Frankreich will Mohamed-Karikaturen an Schulen verteilen – Wie die islamische Welt reagiert

Nachdem Mord an dem französischen Lehrer und der Reaktion Macrons darauf brodelt es in der islamischen Welt. Die deutschen Medien haben zwar über die Reaktion Erdogans berichtet und auch darüber, dass Frankreich daraufhin seinen Botschafter aus der Türkei nach Hause gerufen hat, aber nicht über die Reaktionen, die es in anderen Ländern gegeben hat.

Ich habe den Kommentar des russischen Fernsehens vom Sonntag über den Mord an dem Lehrer und die französische Reaktion bereits übersetzt. Da man in Russland nicht will, dass in dem Vielvölkerstaat die Religionen aufeinander gehetzt werden können, sind in Russland Karikaturen, wie die der Zeitung Charlie Hebdo als Volksverhetzung verboten. Entsprechend entgeistert fiel der Kommentar des russischen Moderators darüber aus, dass Frankreich nun die Karikaturen als Buch herausbringen und an Schulen verteilen will. Den Kommentar, den man so garantiert nicht in deutschen Medien finden würde, können Sie hier lesen.

In der Sendung „Nachrichten der Woche“ hat das russische Fernsehen am Sonntag über die Reaktionen der islamischen Welt berichtet und ich habe den Beitrag übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Präsident Macrons Methoden im Kampf gegen den „islamischen Separatismus“ in Frankreich werden in muslimischen Ländern als Islamophobie wahrgenommen, was eine scharfe Reaktion in der arabischen Welt ausgelöst hat, aber der türkische Präsident Erdogan wurde deutlicher als andere.

„Was ist das Problem des Mannes namens Macron mit dem Islam und den Muslimen? Macron gehört in psychische Behandlung. Was soll man einem Staatsoberhaupt raten, das nichts über Religionsfreiheit weiß und so eine Haltung Gegenüber Millionen von Menschen seines Landes zeigt, die sich zu einer anderen Religion bekennen? Zuallererst ist das mentale Kontrolle. Sie greifen Erdogan hin und wieder an. Aber Reden gegen Erdogan werden Ihnen nichts bringen. In einem Jahr finden Wahlen statt. Dann werden wir Dein Schicksal sehen. Ich denke, Dein Weg ist kurz“, sagte Erdogan.

Als Antwort darauf rief das französische Außenministerium seinen Botschafter in Ankara zurück und der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian erinnerte daran, dass Erdogan nach der Ermordung des französischen Lehrers kein Beileid ausgedrückt hat und fügte hinzu: „Zur Ermangelung offizieller Worte der Verurteilung oder des Mitgefühls seitens der türkischen Regierung nach dem Terroranschlag in Conflan-Saint-Onorin kommen Hass und Verleumdung gegen Frankreich hinzu, was auf einen Versuch hindeutet, Hass gegen uns und innerhalb unseres Landes zu schüren, sowie direkte Beleidigungen gegen den Präsidenten. Das ist völlig inakzeptabel, vor allem von einem Verbündeten.“

Genauer gesagt geht es um einen NATO-Verbündeten. Früher hatte Macron übrigens den „Hirntod der NATO“ konstatiert. Nun wird dieses Meme bereits von türkischen Lesern der Zeitung „Haber“ umgemünzt, und zwar auf Mcron selbst: „Macron ist anscheinend hirntot“; „Schmeißt alle französischen Unternehmen aus unserem Land. Diejenigen, die uns feindlich gegenüberstehen, haben hier nichts verloren.“; „Wir sollten französische Waren boykottieren.“

Tatsächlich entstand in den sozialen Medien eine Kampagne zum Boykott französischer Waren. Ein Teil der arabischen Welt hat sich auch angeschlossen. Jedenfalls ist französischer Käse in Katar bereits aus den Regalen verschwunden und die dortige Presse fordert wegen Macrons Islamophobie die Absage der französisch-katarischen Kulturwoche, die in den kommenden Tagen beginnen soll.

Der Hashtag „boykottiertfranzösischeWaren“ verbreitet sich in sozialen Medien und Listen von Markennamen, die boykottiert werden sollen, wurden bereits erstellt. Es sind viele: von Autos von Citroen bis zu Schmuck von Dior.

Im Libanon gab es Massendemonstrationen mit Feuerwerkskörpern und dem Ruf „Allah ist groß!“

Ende der Übersetzung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

19 Gedanken zu „Frankreich will Mohamed-Karikaturen an Schulen verteilen – Wie die islamische Welt reagiert“

  1. Sein Patron, hält nun die Zeit für gekommen, den Clash of Zivilisationen, zu starten und dann muss SEIN Hausmaier Makrönchen, die Brand und Spreng Bomben zünden.
    *** In einem Jahr finden Wahlen statt. Dann werden wir Dein Schicksal sehen. ***
    Ist Erdogan so naiv, ist sein Geheimdienst so mies. Jeder hat doch gesehen, wie in der Domäne de Rothschild, Wahlen gemanagt werden, Da werden einfach die Ecken der Wahlzettel, der falschen Wähler abgeschnitten und schon kann das Volk Wählen wen es möchte.
    Entscheidend bei einer Wahl, ist nicht der , der seine Stimme in die URNE schmeißt, sondern der, der das Ergebnis verkündet.

  2. Ich habe ja höchst interessiert das Gespräch im „Homeoffice“ auf NuoViso verfolgt, in dem Röper mit den Kollegen über Religionsfreiheit und die Unterscheide der Gesetzgebung in Russland und bei uns diskutiert haben.

    Auf der einen Seite kann ich es bestens nachvollziehen:
    Russland möchte keinen Streit entfachen, darum werden entsprechende, „beleidigende“ Karrikaturen verboten.
    Das scheint ja ganz offensichtlich auch zu funktionieren, Russland hat in dieser Hinsicht absolut keine Probleme und ist im Vergleich zu uns fein raus.
    Röper sagte sinngemäß: „Warum sollte man die provozieren? Man weiß doch das die das nicht wollen und sich dadurch beleidigt fühlen.“ Soweit, so gut.

    Aber:
    Man kann genau so gut sagen: „Warum müssen die sich davon provozieren lassen?“ Die wissen doch ganz genau das wir hier im Westen die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Kunst und die freie Rede ÜBER religiöse Ansichten stellen. Selbst wenn das nicht so im Gesetz steht, ich bin mir sicher in Umfragen (unter deutschen Bürgern, ohne Zugewanderte) würde eine absolute Mehrheit geanu das bestätigen.
    Warum müssen sich diese religiösen Fundamentalisten und Fanatiker so über fremde Meinungen aufregen? Warum sind die so intollerant? Warum sollen WIR unsere Gepflogenheiten für DIE anpassen und uns zurücknehmen?
    Ja, klar, für den Frieden. Aber WER fängt denn an mit der Gewalt? Es ist eines jeden eigene Entscheidung sich zu empören oder etwas gelassen zu sehen. Und wer sich provozieren lässt ist immer auch mit Schuld, denn es ist die eigene Entscheidung sich provozieren zu lassen.

    Dazu kommt noch das es überhaupt kein Problem ist UNSERE Religion, Tradition und Kultur zu verunglimpfen, das wird teilweise sogar noch mit unserem Steuergeld gefördert!
    Wo ist da bitte die Verhältnismäßigkeit?

    Angesichts der Erfolge Russlands kann ich nur schwer widersprechen, aber das wäre in dem Gespräch mein Beitrag gewesen, hätte ich mitgeredet.
    Ich, der aus der kreativen Ecke kommt sehe die künstlerische Freiheit vielleicht auch höher als die meisten Leute, aber trotz dem ist diese extreme Ungleichheit bei uns nicht verhältnismäßig und wer hier leben will der hat sich gefälligst anzupassen. So ist das auch in Russland, wie ich hier beim Anti-Spiegel schon vor langer Zeit gelernt habe. Wer da einwandern möchte hat auch die Sprache und die Gepflogenheiten zu lernen UND zu aktzeptieren.

    1. *** Wer da einwandern möchte hat auch die Sprache und die Gepflogenheiten zu lernen UND zu akzeptieren. ***
      Nicht wer hier hinkommt um das Europa-Kalifat zu Errichten, muss sich anpassen, sondern die verbliebene Restbevölkerung, passt sich an. In der BRD, wird schon lange, von den Gerichten, auf Basis der Scharia geurteilt,besonders im Familienrecht.
      In Frankreich verhält sich die Bevölkerung, speziell der weibliche Teil, schon sehr Gehorsam, Scharia gerecht.
      Der Deutschen Bevölkerung, wird das gerade beigebracht.

    2. jsm36: „Wo ist da bitte die Verhältnismäßigkeit?“

      Es geht eben genau um die Verhältnismäßigkeit, denke ich. Schließlich gibt es genug Kritik am und Karikaturen über den Islam, die folgenlos bleiben. Haben Sie die s. g. Karikatur gesehen, um die es geht? Es ist schwer vorstellbar, dass Jemand seine geliebte Frau, Tochter oder Mutter auf diese Weise „karikatiert“ sehen kann und nicht darüber schwer beleidigt ist. Wer die entsprechende Zeichnung sieht, weiß genau, dass sie nicht karikatieren, sondern provozieren soll. Das hatte der enthauptete Lehrer offensichtlich auch vor. Gestern las ich, dass er die Zeichnung wegen des pornografischen Inhalts auch nach französischem Recht seinen Schülern gar nicht hätte zeigen dürfen, weil sie noch keine 15 Jahre alt sind.

    3. Russland und Westeuropa unterscheiden sich da aber sehr gravierend. Den Islam, den Buddhismus oder Naturreligionen gab es schon, bevor diese Regionen vor Jahrhunderten von Russland erobert wurden. Die russischen Zaren wussten also, worauf man sich einließ.
      Den Islam gab es in Westeuropa nicht. Der kam eigentlich erst nach dem 2. WK hierher. Und weil die Mohammedaner immer mehr werden und sich in eigenen Stadtvierteln konzentrieren und dort Religion und Tradition ausüben, geraten sie in Konflikt mit der einheimischen Bevölkerung. Das ist doch des Pudels Kern.

    4. Guten Morgen

      das hat nichts mit Freiheit der Rede , oder Kunst zu tun.
      Allein das Wissen um menschliche Gefühle sagt einem intuitiv, das es hier nur
      um das Schaffen von Hass und Trennungslinien geht.
      Dies ist der unterste Level von dem was die Masse mit „Menschlichkeit“ bezeichnet.
      Stichworte Respekt, Empathie…

      1. Intuitiv… Empathie… Mir scheint, dass Intuition und Empathie Ausnahmeerscheinungen geworden sind. Es gibt doch Gesetze, die Handlungen verbieten wenn diese die öffentlich Ordnung stören können. Trennungslinien ziehen und Feindbilder aufbauen müsste doch eigentlich den Tatbestand erfüllen. Man sollte Alle aus dem Verkehr ziehen, die Trennendes statt Verbindendes propagieren. Es sind Kriegstreiber.

  3. Mancher Moslem lässt an der Friedfertigkeit des Islams doch sehr zweifeln.

    Drohungen gegen uns Bürger in den westlichen Ländern, dass wir islamisiert und beherrscht würden kommen im Netz ganz offen daher.

    Dass die Religionen in Russland friedlich zusammenleben, hat keine Garantie auf Eweigkeit.

    Islamisten sind jedenfalls ein Gefahr sowohl für die nicht-muslimische Welt als auch für die islamische Welt selbst.

    1. N E I N nicht die Religion ist dafür verantwortlich. Verantwortlich, sind die, die diesen Islamo-Faschismus gebacken haben.
      Schon mal was von dem Agent ihrer Majestät,Thomas Edward Lawrence, bekannt als Lawrence von Arabien gehört, der mit der Macht und dem Geld des Britisch Empire, die vorher völlig unbedeutende Sekte der Wahabiten, mit dem Wegelagerer und Räuber, dem Haus Saud, zu seiner heutigen Größe aufgebaut hat.

    2. wolfwal: „Mancher Moslem lässt an der Friedfertigkeit des Islams doch sehr zweifeln.“

      Viele Muslime werden wohl sagen: Zigtausende Christen beweisen, dass sie nicht friedfertig sind indem sie waffenstarrend vor unserer Tür stehen und unsere Länder in die Steinzeit bomben.

      Man sieht, dass der ach so chrtistliche Westen es nicht bei Drohungen belässt und sich dabei wie die USA sogar auf Gott beruft. Terrorismus hat wohl immer einen Grund.

      1. @Tillsitter
        Sie müssen doch bemerkt haben, dass Trump als Christ den Frieden sucht und stiftet.
        Da bin ich ganz bei Trump obwohl ich religionslos bin. Und als solcher kritisiere ich
        nicht friedliche Christen ebenso wie Moslems, Juden, etc.

        Das ist hier aber gerade nicht das Thema. Aber dennoch auch Ihnen danke für Ihre
        Aufmerksamkeit.

        1. Na ja, wenn Trump jetzt Frieden sucht und stiftet ist ja alles in Butter, das wird die Wut und den Hass in den zerstörten Ländern natürlich sofort in wahre Freude verwandeln. Dass Sie nichtfriedliche Christen und Juden ebenso wie Muslime kritisieren, geht aber nicht aus Ihrem von mir zitierten Satz hervor. Jener Satz ist das Thema, das Sie vorgegeben haben.

        2. @Wolfwal

          Trump sucht den Frieden???
          Ach ja die Drohne mit der er den Iraner hat ermorden lassen.

          Ich wusste nicht das man so seine friedlichen Absichten kundtut.
          Und ja, die Religionen sind einer der Hauptgründe für den sinnlosen Mord überall.

    3. Ist das denn umgekehrt soviel anders? Seit es das Christentum gibt, wird in seinem Namen gemordet und missioniert. Und beherrschen und unterdrücken islamische Länder die Welt, oder sind das westlich-christliche? Und was genau sind eigentlich die „westlichen Werte“, die unsere Staaten für so universell halten, daß wir sie überall auf der Welt durchsetzen zu müssen glauben?

  4. Macron trägt sicher nicht zum Verständnis zwischen den Religionen bei. Gotteslästerung ist auch in unseren sekulären Staten immer noch strafbar, auch wenn das Gesetz nicht mehr angewendet wird. Ich bin mir sicher dass es auch in Frankreich einen ähnlichen Passus im Code Civil gibt. Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit Respekt vor Andersdenkenden.
    Strafgesetzbuch (StGB)
    § 166 Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen
    (1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
    (2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

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