Auf der Holocaust-Gedenkveranstaltung bekam die Welt einen Wladimir Putin zu sehen, wie man ihn bisher nicht öffentlich gesehen hat: Mit Tränen in den Augen und versagender Stimme.

Am Rande der Gedenkveranstaltung zum 75 Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wurde auch ein Mahnmal für die Opfer der Hungerblockade von Leningrad eröffnet. Dieses Ereignis ist in Deutschland kaum bekannt, in Russland wird es aber in einem Atemzug mit Stalingrad genannt, denn die Blockade der Stadt, die heute St. Petersburg heißt, dauerte fast drei Jahre und kostete knapp eine Million Russen das Leben.

Für Putin ist das nicht nur ein geschichtliches Ereignis, er ist in Leningrad geboren, sein Vater wurde an der dortigen Front zum Kriegsinvaliden, seine Mutter wäre beinahe zum Sterben abtransportiert worden, wenn der frisch verwundete Vater nicht vehement eingegriffen und sie irgendwie wieder aufgepäppelt hätte. Putins älterer Bruder starb bei der Blockade als Kleinkind.

Wie nahe die Geschichte der Blockade Putin gehen, konnte man bei seiner Rede zur Eröffnung der Gedenkstätte für die Leningrader Blockade sehen. Ganz am Ende, als er sich für das Mahnmal bedankte, versagte ihm die Stimme und man sieht, dass er nicht mehr weiterreden konnte und daher die Bühne schnell verlassen hat.

RT-Deutsch hat die Reden am Ende des Beitrags mit Untertiteln versehen, sodass sie auch ohne Russischkenntnisse verständlich ist.


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse. Auch über den Zweiten Weltkrieg gibt es in dem Buch ein Kapitel mit sehr interessanten Zitaten von Putin.

https://anti-spiegel.ru/2019/was-sagt-putin-selbst-zu-den-fragen-der-interbationalen-politk-hier-kommt-er-zu-wort/