Verständnis der USA: Drohung mit der Armee ist Diplomatie

Schlagzeilen macht in Russland diese Tage ein Beitrag auf CNN, über den man in Deutschland sicher nichts hören wird. Dort erklärt der US-Botschafter in Moskau, was er unter Diplomatie versteht: Die unverhohlene Drohung mit militärischer Gewalt.

Derzeit befinden sich im Mittelmeer zwei Flugzeugträger-Gruppen der USA. Und während noch gestern ein US-Vertreter auf der Moskauer Sicherheitskonferenz sagte, das sei nicht gegen Russland gerichtet, spricht der US-Botschafter in Moskau Klartext. Der war sogar extra angereist und auf einem Flugzeugträger, um CNN diese Worte ins Mikrofon zu sprechen:

„Wenn Sie 200.000 Tonnen Diplomatie, die im Mittelmeer kreuzen, denn das ist es, was ich „Diplomatie“ nenne. Das ist vorwärts gerichtete Diplomatie. Dann muss nichts mehr dazu gesagt werden. Dann hat man alle Sicherheit, die man braucht, um sich hinzusetzen und die Probleme zu lösen, die uns seit vielen Jahren trennen.“

Die Verbände führen nun Übungen im Mittelmeer durch und der kommandierende Admiral sagte, die US-Marine sei „noch tödlicher“ geworden. CNN erklärte unmissverständlich, dies sei gegen Russlands „wachsenden Einfluss“ gerichtet.

Aber es sind ja die Russen, die aggressiv sind und drohen, so lernen wir in unseren Medien. Darum werden unsere Medien darüber nicht berichten und vor allem werden sie diese Zitate nicht bringen. Wetten?

Hier der Bericht von CNN.

US warships send a powerful message to Russia

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

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