Ausverkauf der Ukraine

Seit 1. Juli wurden in der Ukraine fast 2.000 Kaufverträge für Schwarzerde-Flächen abgeschlossen

Die Ukraine ist das Armenhaus Europas und muss nun auf Druck des IWF auch das letzte Tafelsilber verscherbeln. Es geht um die ukrainische Schwarzerde, die fruchtbarsten Böden der Welt.

Bisher war der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen in der Ukraine verboten, das Land wollte diese letzten Aktiva des Landes schützen. Aber der IWF hat als Anwalt der westlichen Großkonzerne ganze Arbeit geleistet und weitere Kredite an das seit dem Maidan komplett verarmte Land daran gebunden, dass das Verbot aufgehoben wird. Nun stehen westliche Lebensmittelkonzerne in den Startlöchern.

Das in der Ukraine ausgesprochen unbeliebte Gesetz zum Verkauf der Schwarzerde wurde – aufgrund des Widerstandes im Parlament – in einer bemerkenswerten Koalition der Parteien von Präsident Selensky und seines Vorgängers Poroschenko beschlossen. Das Gesetz sieht zunächst noch eine Beschränkung der Verkäufe vor, aber schon 2024 fallen die letzten Beschränkungen. Die erste Beschränkung wurde am 1. Juli abgeschafft und innerhalb von kaum vier Wochen wurden bereits fast 2.000 der begehrten Grundstücke verkauft. Darüber hat das russische Fernsehen unter Bezug auf eine Meldung der ukrainischen Regierung berichtet und ich habe den Artikel des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Das Moratorium für den Verkauf von landwirtschaftlichen Flächen wurde in der Ukraine am 1. Juli aufgehoben und seitdem wurden in dem Land 1.994 Kaufverträge für Grundstücke abgeschlossen, so das ukrainische Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung.

Die Gesamtfläche der verkauften Grundstücke beträgt 3.274 Hektar. Die meisten Grundstücke wurden in drei Regionen verkauft – in den Regionen Kirowograd (319,4 ha), Charkiw (414,14 ha) und Poltawa (587,4 ha).

Das vom Parlament verabschiedete Gesetz erlaubt für die nächsten zweieinhalb Jahre den Verkauf von Grundstücken nur an Einzelpersonen und nicht mehr als 100 Hektar „in eine Hand.“ Der Internationale Währungsfonds (IWF) bestand auf der Verabschiedung des Gesetzes.

Bis zum 1. Juli 2021 konnten Landbesitzer ihr Land nur verpachten.

Ab dem 1. Januar 2024 können juristische Personen Grundstücke kaufen.

Der Durchschnittspreis für ein verkauftes Grundstück liegt bei 25.930 Griwna (960 US-Dollar) pro Hektar.

In der Ukraine befinden sich 28 Millionen Hektar Land in Privatbesitz, von denen 17 Millionen Hektar (61 %) verpachtet sind und noch nicht zum Verkauf stehen.

Nach vorläufigen Schätzungen sind 5 bis 10% der Eigentümer von 1,5 Mio. Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche bereit, ihr Land in der ersten Phase zu verkaufen.

Ende der Übersetzung

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

24 Antworten

  1. Und wir wetten, daß das „zu verkaufende Land“ an fremdländische Personen/Firmen geht – so wie der „iwf“ das will, passiert hier in Rumänien leider auch schon längere Zeit… 😡
    Dazu sollte doch mal öffentlich proklamiert werden – WER dem „iwf“ die Kommandos gibt… 😝

  2. Für die, die es nicht so mit landwirtschaftlichen Flächen haben – es sind bis jetzt also 32 km² verkauft worden und 280 000 km² sind als landwirtschaftliche Nutzfläche in Privatbesitz.

      1. „Wir nehmen zur Kenntnis, daß sie rechnen kann …“

        Und dass sie als eingefleischte Neoliberalistin neoliberalistisch verschleiern will, worauf das Ganze hinausläuft. 😅

  3. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bestand auf der Verabschiedung des Gesetzes.

    Na, dann ist ja alles klar, in wessen Händen sich die Ukraine befindet. Wenn ich schon von diesen supranationalen Buchstabenkonstrukten lese, die sich in privaten Händen befinden und die die Völker aufkaufen. Selbstbestimmung, von der sie ja alle so gern reden, sieht anders aus. Da waren ja die Germanen freier.

    1. Unsere Vorfahren waren wirklich FREI, bis die fremden Herrscher, mit ihren Pristern und den gigantischen Söldner Heeren kamen, so das sie ausgelöscht wurden und nur die Feiglinge die nicht gekämpft haben, aber den Herrscher geholfen haben, die Heiligtümer zu schleifen, übrig geblieben sind, daher das Duckmäusertum hier.

      1. @ Felix Klinkenberg, die Feiglinge in den eigenen Reihen, die den Herrschern geholfen haben, (alle Werte) zu schleifen, gibt es heute noch. Nur werde ich allmählich optimistisch, daß immer mehr Menschen der BRD-Insassen das bemerken und bemängeln. z.B. Hier
        https://www.nachdenkseiten.de/?p=74673 Das sind Sozen, aber die merken auch, daß in der BRD etwas gewaltig schief läuft.
        Und hier ein Überblick zu den Kanzlern seit 1945. Zu Willy Brandt habe ich aber eine gänzlich andere Meinung.
        https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-20212/ein-requiem-fur-die-bundesrepublik-deutschland/

      2. „Unsere Vorfahren waren wirklich FREI …“

        Deshalb auch die Einteilung in Freie, Unfreie und Sklaven. Gut, dass man sich heute in Herrenmenschenmanier aussuchen kann, von welchem der drei Stände man abstammt. Wer könnte schon das Gegenteil beweisen? 😅

  4. Optimist sagt :

    Es könnte möglich sein… die vage Hoffnung besteht…dass der RestDonbass, der noch nicht die Möglichkeit bisher wahrnahm, dass eigene Referendum umzusetzen, nun mal doch beginnen, die Mistgabeln in die Hand zu nehmen und die Nazis mitsamt ihren Panzerchen von ihrem Land zu vertreiben….

    Nun ja… Hoffnung darf man ja mal haben…

    1. Im übrigen..Sooo sicher sollten sich die Käufer mal gar nicht sein, dass sie ihren Raubzug auch behalten dürfen. Verliert die Ukraine ihre Staatlichkeit – warum auch immer- werden sich die Zukünftigen sehr wohl an den Putsch erinnern und werden sämtliche Gesetze auf NULL stellen…

      1. Die ukrainischen Nationalisten sind die größten Opfer dieses Putsches, da sie sich unwissentlich als Handlanger einer raumfremden Macht betätigen, die sich durch die von ihr veranlasste Aufhebung des in der Ukraine bis dato gültigen Verbotes der Veräußerung landwirtschaftlicher Nutzflächen an ausländische Privatpersonen und Unternehmen durch die Regierung ihrer Neo-Kolonie, der Naturschätze der Ukraine bemächtigt hat.

  5. In Krisenzeiten ist die eigene Scholle Gold wert. In diesem Fall (1 Person=100 ha)
    sind das aktuell 2.568.910 Griwna.
    Die Käufer haben also pro Nase ca. 1,6 ha erworben. Das kann man als Scholle durchgehen lassen. Bei einem Durchschnittseinkommen von 486 $ entspricht das 3 volle Monatseinkommen. Nur wer verdient schon den statistischen Durchschnittslohn?
    Inwieweit die Daten wirklich stimmen ist noch fraglich da die Hochlohn Gebiete in der Kriegszone lagen und die Krim weg ist. Immerhin spart die Ukraine sich Mio an Rentenzahlungen und Lohnkosten.

    https://www.ceicdata.com/de/indicator/ukraine/monthly-earnings

    https://de.numbeo.com/lebenshaltungskosten/stadt/Charkiw

    Das Leben darf also nichts kosten. Auch für Hauseigentümer und halbe Selbstversorger nicht.
    Für die max. 100 ha pro Person braucht man ca. 3 Mio Gniwna und die bekommt man laut Tabelle zu ca. 17% Hypo Zins.

    Spannend ist dann der Weiterverkauf ab 2024. Dann wird man sehen welcher Agrar Konzern bereits jetzt sein Geld unter die Leute bringt. Geld gegen Schuldverschreibung die dann 2024 fällig wird ?

    Dieses Land ist inzwischen vergleichbar mit Argentinien fest im Würgegriff von IWF und Banken. Schulden die kaum noch getilgt werden können ohne neue Schulden zu machen. Und andere Länder unterstützen diese Schuldenmacherei aus politischen/militärischen Bestrebungen.

    Da ist man den Akteuren im Land gegenüber gern blind.

    „Wegen meiner Aktivitäten, die die Verherrlichung von Nazi-Kriegsverbrechern in der Ukraine aufdeckten, veröffentlichte die von Nationalisten betriebene Website „Peacemaker“ meine persönlichen Daten und nannte mich: „Ukrainepfobiker, Provokateur, Manipulator, Aggressor, der falsche Informationen über Antisemitismus und Nazismus verbreitet und Ukrainer dämonisiert“

    https://twitter.com/edolinsky/status/1418116394000994307

    Ruft man das Profil auf kommt dann erst einmal ein Warnhinweis.

    „Warnung: Dieses Profil könnte möglicherweise sensible Inhalte enthalten
    Du siehst diese Warnung, da der Nutzer potenziell sensible Bilder oder Sprache twittert. Möchtest du ihn dennoch ansehen?“

    Sensible Bilder oder Sprache?
    Soll die Welt nicht wissen was los ist?
    Soll die Welt nicht wissen wie sich jüdische Bürger in der Ukraine fühlen wenn sie sehen was in dem Land vor sich geht?

    1. Die sogenannten ukrainischen „Nationalisten“ sind gar keine Nationalisten, weil ihnen der Ausverkauf der Naturschätze ihres Landes gleichgültig ist, ebenso wie die Abwanderung qualifizierter Fachkräfte ins Ausland.

      Die Mär von der russischen Aggression dient einzig der Ablenkung der ukrainischen Allgemeinbevölkerung von der Ausplünderung der Ukraine durch die Unternehmen des US-Imperiums und ihrer Klientelstaaten.

  6. 1000 Dollar/ha das ist natürlich geschenkt. Wie gesagt es sind die ertragreichsten Böden der Welt. Ich habe mir das selbst vor Jahren angesehen. Die Flächen sind nach agrarwissenschaftlichen Kenntnissen eingerichtet. Auf Hügelkämmen gibt es Waldstreifen zum abstreifen von windgetriebenen Schaderregern. Und die Schläge sind vergleichsweise riesig.

    Aber jeder Investor muss damit rechnen auf die ein oder andere Weise wieder enteignet zu werden. Entweder durch korrupte Beamte oder einfach mit vorgehaltener Waffe, durch MilizenFÜHRER oder durch ukr. Businessman.

    Ich würde dort nicht mal mehr hinfahren!

    Aber Kapitalismus: Hohes Risiko : Hoher Gewinn : Hoher Verlust!

  7. Ausverkauf. War da nicht was? Erinnere mich, dass Griechenland seinen Hafen in Piräus verkaufen musste und alle sonstigen Sahnestücke. Nun eben die Ukraine. Demnächst Ungarn …
    Desgleichen findet großflächig in Afrika statt. Man nennt es Landgrabbing.

  8. Das Problem ist nicht der Handel mit Grundstücken / Land, sondern, soweit ich es beurteilen kann, die desolaten sozialistischen Verhältnisse / ohne ein für prosperierende Marktwirtschaften notwendiges Privateigentum, und es ist natürlich bequem, mit irgendwelchen kapitalistischen Bösewichten davon abzulenken.

    1. desolaten sozialistischen Verhältnisse?
      Diese Verhältnisse nennt man im Allgemeinen auch Volkseigentum. Wenn dieses Eigentum 30 Jahre später desolat ist warum will dann der IWF danach greifen und in wessen Auftrag?
      Schwarzerde Böden sind das Gold er Erde. Da wächst immer was auch ohne Chemie.
      Wenn die bewirtschaftenden Betriebe Probleme haben könnte eine Ursache von Vielen der vorsätzlich herbei geführte Geldmangel sein. Normalerweise ist es gerade die Erlösfähigkeit die der Boden bietet um Kreditsicherheit zu haben.
      Es ist schon erstaunlich wie wandelbar die Argumente sind.
      Als es um die DDR Landwirtschaft ging wetterte man gegen die sogenannten Großbetriebe, man schnitt sie von Fremdfinanzierung ab, man zerschlug sie, man riss die Milchviehanlagen ab, selbst die Nachzucht wurde mit fadenscheinigen Begründungen blockiert.

      Und heute soll der Bürger den Milchpreis stützen weil zu viele reine Milchkühe rumstehen. Die viel gepriesenen Privaten können von Erlösen nicht Leben. Die reinen Mast Betriebe leiden vergleichbar unter den gleichen Problemen wie Milchbauern.
      Der Teufelskreis der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, zu viel Vieh für die es keine Futtermittelflächen gibt. Selbst wenn das noch ausgeglichen ist fehlt das Geld für Landmaschinen/Mitarbeiter oder baulichen Anlagen. Und so ackern/schuften die Leute ein Leben lang 7 Tage die Woche.

      Heute krallen sich Boden Spekulanten gigantische Flächen um darauf Monokulturen anzubauen. Sie zerstören nicht nur die Böden sondern das ganze zieht auch die kleinbäuerliche Betriebe in den Abgrund. Landmaschinen können sich nur noch Großfarmen leisten.

      Klares – NEIN – zu der These, die Privaten können es besser.
      Afrika kann ein Lied davon singen.

      https://www.youtube.com/watch?v=KlylsEzPR9Q

      https://www.youtube.com/watch?v=7-zrdK0S750

      Und von den gleichen Gierlappen wird dann die Jugend der Welt losgeschickt um das Elend der Welt zu bekämpfen.

      https://www.youtube.com/watch?v=G0VClki_Los

      Sozusagen Armut als Geschäftsmodell.

      https://www.youtube.com/watch?v=HrPO442Q1ts

      Und nun soll es zur Abwechslung die Ukraine treffen. Unbelehrbar in den Abgrund.

      https://www.agrarheute.com/management/finanzen/bill-gates-groesste-eigentuemer-farmland-usa-577223

    2. Nein, die Ukraine ist ein kapitalistischer Staat und das Recht auf privates Eigentum ist in der Ukraine verfassungsrechtlich verbrieft! Das wirkliche Problem der Ukraine ist ihre seit dem Euromaidan-Putsch nur noch formal existente staatliche Souveränität und der gewaltige Einfluss supranationaler Organisationen und anderer Staaten (v.a. der USA) auf ihre Innenpolitik, die es multinationalen Großkonzernen, zumeist westlicher Provenienz, ermöglicht dort – wie seit längerer Zeit in den westlichen Neo-Kolonien Schwarzafrikas – sogenanntes Landgrabbing im großen Stil zu praktizieren.

Schreibe einen Kommentar