Energiekrise

Ausgerechnet der Spiegel zeigt, worum es bei der Erdgas-Frage wirklich geht

Bei der aktuellen Gaskrise geht es nicht um die angebliche Abhängigkeit von russischem Gas, sondern nur darum, russisches Gas zu Gunsten von amerikanischem Frackinggas aus Europa zu verdrängen. Das zeigt ein Spiegel-Artikel unfreiwillig deutlich auf.

Bei dem Streit um Nord Stream 2, der seit Jahren die Schlagzeilen beherrscht, geht es nicht um die Sorge der USA oder der EU um Europas Energiesicherheit oder die angebliche Abhängigkeit von russischem Gas, wie Medien und Politik behaupten. Vielmehr geht es darum, dass die US-Frackinggas-Konzern den europäischen Markt erobern wollen. Das können sie jedoch nicht auf „ehrliche“ Weise, also durch faire Konkurrenz, erreichen, denn die Förderung von Frackinggas ist teurer, als die „normale“ Förderung von Erdgas in Russland. Außerdem ist auch der Transport von Flüssiggas aus den USA mit speziellen Tanker teurer, als das russische Gas durch Pipelines nach Europa zu pumpen.

Aus diesem Grund haben die USA Widerstand gegen Nord Stream 2 geleistet und Sanktionen verhängt. Sie müssen das russische Gas vom europäischen Markt verdrängen, denn nur dann kaufen europäische Importeure freiwillig das teurere amerikanische Gas, denn eines ist unbestritten: Europa wird – egal, was die Klimaideologen behaupten – noch auf Jahrzehnte Erdgas benötigen, und zwar aufgrund der Energiewende sogar mehr Gas als heute. Hinzu kommt, dass die europäischen Gasfelder in Holland und der Nordsee sich ihrem Ende zuneigen und deren Förderungen rückläufig sind.

Der Spiegel hat am 9. Februar unter der Überschrift „Flüssiggas für Europa – So profitiert die US-Wirtschaft vom Kampf um die Ukraine“ einen Artikel über das Thema veröffentlicht, den wir uns anschauen wollen, weil er zwischen den Zeilen ungewöhnlich ehrlich gewesen ist.

Der Rückblick

Was den Spiegel-Artikel so (unfreiwillig) ehrlich macht, ist sein Rückblick, denn er beginnt damit, wie Trump Druck auf die EU aufgebaut hat, russisches Gas durch amerikanisches Frackinggas zu ersetzen, was in der EU damals wenig Begeisterung ausgelöst hat:

„Damals wollten viele Europäer mit dem amerikanischen Präsidenten möglichst wenig zu tun haben. Als Trump den Deutschen riet, sich durch transatlantische Gasimporte aus der »Gefangenschaft« von Russland zu befreien, reagierten sowohl die Bundesregierung als auch die EU pikiert. Es war offensichtlich, dass sich Trump wenig für Geopolitik, dafür aber umso mehr für die Exportbilanz seines Landes interessierte. Russisches Gas sei erheblich billiger, rechnete ein EU-Vertreter damals im »Wall Street Journal« vor und wetterte anonym: »Trumps Strategie scheint zu sein, uns zum Kauf ihres teureren Gases zu zwingen. Aber solange LNG nicht wettbewerbsfähig ist, wird Europa sich nicht auf irgendeine Abzocke einlassen und Erpresserpreise zahlen.«“

Das ist erstaunlich ehrlich und daran hat sich bis heute nichts geändert, außer, dass der US-Präsident heute nicht mehr Trump, sondern Biden heißt. Das US-Gas ist immer noch teurer, als das russische Gas und die USA wollen die EU-Staaten immer noch „zum Kauf ihres teureren Gases zwingen.“

Das jedoch schreibt der Spiegel nicht, vielmehr macht er eine geschickte Wendung und fährt fort:

„Heute wäre Deutschland wohl froh, wenn es ein LNG-Terminal hätte. Obwohl es mehr Erdgas verbraucht als jeder andere EU-Staat, ist es noch immer darauf angewiesen, dass die Gasschiffe in den Nachbarländern anlegen können.“

Die Unwahrheit über die hohen Gaspreise

Der Spiegel schreibt weiter:

„Der neu erwachte globale Energiehunger nach der pandemiebedingten Flaute und die Russlandkrise haben die Preise hochgejagt. Gas ist von einem im Überfluss vorhandenen Produkt zur Mangelware mutiert.“

Das allerdings ist – zumindest für die EU – nicht wahr. Bevor der vorherige EU-Kommission den europäischen Gasmarkt reformiert hat, war die EU beim Gaspreis vollkommen unabhängig von den Preise für Gas an den weltweiten Börsen. Damals hat die EU Gas aus Russland im Rahmen langfristiger Verträge importiert und der Gaspreis wurde aus einem mittelfristigen Durchschnittspreis für diverse Rohölprodukte errechnet. Das hat starke Preisschwankungen verhindert, was dem Verkäufer (Russland) und dem Käufer (der EU) Planungssicherheit gegeben hat. Außerdem war der Gaspreis in Europa damit vollkommen unabhängig von den Launen der Börsenspekulanten.

Erst nachdem die EU-Kommission den Börsenhandel von Gas in der EU freigegeben und gegen langfristige Verträge eingetreten ist, wurde der Gaspreis in der EU volatil und heute sehen wir das Ergebnis an den Gaspreisen deutlich. Anstatt stabiler und recht niedriger Preise haben wir in der EU plötzlich stark schwankende Gaspreise, die explodiert sind, weil es sich für die Importeure, die russisches Gas noch über langfristige Verträge importieren, lohnt, wenn zu wenig Gas im Markt ist. Sie importieren das russische Gas für weniger als 300 Dollar und können es für über 1.000 Dollar an der Börse weiterverkaufen. Das ist leicht verdientes Geld und die Rechnung zahlen die Verbraucher.

Und Mangelware müsste (russisches) Gas in Europa auch nicht sein, denn niemand bestreitet, dass Russland alle seine Lieferverpflichtungen erfüllt. Russland bietet der EU laufend an, neue langfristige Verträge zu schließen, aber es ist nicht Russlands Schuld, wenn die EU-Staaten das nicht tun, sondern lieber auf „flexible“ Verträge setzen. In Europa gäbe keinen Gasmangel, wenn es ausreichend langfristige Lieferverträge abgeschlossen hätte.

Das Problem ist also von Brüssel hausgemacht, aber das verschweigen die „Qualitätsmedien“ immer, wenn sie über das Thema Gas berichten.

Es geht nur um US-Frackinggas

Umso interessanter ist folgendes Zitat in dem Spiegel-Artikel:

„Der russische Anbieter Gazprom habe recht mit seiner Kritik, dass Europa sich zu sehr auf den kurzfristigen Spotmarkt mit seinen schwankenden Preisen verlasse, sagte der Chef des Lobbyverbandes LNG Allies, Fred Hutchison, dem Branchendienst Argus Media. Die Lösung sei jedoch nicht, langfristige Verträge mit Russland zu unterzeichnen, sondern »langfristige Verträge mit anderen Vertragsparteien«, fügte er hinzu: »Und wir haben eine ganze Reihe solcher Parteien mit fertigen Projekten in den USA.«“

Es wäre ein Treppenwitz der Geschichte, wenn die EU-Kommission demnächst ihre „Lehren“ aus der Gaskrise zieht und wieder zu langfristigen Verträgen, nur eben mit US-Anbietern, raten würde. Das Ergebnis wäre, dass die Verbraucher in der EU mehr für Gas zahlen würden, als sie müssten, weil langfristige Verträge mit Gazprom das Gas günstiger liefern können als die US-Anbieter. Sollte die EU-Kommission demnächst umschwenken und auf langfristige Verträge mit US-Anbietern setzen, gleichzeitig aber gegen langfristige Verträge mit Gazprom und gegen Nord Stream 2 sein, dann wäre offensichtlich, was man ohnehin schon vermuten kann: Die EU-Kommission handelt nicht nach wirtschaftlicher Vernunft und rationalen Motiven, sondern nur aus politischen Motiven. Die Rechnung würden die Verbraucher bezahlen.

Die Energiesicherheit

Russland (und vorher die Sowjetunion) liefert seit fast 50 Jahren zuverlässig Gas. Es gab niemals, auch nicht während der schlimmsten Krisen des Kalten Krieges, irgendwelche Probleme mit den russischen Lieferungen. Russland sieht Gas nicht als Mittel der Politik, sondern als Geschäft an: Wer seine Rechnungen bezahlt, der bekommt Gas, egal wie sehr man bei anderen Themen gerade zerstritten sein mag.

Die Gegner Russlands werfen Russland trotzdem vor, Gas als politisches Druckmittel zu nutzen. Das Problem dabei ist, dass es dafür kein einziges Beispiel gibt. Im Gegenteil, denn alle Beispiele, die angeführt werden, zeigen das Gegenteil. Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Probleme mit Gaslieferungen an und über die Ukraine, aber daran war nicht Russland schuld. Die Ukraine hatte ihre Rechnungen teilweise über sechs Monate lang nicht bezahlt und erst dann hat Russland den Gashahn zugedreht, bis die Rechnungen bezahlt waren. Eine Chronologie der Gaskonflikte der Vergangenheit finden Sie hier.

Ob allerdings die USA auch so ein zuverlässiger Lieferant sein würden, wie Russland, darf man bezweifeln. Die USA nutzen alles als politisches Druckmittel, was sich dazu nutzen lässt. Sie schrecken dabei nicht einmal vor Sanktionen gegen ihre angeblichen „Verbündeten und Freunde“ in Europa zurück, wie das Beispiel Nord Stream 2 zeigt.

Was wäre wohl, wenn der Marktanteil amerikanischen Gases in der EU so groß wird, dass man ihn nicht mehr kurzfristig ersetzen könnte? Würden die USA dann davor zurückschrecken, ihren „Verbündeten und Freunden“ in Europa bei einem politischen Streit mit einer Reduzierung der Gaslieferungen zu drohen?

Es gibt übrigens noch einen anderen wichtigen Unterschied zwischen russischem Pipeline-Gas und amerikanischem Flüssiggas, das mit Tankern transportiert wird: Im Falle eines Streites kann man die Tanker zu anderen Abnehmern schicken, eine Pipeline kann man hingegen nicht woanders hin umleiten. Selbst wenn Russland sich mit der EU vollkommen zerstreitet, kann es sein Gas nicht einfach anderen Abnehmern anbieten, sogar dann nicht, wenn es das tun wollte. Die USA können das hingegen problemlos tun.

Wer ist also der sicherere Partner für die Energiesicherheit Europas?

Die Gründe für die Energiekrise in Europa

Über die Gründe für die Energiekrise in Europa habe ich oft berichtet, daher fasse ich sie hier der Vollständigkeit halber nur noch einmal kurz zusammen.

Erstens: Der letzte Winter war kalt, weshalb viel Gas verbraucht wurde. Pipelines und Tanker reichen nicht aus, um im Winter genug Gas nach Europa zu bringen, weshalb die Gasspeicher normalerweise im Sommer aufgefüllt werden. Das ist in diesem Jahr ausgeblieben und während die Gasspeicher normalerweise zu Beginn der Heizsaison zu fast 100 Prozent gefüllt sind, waren es in diesem Jahr nur knapp 75 Prozent.

Zweitens: Die Energiewende hat zu einem zu großen Anteil von Windenergie am Strommix geführt. Da der letzte Sommer aber außergewöhnlich windstill war, fehlte die Windkraft und es wurde unter anderem Gas zur Stromerzeugung genutzt, das eigentlich in die Speicher hätte geleitet werden müssen.

Drittens: Der Wunsch vieler europäischer Politiker, russisches Gas durch vor allem amerikanisches Flüssiggas zu ersetzen, hat dazu geführt, dass in Europa nun Gas fehlt. Der Grund: In Asien sind die Gaspreise noch höher als in Europa und die fest eingeplanten amerikanischen Tanker fahren nach Asien, anstatt nach Europa.

Viertens: Die Reform des Gasmarktes der letzten EU-Kommission hat den Handel mit Gas an den Börsen freigegeben. Dadurch wurde Gas zu einem Spekulationsobjekt. Während Gazprom sein Gas gemäß langfristiger Verträge für 230 bis 300 Dollar nach Europa liefert, ist es für die Importeure ein gutes Geschäft, das Gas an der Börse für 1.000 Euro weiterzuverkaufen und diese Spekulationsgewinne in Höhe von mehreren hundert Prozent in die eigene Tasche zu stecken.

Warum Gazprom trotzdem langfristige Verträge möchte? Die Antwort ist einfach, denn das war auch in Europa so, als in Europa noch Gasfelder erschlossen wurden. Der Produzent von Gas muss Milliardeninvestitionen planen und das geht nur, wenn er weiß, wie viel Gas er langfristig zu welchem Preis verkaufen kann. Daher möchte ein Gasproduzent langfristige Verträge, auch wenn der Preis zeitweise möglicherweise viel niedriger ist als der, den er an der Börse erzielen könnte.

Auch für den Kunden ist es von Vorteil, wenn er die Gaspreise und die Gasmengen im Voraus planen kann, denn was passiert, wenn man sich auf kurzfristige Verträge einlässt, erleben wir gerade in Europa. Dass die EU-Kommission sich trotzdem für kurzfristige Verträge und Börsenhandel von Gas einsetzt, ist entweder Inkompetenz, oder der Wunsch europäischen Konzernen die lukrative Börsenspekulation mit Gas auf Kosten der Verbraucher zu ermöglichen, oder die politische Abhängigkeit von den USA, die auf kurzfristige Verträge setzen, weil ihrer schnelllebigen Frackingindustrie schnelle Gewinne wichtiger sind als langfristige Planungssicherheit.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

21 Antworten

  1. Passend dazu, von heute:

    Bau von Flüssiggasterminal macht Probleme

    Zitat:
    „Derzeit hängt Deutschlands Energiesicherheit stark von russischen Gaslieferungen ab. Ein großes Terminal für Flüssiggas, das per Schiff beliefert werden kann, soll in Brunsbüttel entstehen und die Situation entlasten. Doch eine Fertigstellung des 450-Millionen-Projekts ist nicht in Sicht.“

    Quelle: https://www.n-tv.de/wirtschaft/Bau-von-Fluessiggasterminal-macht-Probleme-article23123900.html

  2. Die yankee’s sind Pleite – aber sowas von…

    deshalb braucht es neue Einkommensquellen – durch neue Absatzmärkte – und wenn das nicht durch Lug und Betrug geht (da ja saubere Geschäfte denen völlig unbekannt sind…) – dann muß halt wieder der Krieg herhalten… – nix Neues ergo im „westen“ … 😤😤

  3. Das ist nicht so ganz richtig, dass Russland das Gas niemandem Anderen anbieten könnte. Die Russen sind nicht doof und haben schon vor geraumer Zeit Querverbindungen geschaffen. Die wären inzwischen wohl absolut in der Lage, das dem asiatischen Raum zukommen zu lassen.
    Klar ist, NS2 hat ne Menge Geld gekostet, das aber die Russen nicht alleine aufgebracht haben. Da sind so einige europäischen Firmen beteiligt. Die würden zwar per Entschädigungs-Zahlungen einigermaßen befriedet werden, aber die zahlt unterm Strich der EU-Bürger.
    Dazu kommt, die Taliban haben ein altes Projekt wieder angefragt, das durch den Überfall der USA/NATO auf Afghanistan auf Eis gelegt wurde. Da geht es um eine Trasse nach Indien. Würden die Afghanen maximal von profitieren. Ohne Energie keine Entwicklung.
    Wer die Augen offen hat, dem muss absolut klar sein, Russland braucht die EU genau gar nicht, umgekehrt sieht es völlig anders aus.
    Russland hat 2021 einen Handelsüberschuss von etwa 180 MRD Dollar gehabt. Zum Vorjahr quasi verdoppelt. Trotz der Sanktionen, die ergo genau keine Wirkung haben. Liegt auf dem 2. Platz hinter China. Russland hat Goldreserven von um 800 MRD, dazu einen rund 190 MRD schweren Staatsfonds für Projekte.
    Deutschland hatte 2021 einen Überschuss von um 20 Mrd und die Amis von -80.
    Und nun, wer sind denn grade die Feinde der westlichen Welt? China und Russland…
    Was die EU da treibt…die fahren ihre Mitglieder und Bürger an die Wand. Und ich bin davon überzeugt, dass die das mit Absicht tun. Ganz im Sinne von Schwab.

    1. Ich sage immer, dass die Medien uns verkaufen wollen, das wir Russland schaden, indem wir das von uns dringend benötigte Gas nicht abnehmen. Es wird Russland hart treffen, wenn bei uns die Heizung kalt und das Lischt aus ist. Wenn ich dann bei Kerzenschein in einer Decke gehüllt friere sage ich mir: „Ha den Russen haben wir es aber gezeigt“.

    2. Vor den entschädigungen für ns2 stehen noch jahrelange rechtsstreitigkeiten mit ungewissem ausgang vor parteiischen gerichten ins haus. Allerdings stehen dem indirekte mehreinnahmen gegenüber. All diese querelen haben ja den hauptbeitrag zu den ansteigenden gaspreisen geleistet und sorgen in gewissem sinne dafür das russland trotzdem sein geld erhält nur eben über den umweg der gestiegenen energieträgerpreise.

    3. Russland ist ohnehin nicht abhängig von der Ausfuhr von Energierohstoffen, wie immerzu behauptet wird, denn Russland exportiert auch Nuklearprodukte, Militärgüter, weltraumfahrttechnisches Equipment, Lebensmittel, Chemikalien und andere Rohstoffe.

  4. Soso, die JuEssÄi wollen ganz Europa mit Fracking-Gas beliefern?
    Dann müssen sie aber so auf Teufel komm raus fracken, dass darüber wohl der nordamerikanische Halbkontinent zerbröselt.
    Wieviel tausend Tanker sind eigentlich im Bau, welche dann absolut CO2-neutral über den Atlantik schippern? Reicht eine handelsübliche Camping-Kühlbox zum Flüssighalten des Gases?
    Wieviele Windräder werden gebraucht zum Verflüssigen?
    Fragen über Fragen, die aber im Kopf der treudoofen Deutschen keinen Platz haben.

    1. Würd ich jetzt so nicht sagen, wenn ich mir meinen Kopf so betrachte.

      Leider gibt es hier zu viele andere Köpfe, die was anderes glauben.
      Man munkelt ja, die FFP 2 Maske erzeugt bei längerem Tragen Sauerstoffmangel im Hirn. 😵

  5. All diese Diskussionen um US-Frackinggas scheitern an der Realität. Es sind Scheindiskussionen.
    Ja, die USA können derzeit ihr Frackinggas zu irrsinnigen Preisen verkaufen. Ob nach China, Asien oder in die EU (Polen etc.) ist dabei unerheblich. Aber WIEVIEL können sie überhaupt liefern?

    Es ist ja nicht nur die fehlende Infrastruktur für LNG, es ist vor allem der Gasbedarf der USA selbst, der dem im Wege steht! Aktuell fördern die USA zwar weltweit das meiste Gas, aber sie verbrauchen auch das meiste! Stand 2020 förderten die USA 914 Mrd m³ Gas und verbrauchten dabei selbst 832! Es wären also selbst unter günstigsten Umständen derzeit überhaupt nur rund 80 Mrd m³ Gas verfügbar!

    Für wen soll das reichen? Schon der Import-Bedarf Deutschlands ist mit 140 Mrd m³ wesentlich höher! Der der gesamten EU und GBs beläuft sich gar auf rund 500 Mrd m³! Und in Washington weiß man das auch, wie die Nachfrage an Norwegen, ob man mehr Gas in die EU liefern könnte, belegt! Wann spricht es sich bis nach Brüssel rum?

    1. Das stört die Amis aber trotzdem nicht, die gefährliche Kriegstreiberei in der Ukraine zu betreiben, um damit unsere politischen Wirrköpfe dazu zu bringen, North Stream II auf Eis zu legen und Bürgern und Unternehmen mit exorbitanten Gaspreisen zu schaden.
      Die Dummheit und Inkompetenz nicht nur in Brüssel, sondern auch in Berlin, London, Den Haag, Warschau …. hat ein Ausmaß erreicht, dass ich denen zutraue, dass von der Leyen und Co. tatsächlich glauben, man schade mit der Blockade von North Stream II Russland mehr als den eigenen Bürgern und Unternehmen.

      1. Letztlich bleibt es nicht bei gigantischen Gaspreisen, denn es wird, eher früher als später, gar kein Gas mehr da sein, in der EU.
        Wenn es dann kalt wird, muss der Habeck ganz dolle die Windmühlchen anpusten, damit wir alle einen kleinen Heizlüfter betreiben können. Die Nazi-Braut Baergeiss kann nicht helfen, die liegt dann mit ihren Freunden im Schützengraben östlich von Kiew.

    2. Wenn das flüssiggas geschäft erst einmal etabliert ist dann werden wohl nicht wenige der ami gastanker auch an russischen terminals gefüllt werden. Diese werden dann irgendwo im nordatlantik durch einen hell leuchtenden regenbogen fahren. Dabei wird das finsterrussische erdgas zu hell leuchtendem amerikanischem freedom gas. (Was natürlich durch diesen regenbogen auch doppelt und dreifach an wert gewinnt denn wir europäer mit begeisterung zahlen)

    3. Die USA wollen höchstwahrscheinlich nur verhindern, dass der mächtigster ihrer Klientelstaaten in der ursprünglich auf ihre Initiative gegründeten und das Pendant zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe darstellenden EU russisches Erdgas importiert.

  6. Vor kurzem erhielten wir von unserem Gasanbieter die Mitteilung, dass das Gas ab 01.04.22 fast doppelt so viel kosten soll. Ich habe diese Mitteilung an den Habeck geschickt, versehen mit der Aufforderung, die Preiserhöhung selber aus seinem Salär zu leisten, da er ja die Inbetriebnahme von North Stream II verhindern will! Weiß ich selber, dass ich nicht mal eine Antwort kriegen werden, aber so etwas sollte jeder tun, damit diese verlogene, inkompetente Bagage mal in der Realität ankommt. Das ist Meineid und Hochverrat, was Scholz, Habeck, Baerbock und Co. da treiben!

    1. 👍! Sie haben/Du hast recht. Solange wir hier nur in der Blase operieren, wird es Habeck und Konsorten nicht interessieren. Sein Schreibtisch (mit dem er sowieso nicht fertig wird) müsste unter derartigen Bürger-Bekundungen zusammenbrechen.

  7. Die Anzahl der Schiffe muss in Etwa um den Faktor 16 erhöht werden. Die Natur in den Staaten wird durch das Fracking zerstört, weil auch jede Menge neuer Gasfelder erschlossen werden müssen. Dann gibt es nicht genügend Terminals, um die Schiffe zu Betanken und zu entladen und es muss eine Infrastruktur geschaffen werden, um das Gas auf Land zu transportieren. Wir reden von Investitionen in Billionen Höhe. Nicht Amerikanische Billionen. Zum Aufbau dieser Infrastruktur werden Jahrzehnte benötigt.
    Um Sicherzustellen, dass diese Investitionen auch zurückfließen, müssen daher auch langfristige Verträge gemacht werden. Damit diese Verträge von den Amerikanern eingehalten werden, werden die Preise für das Gas auch ständig steigen. Sonst fahren die Tanker halt wieder nach Asien.
    Ich kann mir auch eine Lösung vorstellen, dass die USA das Gas in Russland kauft und dann über NS2 zu uns schickt. Wir kaufen dann kein Russisches Gas sondern Amerikanisches. Dass dann an die Ukraine wieder zu Europäischen Gas wird. Wir lassen uns über die MS Presse doch gerne für Dumm verkaufen. Und jeder der dann sagt, dass wir kein amerikanisches sondern russisches Gas Kaufen, der ist ein Verschwörungstheoretiker, Rassist und Antisemit. (Dass alle, die sich nicht für Dumm verkaufen lassen Antisemiten sind ist derzeit eine Modeerscheinung. Auch die Montagsspaziergänger gehören dazu.)

  8. Ick lach mich krank.
    Vielleicht hat jemand meine jüngste „Presseschau“ zum Thema Gas gelesen
    [ _____://www.anti-spiegel.ru/2022/norwegen-hat-kein-gas-fuer-europa-die-neuesten-entwicklungen-auf-dem-gasmarkt/#comment-38033 ]
    dort der erste Beitrag – und jetzt kommt das (geDeepLt):

    _____://vz.ru/news/2022/2/14/1143483.html

    „EU setzt Prüfung des staatlichen Öl- und Gasunternehmens von Katar aus

    14. Februar 2022, 05:53
    Die EU-Regulierungsbehörden haben die kartellrechtlichen Inspektionen des staatlichen katarischen Öl- und Gasunternehmens Qatar Energy ausgesetzt, heißt es. Dieser Schritt soll nicht mit Befürchtungen über eine mögliche Unterbrechung der Gaslieferungen aus Russland zusammenhängen.

    Einer Quelle der Financial Times zufolge wurde die Aussetzung der Inspektion bereits 2021 erwogen, als „die EU und das Vereinigte Königreich erkannten, dass sie mit Energiearmut“ und steigenden Gaspreisen konfrontiert waren. Die Aussetzung der Überprüfung soll jedoch nichts mit der Sorge zu tun haben, dass Europa aufgrund der Situation um die Ukraine mit einer Unterbrechung der russischen Gaslieferungen konfrontiert werden könnte.

    Die Inspektion begann vor drei Jahren. Die Europäische Kommission schloss nicht aus, dass die Vereinbarungen von Qatar Energy mit Importeuren in Europa „den freien Gasfluss innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums unter Verletzung der EU-Kartellvorschriften“ behinderten, berichtete RIA Novosti.

    Der Chef der europäischen Diplomatie, Josep Borrell, forderte die Schaffung strategischer Gasreserven in der EU. Brüssel und Washington erklären sich bereit, Sanktionen gegen Moskau zu verhängen, falls Russland in die Ukraine „einmarschiert“. Gleichzeitig befürchtet der Westen, dass die Sanktionen Russland dazu veranlassen werden, die Gaslieferungen nach Europa zu unterbrechen.“

  9. Eigentlich müsste die EU Sanktionen gegenüber den USA einführen, solange sie weiterhin den freien Handeln mit Politik behindern. Da aber die EU keine eigene Politik macht, sondern die Befehle aus den USA erhält, wird das naütrlich nicht passieren.

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