Türkei schießt syrische Kampfflugzeuge ab und lässt über 76.000 Flüchtlinge nach Griechenland

Während in Syrien die Heftigkeit der Kämpfe zunimmt, meldet die Türkei, dass nach ihrer Grenzöffnung bis Sonntag morgen bereits über 76.000 Flüchtlinge aus der Türkei nach Griechenland gelangt sind.

In den deutschen Medien finden sich viele Berichte über die Situation an der griechisch-türkischen Grenze, wo griechische Polizisten versuchen, die Flüchtlinge mit so ziemlich allen Mitteln aufzuhalten, während die Türkei ihnen sogar kostenlos Busse gechartert hat, damit sie zur Grenze kommen. Informationen über die Hintergründe der aktuellen Situation finden Sie hier und hier.

Der türkische Innenminister hat am Sonntag einen Tweet veröffentlicht, in dem er gemeldet hat, es hätten bis 9.55 Uhr morgens bereits 76.358 Flüchtlinge die Grenze nach Griechenland überschritten, obwohl die griechische Polizei alles versucht, sie am Grenzübertritt zu hindern.

Während die Türkei damit Griechenland und die EU provoziert und der Flüchtlingsdeal mit der Türkei, den die EU ohnehin nie erfüllt hat, am Ende sein dürfte, sind die Kämpfe in Syrien noch einmal heftiger geworden. Das türkische Militär hat gemeldet, es habe zwei syrische Kampfflugzeuge vom Typ SU-24 abgeschossen. Syrien hat den Abschuss mehrerer türkischer Drohnen gemeldet.

Außerdem hat Syrien über den Nordosten des Landes, wo die Kampfhandlungen stattfinden, eine Flugverbotszone verhängt. Der Meldung zufolge will Syrien ab sofort alle Flugzeuge, die in dem Luftraum unterwegs sind, als „feindlich“ betrachten und abschießen.

Die Situation verschärft sich weiter und nun muss man abwarten, was bei den Treffen zwischen Putin und Erdogan herauskommen wird, das Ende der Woche stattfinden soll.

Nachtrag: Griechenland hat die türkischen Meldungen dementiert. Die russische TASS hat eine Erklärung des griechischen Außenministeriums wie folgt übersetzt:

„“Die Desinformationskampagne der türkischen Behörden geht weiter“, erklärte das Außenministerium in einer auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Erklärung. „Die Realität ist: 10.000 Menschen wurden daran gehindert, griechisches Territorium zu betreten. 73 Personen, die keine Verbindung zu Idlib haben und illegal nach Griechenland eingereist sind, wurden verhaftet, sie haben dem Gericht Dokumente vorgelegt“, teilte das Außenministerium mit. Nach Angaben des Außenministeriums kann „niemand die griechischen Grenzen überqueren (…) Jeder Versuch, sie illegal zu überqueren, wird effektiv verhindert. Die von den türkischen Behörden genannten Zahlen sind völlig falsch und irreführend“, so das Außenministerium abschließend.“

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

6 Gedanken zu „Türkei schießt syrische Kampfflugzeuge ab und lässt über 76.000 Flüchtlinge nach Griechenland“

  1. ist denn absehbar, wie Russland reagieren wird? Ein Rückzieher würde meiner Meinung nach einen völligen Gesichtsverlust Russlands bedeuten, die menschlichen Verluste in dem Krieg hätten für nichts ihr Leben gegeben. Ich gehe davon aus, dass Russland den Türken offenen Krieg androhen wird, wenn diese sich nicht aus Syrien zurückziehen.

    1. Russland wird der Türkei KEINEN Krieg androhen – der Gedanke ist völlig absurd!
      Erdogan hat in Astana Unterschriften geleistet – daran wird man ihn erinnern und dann wird Russland gemeinsam mit der SAA darauf hin arbeiten, dass das türkische Militär nicht mehr in der Nähe von Terroristen sein wird um das Leben der Soldaten zu schonen.

    2. Zu NEA1971sagt:
      1. März 2020 um 16:37 Uhr

      Genau das ist es, was die Strippenzieher doch erreichen wollen. Syrien war schon immer vor allem eine geopolitisch motivierte Aktion gegen Russland. Ich sehe das so:

      Aufgrund der seit vermutlich über einem Jahrhundert kontinuierlich verfolgten Geopolitik der USA (um nur ein paar Stichpunkte zu nenne: 1. WK, 2. WK, Vietnam, Korea, Afghanistan, „Kalter Krieg“, Vorgänge im „Nahen und Mittleren Osten“, Ukraine/ Maidan) versucht die USA Russland wieder in einen Krieg mit anderen Kräften zu zwingen um Russland zu schwächen und damit „sturmreif zu schießen“ wie es mit dem Zusammenbruch der UDSSR und der Installation Jelzins schon einmal fast gelungen ist.
      Also werden die USA und deren Proxis in den „Verbündeten Ländern“/ NATO, alles dafür tun, dass die Türkei und Russland in einen direkten, heißen Krieg eintreten könnten.

      Man sollte mE die Entwicklungen im diesem Sinne interpretieren um zu verstehen, was passiert.

  2. „Der Meldung zufolge will Syrien ab sofort alle Flugzeuge, die in dem Luftraum unterwegs sind, als „feindlich“ betrachten und abschießen. “

    …sind da auch Bundeswehr-Tornados unterwegs?

  3. Wie in Sputnik News zu lesen ist, sind zwei Flugzeugträger der US Armee im Mittelmeer eingelaufen. Sollte Erdogan tatsächlich so politisch isoliert sein? AKK übt Kritik an der Russischen Politik. Die deutschen Medien schreiben (lügen) über den brutalen Kampf der russischen und syrischen Armee gegen Zivilisten und Rebellen in Idlib. Die Amerikaner werden sich die Gelegenheit, den schon verloren geglaubten Kampf noch einmal aufzunehmen, um doch noch das Blatt zu wenden, nicht entgehen lassen.

  4. Auch in dem gesamten Fluchtgeschehen treten wir jedes Recht mit Füßen. Der ehemaligen DDR wird bei jeder Gelegenheit vorgeworfen, sie hätte die Reisefreiheit unterbunden. Das sei ein grundsätzliches Menschrecht und nur ganz böse Staaten machen so etwas.

    Das stimmt zumindest grundsätzlich. Es ist Freiheitsberaubung, wenn man jemanden nicht gehen lässt. Das ist tatsächlich ein Grundrecht und gilt immer, wenn man nicht verurteilt ist und ins Gefängnis muss. Für eine solche Grundrechtsverletzung hat Merkel einen Vertrag mit der Türkei geschlossen. Das ist grundgesetz-, völkerrechts- und menschenrechtswidrig und wäre mindestens so zu behandeln wie die Freiheitsberaubung in der DDR.

    Die Gesetzwidrigkeit geht noch weiter. Ein ähnlich hohes Grundrecht ist der Hausfrieden. Der Hausfrieden ist wahrscheinlich die wichtigste Regel unserer Zivilisation. Der Hausfrieden besagt, wer drin ist, bestimmt wer rein darf. Das kann man zu Hause selbst testen.

    Hausfriedensbruch ist eine Straftat. In Deutschland regeln den Hausfrieden Grundgesetz und Gesetze. Nach diesen Regeln wurden fast alle sogenannten Flüchtlinge nach den Methoden des Menschenhandels illegal nach Deutschland eingeschleust. Auch hier wurden Grundregeln der Zivilisation gebrochen, angetrieben von Merkels Selfis, attraktive Willkommensevents usw..

    Am schlimmsten wird jedoch mit den Opfern, den Flüchtlingen und deren Heimatfamilien und Heimatländern umgegangen. Unsere Schleuser nehmen den Flüchtlingen alles. Die Familien der Flüchtlinge versetzen für eine lebensgefährliche Flucht Hab und Gut. Das hätte auch für Flugscheine oder Fähren gereicht.

    Es war und ist ein Vernichtungskrieg gegen die Heimatländer.

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