Cyberpoligon?

Massive weltweite Störung im Internet

Am Donnerstag sind unzählige Webseiten ausgefallen und schnell war die Rede davon, das könne ein Test des Cyberpoligon sein. Zu diesem Zeitpunkt ist über die Gründe des Ausfalles noch nichts bekannt, es ist aber schon bekannt, wo die Störung aufgetreten ist.

In Deutschland waren von dem Internetausfall zum Beispiel die Seiten der Bild-Zeitung oder des Focus betroffen. Aber auch Gaming-Seiten wie Steam und andere waren gestört. Das russische Fernsehen hat darüber berichtet, wo die Störung lag. Der Grund allerdings ist noch unbekannt. Hier übersetze ich den Artikel des russischen Fernsehens, der um 19.00 deutscher Zeit online gestellt wurde. Den Link habe ich aus dem Originalartikel übernommen.

Beginn der Übersetzung:

Viele wichtige Websiten waren am Donnerstag dem 22. Juli aufgrund einer großen Störung nicht erreichbar. Vor allem Gaming-Dienste (Steam, Epic Games Store, PSN), Websites von Fluggesellschaften (Delta Air Lines und British Airways), der Passwort-Manager LastPass, der Domain-Namen-Registrar GoDaddy, der US-Netzbetreiber AT&T, die Online-Bank Capital One und die Handelskette Costco waren offline.

Die Seiten werden aufgrund eines DNS-Fehlers sehr langsam oder gar nicht geladen. Beschwerden über die Probleme sind von Anwendern aus der ganzen Welt eingegangen.

Die Probleme scheinen mit einer Fehlfunktion des Akamai Edge DNS-Dienstes zusammenzuhängen. Der Ausfall trat gegen 19:09 Uhr Moskauer Zeit (18.09 deutscher Zeit) auf. Auf der Website des Unternehmens heißt es, dass die Akamai-Ingenieure daran arbeiten, die Ursache für die Störung zu beheben.

DNS ist eine Art „Adressbuch“ des Internets, das für die Zuordnung von Domainnamen zu IP-Adressen zuständig ist. Das System ist verteilt (die Daten werden auf DNS-Servern auf der ganzen Welt gespeichert), so dass eine Seite, die für einige Benutzer zugänglich ist, von anderen möglicherweise nicht geöffnet werden kann.

Kunden von Delta Air Lines haben sich zum Beispiel darüber beschwert, dass sie auf delta.com nicht online einchecken oder Tarife einsehen können. Die Fly Delta Mobile App ist ebenfalls nicht verfügbar. Die Fluggesellschaft hat bestätigt, dass es „vorübergehende technische Probleme“ gibt.

Aktualisiert: Akamai berichtete, dass die Probleme behoben wurden. Die Funktionalität der Seiten wurde um 20:10 Uhr Moskauer Zeit (19:10 deutscher Zeit) wiederhergestellt.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

11 Antworten

  1. Hmm – die ganze Sache ist ein wenig ominös… – könnte sich auch um bewußte Attacken/Provokationen handeln – um mehr Kontrolle und Zensur im Netz zu „legalisieren“…
    Vertrauen haben wir nicht mehr, wir erwarten stets irgendeine Schweinerei des möchte-gern-global-imperialen-Mafia-Tums, was sich dann ja auch stets als real erweist…
    Und das ist eigendlich das Schlimmste – denn verlorenes/zerstörtes Vertrauen kann man i.d.R. nicht mehr reparieren…

  2. Sind das nicht schon gewöhnliche Ereignisse? Und sind die o.a. Betroffenen wirklich soo wichtig? Man sollte lieber zusehen, dass Sicherheitslücken geschlossen werden. Dort fängt alles an, oder nicht?

    1. Sicherheitslücken zu schließen ist eine „never ending story“.
      Wir werden niemals alle Lücken schließen. Es gibt IMMER unbekannte Lücken, geheime Lücken, Lücken die bewusst geschaffen und / oder aufgehalten werden (zB von der US-Regierung) und daran wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern.
      Man kann das Internet aber unabhängiger machen, so wie Russland das gerade macht. Es müsste nicht so sein das eine Störung bei EINEM DNS-Dinst gleich zu so vielen Problemen führt.
      Und „soo wichtig“ ist relativ. Die Seiten sind wichtig. Es hängen Arbeitsplätze dran und Millionen von Nutzern. Dasa macht diese Seiten selbstverständlich wichtig. Das es auch noch wichtigere gibt hat ja keiner in Abrede gestellt.

  3. 1) [ironie on] Putin war’s [ironie off]
    2) [Spekulation] Normalerweise bewirkt ein Down oder Fehler eines DNS Servers keinen riesigen Ausfall, weil dann einfach dieser umroutet wird.
    Aber wegen Geschwindigkeit beim Seitenaufbau laden sich viele (oder gar alle) gegenseitig die Daten in ihren eigenen Cache, der dann oftmals nur 1x/Tag aktualisiert wird. Erspart Rückfragen beim nächsten Server, was bei Millionen von Anfragen/Sekunde schon viel ausmacht. Die „Strafe“ für schnellen Verbindungsaufbau ist aber: alle haben dann im Cache denselben Fehler und damit Totaltalausfall.
    Bequemlichkeit ist der Steifbügelhalter für den Fehlerteufel. Überall.

  4. Ähnliche Störungen habe ich bereits seit Wochen, aber ich vermute mal, dass es auch an der eigenen (Netzwerk-) Technik liegen könnte oder daran, dass bei mir gewisse NGO’s immer mal dazwischen fummeln, weil ich für gewisse Kreise zu auffällig und renitent geworden bin … 😉

  5. Golem schreibt dazu:
    „Derartig weitreichende Ausfälle auf Grund von Fehlern einzelner Anbieter werden immer häufiger, unter anderem, weil immer mehr Webseitenbetreiber die Dienste nur einiger weniger Markteilnehmer nutzen. Zuletzt geschah dies etwa bei Fastly. In einem Kommentar haben wir bei Golem.de beschrieben, dass wir die Ursache dafür in Marktdynamiken sehen, die eine Zentralisierung bei Cloud-Diensten bewirkt. “

    Tja, Monopolisierung überall. Und überall verschlechtert es alles. Ich versuche Google immer mehr zu meiden und das geht auch. Ist anfangs etwas unbequem, aber wie das so ist, wenn man was Neues probiert, man lernt was dabei. Und das Leben geht auch ohne den Quatsch weiter.

    1. Nein, der CFR ist in Wirklichkeit schuld! Und Mitglieder sind illustre Persönlichkeiten, wie Herr Soros oder aber auch der Verfechter des Holodomor-war-ein-Völkermord-Narrativs Timothy Snyder.

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