Rezession, was ist das?

Das russische Fernsehen über die „gender-theoretische Perspektive“ der US-Wirtschaft

In den USA weigert sich die Regierung, die Realitäten anzuerkennen und definiert kurzerhand den Begriff "Rezession" um.

In diesen Tagen werden wir Zeugen einer sehr absurden Show. Die US-Finanzministerin bestreitet, dass sich die USA in einer Rezession befinden. Der Spiegel spielt das Spiel – der US-Regierung wie immer treu ergeben – mit und veröffentlicht allen Ernstes Artikel mit Überschriften wie „Debatte um Konjunktur – US-Finanzministerin sieht keine Anzeichen für Rezession„, in denen der Spiegel, wie ein Sprecher der US-Regierung, das Offensichtliche abstreitet: Die USA befinden sich in einer Rezession und die Biden-Regierung scheitert auf ganzer Linie, auch wirtschaftlich.

Die wirtschaftliche Entwicklung in den USA war den russischen Fernsehen einen Korrespondentbericht wert, der vollkommen anders klingt, als die Meldungen in westlichen Medien. Ich habe den russischen Bericht übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die Biden-Regierung versucht, den krachenden wirtschaftlichen Absturz zu vertuschen

In den Vereinigten Staaten müssen die wirtschaftlichen Probleme nun schnellstens angegangen werden. Die Verbraucherpreisindizes haben einen 17 Jahre alten Anti-Rekord erreicht, die amerikanischen Staatsausgaben sind doppelt so hoch wie die Einnahmen, der Dollar ist gegenüber den Weltwährungen gefallen und hat ein dreiwöchiges Tief erreicht. In der Wirtschaft spricht man von einer Rezession, aber die US-Regierung vermeiden dieses Wort um jeden Preis.

Joe Biden und seine „Bidenomics“ sind seit dem ersten Tag seiner Präsidentschaft ein Thema. Nach weniger als zwei Jahren hat sich Amerika mitten in einer Rezession wiedergefunden.

Minus 0,9 Prozent beim BIP von April bis Juni. Minus 1,6 Prozent beim BIP von Januar bis März. Das US-Handelsministerium verzeichnet einen Rückgang der Ausgaben der Bundesregierung und der Investitionen in die private Produktion. Alles ist wie aus dem Lehrbuch. Aber der US-Präsident tut so, als hätte er es nie gelesen.

„An der Wall Street und unter Experten wird viel darüber gesprochen werden, ob wir uns in einer Rezession befinden. Aber wenn man sich den Arbeitsmarkt, die Verbraucherausgaben und die Unternehmensinvestitionen ansieht, werden wir auch im zweiten Quartal Anzeichen für wirtschaftliche Fortschritte sehen. Natürlich besteht kein Zweifel daran, dass wir eine Verlangsamung des Wachstums im Vergleich zum letzten Jahr erwarten, als wir eine hohe Wachstumsrate hatten. Sie steht jedoch im Einklang mit dem Übergang zu einem stabilen, ununterbrochenen Wachstum und einer niedrigeren Inflation“, sagte Biden.

Er hätte auch etwas über negatives Wachstum einstreuen oder die US-Wirtschaft aus einer gender-theoretischen Perspektive betrachten können: Eine Rezession, die sich selbst für einen Aufschwung hält. Zu kühn? Aber wie es aussieht, wird es bald auch so weit gehen.

„Das Weiße Haus versucht, mit diesen Zahlen umzugehen, indem es uns sagt, dass eine Rezession keine Rezession ist. Aber wir alle wissen, was es ist. Auf diese Zahl verlassen sich die Wirtschaftswissenschaftler schon so lange, wie ich mich mit diesem Thema beschäftige – 30 Jahre. Zwei Quartale wirtschaftlichen Rückgangs sind eine Rezession“, sagt Maria Bartiromo von Fox Business.

Die endgültige Diagnose wird vom National Bureau of Economic Research gestellt. Aber dort ist man, wie immer, vorsichtig. Sie zögern es hinaus. So war es 2008, und jetzt zählen Biden und die Demokraten jeden Monat, der bis zu den Zwischenwahlen verbleibt. Erst einmal wurde beschlossen, Janet Yellen auftreten zu lassen.

„Die meisten Ökonomen und Amerikaner definieren eine Rezession ähnlich: spürbare Arbeitsplatzverluste und massive Entlassungen, Unternehmensschließungen, nachlassende Aktivität des Privatsektors, Familienbudgets unter Druck, eine breit angelegte Schwächung der Wirtschaft. Das ist nicht das, was wir im Moment in der Wirtschaft sehen“, sagte Yellen.

Die US-Wirtschaft trete in eine neue Übergangsphase ein, fügte Yellen hinzu. Offenbar von nirgendwo nach nirgendwo. Übrigens schweigt die Finanzministerin vorsichtshalber über die neun Prozent Inflation, ein Rekordhoch in vierzig Jahren. Es ist an ihrem Nachfolger bei der Fed, Jerome Powell, dieses Feuer zu löschen, indem er den Leitzins bereits dreimal erhöht hat. Sie haben keine gute Wahl. Entweder man opfert das Wachstum, um die Inflation zu senken, oder umgekehrt.

„Die doppelte Bedrohung, die von der Wirtschaft ausgeht, die sich zusehends verlangsamt und gleichzeitig mit explodierenden Preisen kämpft, hat die Verbündeten der Regierung gespalten. Senatorin Elizabeth Warren und viele linke Ökonomen befürchten, dass eine Anhebung der Zinssätze zum Verlust von Arbeitsplätzen führen und die unter der Regierung Biden erzielten Erfolge zunichte machen könnte. Gleichzeitig sagen andere, das Weiße Haus solle sich zurückhalten, weil die FED radikale Schritte zur Senkung der explodierenden Inflation ergreift“, schreibt die Washington Post.

Eigentlich bleibt einem nichts anderes übrig, als sich über die Formulierungen lustig zu machen.

„Wenn alles so gut ist, warum versuchen Offizielle des Weißen Hauses dann, die Definition der Rezession neu zu schreiben?“, wurde Bidens Sprecherin gefragt.

„Nein, wir werden die Definition der Rezession nicht ändern“, entgegnete Carine Jean-Pierre ohne den Schatten eines Zweifels.

Gehen Sie zu Wikipedia, hätte sie hinzufügen können. Dort gab es einen regelrechten Edit-War. Die Seite zum Thema Rezession wurde an einem Tag 47 Mal geändert. Am Ende hat die Seite den Artikel eingefroren und von Vandalismus gesprochen. In der neuesten Version des Artikels wurden die Vorgänge als Bidenomics bezeichnet. Diejenigen, die etwas weiter vorausblicken, sind jedoch überzeugt, dass die Rezession nur ein erster Weckruf ist.

„Die Daten für das zweite Quartal deuten darauf hin, dass wir uns nicht in einer Rezession befinden. Man sagt sogar, wir befänden uns bereits in einer Depression. Nahezu jeder Wirtschaftsindikator entsprach nicht dem Konsens der Wall Street-Prognosen. Sie haben um eine ganze Meile danebengelegen. Die Probleme mit Geld zu fluten ist das, was in erster Linie dazu geführt hat. Die Demokraten müssen aufhören, vor den Zwischenwahlen politische Gewinne erzielen zu wollen, und sich endlich um die Amerikaner kümmern“, sagt Charles Payne, Moderator von Fox Business.

Aber die Demokraten scheinen entschlossen zu sein, alles, was sie haben, zu verschlingen. Der stürmische Senator Joe Manchin und der Mehrheitsführer Chuck Schumer haben eine Einigung über das Steuer- und Klimapaket erzielt. Weitere 369 Milliarden Dollar werden für die grüne Agenda und eine erschwingliche Krankenversicherung verwendet. Die Republikaner meinen, ihre Gegner würden das Feuer mit Benzin löschen.

„Das ist ein völlig absurder Gesetzentwurf, den sie auch noch Inflationsbekämpfung nennen. Das wird die Inflation auf jeden Fall erhöhen. Ich meine, wenn man die Steuern für diejenigen erhöht, die Arbeitsplätze schaffen, und die gesamte Art und Weise ändert, wie ihre Steuern festgelegt werden, wird das alles die Inflation erhöhen. Das ist meiner Meinung nach absurd“, sagt Senator Kevin Kramer.

Einige von Bidens Parteifreunden beginnen jedoch bereits, die Botschaft zu verstehen. Der Bürgermeister von New York zum Beispiel. „Ich wende mich an Sie als Stadt und sage: ‚Wir stecken in einer Finanzkrise, die Sie sich nicht einmal vorstellen können. Die Wall Street bricht zusammen, wir befinden uns in einer Rezession.'“

Allerdings war Eric Adams nur zehn Minuten lang mutig. Als Reporter ihn nach der Rede ansprachen, begann er, Biden zuzustimmen. Er sagte, der wisse es besser. Nur Selensky scheint nicht zu verstehen, wie heikel dieses Thema für Bidens Klientel ist.

„Die Rettung der Demokratie in der Ukraine ist viel wichtiger als die Inflation und Ihre dummen Ängste über die Wirtschaft. Selensky, unser neuer George Washington, hat beschlossen, nicht einmal so zu tun, als ob ihm die USA am Herzen lägen. Er wurde gefragt: Kann Amerika es sich leisten, 60 Milliarden Dollar für Ihre korrupte Diktatur auszugeben, damit Sie so dramatische Bilder für Zeitschriften wie Vogue machen? Natürlich, antwortete Selensky. Inflation? Wen kümmert schon diese Inflation! Wir kämpfen hier für gemeinsame Werte. Was? Wessen Werte?! Wir haben nichts mit Ihnen gemeinsam. Sie sind für ein korruptes kleines osteuropäisches Land zuständig. Und wir müssen an unser Land denken“, sagte der TV-Moderator Tucker Carlson zu Selensky.

Selensky weigert sich zu glauben, dass auch in Washington bald jemand anderes über Amerika und die Ukraine nachdenken wird. Das ist ein Fehler.

Nur 18 Prozent der Amerikaner glauben, dass die Wirtschaft mehr oder weniger gut läuft. 79 Prozent glauben, dass sich die Situation verschlechtert. Die Zahlen sind praktisch wie aus dem Jahr 2008. Diese Krise wurde in den USA als große Rezession bezeichnet. Und auch Biden kann sie nicht umbenennen.

Ende der Übersetzung


Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

37 Antworten

  1. Ja nun – Ex-DDR-Bürger kennen diesen Zustand zur Genüge:
    Je schlechter die Wirtschaft lief und je weniger es zu Kaufen gab, desto euphorischer wurden die Erfolge des Sozialismus in der Presse berichtet.
    Man eilte von einem Ernte- und Produktionsrekord zum nächsten, von einer technischen Errungenschaft und patentierten Innovation zur nächsten bis zum Endsieg 1989 über den Kapitalismus.

    1. @Albert
      „Ja nun – Ex-DDR-Bürger kennen diesen Zustand zur Genüge:
      Je schlechter die Wirtschaft lief und je weniger es zu Kaufen gab, desto euphorischer wurden die Erfolge des Sozialismus in der Presse berichtet.“

      Ich weiß ja nicht wo Sie in der EX-DDR gelebt haben aber dieser Blödsinn :“je weniger es zu kaufen gab“ ist einfach nur BILD-mäßig! Besonders gerne von Leuten geäußert, die auch in der EX-DDR so ziemlich alles hatten & mehr als sie je brauchten.
      Und JA, in den Nachrichten kamen immer diese „Rekordmeldungen“ – das war nervig aber man konnte damit umgehen.
      Der „Endsieg“ des Kapitalismus hat leider nur gezeigt, dass Gier Hirn frisst….

      1. @ Albert hat völlig recht. Was Sie auf seinen Kommentar von sich geben ist nicht mal ‚Blödsinn‘ – es ist schlichtweg geistiger Dünnsch…., bar jeglichen Bezugs zu dem, was Sie meinen bekriteln zu müssen. Der letzte unvollendete Satz ist Indiz dafür, aus welcher Ecke des beschissenesten Deutschlands, das wir je hatten, vermutlich kommen. Grüßen Sie die verbliebenen Altgenossen der SED oder deren Nachfolger in der jetzigen Vereinigten Gemeinschaft der linken Verantwortungslosen.

    2. @Albert: Ich werde nie den harten Winter 1978/79 vergessen. Stromausfälle und Heizungsproblem, da nicht genug Kohle gefördert werden konnte. Die Bänder im Tagebau förderten zum Teil nur Schnee statt Kohle, die Frostschutzmittel reichten nur bis minus 6 Grad und der Diesel froh z.T. bei den großen Urals (LKWs) im Berbau ein.

      Die Presse verkündete stolz im Frühjahr 1978, dass soundsoviel Tonnen Kohle im Winter _eingespart_ werden konnte 😉

      1. Putin hat mehrmals gesagt, das die Sanktionen durchaus Probleme in der russischen Wirtschaft machen. Dies sind aber Hauptsächlich Umstellungs-Probleme von Import zu heimischer Wirtschaft.

        Niemand, der ernst genommen werden will, kann ernsthaft behaupten, das Russland NICHT ein Land wäre, das im Grunde gar keine Importe braucht, weil es alles von Energie bis Lebensmittel (größter Getreide Anbau der Welt) überreichlich im Land hat.

        Im Grunde brauchte man diese Importe also nie, sie haben sich damit aber leider eine heimische Wirtschaft erspart, was nun nachgeholt wird. Potential gibts in Hülle und Fülle, viele Westprodukte (Käse, Bier, Brot usw wurden bereits ersetzt)

        1. Brot und Wodka ist aber nicht Alles.
          Gucken sie sich doch einfach mal in ihrer Umgebung um, und überlegen sie, welche Sachen sie durch russische Produkte ersetzen möchten.
          Vielleicht ihren PC, oder ihr Handy, ihr Auto, oder ihren Fernseher, sicher nicht mal das Fahrrad?
          Vergessen sie nicht, dass da überall Mikroelektronik verbaut ist, und ich habe noch nie von einem marktreifen russischen Mikrochip gehört.
          Russen kaufen sehr gerne „Westprodukte“ und sind auch Stolz darauf.
          Nicht umsonst jammert die dt. Wirtschaft (hinter vorgehaltener Hand) um den Verlust des russischen Marktes.

          Immer schön objektiv bleiben !

  2. Ich finde es erstaunlich, dass das gesamte westliche System auf einmal in Schieflage gerät, offenbar haben alle auf Sand gebaut. Vermutlich liegt es an den Brösen, diese Art der Geldbeschaffung sollte abgeschafft werden. Diese ganze Aktienmist ist ein Nimmersatt.

  3. Um die gepriesene Wunderwaffe steht es auch nicht gut. Aus Mali:

    – Bamada.net 29.07.2022

    WIE ZERSTÖREN DIE RUSSEN DIE AMERIKANISCHEN HIMARS IN DER UKRAINE?

    In Verlautbarungen der russischen Armee wurde mehrfach berichtet, daß die russischen Streitkräfte die an die Ukraine gelieferten US-amerikanischen Mehrfachraketenwerfer HIMARS zerstört haben. Für den Fernsehsender Rossiya-1 enthüllte der Militärexperte Alexej Leonkow, daß diese gehackt wurden. …

    Er zeigte deutlich, daß die „angepriesenen HIMARS“ sehr verwundbar sind.

    „Unsere geheime Entwicklung wird in alle Richtungen eingesetzt. Ein gutes System, ich kann es noch nicht benennen, aber es funktioniert auf viel größere Entfernungen und fixiert sofort den Abschußort. Für die Amerikaner ist das eine sehr unangenehme Überraschung“, sagte der Experte.

    Seiner Meinung nach hatte die von den Amerikanern angekündigte „Wunderwaffe“ stark an Wirkung verloren: „Es scheint, daß sie in den USA beim nächsten Mal darüber nachdenken werden, ob es sinnvoll ist, MLRS zu schicken, um sie im Donbass auszuschalten“.

    Am 27. Juli versicherte das russische Verteidigungsministerium, daß die russischen Streitkräfte erfolgreich ein Munitionslager in der Region Dnepropetrowsk angegriffen und dabei mehr als 100 Raketen für das US-amerikanische Mehrfachraketenwerfersystem HIMARS zerstört und etwa 120 ukrainische Soldaten, ausländische Söldner und technisches Personal getroffen hätten. …

    Die Russen verfügen über die genauen Koordinaten.

    Der US-amerikanische PBS NewsHour-Reporter Simon Ostrovsky bestätigte den Angriff vom 17. Juli auf den Gefechtsstand des Bataillons der 59. motorisierten Infanteriebrigade der ukrainischen Streitkräfte in der Nähe des Dorfes Seleny Gay in der Region Nykolajiw und zeigte sich überzeugt, daß die russischen Streitkräfte über die genauen Koordinaten der Munitionslager und anderer wichtiger militärischer Einrichtungen der ukrainischen Streitkräfte verfügen, was präzise Schläge mit hoher Effizienz ermöglicht.

    Ihm zufolge, so berichtete die Website Reporter, seien bei diesem Bombardement 40 ukrainische Militärangehörige ums Leben gekommen.

    Er wies darauf hin, daß russische Truppen in den vergangenen zwei Wochen 129 Raketen auf Nykolajiw abgefeuert, zahlreiche ukrainische Militante getroffen und eine große Anzahl an Militärausrüstung zerstört hätten.

    Quelle: Al Manar

    http://bamada.net/comment-les-russes-detruisent-les-himars-americains-en-ukraine

  4. Rezession ist ein schwieriges Thema. Man kann da nicht nur stur nach BIP % Änderungen rechnen. Genauso das mit der Inflation. Aktuell handelt es sich um eine eher exotische Situation. Da muss man schon die einzelnen Indikatoren detailliert auswerten um die richtigen Schlüsse zu ziehen.

    Hief in der EU wird ja auch gerade von galoppierender Inflation gefaselt, aber es handelt sich ausschließlich um externe Faktoren, die Löhne ziehen nicht stark an. Dementsprechend wird die Zinserhöhung der EZB nur noch mehr Probleme verursachen. Bei uns sind die allerseits zitierten „Experten“ leider auch nicht klüger. das ist eines der wenigen Themengebiete bei denen Russland die selben Fehler macht wie der Westen – alle laborieren noch daran herum dass die Neoliberalen Fundamentalisten die Deutungshoheit übernommen haben. Erst neulich habe ich bei RT das typische neoliberale bashing der NMT gesehen. so als ob ein flacherdler sich darüber lustig macht, wie bei den kugelerdlern die leute seitlich beim globus herunterfallen. (Die NMT beschreibt im kern nur wie modernes Geld funktioniert. Dass ein souveräner staat im prinzip beliebing geld ausgeben kann ist ein fakt. Allerdings werden auch NMT experten idr nicht behaupten dass es keine praktischen grenzen gibt, bzw. Es nie zu inflation kommt. Das sind dann die realen Grenzen, die aber eben nicht von der Geldmenge, sondern von der resultierenden Nachfrage abhängen)

    1. @Fred62
      „Erst neulich habe ich bei RT das typische neoliberale bashing der NMT gesehen. so als ob ein flacherdler sich darüber lustig macht, wie bei den kugelerdlern die leute seitlich beim globus herunterfallen. (Die NMT beschreibt im kern nur wie modernes Geld funktioniert. Dass ein souveräner staat im prinzip beliebing geld ausgeben kann ist ein fakt.“

      Aha, vielleicht sollten Sie erst einmal die Sache erklären, über die Sie reden wollen…..
      Ihre NMT – zumindest die Erklärung dazu – ist irgendwie merkwürdig oder zu kruz gegriffen…
      Stellen Sie einfach nur den „Souveränen Staat“ als „souveränen Menschen“ gleich & fragen sich was der Ausdruck “ beliebig Geld ausgeben kann“ bedeuten soll….. Wer sich Spielgeld druckt, kann das auch nach Belieben ausgeben denn er muss es nicht erarbeiten oder einem Gegenwert stellen & damit würde es generell an Wert verlieren oder gar keinen haben & um dann einfach ersetzt zu werden…nachdem alle nichts mehr haben….
      Die Frage bleibt, wer da dann der Flacherdler ist….

    2. #Fredi1962, „…. Dass ein souveräner staat im prinzip beliebing geld ausgeben kann ist ein fakt. …..“. Wer hat ihnen DAS denn eingeflüstert?!
      Das mit dem Tausch ist schon so alt wie die Menscheit. Alles Nichtmaterielle fällt irgend wann wie ein ‚Schneeball‘ auseinander. Da ändert auch eine Moderne Geld Theorie nichts dran. DAS ist bestimmt eine Erfindung der VSAmis (FED?) – woher sonst?!
      Der EU fällt gerade das ‚Moderne Geld‘ portionsweise auf die Füsse. Die Wirtschaft geht kaputt bzw. wird ins Ausland verlagert; und die Inflation steigt an. ICH gehe nicht davon aus, das die Löhne ebenfalls steigen MÜSSTEN. Es genügt, wenn die Preise ins unermessliche steigen.
      Gehen sie eigentlich nicht einkaufen? Was ich früher mit 25DM kaufen konnte, musste ich später mit 25Teuros bezahlen. Mittlerweile zahle ich für diesen Einkauf (pro Woche) eunen schlappen Hunderter. Und mit jeder kleinsten Unregelmäßigkeit(Corona.LOL.) steigen die Preise weiter.

      1. So lange die waren/dienstleistungen in der jeweiligen landeswährung angeboten werden hat der jeweilige staat einmal kein limit. Etwaige limitierungen wie etwa in der EU wie neuverschuldung, schuldenbremse, verbot von staatsfinanzieeung durch EZB etc. Sind selbstbeschränkungen. Diese sind auch im Prinzip nicht notwendig damit das Geldsystem funktioniert. Allerdings würde die eurozone aus anderen gründen instabil werden. Das problem beim euro liegt darin dass es als währungsunion entweder die wirtschaftliche entwicklung in der gesamte eurozone gleich halten muss, dafür müsste allerdings die lohnentwicklung zentral gesteuert werden (die inflation korreliert weltweit fast als perfekte linie auf 10 jahre+ gerechnet mit der entwicklung der Lohnstückkosten), die EZB kann die inflation nur sehr indirekt beeinflussen. Die alternative wären ausgleichmechanismen die ja ebenfalls nicht gewollt sind. ESM und nachfolger erlauben kein aufholen der ins Hintertreffen geratenen. um wieder aufs ursprüngliche Thema zurück zu kommen, ja es gibt ein limit, nur ist es beim jeweiligen Angebot. so lange die gewünschten waren in landeswährung erhältlich sind, kann der staat diese auch kaufen, allerdings nur so lange noch ungenutzte Kapazitäten vorliegen, sonst ist ein preisanstieg zu erwarten. Japan wirft seit vielen jahren viel geld auf die deflazionären tendenzen

    3. “ Dass ein souveräner staat im prinzip beliebing geld ausgeben kann ist ein fakt. Allerdings werden auch NMT experten idr nicht behaupten dass es keine praktischen grenzen gibt, bzw. Es nie zu inflation kommt. Das sind dann die realen Grenzen, die aber eben nicht von der Geldmenge, sondern von der resultierenden Nachfrage abhängen)..“

      Die realen Grenzen hängen vor allem von den real existierenden Werten bzw. dem real existierenden Kapital (Produktionsanlagen) ab. Wenn man unbegrenzt Geld druckt, hat man – wie heute – die zigfache Menge Symbol-„Kapital“ (Geld) gegenüber realem Kapital. D.h. wenn sich Spekulanten und spekulierende Konzerne dieser nahezu unbegrenzten Symbol-Kapital Menge (Geld) bemächtigen, können sie praktisch alles Real-Kapital mit im Grunde NULL-Kapital (Geld an sich ist kein Wert) aufkaufen. Sie kaufen mit nix die Welt 😀 (gerade und schon länger im Gange – deshalb kriegen wir z.Zt. überall Quasi-Diktaturen).

  5. Wie es scheint, bereitet man jetzt den Abgang von Biden vor. Er wurde angeblich das zweite Mal hintereinander positiv auf Corona getestet. Er isoliert sich wieder selber!? Bald wird eine Frau an der Spitze der USA agieren. Ob dadurch die Karten neu gemischt werden, bleibt abzuwarten.

    1. Der demenzkranke Präsident muss genau 2 Jahre und einen Tag im Amt gehalten werden, damit der /die/das Nachfolger*:_:* In dann die restliche Amtszeit plus theoretisch zwei mal zur Wahl gestellt werden kann und damit theoretisch 10 Jahre Präsidentschaft inne haben könnte. Das würde dem Deep State so gefallen, wenn Horizontal Harris zehn Jahre lang deren Agenda vorantreiben könnte.

  6. Man darf alles machen, nur die Mächte, die die USA steuern sollte man nicht unterschätzen.
    Denen geht es darum, den Krieg konventionell auf Europa zu beschränken und Deutschland ist dazu eine besondere Rolle zugedacht worden (dazu siehe auch den letzten Vertrag, den Merkel vor ihrem Abgang mit Washington unterzeichnet hat, das sogenannte „Testament Merkels“).
    Damit die USA sich (vorerst) aus diesem Konflikt raushalten können, brauchen sie innere Probleme, die das glaubhaft machen. Daran wird dort mit Hochdruck gearbeitet.

    1. #nullratio, der Ansicht bin ich auch. Allerdings aus anderer Sicht. Die Treuhand BRvonD hat schon IMMER Anweisungen entgegen genommen. Man lese sich ALLE, sogenannten, Vertäge mit den Alliierten Besatzern durch- alles Anweisungen. Dort wurde nicht verhandelt, DAS fing schon 1918 in Versailles an, sondern angeordnet. Mit einem besetzten Land macht ‚man‘ keine Verträge; siehe 2+4.

      Natürlich wollen die wieder, wie 1939, einen Dummen, der den Krieg anzettelt- um später als ‚Retter‘ dazustehen. Mit der Ukr haben die VSAmis schon mal angefangen. Die Treuhand BRvonD (180°Scholz) hat ‚man‘ mit eingebunden; mit Waffenlieferungen.
      Söldner der Treuhand BRvonD sind auf der ganzen Welt unterwegs- zur Kriegssicherung. Eben wieder im Kosovo, Mali, etc.
      Nie wieder soll von Deutschem Boden aus ein Krieg beginnen?
      Söldner der Treuhand BRvonD dürfen in der BRvonD NICHT eingesetzt werden?
      Keine Waffenlieferungen in Krisengebiete?
      ANWEISUNGEN dürfen halt ‚geändert‘ werden; von den BESATZERN!

    2. @nullratio
      @nullratio

      Ich denke, es ist gerade umgekehrt. Die USA brauchen – simulierte -äußere Probleme (Russland, China) um von den Inneren ablenken zu können.

      Die inneren Probleme sind immer Schuld der Regierung, die äußeren kann man immer anderen in die Schuhe schieben, vorzugsweise den „bösen Ruskies/Chinesen“ usw.

      Die USA leben in einer Wirtschaftsform, die auf Dauer ohne äußere Feinde gar nicht existieren kann. Wenn man dann „leider“ keine hat, macht man sie sich eben und wenigstens die Rüstungsindustrie auf Hochtouren läuft.

      Ohne die ständig von ihnen selbst fabrizierten „Feinde“ wären die USA nie so mächtig geworden (siehe 2.WK da haben sie fast alles in Europa übernommen)

  7. Also ich habe gestern einen ziemlich aktuellen Video-Podcast mit dem deutschen Portfolio-Manager Andreas Beck gesehen, der für seinen Ver-antwortungsbereich vor wenigen Tagen den Höhepunkt der weltweiten Aktienmisere ausgemacht zu haben glaubte und dann auch konsequent viele Aktien dazu gekauft, hat allerdings wohl eher amerikanischer Provenienz (antizyklisches Vorgehen).

    Auf die Frage, welche Kriterien er für seine Entscheidung zugrundegelegt hatte, ging er sehr ins Detail und ich kann das hier nicht alles wiedergeben. Er schaute aber nicht nur auf gewisse Aktienindices wie z.B. MSCI-World, sondern auch auf die Arbeitslosigkeit und die Kreditkartenschulden, die vor allem in USA ein wichtiges Kriterium für die Wirtschaft darstellen. Und diese Kriterien zeigten absolut unbedenkliche Werte (in USA!). So sieht er z.B. auch die Inflation in USA viel entspannter als in Europa. Für Europa sieht er total schwarz. Seine Formulierung war, dass die Politiker drauf und dran sind (mit den Sank-tionen) der Wirtschaft das Rückgrat zu brechen.

    Wen es interessiert, für den stelle ich den Link unten ein. Ich bin auf diesem Gebiet leider sehr ahnungslos, kann mit vielen Kategorien und Begriffen, mit denen dort ganz selbstverständlich gearbeitet wird, (noch) nichts anfangen. Aber ich habe so das Gefühl, dass das bei vielen hier im Forum ganz anders aussieht. Euch allen wünsche ich einen schönen und gesegneten Sonntag.

    https://www.youtube.com/watch?v=ZtBN78wwxh0

    1. So so Kreditkarten Schulden sind nicht schlimm dann ist ja alles gut, Komisch denn 2008 sorgten genau diese Schulden für den Domino Effekt bei den Hypotheken Krediten in deren Folge Mio Häuser und Wohnungen geräumt wurden. Und nun sollen die nicht wichtig sein?
      Irgendwann müssen die Schulden beglichen werden und wenn dann das Geld knapp ist tut man was genau?
      Mehr Geld fordern ( geht ja gar nicht), neue Schulden (erlauben wir nicht), Konsumverzicht ( man muss doch an die armen Firmen denken), abarbeiten als Leibeigener – verhungern (darf man auch nicht) denn wer zahlt dann die Schulden zurück ?

      1. Diese Schulden hielten sich eben im Rahmen, deshalb sieht der Mana-ger das mit Gelassenheit.

        Ich wollte mit meinem Kommentar nur eine alternative Sichtweise (die des kapitalistisch geprägten Aktienmanagers) einbringen. Ich selbst kann mich in dieser Frage wegen mangelnder Kompetenz gar nicht wirklich positionieren.

        1. Sollte auch keine Kritik an dich sein sondern die an der Sichtweise des Anlage Mannes.
          Die leben in einer Blase von fiktiven Werten, sie schieben zwar Aktien hin und her aber die sind so weit aufgeblasen das man den realen Wert mit der Lupe suchen muss. Das erkennt man bei jedem Zucken sobald man die „Erwartungen“ nicht erfüllt sieht. Die Jahre der Geldschwemme tat ihr übriges. Hauptsache das Geld ausgeben nur für was? Gibt es modernisierte Verkehrswege, Schulen, Ausbildungszentren, Krankenhäuser, gerechte Entlohnung, Risikokapital für Firmengründungen, Wohnungen? Nein, also wo sind die angeblichen Mrd geblieben?
          Welche Lehren zog man denn aus der Finanzkrise 2008? Keine.
          Und wer badet das aus? Die Verursacher jedenfalls nicht. Die hatten ja nur „Erwartungen“. Die habe ich auch denn ich erwarte das man selbst den Schaden trägt den man vor lauter „Erwartungen“ nicht kommen sah.

  8. Viele Portfolio-Manager empfehlen US-Aktien. Das beruht m.M.n. auf dem Glauben, dass die Macht des US-Dollars nicht so schnell untergehen wird, wie die Wirtschaftsmacht der EU. Ich halte das für kurzsichtig, aber bin nur langfrist-Anleger, kein Zocker. Es ist natürlich verlockend, in US-Werten einzusteigen, jetzt wo viele ausländischen Grossanleger aus den USA aussteigen, um niemals die Probleme Russlands zu bekommen.

  9. Da Journalisten praktisch ihre Tätigkeit eingestellt haben und nur noch Propaganda betreiben, muss man Informationen aus Rohmaterial holen, das ist aber Zeitaufwendig und schnell stößt man an zeitliche Grenzen. Mir fehlt deshalb etwas der Überblick zu den USA-
    Noch unter Obama feierte man die Energieunabhängkeit und man ist wohl heute der größte Flüssiggas Exporteur der Welt. Wie schon geschrieben, dürften die Preise, die Europa zu schaffen machen eigentlich nicht das Problem sein. Ich weiß. das die USA faktisch viel zu wenig produziert, man ist auf Importe angewiesen. Das System Spekulation bestimmt die Gewinne. Eigentlich wollte das Trump ändern, scheint aber wenig Erfolg zu haben.
    Der Angriff auf den Rubel hat wohl am Ende den Dollar geschwächt, Das jeder der Wirtschaft betreibt gelernt bekommt, das man negative Nachrichten nicht bringt, das man also nicht von Rezession reden will, ist wohl das Normalste in der Welt.
    Meine Frage, wie sieht es wirklich in den USA aus, haben wir wirklich eine materielle Krise oder wirkt sich jetzt schon aus, das man Jahrzehnte unter dem Deckmantel des Dollars auf Kosten anderer lebte?

  10. Man kann sicher viel Geld machen, wenn man auf einzelne Gewinner einer Krise Geld setzt. Was aber nicht funktionieren kann, wenn man die Zusammenhänge und die zeitlichen Abläufe einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise nicht versteht oder ignoriert. Dieses künstliche Konstrukt von Rezession und gleichzeitiger Gewinnerwartung wird/muss scheitern. Bis jetzt schlägt der schwindende Konsum und die damit verbundene Ertragslage der Unternehmen noch nicht durch. Die Zahlen der Konkurse werden aber in den nächsten Monaten steigen und die Banken werden durch Kreditausfällen Probleme bekommen. Selbst die Zinserhöhung durch die EFE und EZB wird den zeitlichen Ablauf nur nach hinten verschieben. Die Politik wird nicht mehr in der Lage sein, daran etwas zu änder und es ist die Frage, ob sie das überhaupt will. Es ist wahrscheinlich egal, ob man in Aktien investiert oder sein Geld auf der Bank, mit jetzt mehr Zinsen, bunkert. Entscheidend ist und bleibt die Wirtschaft und das sind die Aussichten wohl mehr als schlecht.

Schreibe einen Kommentar