit Wochen zu Verhandlungen in Moskau und es kam nichts von diesen Leuten. Weil sie ja auch ohne Kompetenzen in die sowjetische Hauptstadt geschickt worden waren.

    Herzlich, Ped

  4. In diesem Zusammenhang möchte ich an den Leitartikel des russischen Präsidenten bezüglich des 75. Jahrestages des Kriegsendes und die europäische Geschichtsklitterung in diesem Zusammenhang erinnern:

    https://russische-botschaft.ru/de/2020/06/19/75-jahrestag-des-grossen-sieges-gemeinsame-verantwortung-vor-geschichte-und-zukunft/

    Ein wirklich sehr gut geschriebener Artikel, der mit den Mythen der westlichen Geschichtsschreibung rund um die Vorgeschichte und den Ausbruch, sowie Verlauf des Zweiten Weltkrieges aufräumt und die deutsche Medienmeute samt einiger so genannter „Historiker“ laut hat aufheulen lassen.

  5. Churchill war in erster Linie Soldat und dann „Held“. Nur weil man Unterlagen vernichtet oder für Ewigkeiten der Wissenschaft vorenthalten will kann den Mythos aufrecht erhalten.
    Das Musterbeispiel dieser Legendenbildung ist der „Gaskrieg“ der Deutschen im 1. Weltkrieg. Die „mörderischen Deutschen“, „einzigartiges Verbrechen“ usw.
    Einzigartig oder nur das vermittelte Gefühl der Einzigartigkeit?

    https://www.aventinus-online.de/varia/aussereuropaeische-geschichte/art/Giftgaseinsatz/html/ca/d257adf3a23908b5c259ea5b66bb2ef0/indexee27.html?tx_mediadb_pi1%5BmaxItems%5D=10#rlmp_officelib_footnote_top_62

    Ob Gasbomben, Entlaubung, abgehackte Hände, Füsse, Köpfe oder Uran Munition, alles ist bis heute möglich, gefordert und aktiv unterstützt von Mächten und Mächtigen. Churchill war da keine Ausnahme.

    Während er das Schreckgespenst des Kommunismus zelebrierte wollte er natürlich nichts gegen die Exzesse seiner Landsleute in den Kolonien sagen bzw das Treiben auch nur ansatzweise missbilligen.
    Er ist nicht besser gewesen als Stalin ganz gleich wie oft man die Geschichte noch neu schreiben wird.

    1. Der „Soldat“ Churchill hat schon im 1.WK in Massen eigene Soldaten(die meisten aus Australien, Neuseeland und Indien) „verschlissen“(siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Gallipoli).
      Die Büchse der Pandora(„Gaskrieg“) wurde nun einmal von den Deutschen bei Ypern geöffnet. Paar Tage später schlugen die Briten und dann die Franzosen mit „Gas“ zurück. Dit for dat at it’s best! Nutzlos und verbrecherisch!
      Zu Beginn des 2.WK hat er dann Polen besitzkriegt und zu viele(?) Polen sind immer noch dafür dankbar.

      1. Meine Bemerkung sollte den den Ersteinsatz von Gas in Frage stellen sondern eher die „tolle Propaganda“ aufzeigen. Bis heute wird so getan als ob nur „die Deutschen“ so niederträchtig waren/sind aber diverse andere Kriege zeigen das es nicht so ist. Aber es ist natürlich super bequem immer auf Andere und speziell auf die Deutschen zu zeigen.
        Mich erstaunt auch mit welchen lapidaren Bemerkungen all die Verbrechen abgetan werden.
        Der Prozess um das Leid der Mau Mau zeigte das für GB wieder mehr als deutlich. 8000 Blatt mit allen möglichen Nachweisen zu den Verbrechen sind ja keine Kleinigkeit.
        Belgien dachte und denkt heute noch „das war eben damals“ und schiebt dann notgedrungen eine Entschuldigung rüber.

        Heute sind wir entsetzt was Menschen sich alles antun können dabei taten sie es schon immer. Die Doppelmoral dabei ist das Brechmittel. Noch schlimmer wird es wenn es die tun, die sich bei jeder Gelegenheit davor hüten selbst bestraft zu werden aber immer eine Strafaktion für Andere bereithalten.

      2. Der „Gaskrieg“ wurde nach meinen jüngsten, allerdings unbestätigten, Informationen von den Deutschen eröffnet, und zwar an der Ostfront. Woher ich das habe, weiß ich nicht mehr, es war jedenfalls keine russische Quelle, das hätte ich mir gemerkt.
        Die „Engländer“ unter Euch können da ja mal recherchieren.

        Doch noch mal zu Churchill:
        Er war Politiker seines Staates und daher durch dessen Geschicht geprägt. Ihn zu dämonisieren, hat daher genauso wenig Sinn, wie ihn zu glorifizieren.

        Aber was man m.E. sagen kann: Er war für einen Politiker alles in allem doch eine verdammt „ehrliche Haut“, dergleichen man von dem, was uns und den ganzen Westen z.Z. da so regiert, nicht gerade behaupten kann.

        1. Zur Geschichte des „Gaskrieges“:
          Der Einsatz giftiger Kampfmittel hat eine lange Geschichte, aber es scheitere am primitiven Wissen über Gifte oder/und an Zweifeln von Politikern oder Militärs an der Wirksamkeit.
          Es gab z.Bsp. einen britischen Plan(Admiral Lord Dundonald) im Krimkrieg(im August 1855) russische Truppen im Fort Malakow bei Sewastopol durch Abbrennen von Schwefel(mit ca. 500t S und 2000t Koks) „auszuräuchern“. Der Plan wurde wegen Zweifel an der Wirksamkeit nicht ausgeführt.
          Die Haager Landkriegsordnung(Artikel 23 a)-c)) verbot 1907 den Einsatz von chemischen Mittel mit Giftwirkung.
          Richtig los ging es durch die Deutschen im 1.WK schon im Oktober 1914 mit 3000 sog. Ni-10,5-Schrappnells(Dianisidinchlorsulfat; dianisidine chlorosulfate; reizerregend) gegen französche/britische Truppen bei Neuve-Chapelle. Das war allerdings militärisch gesehen ein Misserfolg.
          Der zweite Versuch war dann an im Osten(bei Bolimov und Łódź) mit 15cm-12-T-Granaten gefüllt mit Xylylbromid(starker Augenreizstoff), auch eher ohne militärischem Erfolg.
          Haber forcierte dann den Einsatz von Chlor(Haber deklarierte Chlor als Reizstoff!). Der erste Angriff erfolgte damit am 15.April 1914 nördlich Ypern mit 146t durch Ablassen verflüssigtem Chlor aus Stahlflaschen. Dieser Einsatz forderte 5000-6000 Tote und 15000 Verletzte und gilt als Beginn des „Gaskrieges“. Davor soll es auch Versuche mit Chlor im Osten gegeben haben.

          „Churchill als ehrliche Haut“ würde ich nicht unterschreiben.

          1. Danke.
            Im Übrigen: „Alles ist relativ.“ Ich räume ein, daß zu einer derartigen Bewertung eine gehörige Portion Zynismus gehört. Aber ohen den kann man ja heute kaum noch „überleben“.

          2. *edit*
            (1) Die Haager Landkriegsordnung(Artikel 23 a)-c)) verbot 1907 den Einsatz von chemischen Mitteln mit Giftwirkung.

            (2) Der erste Angriff erfolgte damit am 15.April 1915 nördlich Ypern mit 146t verflüssigtem Chlor durch Ablassen aus Stahlflaschen.

            Sorry!

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