Pressefreiheit

Wenn das in Russland passiert wäre: Russische Journalisten werden in den USA von der Polizei misshandelt

Ich berichte immer wieder über die Beschwerden des russischen Außenministeriums über die Behandlung von Journalisten, die in den USA für russische Medien arbeiten. Die USA beantworten die Beschwerden des russischen Außenministeriums nicht einmal, so die Sprecherin.

Der Anti-Spiegel hat immer wieder berichtet, wie russische Medien und ihre Journalisten im Westen bei der Arbeit behindert werden. In den USA geht das so weit, dass sie teilweise während ihrer Berichterstattung von der Polizei angegriffen werden und dass ihre Strafanzeigen ignoriert werden. Man stelle sich einmal vor, die russische Polizei würde (westliche) Journalisten vor laufender Kamera misshandeln oder gar mit Gummigeschossen verletzen – der Aufschrei der westlichen Medien wäre ungeheuerlich. Wenn das aber in den USA geschieht, dann wird wohlwollend geschwiegen.

Am 25. Oktober hat das russische Außenministerium erneut auf die Situation aufmerksam gemacht und das russische Fernsehen hat berichtet. Ich habe den Artikel des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der Druck auf russische Medienvertreter in den USA nimmt zu, aber das US-Außenministerium antwortet nicht auf die Noten der russischen Botschaft, so das russische Außenministerium.

Journalisten, Korrespondenten und Kameraleute wurden bei der Berichterstattung über verschiedene Ereignisse in den USA wiederholt von den Strafverfolgungsbehörden hart angefasst. Die Polizei zeigte Desinteresse und Gleichgültigkeit, als zwei Medienvertreter ausgeraubt wurden, so der Bericht des Außenministeriums „Über die Situation der Verherrlichung des Nazismus, der Verbreitung des Neonazismus und anderer Praktiken, die zur Eskalation zeitgenössischer Formen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und damit zusammenhängender Intoleranz beitragen“. Darüber hinaus haben die Provokationen durch US-Geheimdienste zugenommen. Appelle, eine gründliche Untersuchung durchzuführen, blieben unbeantwortet.

In Minneapolis wurde Mikhail Turgiev (RIA Novosti) im Jahr 2020 von Polizeibeamten mit Pfefferspray besprüht, als er seinen Presseausweis zeigte. In Washington wurde Nicole Roussel (Sputnik) vor dem Weißen Haus mit Gummigeschossen beschossen. Giorgi Olisashvili und Maxim Kataev (Kanal 1) wurden in Philadelphia angegriffen, Kataev erlitt eine Gehirnerschütterung, aber die Polizei unternahm nichts.

Moskau hat wiederholt seine Besorgnis darüber geäußert, dass russische Journalisten in den Vereinigten Staaten nicht vor Angriffen geschützt werden, was laut der Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharova, aus Prinzip nicht geschieht.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

7 Antworten

  1. Tja, Du hast Recht, wenn das einem Spiegel-Vertreter in Moskau passierte, würde garantiert unser Außenministerium eimnschreiten und Aufklärung verlangen, Sanktionen androhen und den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anrufen. Zudem würden sie Reporter ohne Grenzen einschalten, Amnesty International, die Soros-Truppe würde aktiv und russische Behörden und Ministerien müssten seitenlange Berichte abliefern, warum sie nichts unternommen hätten, das zu verhindern. Aber es sind ja bloß die USA, die absolut Guten. Da ist alles erlaubt.

  2. Was da in den USA passiert, ist eine Schande. Aber es überrascht nicht. Was mich Tag für Tag viel mehr empört, ist die deutsche Journaille, insbesondere die von den öffentlich-rechtlichen Medien, die sich in fetten Zwangsbeiträgen suhlt. Sie übernehmen jede Lüge aus den USA und füttern uns mit übelster Propaganda ab. Letztlich gehen mir die USA am Ar… vorbei, aber was wir das im eigenen Heimatland mitmachen müssen, empört mich. Ich weiß, dass viele Leute das gar nicht bemerken, weil sie zu tief im Tagesstress stecken oder einfach desinteressiert sind. Sie werden die Folgen dann zu tragen haben, wenn es – zu spät ist. Den Russen kann ich nur raten, etwas weniger duldsam zu sein. Geduldige werden getreten und ausgebeutet, seitdem es die Welt gibt. Gerade den Amerikanern würde ich mit Härte begegnen, in ihrem eigenen Interesse und weil es die Sprache ist, die sie am besten verstehen. Jammern hilft überhaupt nicht, nirgendwo im Leben. Wo bleibt mein Freund und Mitarbeiter der Wahrheit?

    1. Ich kann Ihnen nur zustimmen. Gerade weil Putin die Verbreitung der LGBTIQ-Ideologie (= alle sexuellen Orientierungen und Identitäten sind Teil eines Spektrums der Normalität oder anders gesagt, die heterosexuelle Orientierung und die Selbstidentifikation mit dem eigenen biologischen Geschlecht sind nicht die alleinige Norm und alle anderen sexuellen Verhaltensweisen als Abweichung von dieser Norm zu definieren, ist nicht zulässig) unter Minderjährigen gesetzlich verbietet, schaue ich mit Respekt und Bewunderung auf ihn. Entsprechend kann ich die meisten westlichen Politiker (von Linkspartei bis Union) in dieser Hinsicht nur mit großem Befremden betrachten. Und mit der sich formierenden Ampelkoalition in Deutschland (Selbstbe-zeichnung als „Zentrum des Fortschritts“) kommt, nach dem Sondierungspapier „sexualdemokratisch“ eine arge Verschärfung auf uns zu (Familie nicht mehr Abstammungsgemeinschaft sondern nur noch Verantwortungsgemeinschaft, „Segnungen“ der Reproduktions-medizin auch für homosexuelle Paare [u.a. Leihmutterschaft], Adoptionsrecht für homosexuelle Paare, deutliche Liberalisierung beim Transsexuellengesetz [Änderung Personeneintrag in Melderegister u. Pass ohne vorherige gutachterliche Bestätigung; auch übrigens für Minderjährige [ohne dass Eltern zustimmen müssen!]], Kinderrechte im Grundgesetz [=trojanisches Pferd zur Aushebelung des elterlichen Er-ziehuungsrechts], weitere Liberalisierung der Abtreibung).
      Die Medien haben diese gesetzlichen Planungen im Rahmen ihrer „Be-richerstattung“ über Jahre akribisch vorbereitet. In den letzten Jahren hat sich da insbesondere ein regelrechter Transhype entwickelt mit gleichzeitiger Diskreditierung der Kritiker, sogar solcher, die nun wirklich nicht in Verdacht stehen „rechts“ zu sein (z.B. Alice Schwarzer oder auch die Harry Potter-Autorin J.K. Rowling; bei ihr wurde von einzelnen Vertretern der Translobby sogar zur Verbrennung [!] ihrer Bücher aufgerufen).

      Es ist für mich eine große Hoffnung, dass so ein großes Land wie Russland in seiner kulturpolitischen Ausrichtung da nicht mitmacht. Das gibt mir die Kraft auch beim Blick auf unser Land nicht zu resignieren, auch wenn es bei uns demnächst diesebezüglich (s. oben) bald noch viel dunkler wird. Vielleicht wird auch der Islam bei uns bald so stark, dass er zur herrschenden Ideologie wird. Dann wird es nur eine Frage von Mo-naten sein bis der sexualdemokratische Spuk ein Ende hat. Lieber wäre mir aber, es ginge auch ohne eine islamische Schreckensherrschaft.

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