40 Jahre Afghanistan-Krieg: Der Spiegel betreibt Geschichtsfälschung

Im Spiegel gibt es zum 40 Jahrestags der sowjetischen Intervention in Afghanistan einen Artikel, der voll ist mit geschichtlichen Unwahrheiten und die wahren Gründe für den Krieg verschweigt.

Schon der erste Satz der Einleitung des Spiegel-Artikels ist eine Lüge:

„Einmarsch, kommunistisches Regime einsetzen, schnell wieder raus – das war vor 40 Jahren der Plan der Sowjetunion in Afghanistan.“

In Wirklichkeit beschloss die Sowjetunion nicht einfach aus einer Laune heraus, Afghanistan zu besetzen. Sie musste von der afghanischen Regierung monatelang zu militärischer Hilfe überredet werden, die sich einem islamistischen Aufstand gegenüber sah. Die Sowjetunion, die zur muslimischen Welt traditionell gute Beziehungen hatte, setzte auf Dialog, aber die afghanische Regierung wollte den Konflikt gewaltsam lösen.

Und dieser Aufstand war das Werk der USA. Die CIA hat in der „Operation Cyclone“ die islamistischen Gegner der afghanischen Regierung mit dem Ziel unterstützt, die Sowjetunion in einen Krieg zu locken. Das ist nicht etwa eine Verschwörungstheorie, sondern eine gesicherte geschichtliche Tatsache. Zbigniew Brzezinski, damals Nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Carter, sagte dazu ein einem Interview im Jahre 1998:

Brzezinski: In der offiziellen Version der Weltgeschichte begann die Unterstützung der Mudschaheddin durch die CIA in den 1980er Jahren, sprich nach dem Einmarsch der Sowjet-Truppen in Afghanistan [am] 24. Dezember 1979. Die bisher gut behütete Realität dahinter sieht jedoch völlig anders aus. Tatsächlich unterzeichnete Präsident Carter den ersten Befehl zur verdeckten Unterstützung der Gegner des pro-sowjetischen Regimes in Kabul bereits am 03. Juli 1979. Am gleichen Tag schrieb ich dem Präsidenten eine Nachricht, in der ich ihn darauf hinwies, dass meiner Ansicht nach diese Unterstützung unweigerlich zu einer sowjetischen Militärintervention führen würde.
Frage: Aber trotz dieses Risikos waren sie ein Befürworter dieser verdeckten Operation. Vielleicht wünschten Sie sich ebenfalls eine Kriegserklärung der Sowjetunion und wollten diese provozieren?
Brzezinski: Das ist so nicht ganz richtig. Wir haben die Russen nicht gedrängt zu intervenieren, wir haben nur absichtlich die Wahrscheinlichkeit dafür erhöht.
Frage: Als die Sowjets ihre Intervention mit der Bekämpfung einer verdeckten Einmischung der Vereinigten Staaten in Afghanistan begründeten, glaubte ihnen niemand, obwohl diese Aussage im Grunde genommen richtig war. Bereuen Sie diesen Schritt aus heutiger Sicht nicht?
Brzezinski: Was soll ich bereuen? Diese verdeckte Operation war eine hervorragende Idee. Sie bewirkte, dass die Russen in die afghanische Falle tappten und sie erwarten ernsthaft, dass ich das bereue? Am Tag, an dem die Russen offiziell die Grenze überschritten, schrieb ich Präsident Carter: Jetzt haben wir die Möglichkeit, der UdSSR ihren Vietnamkrieg zu liefern. Und tatsächlich sah sich Moskau während der folgenden 10 Jahre gezwungen, einen Krieg zu führen, den sich die Regierung nicht leisten konnte, was wiederum die Demoralisierung und schließlich den Zusammenbruch des sowjetischen Herrschaftsgebiets zur Folge hatte.
Frage: Und sie bereuen es also auch nicht, den islamischen Fundamentalismus unterstützt und somit Waffen und Know-how an zukünftige Terroristen weitergegeben zu haben?
Brzezinski: Was ist wohl bedeutender im Lauf der Weltgeschichte? Die Taliban oder der Zerfall des sowjetischen Reiches? Ein paar verwirrte Moslems oder die Befreiung Mitteleuropas und das Ende des Kalten Krieges?

Die Wahrheit ist also, dass die CIA Monate vorher die Islamisten in Afghanistan bewaffnet und für den Krieg gegen die afghanische Regierung ausgerüstet hat. Davon jedoch findet sich im Spiegel kein Wort. Dort wird es so dargestellt, als wäre die Sowjetunion grundlos und nur aus Machtinteressen in Afghanistan einmarschiert. Über Brzezinski kann man im Spiegel nur folgendes lesen:

„Am 27. Dezember stürmten sowjetische Kommandotruppen die Hauptstadt, sprengten das Telegrafenamt und besetzten das Rundfunkgebäude. Die Operation verlief offenbar planmäßig. Aber schon in jenen Stunden meldete US-Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski seinem Präsidenten Jimmy Carter: Nun hätten Amerikaner „die Gelegenheit, den Sowjets ihr Vietnam zu bescheren“.“

Es wird vom Spiegel also so dargestellt, als wären die USA überrascht gewesen und hätten dann eine Möglichkeit genutzt, der Sowjetunion zu schaden. Dass sie die Sowjetunion in eine Falle gelockt haben, steht im Spiegel nicht.

Und noch etwas wird im Spiegel sorgsam verschwiegen: Einer der Islamisten-Führer, die die USA ausgerüstet und bewaffnet haben, hieß Osama Bin Laden und war der Gründer von Al Qaida. Diese Terrorgruppe ist ein Kind der CIA. Der Name Bin Laden oder auch die Al Qaida werden im Spiegel-Artikel mit keinem Wort erwähnt, wenn es um die US-Unterstützung für die „Gotteskrieger“ geht:

„Mullahs organisierten nun die Rebellion gegen die „Gottlosen“. Und die USA eilten den „Mudschahidin“, den Gotteskriegern, zu Hilfe. (…) Direkte Hilfe erhielten die mit Uraltflinten ausgerüsteten Mudschahidin über Pakistan. In einer CIA-Geheimoperation gingen sechs Milliarden Dollar in Afghanistans östliches Nachbarland – Pakistan wurde die logistische Basis des Krieges gegen die Sowjets. In den Lagern der über drei Millionen dorthin geflohenen Afghanen bildeten Agenten Kämpfer an modernen Waffen aus.“

Der Spiegel verdreht die Geschichte, indem er die Ursache des Krieges, also die US-Unterstützung für islamistische Terroristen, verschweigt. Dann verdreht er die Tatsachen und teilt seinem Leser nicht einmal mit, dass der islamistische Terror, mit dem wir es heute zu tun haben, ein Geschöpf ist, dass die CIA vor 40 Jahren gegründet hat.

Was der Spiegel tut, nennt man Geschichtsfälschung.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Gedanken zu „40 Jahre Afghanistan-Krieg: Der Spiegel betreibt Geschichtsfälschung“

  1. Man muß noch weiter gehen. Die Idee von Al Kaida an sich, kam aus Washington und Riad!
    Terroristen muslimischen Glaubens und islamistische Wirrköpfe gab es immer. Auch Gruppen, die sich zu Kämpfen zusammenfanden. Die neue Idee damals war das weltweite Netzwerk zur Unterstützung, Rekrutierung von Kämpfern, das Ausrüsten mit Waffen und Ideologie (angeblich sollen sogar Korane für die Taliban in den USA gedruckt worden sein), und natürlich das Erschließen und Vernetzen von Geldquellen. Und dieses Netzwerk haben USA und Saudi-Arabien damals überhaupt erst geschaffen!

    Und selbst wenn die darauffolgende offizielle Geschichte stimmen sollte, daß ihnen dieses Netzwerk nach dem Afghanistankrieg außer Kontrolle geriet, weil sie sich nicht mehr dafür interessierten (das dürfte die nächste große Lüge sein) , so bleibt das große Verbrechen, eines der übelsten terroristischen Netzwerke geschaffen zu haben, als Fakt bestehen.

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