Energiekrise

Das russische Fernsehen: „Die Grünen sind populistisch und Selbstmord für Deutschland“

In Russland hat angesichts der von der grünen Politik verursachten Energiekrise in Europa niemand mehr Verständnis für das, was die Grünen als "Politik" bezeichnen, wie ein aktueller Bericht des russischen Fernsehens eindrücklich zeigt.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag einen Bericht über die Energiekrise in Europa und vor allem in Deutschland gebracht, der anschaulich aufzeigt, wie und warum man in Russland die grüne Politik beurteilt. Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt und anschließend noch einmal die Gründe für die aktuelle Energiekrise zusammengefasst.

Beginn der Übersetzung:

Die Energiekrise plagt Europa

In der Welt herrscht eine schwere Energiekrise, ein Ansturm auf Gas, ständig steigende Strompreise und die daraus resultierende Stilllegung ganzer Industrien. Das Beispiel der Elektroautos, die plötzlich unrentabel wurden, ist ein gutes Beispiel dafür. Und dann wird hektisch über Sanktionen gesprochen, die in Wirklichkeit unfairer Wettbewerb sind. Sanktionen brauchen einen Deckmantel in Form von schönen Worten über die Erhaltung der Natur, der Sicherheit, der Wahlfreiheit, der Diversität der Menschen, des Schutzes eines Gebietes namens Ukraine. Und natürlich darf die Demokratie nicht fehlen… Im Kern geht es um schamlose Vorteile für einige wenige Menschen. Das Ergebnis ist eine Atmosphäre der Täuschung, sind Fehler in den strategischen Prognosen und die übliche Schuldzuweisung an Russland.

Aus Deutschland berichtet unser Korrespondent Michail Antonow.

Jeder weiß natürlich, dass ein Hybrid ein Auto ist, das mit einem Elektromotor startet, bei Erreichen einer bestimmten Drehzahl auf Verbrennung umschaltet und mit der Bremsenergie die Batterie für den nächsten Start auflädt. Seit kurzem ist ein neues Hybridmodell auf dem Markt, das sowohl über einen Benzintank als auch über einen Plug-in-Anschluss zum Aufladen einer Batterie verfügt, die bereits genug Energie für einen ganzen Fahrzyklus hat. Wenn man vorsichtig ist, kann man 60 bis 70 Kilometer durch die Stadt fahren. Und bis zum letzten Herbst war das sehr kostengünstig. Aber Experten der Citibank London sagen, dass es bei den derzeitigen Strompreisen in Europa bereits billiger ist, nur mit Benzin zu fahren.

Obwohl für Strom eine Mehrwertsteuer von nur 5 Prozent anfällt und die Steuern und Verbrauchssteuern auf Benzin und Diesel mehr als die Hälfte des Preises ausmachen, kostet die Nutzung eines Hybridfahrzeugs in Großbritannien nach Berechnungen der Citibank heute 50 Prozent mehr als die eines Benzinfahrzeugs und da die Tarife im Frühjahr überarbeitet werden sollen, könnte der Unterschied auf 300 Prozent steigen.

„Trotz der Ambitionen im Bereich der erneuerbaren Energien importiert Europa immer noch den größten Teil seiner Energie, hauptsächlich in Form von Öl und Gas“, stellt die Citibank fest.

Der Einsatz großer Mengen teuren Gases in der Stromerzeugung führt zu einer Kettenreaktion in Form hoher Strompreise. Das Risiko für Haushalte, Unternehmen und Besitzer von Elektroautos, Pleite zu gehen, hängt mit dem Gaspreis zusammen, der in der zweiten Januardekade erneut auf 1.100 Dollar pro tausend Kubikmeter gestiegen ist, nachdem berichtet wurde, dass die Gasreserven in den unterirdischen Speichern auf unter 50 Prozent gesunken sind, ein historischer Tiefstand. Das Elektroauto, das britische Bankanalysten als Beispiel anführten, um das Ausmaß des Problems zu verdeutlichen, kann durch jedes andere elektrische Gerät ersetzt werden: einen Fernseher, ein Bügeleisen, eine Waschmaschine oder eine elektrische Heizung. Auch auf einen Gaskessel oder sogar das Thermostat an einem Heizkörper trifft das zu. Der Wunsch, das Thermostat an diesem kalten Januartag aufzudrehen, ist groß, aber die britischen Hausbesitzer fürchten, dass die Heizung in diesem Winter teuer wird, wenn die Rechnungen im April eintreffen.

Die steigenden Stromkosten ziehen die Preise für alles mit sich. Die Inflation beschleunigt sich bei schrumpfender Produktion. In diesem Winter wird es in Europa keinen Hunger geben, aber auch nicht den üblichen Überfluss. Niederländische Landwirte warnen: „Alles ist so kritisch, dass wir uns für ein Halblichtsystem entschieden haben. Manche, die mehrere Gewächshäuser haben, sagen: Wir lassen ein oder zwei leer stehen. Aber dann verliert man so viel Produktion! Die Situation könnte nicht extremer sein.“

Die schwierige Situation in Deutschland wird durch die ultimative grüne Politik verschärft: Sie hat die Deutschen bei den Energiepreisen an die Spitze des Kontinents gebracht. Vor dem Jahreswechsel wurden alle Haushalte über die Erhöhung der Tarife informiert. Nicht um 400 Prozent wie beim Gas, aber immerhin um ein Drittel. Aber auch das rettet die kleinen Anbieter nicht – die Zahl der Insolvenzen hat sich auf 39 Unternehmen im letzten Jahr verdoppelt und die großen Konzerne übernehmen den Markt.

Doch wie sieht es mit Elektroautos in Deutschland, dem Land der Autos und Autobahnen, aus? Ist es so teuer, elektrisch zu fahren, wie die Citibank-Analysten behaupten? Wenn Sie den Preis für einen Liter Kraftstoff und eine Kilowattstunde sowie den Verbrauch von beidem auf hundert Kilometern kennen, können Sie die Rechnung im Kopf machen. Wir machen ein Experiment und fahren 20 Kilometer in der Stadt mit einer Geschwindigkeit von 30 bis 50 km/h zuerst mit Benzin, und dann die gleiche Strecke zurück, aber mit einem Elektromotor. Wir tanken und vergleichen die Quittungen.

Die Flotte der Elektroautos in Deutschland umfasst inzwischen rund 440.000 Fahrzeuge. In zehn Jahren soll es bis zu 15 Millionen emissionsfreie Fahrzeuge geben. Die Umstellung der Fahrzeuge auf Strom würde den Deutschen in vielerlei Hinsicht helfen, das Ziel zu erreichen, das sich ihre „grünen“ Experten mit ehrgeizigen Zielen gesetzt haben.

„Sie sehen, dass die Aufgabe groß, ja gigantisch ist. In Zahlen ausgedrückt haben wir die Emissionen in Deutschland zwischen 2010 und 2020 um 15 Millionen Tonnen pro Jahr gesenkt, aber bis 2030 müssen wir sie im Durchschnitt um mehr als 40 Millionen Tonnen reduzieren“, sagte Robert Habeck, Deutschlands Klimaminister.

Die Energie für den Elektroverkehr soll nach den Plänen der deutschen Grünen aus alternativen Quellen gewonnen werden: Windräder, Sonnenkollektoren und Biomasse. Es werden mehr benötigt – Zehntausende, Millionen von Tonnen Biomasse. Während die Baerbock-Habeck-Partei bereit ist, sich mit Gas vorerst noch abzufinden, will die neue Bundesregierung endgültig aus der nuklearen Stromerzeugung aussteigen: Drei der sechs in Deutschland noch betriebenen Kernkraftwerke wurden in der Silvesternacht abgeschaltet, die letzten drei Reaktoren werden am 1. Januar 2023 um Mitternacht abgeschaltet.

Die Sturheit der deutschen Regierung, insbesondere der Grünen, in ihrem Kampf gegen Atomkraftwerke stößt bei ihren Nachbarn auf Unverständnis. Selbst die Europäische Kommission hat die Kernkraft als klimaneutrale Technologie eingestuft.

„Diese grüne Partei ist weiter populistisch, sie täuscht die Menschen. Sie haben die Kernkraft in Deutschland abgeschaltet. Das ist Selbstmord für Deutschland, das praktisch keine Bodenschätze hat. Sie hatten einen Anteil von 37 Prozent an Kernenergie und haben mit der Abschaltung die deutsche Wirtschaft in den Ruin getrieben. Das ist die ganze Antwort“, sagte Michail Kovaltschuk, Präsident des Kurtschatov-Instituts.

Kohle und Kohlenwasserstoffe, die den Grünen verhasst sind, haben die Energieunternehmen bisher davon abgehalten, das „Geschlossen“-Schild an die Tür zu hängen. 45 Prozent der gesamten Stromerzeugung im fortschrittlichen Deutschland stammt heute aus Kohle, in den Niederlanden decken sie und andere fossile Brennstoffe 70 Prozent des Bedarfs, in Irland 90 Prozent.

Das Wallstreet Journal berichtet, dass eines der schmutzigsten Ölfelder der Welt – die Ölsande in Alberta, Kanada – eine Rekordproduktion erreicht hat. Seit 2004 wird dort Öl abgebaut, mit Wasser aus der Sandmasse herausgewaschen und mittels Hydraulic Fracturing gewonnen – vier Tonnen bituminöser Sand ergeben ein Barrel Rohöl. Hier sieht man ihren Kampf für Ökologie und Klimaneutralität auf einem Bild (Anm. d. Übers.: Wer die Bilder aus Kanada nicht kennt, sollte sich die in dem russischen Beitrag anschauen): Das ist keine irdische Landschaft, es ist der Saturn. Je mehr Kohle und Heizöl sie verbrennen, desto lauter rufen sie, dass es Zeit ist, damit aufzuhören: noch ein Tag, dann ist es vorbei. Und was bleibt ihnen dann noch? Dauerhaft erneuerbare Energie? In dieser Hinsicht gibt es keine Illusionen, deshalb tut die Gasfrage so weh.

Man fragt sich, was hat die NATO mit der Energie zu tun? Es ist das gleiche. Das sagt ein Tweet von Stoltenbergs nach seinem Gespräch Herrn Birol, mit dem Leiter der Internationalen Energieagentur. Wahrscheinlich sagte Herr Birol, der vergaß hinzuzufügen, dass Gazprom alle Verträge erfüllt habe, Stoltenberg ungefähr Folgendes (Anm. d. Übers.: Es wird eine Aussage von Birol vor der Presse gezeigt): „Russland hat seine Ausfuhren nicht in dem Umfang gesteigert, wie wir es uns erhofft hatten. All dies hat zu einer Instabilität des Marktes und zu einem Preisanstieg geführt“.

Europa kann also auf dem Markt so viel spielen, wie es will, und das System der langfristigen Verträge zerstören, aber wenn es eng wird, dann kann man Gazprom die Schuld geben. So funktioniert das nicht.

„Wir können liefern. Wir haben enorme Ressourcen. Aber jedes Feld ist ein Investitionsprojekt, das Zeit braucht, um sich zu amortisieren und Investitionen anzuziehen, daher muss es eine klare Verkaufspolitik geben. Deshalb sind wir immer dafür eingetreten, dass langfristige Verträge für die Verbraucher, die diese Energiequellen nutzen, in erster Linie ein System der Energiesicherheit sind“, sagte der stellvertretende russische Ministerpräsident Alexander Novak.

Und doch hat Gazprom im vergangenen Jahr mehr geliefert, als im langfristigen Vertrag vereinbart ist, und sein Lieferziel für Deutschland um 5,5 Milliarden Kubikmeter übertroffen. Und die Partei von Bundeskanzler Scholz hat nicht die Absicht, auf ein solches Sicherheitspolster zu verzichten.

In dieser Woche drängte die deutsche Verteidigungsministerin Lambrecht im französischen Brest ihre Kollegen, Nord Stream 2 aus dem neuen Paket anti-russischer Sanktionen wegen der Ukraine herauszunehmen, aber man sagte ihr, dass das unmöglich sei: Die europäische Familie, die den Bau von Atomkraftwerken verdoppelt, ist bereit, dem deutschen Volk zu schaden, indem sie es ebenfalls zu Geiseln des Kiewer Regimes macht. Das kommt zu den deutschen „Grünen“, die das Offensichtliche in keiner Weise akzeptieren können, noch hinzu: Die erfolgreiche Zukunft ihrer eigenen klimaneutralen Projekte und anderer Elektroautos hängt jetzt und auf viele Jahre hinaus von einer massiven und ununterbrochenen Versorgung mit Erdgas ab, das es im bekannten Universum nur in zwei Varianten gibt: zu teuer oder russisch.

Inzwischen kennen wir den Gewinner im Wettbewerb zwischen Benzin und Strom. Wir sind 20 Kilometer gefahren und haben dabei Benzin für 3,55 Euro verbraucht. Auf dem Rückweg sind wir mit Batterie gefahren und das hat uns 2,68 Euro gekostet. Im Gegensatz zu London ist es in Berlin also immer noch sinnvoll, mit Strom zu fahren. Außerdem gibt es hier ein Geheimnis: Viele, wenn nicht sogar die meisten Deutschen kaufen diese Autos nicht nur, weil sie so umweltfreundlich sind, sondern auch, weil es in jeder Stadt, selbst in den belebtesten Gegenden, immer reservierte Parkplätze an Ladestationen für sie gibt: man kann vier Stunden kostenlos parken und tanken.

Ende der Übersetzung

Die Gründe für die Energiekrise in Europa

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa habe ich oft berichtet, daher fasse ich sie hier der Vollständigkeit halber nur noch einmal kurz zusammen.

Erstens: Der letzte Winter war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in diesem Jahr ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in diesem Jahr nur knapp 75 Prozent.

Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der letzte Sommer aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.

Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien sind die Gaspreise noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker fahren nach Asien, anstatt nach Europa.

Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.

Warum Gazprom trotzdem langfristige Verträge möchte? Die Antwort ist einfach, denn das war auch in Europa so, als in Europa noch Gasfelder erschlossen wurden. Der Produzent von Gas muss Milliardeninvestitionen planen und das geht nur, wenn er weiß, wie viel Gas er langfristig zu welchem Preis verkaufen kann. Daher möchte ein Gasproduzent langfristige Verträge, auch wenn der Preis zeitweise möglicherweise viel niedriger ist als der, den er an der Börse erzielen könnte.

Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn er die Gaspreise und die Gasmengen im Voraus planen kann, denn was passiert, wenn man sich auf kurzfristige Verträge einlässt, erleben wir gerade in Europa. Dass die EU-Kommission sich trotzdem für kurzfristige Verträge und Börsenhandel von Gas einsetzt, ist entweder Inkompetenz, oder der Wunsch europäischen Konzernen die lukrative Börsenspekulation mit Gas auf Kosten der Verbraucher zu ermöglichen, oder die politische Abhängigkeit von den USA, die auf kurzfristige Verträge setzen, weil ihrer schnelllebigen Frackingindustrie schnelle Gewinne wichtiger sind als langfristige Planungssicherheit.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

28 Antworten

  1. Viele interessante Einzelheiten, danke dafür. Letztlich sind es aber nicht die Grünen allein, die den Untergang des Abendlandes beschleunigen. Mitläufer sind genauso verantwortlich, und das sind praktisch alle im Bundestag vertretenen Parteien, die korrupten Medien und es ist die Dummheit des Wahlvolkes. Diese ist besonders wirkungsvoll. Gestern, oder war es vorgestern, erklärte ein Herr Haldenwang (CDU), Chef das Verfassungsschutzes, alle kritischen Menschen im Lande für „Staatsfeinde“. Ein Aufschrei ging durch die Bevölkerung und die Medien, nein natürlich Quatsch: es tat sich überhaupt nichts.
    Es ist schwer vorherzusagen, wie es weitergehen wird, allen kindischen Plänen und „Voraussagen“ zum Trotz. Wahrscheinlich wird um des lieben Friedens willen die eine Seite weiterhin zurückziehen. Die andere wird vielleicht ein paar Augenblicke lang auf der Stelle treten, der Form halber, um dann umso stärker nachzutreten. Dies in Form von Nagen an den Grenzen des Riesenlandes, sowie Aufwiegeln im Inneren. Es befriedigt zu erfahren, wieviel Energie China in Nachbarschaftsdiplomatie investiert, lauter Staaten, die nicht von Grund auf Freunde Chinas sind. Russland hat es da dem Haufen von EU/Nato-Frontstaaten gegenüber allerdings viel schwerer.

  2. Warum? Weshalb? Ist das so schwer zu erraten?
    „Keep the USA in, keep the Russians out, keep the Germans down“. Denke mal, damit ist alles gesagt!
    Man hat halt immer noch sehr viel Angst vor uns Deutschen. Man stelle sich vor, die würden sch militärisch und wirtschaftlich mit Russland und auch China verbünden, ein Albtraum für die Besatzungsmacht der USA (die USA sind voll in der Hand des Deep State).
    Also macht man unsere Wirtschaft kaputt (Energie, Industrie, Währung).
    Man wiegelt uns gegeneinander auf.
    Man weicht uns auf mit ungebremsten Zuzug entsprechender Volksgruppen.
    Dazu braucht man halt die Medien, das Klima und die Pandemie!
    Ein perfekter Plan!

    1. Der Morgenthauplan wurde nach 45 nicht umgesetzt, weil die BRD als Frontstaat gegen die UDSSR benötigt wurde. Nach 1990 wurde die Natoosterweiterung betrieben, wir sind nicht mehr vonnöten, die Grünen als fünfte Kolonne der USA ziehen das jetzt mit knapp 80 Jahren Verspätung durch.
      Aber machen wir uns nichts vor : wer wählt denn all diesen Dreck `? Spätestens nach 2015 hätte die AFD 40 Prozent der Stimmen bekommen müssen, allerspätestens 2017 70 Prozent.
      Dieses Volk ist dem Untergang geweiht und es hat ihn sich selbst geschaffen.
      Man könnte sich jetzt lange darüber unterhalten, wer dieses Volk ist, denn die Figuren, die während der letzten 30 Jahre hinzugeboren wurden, inklusive der neu hinzugekommenen Paßdeutschen haben mit dem Deutschland bis Anfang der 90ger Jahre nicht mehr viel zu tun.

      Es ist schade, aber umumkehrbar – war schön mit dir, Abendland, wir haben wenigstens noch nette Erinnerungen an dich.

      1. Wir wissen doch gar nicht, wie viel % die AfD bekommen hat.

        Oder glaubt hier ernsthaft noch jemand, in Anbetracht der totalen Verkommenheit und Menschenverachtung, die mittlerweile von der herrschenden Klasse der BRD durchgezogen wird (siehe letzte 2 Jahre), dass die Wahlen in der BRD ehrlich und ungefälscht ablaufen?
        Im Ernst?

        1. Selbstverständlich nicht. Wahlen gehören zum Spiel der Demokratiesimulation und dienen einzig und
          allein dazu, dem Bürger das Gefühl zu geben, bei diesem Spiel mitspielen zu können. Die AFD ist ebenfalls ein Teil davon und spielt hier lediglich den „Bad cop“ . Das ist alles. Könnte für den ein oder anderen ernüchternd sein, aber so ist es nun mal. Der einzige der in diesem Spiel einen geringen Einfluss hat, ist der Bürgermeister. Der kann einige kleinere Entscheidungen treffen.
          Horst Seehofer hat es irgendwann mal bei Pelzig treffend formuliert:
          Diejenigen die entscheiden, sind nicht gewählt und diejenigen die gewählt werden haben nichts zu entscheiden.

          Horst Seehofer, erklärt warum Wählen sinnlos ist !!! Bei Pelzig 20.5.2010
          https://youtu.be/19asrm-S4i0

            1. Dito….. und das allerlustigste ist m.E., dass es viele gibt, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt
              wurden und nun meinen, dass mit dieser Partei alles gut werden würde. A. Weidel kommt u.a.
              von Alliance Global Investors und Goldman Sachs. 🤑

  3. „…weil es in jeder Stadt, selbst in den belebtesten Gegenden, immer reservierte Parkplätze an Ladestationen für sie gibt.“
    Diesen Satz bitte nochmals lesen! In jeder Stadt, in belebten Gegenden! In OSt deutschland leben viele in Plattenbauten und haben gar keine Chanche auch nur eine Steckdose für ihr E-Auto zu bekommen.
    Schau ich mich in meiner Stadt um, dann sind E-Ladesäulen immer dort, wo das grüne Klientel auch wohnt oder im Centrum. Doch warum soll ich 10 km ins Zentrum fahren um Strom zu tanken? Und der Strom ist auch nicht kostenlos, wenn überhaupt bei den 100 Anbietern der Stecker passt!

    „…die Zahl der Insolvenzen hat sich auf 39 Unternehmen im letzten Jahr verdoppelt und die großen Konzerne übernehmen den Markt.“
    So war der Plan! „Kriegswichtige Betriebe“ bleiben erhalten, „nicht kriegswichtige“ werden geschlossen oder „arisiert“, wie man es auch mal nannte.

  4. Elektroautos, die plötzlich unrentabel wurden? Wodurch? Elektroautos wurden und werden gekauft von Leuten, die sie sich leisten können. Die Anschaffungskosten liegen ja im Schnitt noch höher als bei Verbrennern, vor allem auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Schon vor Beginn des Preisanstiegs am Gas- und Stromspotmarkt waren jene E-Auto-Käufer günstig dran, die zu Hause eine PV-Anlage mit Speicher hatten und dort ihr Auto mehr oder weniger kostenlos aufladen konnten. Und jene, die diese Möglichkeit nicht hatten oder denen sie aufgrund ihres Aktionsradius oder ihrer Zugangszeiten zur heimischen Energiequelle nicht reichte, akzeptierten kWh-Preise von 80 Cent an Autobahnladestationen. Ich schätze, an beiden Extremen der Ladebedingungen hat sich nicht so wahnsinnig viel geändert seither.

    Es weiß nicht jeder, dass ein Hybrid bei einer bestimmten Drehzahl auf den Verbrenner umschaltet. Mir ist das völlig neu. Ich dachte immer, der Hybrid schaltet um, wenn ihm der Strom allmählich ausgeht oder wenn die geforderte Leistung nicht allein durch die Batterie erbracht werden kann – was nicht dasselbe ist wie eine hohe Drehzahl.

    Auch sind Plug-in-Hybride nichts Neues.

    Diese Dinger waren noch nie besonders kostengünstig, jedenfalls nicht in der Anschaffung. Deswegen haben sie sich praktisch nur dank spezieller Steuervorteile im Dienstwagensektor etabliert – und wurden dort zu einem großen Teil überhaupt nicht elektrisch gefahren, weil den Nutzern der Aufwand zu hoch war.

    Es erscheint mir nicht immer ratsam, auf „Experten“ von Banken zu hören. Nicht immer sagen und schreiben die, was die Welt zum Guten verändert. Ah, ich lese gerade: Die reden vom Nicht-EU-Land Großbritannien. Da bin ich – Hallo, Herr Röper! 😉 – ahnungslos.

    Einen Mehrwertsteuersatz von 5 Prozent gibt es in Deutschland m.W. nicht. Für Strom beträgt er laut Verivox 19 Prozent. Wahrscheinlich ist das auch so eine GB-Sache.

    Ich glaube, ich höre hier auf mit meinem Kommentar, weil die Situation auf der Insel schon hier und da eine deutlich andere ist – gerade beim Gas – als auf dem Kontinent, und die Briten machen ihr Ding; das habe ich nicht zu kritisieren.

    Der übersetzte Beitrag von Michail Antonow enthält einige Wahrheiten, die hierzulande mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit nicht zur Kenntnis genommen werden, allerdings aus meiner Sicht auch viele Unschärfen, Halbwahrheiten und Unrichtigkeiten. Ich muss ihm jedoch zugute halten, dass seine Version von Propaganda ohne Schaum vorm Maul auskommt. Dass ich das nicht alles auseinandergenommen habe, hängt mit Ellenlänge zusammen.

    1. Briten hin oder her, jedenfalls wird der elektrische Bahntransport in D unrentabel, man schreit schon nach wirtschaftlichen Hilfen, damit sich nicht wieder ein Großteil der Güter auf LKWs verteilt und Dieselloks wieder vorrangig die Güterwagons ziehen. Grüne*innen-Politik ist lustig. 😂

      1. Hm, an diese Folge der hohen Spotpreise für Strom habe ich noch gar nicht gedacht. Die Deutsche Bahn bekommt ihren Strom ja praktisch zu Börsenpreisen, und sofern sie ihn nicht selbst verbraucht, reicht sie die Preise an die privaten Spediteure weiter. Und dieser Preis dürfte sich erheblich erhöht, wenn nicht gar vervielfacht haben. Ich habe die Frage zu den Auswirkungen mal an ein paar Kollegen weitergereicht, die näher am Management der Schienengüterverkehrsspediteure sitzen.

  5. Also dieses Plug-in-Hybrid Bashing ist wirklich etwas lästig. Dazu kommt im Spiegel ja auch alle naselang mal etwas, z. B. dass die DUH (Deutsche Umwelthilfe) mal wieder meint, die bringen nichts und das Kassieren der Förderung wäre so etwas wie Subventionsbetrug.

    Das stimmt so alles überhaupt nicht, das sollte auch nur mit Physik-Grundwissen recht schnell einleuchten. Die Darstellung im Artikel stimmt auch nicht, das hat nichts mit der Drehzahl zu tun, wann sich der Verbrenner zuschaltet, zumindest nicht in vernünftig abgestimmten Fahrzeugen, womit ich also nicht sagen will so etwas würde es nicht geben, das dort beschriebene Konzept passt aber eher zu Vollhybriden, da werden aber auch viel schwächere E-Motoren eingebaut.

    Und natürlich bringt so ein Fahrzeug, wenn man es im passenden Umfeld/Fahrprofil bewegt, sehr wohl einiges, aber selbstverständlich nur bedingt auf Langstrecken. Aber es beschwert sich ja auch niemand, dass man einen Rennwagen nicht wirklich sparsam bewegen kann.

    Wir reden hier von Durchschnittsverbräuchen von 1,xx Litern im Normalbetrieb im Winter, wenn die Reichweite ausreicht, also bei uns im Sommer durchaus auch schon mal von exakt null. Und ja, bei Maximum Warp auf der Autobahn geht das Übliche durch die Leitung.

    Aber vom Primärenergieeinsatz her und der soll ja verringert werden, passt das schon, zumindest wenn man irgendwann aufhört Edeltorf in Niederaußem & Co zu verheizen.

    Und ich denke, es wird hier zwar generell leider keine mehrheitsfähige Position sein, ich habe den Verzicht auf fossile Energien aber bereits für ein edles Ziel gehalten, als es noch als fantastisch galt, dass Wind & Sonne auch nur 5% zur Energieversorgung beitragen könnten, ist also schon ein paar Monde her. Umso entmutigender, dass es Jahre später bei den Grundpositionen geblieben ist, die einen meinen mehr Kleinanlagen allein sind bereits die Lösung (was Quatsch ist) und die anderen bezweifeln einfach weiter die grundsätzliche Möglichkeit (was auch Quatsch ist).

    Dazwischen dann noch die wahren Fantasten, die meinen Wasserstoff ist die Lösung, total ungefährlich und easy zu handhaben, die Waldpflanzer, die CO2-Verklapper und E-Fuel-Anhänger. Meine Lösung wäre Power-to-Gas, da gibt es die Speicher, die Stromerzeuger, Gasheizungsanlagen und überhaupt die Infrastruktur schon. Alles andere wird wahrscheinlich sanft entschlafen.

    Und nicht zu vergessen die Kernkraftanhänger, doch sorry, Kernkraft war nie die Lösung und wird es auch nicht mehr. Aber ich habe ansonsten auch nichts gegen die Dinger.

    So, jetzt sind wirklich mal alle sauer auf mich, aber was solls. Ich habe zumindest keine Kinder, ich muss mich nicht für die Zerstörung der Lebensgrundlagen rechtfertigen.

    1. Nicht alle sind sauer. 😉

      Sie müssen mir aber mal erklären, wie Sie „Fantasten, die meinen, Wasserstoff sei die Lösung“ zusammen bringen mit „Meine Lösung wäre Power-to-Gas.“ Dieses Gas ist doch wohl zunächst mal H2, egal, ob man es später in der Kaverne oder andernorts mit CH4 mischt oder chemisch irgendwie „verkohlt“. Es bleibt das Problem, dass die Elektrolyseure für die Erzeugung von H2 auf absehbare Zeit nicht annähernd mit Volllast betrieben werden können und daher, abgesehen vom nur 70%igen Wirkungsgrad, sauteuren H2 erzeugen werden, denn nur dieser kann die Abschreibungen dieser Anlagen aufnehmen. Alle Aggregate, die in dieser Richtung aktuell gebaut werden, sind daher hoch subventioniert, und ich mag mir einfach nicht vorstellen, dass der relative Subventionsanteil beibehalten wird, wenn die installierten Leistungen in die Gigawatt gehen sollten.

      Was Antonow sonst noch an Fragwürdigkeiten notiert hat, müssen wir wahrscheinlich mit Milde bedenken. Er ist Journalist, kein Energietechniker, kein Ingenieur oder Physiker. Ich erlebe immer wieder Menschen, die durchaus eine naturwissenschaftliche Ausbildung durchlaufen haben und dennoch sogar kWh und kW durcheinander bringen. Da sollten die Erwartungen an Presse und Fernsehen nicht überspannt sein. Umso wichtiger ist, dass solchen Veröffentlichungen im Zeitalter von Web 2.0 korrigierende Meinungen gegenüber gestellt werden können.

  6. „Dieses Gas ist doch wohl zunächst mal H2, egal, ob man es später in der Kaverne oder andernorts mit CH4 mischt oder chemisch irgendwie „verkohlt“. Es bleibt das Problem, dass die Elektrolyseure für die Erzeugung von H2 auf absehbare Zeit nicht annähernd mit Volllast betrieben werden können“

    Hallo Stephan,

    das ist richtig, der erste Schritt ist die Herstellung von Wasserstoff, ich wollte den nicht grundsätzlich verteufeln, der ist aber zu kompliziert um ihn kleinteilig durch die Weltgeschichte zu transportieren, im Sinne von Tankstellen und Ähnlichem (Stichwort Wasserstoffwirtschaft).

    Diesen kann man aber zwischenlagern als mittelfristigen Speicher. Um das Zeug langfristig speichern zu können muss der noch methanisiert werden, dann kann man das Zeug im laufenden Betrieb ins normale (Erd-)Gasnetz einspeisen. Von da aus wäre auch E-Fuel (nur halt nicht für PKW, da viel zu teuer) auch nicht mehr so weit weg und ja, fliegen wird wohl wieder „etwas“ teurer. Das ergibt sich aber automatisch, wenn Öl nicht mehr täglich in der Größenordnung diverser Megatonnen durch die Spritpumpen gejagt wird.

    Ich wollte den letzten Beitrag nicht unnötig aufblasen, aber wenn irgendwann die 80% EE in sich kommen stehen wir vor diversen Problemen:

    1. Unzuverlässige Energieerzeugung macht Zwischenspeicherung in großem Stil notwendig, das geht, Stand heute nur chemisch in diesen Größenordnungen, Verluste gibt es dabei immer, egal was man macht.

    2. Es werden saisonale stabile Speicher benötigt und wenn man schon den Wasserstoff hat kann man den auch weiterverarbeiten. Da im Sommer ein großer Energieüberschuss vorhanden ist, also quasi 150% von den durchschnittlichen 80% muss dann halt eingelagert werden.

    3. Fakt ist aber dies klappt für Deutschland alleine nicht, ist zu unwirtschaftlich und ungeheurem technischen und gesellschaftlichen (Verspargelung usw.) Aufwand verbunden, da wird viel importiert werden müssen in Richtung 100% EE, doch das dauert noch sehr lange, ich glaube nicht das ist dies noch erlebe und ich bin 46. Wäre für mich also noch kein Grund z.B. Gazpromaktien noch schnell zu verkaufen.

    4. Auch ein Problem, die Politik, ich habe mich endlos geärgert als der Habeck letzte Woche mit seinen nichtssagenden Pappschildern aufgelaufen ist. Zitat: „Wir sind hier und da müssen wir hin“. Nee is klar, Digger! Da soffen sie sang- und klanglos ab, meine einzigen Hoffnungen, die ich in die grünen Politiker gelegt hatte. Einfach mal nit nur ein Konzept, sondern ein Plan, klare Ziele, doch wird auch wieder nichts draus. Stattdessen wohl eher so ein deutsches Autarkie-Konzept, das sogar Adolf vor Begeisterung Tränen in die Augen getrieben hätte, wird nicht funktionieren, basta!

    5. Politik 2: Vernetzung, ohne wird es nicht gehen, das ist wahrscheinlich auch der größte Zeitfresser, der noch Dekaden in Anspruch nehmen wird, die Zerstörung der Biosphäre sollte nebenbei auch irgendwann mal gestoppt werden, sonst bringt dieses technische Gehampel ohnehin nichts mehr.

    6. Politik 3: Es ist nicht hilfreich, mit Methoden wie der Taxonomie zu arbeiten und dabei so etwas wie Kernkraft oder Gas noch mitzusubventionieren. Wenn die alten Konzepte sich da erst einmal breit gemacht haben mag das vielleicht kurzfristig helfen, wird aber so viele Mittel binden, dass für den eher experimentellen Rest fast nichts mehr übrig bleibt.

    7. Die Erwartungshaltungen. Es wird ja viel geplant, Projekte wie Desertec gehen aber auch deshalb baden, weil man viel zu unorganisch plant. Man möchte ganz viel Strom in Algerien produzieren? Prima, dann produziert da auch Strom für Algerien, wenn dann etwas exportiert werden kann klappt das auch. Russland könnte auch grünes Erdgas produzieren, nutzt dafür aber evtl. Kernkraftwerke, na warum nicht? Man will immer die perfekte Lösung, die Welt ist aber nicht perfekt, das funktioniert nicht, die unrealistischen Ziele funktionieren halt nicht. Doch was will man denn machen? Et kütt wie et kütt.

  7. > … Wasserstoff, ich wollte den nicht grundsätzlich verteufeln, der ist aber zu kompliziert, um ihn kleinteilig durch die Weltgeschichte zu transportieren …

    Ich weiß jetzt nicht, was du mit kleinteilig meinst. Wahrscheinlich denkst du an mobile Tanks – in PKW, LKW oder sogar Tanklastzügen. Den Vorgang halte ich nicht unbedingt für zu kompliziert – obwohl ein Hochleistungskompressor auch nicht gerade schlichte Technologie ist -, sondern einfach für zu energiehungrig. Ein Kollege hielt im Dezember einen Vortrag, in dem der die ganze Kette vom Windrad (oder dem PV-Acker) bis zum H2-Tank auf der Lok veranschaulichte. Von der Elektrolyse zum Tank sank der Gesamtwirkungsgrad von 70% auf 61,6%. Das macht 12% Kompressionsverluste – kein Kleingeld also. Unter Einschluss von Befüllung und Transport ging er sogar auf 49,4% runter. Man kommt also auf Infrastrukturverluste von insgesamt 30%. Wunderbar! (An der angetriebenen Achse sah er übrigens nur noch 30% der vom Windrad erzeugten Energie. Anders ausgedrückt: Sollte es den Windstrom für nur 6 ct/kWh geben, kostet er den Spediteur auf der Schiene bereits 20 ct/kWh. Das sind heutzutage Zahlen, die niemanden mehr erschrecken, aber noch vor einem halben Jahr hätten sie dich für eine solche Zumutung gekreuzigt.)

    Ich habe nur gefeiert während dieses Vortrags. Ein innerer Vorbeimarsch (da ich bei Schienenfahrzeugen auf oberleitungslosen Strecken ein Konzept mit Batterietender und Batteriedepots an der Strecke als überlegen ansehe)!

    Es gibt aber Transport- und Lagermöglichkeiten, jedenfalls las ich davon. Es sei möglich, so stand da, dem Erdgas einen gewissen Prozentsatz H2 beizumischen – in den Pipelines und in den Kavernen und natürlich jeweils zu den dort üblichen Drücken -, ohne dessen Verwendbarkeit relevant einzuschränken. Und natürlich würde die Gesamt(energie)menge des resultierenden Gases entsprechend dem zugefügten H2 steigen. Die Limitierung bei dieser Mischung bestehe darin, dass die Verwendung des Gases polyvalent ist: Es kann in der heimischen Brennwerttherme verheizt oder durch GuD-Kraftwerksturbinen gejagt oder ohne Verbrennung chemisch weiterverarbeitet werden. Wo Verbrennung passiere, spiele jedoch die Flammausbreitungsgeschwindigkeit eine Rolle, und die ist bei H2 bzw. bei einem Knallgasgemisch von H2 und O2 enorm hoch, viel höher als bei CH4. Wenn die Brenner auf CH4 ausgelegt sind, führe das falsche Gas über kurz oder lang zur Zerstörung des Brenners, weil die Ausdehnung des Gases infolge der Verbrennung den Brenner mechanisch belaste und das auch noch bei einer Hitze, die sich normalerweise erst außerhalb der Brenndüse entfaltet. – Mehr kann ich dazu auch nicht sagen, finde es aber plausibel.

    > Um das Zeug langfristig speichern zu können muss der noch methanisiert werden, …

    Dazu muss irgendwoher der Kohlenstoff kommen. Das ist kein Problem, denn es gibt große Löcher in Deutschland, aus denen jetzt schon Kohlenstoff geholt wird. Aber eigentlich soll der ja dort bleiben. Und eigentlich holen wir uns mit der Methanisierung wieder den Kohlenstoff in irgendeine Esse, denn nach welcher Verarbeitung auch immer – zum Schluss kommt der Kohlenstoff in irgendeiner Form wieder ans „Tageslicht“, und i.d.R. ist dies CO2, und das sollte ja gerade vermieden werden. Methanisierung kann also nur eine Brücke sein, und da kommt wieder die Frage auf, wie teuer der Entwurf und Bau dieser Brücke wird, wenn wir doch eigentlich planen, sie mittelfristig wieder abzureißen.

    > … und ja, fliegen wird wohl wieder „etwas“ teurer…

    Drücken wir es allgemeiner aus: Die schnelle Mobilität über weite Strecken wird teurer, wenn sie klimaverträglich erfolgen soll. Es ist klar: Wenn man sich schnell fortbewegen will, muss man einen hohen Luftwiderstand überwinden, und der Energieaufwand dafür steigt mit der dritten Potenz des Tempos. Man muss also viel Energie mitbringen oder sich in einer luftarmen Umgebung bewegen, d.h. entweder in der Stratosphäre (die zu erreichen schon viel Energie kostet) oder in einer evakuierten Röhre (die zu errichten schon viel Energie kostet, aber das wäre eine einmalige Investition). Die Röhre wäre eine terrestrische Lösung (siehe Musks Hyperloop) – also wäre Amerika schon mal von Eurasien und Afrika getrennt – mit leichter Energiezuführung. In die Stratosphäre muss alle Reiseenergie – wie bisher schon – mitgenommen werden, wobei sich H2-haltige Brennstoffe verbieten wegen des H2O-Eintrags in die Atmosphäre außerhalb der Troposphäre (dort kann das Wasser abregnen, weiter oben aber nicht, und H2O ist ein potentes Klimagas). Hohe Flüge haben folglich mit H2-Wirtschaft nichts zu tun. Da kann man auch gleich weiter machen wie bisher. Und kohlenstaubbasierte Triebwerke sind ebenso wenig erfunden wie leichtgewichtige Batterien – zumal für einen C-Antrieb am Boden CO2-Absorbtion betrieben werden müsste.

    > [Speicherung] … klappt für Deutschland alleine nicht, ist zu unwirtschaftlich und ungeheurem technischen und gesellschaftlichen (Verspargelung usw.) Aufwand verbunden, da wird viel importiert werden müssen in Richtung 100% EE, …

    Der Import ist immer so eine Sache, jedenfalls wenn er anders stattfindet als über große Schüttgutfrachter oder über Ölsupertanker. Das hat mit den Kosten je „kWh-Kilometer“ zu tun. Desertec ist ja nicht deshalb gescheitert, weil die Stromproduktion in der Sahara nicht konkurrenzfähig gewesen wäre – da rechnet man im Gegenteil derzeit mit weniger als 1 ct/kWh -, sondern weil die Verbraucher eben 2000 oder 3000 km entfernt liegen und weil die Stromtrassen für 100 GW oder mehr trotz Megavolt-HGÜ gewaltige Kupfertrassen erfordert hätte und die auch noch durchs Mittelmeer und durch Konfliktregionen (Terrorgefahr). Dieser Transfer hätte die Kosten so weit erhöht, dass deutsche PV wieder konkurrenzfähig wurde, jedenfalls in der hellen Hälfte des Jahres. Und die „Sahara von September bis März zu betreiben“ hätte ihre Kosten je kWh glatt verdoppelt, denn was sollten die Sonnenfelder im Sommer machen?

    > … ich habe mich endlos geärgert als der Habeck letzte Woche mit seinen nichtssagenden Pappschildern aufgelaufen ist. Zitat: „Wir sind hier und da müssen wir hin“…

    Es gibt vieles, wofür ich Habeck kritisiere. Dafür aber nicht. Pappschildniveau bei der Energiewende ist wie Bierdeckelniveau bei der Steuererklärung. Wenn sie doch so einfach wäre! Dass das keine Anleitung für Energietechniker ist, ist klar. Er hat Söder mit seinem 10H mehr oder weniger unverblümt den „Kampf“ angesagt, und das gilt auch für andere Landesfürsten. Dass er da im föderalen Deutschland keinen Durchmarsch wird hinlegen können und außerdem noch die Kohlebarone gegen sich hat, die noch jede Bürgerinitiative gegen Windräder unterstützen, ist klar. Da müsste er sich mit Plandemiewaffen rüsten; dann ginge alles. Man wird sehen.

    > Da soffen sie sang- und klanglos ab, meine einzigen Hoffnungen, die ich in die grünen Politiker gelegt hatte.

    Die hatte ich schon bei der vorigen Wahl nicht mehr. Wann immer mir in den letzten Wochen ein neuer Name aus dem Bundestagstableau der Grünen begegnet ist – die vorletzte war Schlagstocksaskia, heute Sara Nanni -, fiel mir nichts Passenderes als „OMG!“ ein – und ich hasse diesen Anglizismus!

    > Es ist nicht hilfreich, mit Methoden wie der Taxonomie zu arbeiten und dabei so etwas wie Kernkraft oder Gas noch mitzusubventionieren.

    Soweit ich weiß, ist Taxonomie noch keine Subvention, sondern eine Orientierungshilfe für Investoren. Allerdings kann ich damit auch schief liegen, und es ist in Wirklichkeit eine Nebelkerze, denn die Investoren sind i.d.R. nicht doof, und wenn sie es doch sind, haben sie clevere Berater. Wenn es mal nicht um Greenwashing geht, sondern um echte Bewertungen, müssen die ja niemandem etwas vormachen, und ein Hexenwerk ist die Beantwortung der Frage, ob eine Technologie bis zum jüngsten Tag einsatzfähig sein könnte, ohne dass dieser Tag durch eben diese Technologie herbeigeführt wird, ja nun wirklich nicht.

    > Wenn die alten Konzepte sich da erst einmal breit gemacht haben mag das vielleicht kurzfristig helfen, wird aber so viele Mittel binden, dass für den eher experimentellen Rest fast nichts mehr übrig bleibt.

    Ja, Gott sei’s geklagt.

    > Russland könnte auch grünes Erdgas produzieren, nutzt dafür aber evtl. Kernkraftwerke, na warum nicht?

    Also, wenn schon, dann H2. Mir erschließt sich nicht, wie man aus der Kernenergie von Uran oder Plutonium (oder was auch immer in den Reaktor kommt) CH4 generieren soll und vor allem, wieso. Ich möchte aber doch mal in Erinnerung rufen, dass die Russen Uran importieren müssen (aus Kasachstan), und die Energiemengen, um die es geht, sind gewaltig, werden also auch beträchtliche Mengen Kernbrennstoff erfordern. Nachhaltig ist das also auch für Russland nicht. Konsequenterweise setzt Russland für die Stromerzeugung daher überwiegend CH4 ein (2016 die Hälfte des Stroms), für 7 (in Worten: sieben) Prozent nutzt es Kernbrennstoff. Nein, wenn Russland grüne Energie exportieren will, würde ich mir erst mal einen Windatlas und eine Sonnenkarte besorgen und schauen, wo die besten Bedingungen sind. Grundsätzlich kann Russland mit seiner riesigen Fläche wuchern; da würde ich keine Konflikte mit Gegnern von PV oder WKA erwarten. Es wäre also nur noch eine Frage der Ökonomie, also welchen Ertrag die Technologie je investiertem Rubel erlaubt und natürlich, wie weit der Weg von der Produktion bis zum Verbraucher ist.

    Aber eines bleibt ganz klar: Russland liegt wie seine potenziellen Abnehmer in der nördlichen Hemisphäre, hat also genau dann einen dunklen Winter, wenn wir ihn auch haben. Am Speicherthema kommen wir also nicht vorbei. Mir hat vor einiger Zeit auf telepolis.de ein Forent einen Verweis auf Eisen-Luft-Speicher geschickt. Das ist alles noch ziemlich vage, und wie unter diesen Umständen jemand eine Kostenschätzung von 10 Euro/kWh abgeben kann, ist mir nur mit Marketing-Geschrei erklärlich. Aber wenn diese Zahl Boden unter die Füße bekommen sollte, dann ist da angesichts der Verfügbarkeit der dafür benötigten Rohstoffe eine ungeheure Musik drin.

  8. Hallo Stephan,

    vielen Dank für Deine Ausführungen, da war jedenfalls noch so einiges an interessanten Sachen drin und man kann ja auch nicht immer an alles denken. 🙂

    Aber ich denke, wir sind da gar nicht so weit auseinander. Du setzt halt eher darauf, die Schritte kurzzuhalten (H2-Wirtschaft/Akkulösungen). Mir ist auch klar, dass dies besser für den Wirkungsgrad wäre, bin aber irgendwann mal zu der Erkenntnis gelangt, dass dies nicht praktikabel ist. Ist jetzt schwer zu erklären, grundsätzlich meine ich aber, dass nicht ganz perfekte Lösungen mit einer Integration in die alte Welt besser in die Situation passen und eigentlich sind das auch die Lösungen, die sich in der Vergangenheit durchgesetzt haben.

    Zudem reden wir hier über Speicher im Terrawattbereich, da tue ich mich doch etwas schwer mir so etwas als Akku vorzustellen. Zumal und das wird vielleicht unterschätzt, die Dinger nicht ewig halten, entsprechend notwendige modulare Ansätze machen es auch nicht einfacher. Auch bei Hitze- oder Kältespeichern geht mir da einfach nur ganz schlicht die Fantasie angesichts der Größenverhältnisse aus. Aber ich weiß es nicht und die Zukunft ist immer schwer vorherzusagen.

    Doch zu Russland auch noch ein Wort. Ich muss zugeben ich habe das jetzt etwas wild hinten dran geklatscht und einfach mal mit KKW gearbeitet. Die Gründe dafür waren zum einen die zweifelhafte klimatische Eignung (vor allem die krassen Temperaturschwankungen in Sibirien), sowie auch das Nordhalbkugelproblem und die langen Transportwege, daher Erdgas als Energieexport bzw. KKW als halbwegs frei platzierbare Energiequelle. Im Winter liefern die halt den Strom, wenn es die EE-Gegenstücke in Russland es nicht mehr bringen und über den Sommer kann man die Überschüsse per Pipeline exportieren, irgendwie muss ich „meine Gasspeicher“ ja auch mal voll bekommen. 😉

    Und zum anderen haben die da ein paar nette Technologien im KKW-Bereich am Start und da glaube ich eher, dass so etwas in Russland etwas bessere Chancen hat als in Mitteleuropa, wo sogar der EPR doch etwas Oldschool daherkommt.

  9. Mal wieder schöne Polemik a la Anti-Spiegel.
    Wenn man die aktuelle Situation kritisieren möchte, sollte man das n Richtung Schwarz/Rot tun. Alles, was hier kritisiert wird, wurde unter Schwarz/Rot beschlossen und da war Herr Altmaier aus der CDU für das Meiste zuständig.
    Naja, mal wieder Feindbild befriedigt. Wie so oft…

  10. Bei dem E-Autos gibt es 2 Probleme. Die Geldgier der Stromkonzerne mit den teuersten Strompreisen in in Deutschland Europa. An den Ladestationen wird da noch mal kräftig drauf geschlagen, damit die E-Autos auch so richtig unrentabel werden.
    Der größte Bremsklotz ist die EU. habt ihr jemals ein chinesisches Auto im dt. Straßenverkehr gesehen ? Nein ?! – komisch ! Es gibt in China über 100 E-Auto Modelle. Davon sollten etliche schon in Deutschland verkauft werden. Schaut mal in die Autozeitschriften. Da wurden schon vor 5Jahren erste E-Autos aus China angekündigt, von denen noch nicht 1 Auto in D angekommen ist. Ausgebremst von der EU in Kooperation mit TÜV und Co. Es wird einfach keine Zulassung für chines. Fahrzeuge erteilt ! Das obwohl es inzwischen eine Zertifikat gibt, das die EU-Tauglichkeit einiger chin. Autos bescheinigt. Selbst diese werden nicht zugelassen. Warum, weil diese das x-fache an Austattung haben, oft zum halben Preis gegenüber dt. Preisen.
    Euromaster hat derzeit 300 China-Autos in Hamburg eingeschifft, und versucht diese verzweifelt zu zulassen. Diese modernen E-Autos werden wohl im Hafen auf ewig verrotten.

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