Klimawandel

Das russische Fernsehen über den Klimagipfel in Glasgow: „Heuchelei buchstäblich überall“

In Russland wird über den Klimagipfel in Glasgow vollkommen anders berichtet, als in Deutschland. Und das nicht, weil Russland Umwelt und Klima egal wären, sondern weil man in Russland pragmatisch und nicht ideologisch an Probleme herangeht.

Das russische Fernsehen hat am Sonntag in seinem Nachrichtenrückblick auch über den Klimagipfel in Glasgow gesprochen. Zunächst gab es einen Kommentar des Moderators im Studio und dann einen Korrespondentenbericht aus Glasgow. Ich habe beide Beiträge hier übersetzt, um aufzuzeigen, wie außerhalb der westlichen Medienblase über das Thema berichtet wurde.

Beginn der Übersetzung:

In der Rubrik „Lebendige Ecke“ sprechen wir normalerweise über die Natur, über die Tiere und die Menschen, die auf so unterschiedliche Weise miteinander interagieren. Nehmen wir zum Beispiel den Klimagipfel in Glasgow, Schottland. Das Thema ist wichtig, aber die Art der Diskussion über die globale Erwärmung hat sich in letzter Zeit so sehr verändert, indem der Westen wieder dazu übergegangen ist, alle zu schikanieren und zu belehren, seinen eigenen Vorteil zu suchen und zu versuchen, alle für dumm zu verkaufen, weshalb beispielsweise die Staats- und Regierungschefs von Russland, China, Indien und der Türkei beschlossen haben, nicht persönlich nach Glasgow zu kommen. Ganz höflich, Putin hat eine Videobotschaft an die Gipfelteilnehmer geschickt. Biden hat der Inhalt nicht interessiert.

In Glasgow haben die Fotografen Biden wieder beim Schlafen erwischt. Und als der US-Präsident aufwachte, sagte er plötzlich im Halbschlaf, dass Putins „Tundra in Flammen steht, er sehr ernste Probleme mit dem Klima hat und er schweigt über seinen Willen, etwas zu tun“.

Wissen Sie, das ist genau die Art von Stil, die viele Staats- und Regierungschefs der Welt dazu inspiriert, ihre Zeit nicht mit der Teilnahme bei solchen angeblich „globalen“ Initiativen zu verschwenden. Und auch bei bilateralen Treffen wäre es gut, wenn die Amerikaner ihren Ton ändern würden. Wir erinnern uns, dass der chinesische Staatschef Xi Jinping vor kurzem, wie in der Presse berichtet wurde, eine Einladung zu einem Treffen mit Biden abgelehnt hat, weil ein solches Treffen im Zusammenhang mit den anti-chinesischen Sanktionen als Affront gegen China gewertet worden wäre.

Um noch einmal auf Putins „Schweigen“ zum Klima zurückzukommen: Biden hat das alles einfach verschlafen. Russland ist ein globaler Geber für die Umwelt, ein Land, das im Gegensatz zu den USA die globale Umweltbilanz verbessert. Biden hat offensichtlich auch Putins Bericht auf dem G20-Gipfel verschlafen.

„Heute liegt der Anteil der Energie aus praktisch CO2-freien Quellen – zu denen, wie wir wissen, Kernkraftwerke, Wasserkraftwerke, Windkraftwerke und Solarkraftwerke gehören – bei über 40 Prozent, und unter Berücksichtigung von Erdgas – dem CO2-ärmsten Brennstoff unter den fossilen Energieträgern – beträgt dieser Anteil 86 Prozent. Das sind mit die besten Kennzahlen der Welt. In den letzten 20 Jahren ist die CO2-intensität unserer Wirtschaft um durchschnittlich 2,7 Prozent pro Jahr gesunken, das ist mehr als in der Welt insgesamt und sogar mehr als in der G7“, sagte der russische Präsident.

Mehr noch: Russland ist auch führend bei der Absorption von Treibhausgasen. Auch das hat Biden in Glasgow offenbar verschlafen. Putin sagte: „Russland verlässt sich unter anderem auf die einzigartige Ressource unserer Waldökosysteme, ihr bedeutendes Potenzial, Kohlendioxid zu absorbieren und Sauerstoff zu produzieren. In unserem Land befinden sich etwa 20 Prozent der weltweiten Wälder.“

Man ist versucht zu sagen: Präsident Biden, wach auf und singe! Und das ist noch nicht alles von Putin. Der russische Präsident ist bereit, unsere Ansätze in der Klimapolitik bei dem bevorstehenden Treffen mit Biden genauer zu erläutern und zum Beispiel ganz offen über CO2-Emissionen zu sprechen. Immerhin sind die Schadstoffemissionen der USA in die Atmosphäre dreimal so hoch wie die Russlands.

Für Biden könnte das Thema jedoch zu komplex sein. Offensichtlich ist er in Geist und Auftreten der „herausragenden“ Greta Thunberg näher, die von interessierten Leuten im Westen zwischen Veranstaltungen und Treffen hin- und hergefahren wird, um allen ihr „Blabla“ zu erzählen und Flüche zu schreien und zu fordern, sich den Klimagipfel selbst sonst wohin zu stecken. Es war die Schulschwänzerin Greta Thunberg, der die grünen Ultras aus irgendeinem Grund die globale Klimaexpertise anvertraut haben und die eingeladen wurde und der auch die Staatschefs zuhören sollten. Eine Art böser Zirkus.

Aus Glasgow berichtet unser Korrespondent.

Die alte englische Hafenstadt Whitehaven versucht, mit der Zeit zu gehen. Auf den Dächern befinden sich Sonnenkollektoren und vor der Küste reiht sich eine Armada von Windrädern aneinander. Whitehaven verdankt seinen Wandel vom Fischerdorf zur Stadt jedoch der Kohle, die hier bereits im 17. Jahrhundert abgebaut wurde. Die letzte aktive Mine hier wurde 1988 geschlossen. „Das Ende einer Ära“ steht auf einem der wichtigsten Denkmäler der Stadt. Wie sich herausstellte, ist Whitehaven nach 30 Jahren wieder auf Kohle umgestiegen.

Das neue Bergwerk wird auf dem Gelände einer ehemaligen großen Chemiefabrik entstehen. Sie soll drei Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern. Man schätzt, dass die Reserven der Mine für 40 Jahre ausreichen. Aufgrund der Energieknappheit in Großbritannien mussten alte Kohlekraftwerke wieder entmottet werden. Die meisten von ihnen wurden unter den Slogans „Für grüne Energie“ zerstört.

Die hier geförderte Kokskohle ist für die Stahlindustrie bestimmt. Die Einheimischen sind begeistert – die Stadt wird 500 neue Arbeitsplätze erschaffen. Das Projekt hat sich jedoch bereits verzögert, weil Umweltaktivisten dagegen sind.

„Naturschützer und Ökoaktivisten fordern den Stopp des Projektes. Sie sind dagegen. Aber sie vergessen, wie groß der CO2-Fußabdruck der Kohleversorgung unseres Landes wirklich ist. Kohle wird aus tausenden Kilometern Entfernung zu uns gebracht, weil wir sie für unsere Stahlindustrie brauchen“, sagen die Einheimischen.

Whitehaven ist nur zwei Stunden von Glasgow entfernt, wo gerade die UN-Klimakonferenz stattfand. Die Versammelten in Glasgow sind bereit, die globale Erwärmung zu bekämpfen, aber das Problem ist zu breit gefächert: Jedes Land hat seine eigenen Möglichkeiten und seine eigene Situation, so dass es äußerst schwierig ist, eine Lösung zu finden, die allen gerecht wird.

Russland schlägt vor, seine Abhängigkeit von Kohlenwasserstoffen durch die Nutzung von Kernenergie und Wasserkraft zu verringern.

„Wasserkraft und vor allem Kernenergie werden wieder ins Spiel kommen, da die Kernenergie bei ordnungsgemäßer Einhaltung der Sicherheitsvorschriften eine sehr geringe CO2-Bilanz aufweist und fossile Brennstoffe ersetzen kann“, so Wjatscheslaw Solomin, Geschäftsführer der „En+ Holding“.

Viele westliche Experten stimmen mit diesen Einschätzungen überein, wie dieser Experte auf der Konferenz anhand einer interaktiven Karte zeigt.

„Was die Emissionen angeht, sind Frankreich und Schweden die umweltfreundlichsten Länder, unabhängig von der Stärke des Windes; dort gibt es viel Kernkraft. Auch Norwegen und Island sind grün, obwohl die Menschen auf Island auf Vulkanen leben. Und rundherum ist ein anderes Bild: Polen verbraucht viel Kohle, Deutschland verbraucht auch viel Kohle und Gas, weil es sich gegen Atomkraftwerke entschieden hat“, sagt Patrick Worms, Präsident der European Agroforestry Federation.

Viele europäische Länder haben sich auf erneuerbare Energien konzentriert, aber die Dinge sind hier so unbeständig wie der Wind, der manchmal einfach nicht weht.

Das war in diesem Jahr der Fall. Der Hotelbesitzer David Saxon hält wehmütig eine alte Grubenlampe in der Hand: Wenn der Strompreis weiter steigt, muss er auf Petroleum umsteigen. „Für die Stromrechnung zahlen wir tausend Pfund im Monat. Jetzt haben wir es mit einem Anstieg von 60 Prozent zu tun. Statt 12.000 bis 15.000 Pfund pro Jahr müssen wir also 20.000 Pfund zahlen“, sagt Saxon.

Aber selbst die aktuelle Energiekrise wird von den westlichen Führern in ein politisches Instrument verwandelt, wobei sie die Umwelt und ihre frierenden Bürger vergessen.

„Wir werden überredet, mehr Gas durch die bestehende Pipeline durch die Ukraine zu pumpen, aber gleichzeitig wollen sie Nord Stream 2 nicht in Betrieb nehmen, das im Vergleich zur alten, baufälligen Pipeline einen geringeren CO2-Fußabdruck hat und eine bessere Qualität und saubereres Gas liefert, weil es keine Lecks gibt. Diese Doppelmoral verhindert ernsthaftere Fortschritte und wir schlagen vor, sich auf die Maßnahmen zu konzentrieren, die heute ergriffen werden können“, sagte Ruslan Edelgerijew, Sondergesandter des Präsidenten der Russischen Föderation.

Hier wurden sich die Münder zerrissen und beklagt, dass die Führer Russlands und Chinas nicht nach Glasgow gekommen waren. Aber was hat sich dadurch geändert, wenn der indische und der australische Premierminister an der Konferenz teilgenommen haben? Genau wie die USA können sie es sich nicht leisten, den Bergbau und die Nutzung von Kohle aufzugeben.

„Wir haben in Australien eine sehr starke Kohlelobby. Seit über 20 Jahren sind wir nicht in der Lage, Fortschritte zu erzielen, die Politiker wollen nichts tun. Australien ist in dieser Frage also wie eine Handbremse“, sagte Simon Bradshaw, Forscher beim Climate Council of Australia.

Während des Gipfels schauten Politiker gelegentlich bei Umweltschützern vorbei. Ohne groß ins Detail zu gehen, machten sie Fotos mit den Aktivisten und klopften ihnen auf die Schulter. Auf den hinter der Maske versteckten Gesichtern ist es unmöglich zu erkennen, wie ernst es ihnen mit dem Klima ist. Der ukrainische Präsident Selensky verfolgte Biden, um sich erneut über Russland zu beschweren. Emmanuel Macron stritt sich weiterhin mit Johnson um Fische im Ärmelkanal und nannte den australischen Premierminister einen Lügner.

Der halb schlafende Biden wurde in einer endlosen Autokolonne mit starken Benzinmotoren transportiert – aber ohne Elektroautos. Rund 400 Privatjets wurden am Himmel über Glasgow gezählt, die die Bosse hier anlieferten und abholten und dabei tonnenweise CO2 in die Atmosphäre abgaben. Johnson, der Gastgeber der Veranstaltung, nutzte den Privatjet, um rechtzeitig zum Abendessen im Londoner Garrick Gentleman’s Club anzukommen.

„Als ich noch Bürgermeister von London war und erstmals meine heutigen Freunde, die weltweit führenden Politiker, kennenlernte, bezog unser Land 40 Prozent seines Stroms aus Kohle. Heute liegt der Anteil bei einem Prozent, bis 2024 wird er auf Null sinken. Bis 2030 werden wir auch unsere Autoemissionen auf Null reduzieren“, versicherte Johnson.

Man kann von Greta Thunberg halten, was man will, aber in einem Punkt kann man ihr nicht widersprechen: Der Gipfel von Glasgow ist ein Misserfolg, und zwar ein unvermeidlicher Misserfolg, denn Heuchelei ist buchstäblich überall.

Greta selbst ist eine Demagogin, aber Experten zufolge ist die Marke der energischen Schwedin bereits zwischen 3 und 6 Milliarden Euro wert. Der Kampf für das Klima entwickelt sich zu einer neuen Religion mit eigenen Predigern. Noch droht den Abtrünnigen kein schrecklicher Prozess, aber die Stimmen der Zweifler will man lieber nicht hören.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

18 Antworten

  1. Was soll man diesem Kommentar noch hinzufügen. Er ist Wort für Wort, Satz für Satz zutreffend. Im Westen werden Feindbilder geschaffen und gepflegt und gleichzeitig unsere Industrien stranguliert. In Russland folgt man der Vernunft – hoffentlich.

  2. 1. Ich finde es gut, dass einige Länder keine Vertreter zu diesem Palaver (COP26) entsandt haben. Ob sie nun Videobotschaften geschickt haben oder nicht, macht wahrscheinlich keinen Unterschied für den Ausgang der Konferenz. Und wenn sie hingeflogen (sic!) wären, ebenfalls nicht. Aber die Flüge wären eine zusätzliche Umweltbelastung gewesen.

    2. Dass „Putins“ Tundra in Flammen steht – zumindest im Sommer stand -, ist schwer zu bestreiten (https://siberiantimes.com/other/others/news/siberias-stark-warning-to-scotland-for-cop26-climate-change-in-the-planets-last-great-wilderness/). Aber das sehe ich zumindest nicht als Putins Schuld an, und es ist nicht nur sein Problem, sondern eins der ganzen Erde, vorrangig natürlich der lokalen Bevölkerung.

    3. Der Korrespondent vertritt die These, Russland sei ein „globaler Geber für die Umwelt“, verbessere die globale Umweltbilanz. Um es klar zu sagen: Das kann ich nicht beurteilen. Ich habe in der Wikipedia folgende Grafik gefunden: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_CO2-Emission_pro_Kopf#/media/Datei:2019_Worldwide_CO2_Emissions_(by_region,_per_capita),_variwide_chart.png. Ich fand sie ganz interessant, denn sie zeigt, dass die USA höhere Pro-Kopf-Emissionen haben als Russland, dass die Emissionen jedoch in den USA abnehmen, in Russland dagegen zu. Aber die Grafik stammt aus einer vermutlich amerikanischen Quelle, mag also unrealistisch sein. Was solche Grafiken möglicherweise nicht erfassen, sind Emissionen und Absorptionen durch natürliche Quellen wie Wälder. Ohne Frage hat Russland riesige Wälder. Auch Brasilien hat riesige Wälder. Vom brasilianischen Urwald heißt es jedoch, er habe sich von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle entwickelt, und es klang nicht so, als läge das allein daran, dass jeden Tag quadratkilometerweise davon brandgerodet wird, sondern daran, dass der Wald inzwischen so viel Trockenstress habe, dass er in Summe nichts mehr an Kohlenstoff zulege, sondern eben per Saldo absterbe. Das klingt erst mal nicht nach einem Haben-Posten in Brasiliens Bilanz. Allerdings hat Bolsonaro mal auf Vorwürfe reagiert, indem er sagte, er sei mal über Deutschland geflogen, und dort habe er keinen Wald gesehen. Deutschland solle doch erst mal aufforsten, bevor es mehr von Brasilien verlange. Ich halte das nicht für völlig abwegig, denn grundsätzlich kann jedes Land mit seiner Fläche machen, was es will. Dasselbe gilt natürlich für Russland. Die Russen haben – wie die Brasilianer – das Glück, dass sie ein „Volk mit Raum“ sind, also viele Flächen haben, die sie nicht brauchen, und da trifft es sich gut, dass dort, wo es ohnehin zu ungemütlich ist, um viele Menschen dort anzusiedeln, viel Wald ist. – Ich habe vor einiger Zeit gelesen, Russland forste auf. Ich glaube, Putin sagte das. Mich würde interessieren, in welchem Verhältnis diese Aktivitäten zum Kahlschlag (z.B. für Holzexporte nach China, möglicherweise auch aus Karelien nach Europa und in die USA) und zu den brandbedingten Verlusten stehen, gerne auch unter Einschluss des russischen Anteils am „global greening“, also dem selbstständigen Bewuchs der südlichen Ränder der Tundra, an denen inzwischen der Permafrostboden aufgetaut ist und das Wachstum von Bäumen ermöglicht. Denn sowohl Brasilien als auch Russland machen es sich schon ein bisschen einfach, wenn sie auf Wälder verweisen, die sie nicht kraft eigenem Entschluss und eigener (Anpflanzungs)Leistung auf ihrem Territorium haben, sondern die da von ganz alleine gewachsen sind. Demgegenüber muss man die Leistungen der Chinesen anerkennen, die in den letzten Jahren angeblich gewaltige Flächen aktiv aufgeforstet haben und die jahrzehntelange Tendenz des Waldverlusts wirksam umgekehrt haben.

    In diesem Zusammenhang ist die Aussage Putins zu sehen, Russland sei führend in der Absorption von Treibhausgasen, weil es 20 Prozent der weltweiten Wälder habe. Das kann so stimmen, muss es aber nicht, denn ein Wald, der ausgewachsen ist und dessen Fläche nicht zunimmt, absorbiert nur so viel CO2, wie er durch das Absterben alter Bäume auch wieder abgibt. Der Wald ist ohne Frage ein Kohlenstoffspeicher, aber er ist nicht zwingend ein Kohlenstoffabsorber.

    4. Erdgas unter CO2-freien Quellen zu „berücksichtigen“, ist einfach nur dreist. Das ist Greenwashing, wie es selbst Exxon nicht besser hinkriegen könnte.

    5. Die Aussage mit der CO2-Intensität ist … ambivalent. Ich zweifle sie nicht an. Das ist aber so ähnlich wie mit der Einführung der Energiesparlampen. Seit wir sie haben, lassen wir sie auch tagsüber brennen. Sie erzeugen jetzt also mehr Licht für weniger Energie, aber wir brauchen trotzdem mehr Energie. Wenn in Russland die CO2-Emissionen gemäß der verlinkten Grafiken pro Kopf zunehmen (wenn!), dann könnte es also so sein, dass das Volumen der russischen Wirtschaft so sehr zugenommen hat, dass es die abgenommene CO2-Intensität überkompensiert, und dann wäre das zwar ganz nett mit dieser CO2-Intensität, aber diese Kennzahl bestimmt nicht die klimatische Entwicklung.

    6. Die Briten wollen also eine neue Mine aufmachen. Einerseits haben die Einheimischen natürlich Recht, wenn sie sagen, dass die Kohle „regional“ sei, also nicht aus Australien oder Kolumbien herangeschippert werden muss. Man könnte also vermuten, die Förderung sei klimaschonend. Andererseits ist die lokale Förderung vermutlich politisch gewollt (Arbeitsplätze). Und dass, wenn man schon Kohle verfeuern will, die Art der Förderung ökologisch eine Rolle spielt, darf man getrost ins Reich der Legenden verweisen. Hinzu kommt, dass die Briten eine Mine aufmachen wollen. Dort ist die Förderung mit ziemlicher Sicherheit viel aufwändiger als im Tagebau in Down under. Hinzu kommt: Es heißt, im Mai seien die Äpfel aus Neuseeland und Chile im deutschen Supermarkt mit weniger Emissionen verbunden als ihre Lagerung in deutschen Klimatisierungszelten unter Stickstoffatmosphäre seit September des vorangegangenen Jahres. Die Lieferung vom anderen Ende der Erde sei – so dreckig die Containerschiffe seien mögen – vernachlässigbar, weil die Schiffe so enorme Frachten hätten, dass die Emissionen pro Frachtstück schon wieder gering seien. Dasselbe gilt natürlich auch für Hunderttausende Tonnen Kohle auf dem Schiffsweg aus Australien. Also, ich argwöhne, dass die Briten sich das auch zurechtdichten.

    7. Russland möchte also Wasserkraft und Kernenergie ausbauen. Ich kenne die CO2-Bilanz von Atomkraftwerken nicht. Es heißt immer, sie sei gering. Das Uran muss gefördert (mit Kränen und LKW), angereichert (auch mit irgendeiner Energie), entsorgt oder wiederaufbereitet und endgelagert werden. (Dasselbe gilt für Thorium.) Und natürlich müssen AKW auch gebaut und irgendwann wieder abgerissen werden. Wer das den Errichtern von Windrädern vorhält, muss es hier auch tun. Dennoch mag das in Russland alles funktionieren und besser sein, als Kohle zu verbrennen. Die Kernenergie ist in Mitteleuropa jedoch nicht wirtschaftlich darstellbar. Kein Versicherer der Welt wäre bereit, die Risiken abzusichern. Das war auch noch nie anders. Deshalb hat der Staat die Haftung übernommen. Der wird im Falle eines GAUs aber auch keine neue, saubere Welt schaffen können. Also ist die Sache einfach unversichert. Wir alle tragen die Risiken. Das betrachten wir bei anderen Technologien als selbstverständlich inakzeptabel. Und davon mal abgesehen plant Hinkley Point C mit kWh-Gestehungskosten (Vergütungen) von 10 ct aufwärts. Diese Zahlen erscheinen erst bei den aktuellen Preisen an der Strombörse moderat. Vor einem Jahr noch waren sie absurd. – Von all dem abgesehen käme die Kernkraft zu spät, um unsere Probleme zu lösen. Man schaue sich Finnland und Frankreich an, wo seit Jahrzehnten an Kraftwerken gebaut wird, ohne dass die fertig werden. Was da schon an Milliarden versenkt wurde! Das können die Russen möglicherweise besser, aber es heißt, in Bangladesch bauten sie nach dem Tschernobyl-Standard (https://www.heise.de/tp/features/Atomland-Bangladesch-es-wird-ernst-6229253.html?seite=all) und seien auch von allen Haftungen befreit worden. Da bin ich doch ein bisschen skeptisch.

    8. Durch Nordstream 2 kommt also saubereres Gas („bessere Qualität“)? Kommt das nicht aus derselben Quelle wie das durch Jamal?

  3. Wie die Pandemie-Inszenierung von der nachhaltigen Neustrukturierung des globalen Finanzsystems (Markennamen: New World Order, Great Reset, Global Governance u.a.m.) ablenken soll, so soll das Märchen von der ‚Anthropogenen Klimakatastrophe‘ von der globalen Vermüllung des Planeten zu Wasser, zu Lande und in der Luft ablenken.
    Ich empfehle die US-Senatsangöhrung zum climate change, in der Dr. Don Easterbrook die wirklich gemessenen (nicht die ‚justierten‘ oder ‚homogenisierten‘ = manipulierten) Rohdaten präsentiert und die bekannten Einwände der Senatoren beantwortet:

    https://www.youtube.com/watch?v=xDpd2r6Eg7o

    Fazit: die gemessenen Rohdaten widersprechen der Behauptung vom anthropogenen Klimawandel.

    Da ja der Klimawandel neuerdings auch neue Corona-MuTanten und MuOnkels produziert, muss die EU natürlich mit für die nächsten zehn Jahre mit geplanten Massnahmen in Höhe von 1 Billion Euro gegensteuern.
    Tja………auf welchen Konten die wohl landen?

    1. Das hört einfach nicht auf. Da muss man bloß mal 1 Screenshot von den anderthalb Stunden ansehen – dann weiß man schon, welcher Blödsinn da produziert wird. Aber wer’s glauben will, glaubt’s halt. Religionen halten sich ja auch bis auf den heutigen Tag.

      1. „Aber wer’s glauben will, glaubt’s halt.“

        Sagt Dr. Easterbrook nicht gleich zu Anfang etwas zum Thema Glauben und dass er nur Daten liefert, wobei seine Meinung keine Rolle spielt?

        Religiös ist der Glaube an gefälschte Daten wie die von NASA und NOAA. Oder hat Professor Dr. Ewert auch Blödsinn produziert mit seinem Nachweis dieser Datenmanipulationen? Zu nennen ist in diesem Zusammenhang auch Tony Heller, ___//realclimatescience.com/

        Sollte man sich anschauen: ___//realclimatescience.com/wp-content/uploads/2021/05/RAW-TAVG-vs.-Final.gif

        Glauben kann man Daten, die einer Qualitätskontrolle unterliegen und möglicherweise (sic!) nicht mit den ursprünglichen Beobachtungen übereinstimmen, wenn man will.

        „Record of Climatological Observations
        These data are quality controlled and may not be identical to the original observations.“

        ___//www.nrc.gov/docs/ML1513/ML15131A105.pdf

        1. Die nachgewiesenen Fälschungen und Manipulationen sind zahllos. Ich habe mal die Senatsanhörung heraus gesucht, weil es da um die wirklich gemessenen Rohdaten geht und sie keine belanglose Privatveranstaltung ist.
          Der selbsternannte Weltklimarat (IPCC), die Profiteure und Regierungen (von den kognitiven Totalschäden mal abgesehen) wissen um den wissenschaftlichen Blödsinn. Es geht wieder einmal um den bewährten Mechanismus der Angsterzeugung – je globaler desto besser.
          Schon Tacitus wußte vor 2.000 Jahren:
          Die Herrschenden fürchten nichts so sehr wie ein Volk ohne Angst.

            1. Tja…die Gehirnwaschmaschine läuft auch hier im Schleudergang. Und die gutwillig-ahnungslosen fff-Hüpfer laufen begeistert in die Propagande-Falle: ‚Schützen‘ ist ja schließlich etwas Gutes………oder etwa nicht? …..oder wie oder was?

              1. Dass das Klima sich wandelt ist wohl nicht zu bestreiten, schließlich hat es das ja schon immer getan. Warum man aber so vehement einen anthropogenen Klimawandel quasi einzig durch CO2 behauptet und dafür sogar lügen und betrügen muss, lässt sich nur mit monetären Interessen erklären. Die Umweltverbrechen sind zahllos, da spielt das CO2 wohl die kleinste Rolle.

                1. ‚Follow the money ‚ und Du bist auf der richtigen Spur. Bill Gates investiert schon fleißig in die Firmen, die später die Dollars abgreifen werden.
                  Das ganze CO2-Geschwafel ist eine einzige wissenschaftliche Lachnummer, aber mit Comedy-Shows wurde ja schon immer recht gut verdient.

  4. Der Staatssender Deutschlandfunk brachte heute früh auch einen Beitrag über diese Konferenz. Aber außer Bla bla und natürlich der Schelte für Putin und Xi erfuhr man nichts. Es wurde pro forma noch ein wenig an dem einen oder anderen Land herumgekrittelt, aber der Bericht war, wie das im deutschen Staatsfunk üblich ist, faktenfrei. China wurde für seine Kohleverstromung kritisiert, aber verschwiegen wurde, dass die westlichen Staaten die energieintensiven Wirtschaftszweige ja zu großen Teilen ausgelagert bzw. eingestellt haben und die entsprechenden Produkte aus China beziehen.
    Da kann man sich freiwillig großspurig hinstellen und mit dem Finger auf China zeigen, aber das ist die übliche Heuchelei! Die CO2-Bilanz eines EU-Bürgers dürfte bereinigt deutlich schlechter als die eines Chinesen aussehen!

    1. China hat 70-80% der Energie für ihre Produktion aus Kohlekraftwerken. Hingegen hat Frankreich 70 AKWs. Radioaktive Endlager sind Müllkippen für künftige Generationen. China hat 14 AKWs und 25 in Bau. Die Kohleverbrennung wird also (ob gut oder schlecht) zurückgehen. Mit Auslagerung der Produktion fällt am neuen Ort neben CO2 auch Sondermüll an. Denn ausgelagert wird ja, weil sie anderswo billiger produzieren können, vor allem auch weil Sicherheits- und Umweltstandards nicht eingehalten werden oder es diese praktisch nicht gibt. Auch die Schweiz hat alles schmutzige oder Energieintensive ausgelagert, die Dolen-Deckel Produktion zB. Laut WWF stände die Schweiz im Internationale Vergleich, heute auf Platz 12, bei weitem nicht so gut da. Trotzdem wollen wir hierzulande nichts ändern, sondern unsere Verpflichtungen mit CO2 Zertifikaten nachkommen. Irgendwann kommen die Hauruckübungen, Hauptsache man macht etwas fürs Klima auch wenn alle wissen, dass das wieder zu unlösbaren Problemen führt.

  5. Ich habe den folgenden Beitrag mit einigen Links versehen und dabei nicht bedacht, dass Herr Röper derzeit viel für sein Buch zu tun hat und deshalb kaum Gelegenheit zur Moderation findet. Deswegen stelle ich ihn hier noch mal ohne Links ein, denn wenn der bisherige erst in ein, zwei Tagen oder noch später freigeschaltet werden sollte, wird er ja kaum noch zur Kenntnis genommen:

    1. Ich finde es gut, dass einige Länder keine Vertreter zu diesem Palaver (COP26) entsandt haben. Ob sie nun Videobotschaften geschickt haben oder nicht, macht wahrscheinlich keinen Unterschied für den Ausgang der Konferenz. Und wenn sie hingeflogen (sic!) wären, ebenfalls nicht. Aber die Flüge wären eine zusätzliche Umweltbelastung gewesen.

    2. Dass „Putins“ Tundra in Flammen steht – zumindest im Sommer stand -, ist schwer zu bestreiten (hier war ein Link auf die Sibirian Times, die darüber berichtete). Aber das sehe ich zumindest nicht als Putins Schuld an, und es ist nicht nur sein Problem, sondern eins der ganzen Erde, vorrangig natürlich der lokalen Bevölkerung.

    3. Der Korrespondent vertritt die These, Russland sei ein „globaler Geber für die Umwelt“, verbessere die globale Umweltbilanz. Um es klar zu sagen: Das kann ich nicht beurteilen. Ich habe in der Wikipedia folgende Grafik gefunden: [die entfällt hier]. Ich fand sie ganz interessant, denn sie zeigt, dass die USA höhere Pro-Kopf-Emissionen haben als Russland, dass die Emissionen jedoch in den USA abnehmen, in Russland dagegen zu. Aber die Grafik stammt aus einer vermutlich amerikanischen Quelle, mag also unrealistisch sein. Was solche Grafiken möglicherweise nicht erfassen, sind Emissionen und Absorptionen durch natürliche Quellen wie Wälder. Ohne Frage hat Russland riesige Wälder. Auch Brasilien hat riesige Wälder. Vom brasilianischen Urwald heißt es jedoch, er habe sich von einer CO2-Senke zu einer CO2-Quelle entwickelt, und es klang nicht so, als läge das allein daran, dass jeden Tag quadratkilometerweise davon brandgerodet wird, sondern daran, dass der Wald inzwischen so viel Trockenstress habe, dass er in Summe nichts mehr an Kohlenstoff zulege, sondern eben per Saldo absterbe. Das klingt erst mal nicht nach einem Haben-Posten in Brasiliens Bilanz. Allerdings hat Bolsonaro mal auf Vorwürfe reagiert, indem er sagte, er sei mal über Deutschland geflogen, und dort habe er keinen Wald gesehen. Deutschland solle doch erst mal aufforsten, bevor es mehr von Brasilien verlange. Ich halte das nicht für völlig abwegig, denn grundsätzlich kann jedes Land mit seiner Fläche machen, was es will. Dasselbe gilt natürlich für Russland. Die Russen haben – wie die Brasilianer – das Glück, dass sie ein „Volk mit Raum“ sind, also viele Flächen haben, die sie nicht brauchen, und da trifft es sich gut, dass dort, wo es ohnehin zu ungemütlich ist, um viele Menschen dort anzusiedeln, viel Wald ist. – Ich habe vor einiger Zeit gelesen, Russland forste auf. Ich glaube, Putin sagte das. Mich würde interessieren, in welchem Verhältnis diese Aktivitäten zum Kahlschlag (z.B. für Holzexporte nach China, möglicherweise auch aus Karelien nach Europa und in die USA) und zu den brandbedingten Verlusten stehen, gerne auch unter Einschluss des russischen Anteils am „global greening“, also dem selbstständigen Bewuchs der südlichen Ränder der Tundra, an denen inzwischen der Permafrostboden aufgetaut ist und das Wachstum von Bäumen ermöglicht. Denn sowohl Brasilien als auch Russland machen es sich schon ein bisschen einfach, wenn sie auf Wälder verweisen, die sie nicht kraft eigenem Entschluss und eigener (Anpflanzungs)Leistung auf ihrem Territorium haben, sondern die da von ganz alleine gewachsen sind. Demgegenüber muss man die Leistungen der Chinesen anerkennen, die in den letzten Jahren angeblich gewaltige Flächen aktiv aufgeforstet haben und die jahrzehntelange Tendenz des Waldverlusts wirksam umgekehrt haben. In diesem Zusammenhang ist die Aussage Putins zu sehen, Russland sei führend in der Absorption von Treibhausgasen, weil es 20 Prozent der weltweiten Wälder habe. Das kann so stimmen, muss es aber nicht, denn ein Wald, der ausgewachsen ist und dessen Fläche nicht zunimmt, absorbiert nur so viel CO2, wie er durch das Absterben alter Bäume auch wieder abgibt. Der Wald ist ohne Frage ein Kohlenstoffspeicher, aber er ist nicht zwingend ein Kohlenstoffabsorber.

    4. Erdgas unter CO2-freien Quellen zu „berücksichtigen“, ist einfach nur dreist. Das ist Greenwashing, wie es selbst Exxon nicht besser hinkriegen könnte.

    5. Die Aussage mit der CO2-Intensität ist … ambivalent. Ich zweifle sie nicht an. Das ist aber so ähnlich wie mit der Einführung der Energiesparlampen. Seit wir sie haben, lassen wir sie auch tagsüber brennen. Sie erzeugen jetzt also mehr Licht für weniger Energie, aber wir brauchen trotzdem mehr Energie. Wenn in Russland die CO2-Emissionen gemäß der [hier nicht] verlinkten Grafiken pro Kopf zunehmen (wenn!), dann könnte es also so sein, dass das Volumen der russischen Wirtschaft so sehr zugenommen hat, dass es die abgenommene CO2-Intensität überkompensiert, und dann wäre das zwar ganz nett mit dieser CO2-Intensität, aber diese Kennzahl bestimmt nicht die klimatische Entwicklung.

    6. Die Briten wollen also eine neue Mine aufmachen. Einerseits haben die Einheimischen natürlich Recht, wenn sie sagen, dass die Kohle „regional“ sei, also nicht aus Australien oder Kolumbien herangeschippert werden muss. Man könnte also vermuten, die Förderung sei klimaschonend. Andererseits ist die lokale Förderung vermutlich politisch gewollt (Arbeitsplätze). Und dass, wenn man schon Kohle verfeuern will, die Art der Förderung ökologisch eine Rolle spielt, darf man getrost ins Reich der Legenden verweisen. Hinzu kommt, dass die Briten eine Mine aufmachen wollen. Dort ist die Förderung mit ziemlicher Sicherheit viel aufwändiger als im Tagebau in Down under. Hinzu kommt: Es heißt, im Mai seien die Äpfel aus Neuseeland und Chile im deutschen Supermarkt mit weniger Emissionen verbunden als ihre Lagerung in deutschen Klimatisierungszelten unter Stickstoffatmosphäre seit September des vorangegangenen Jahres. Die Lieferung vom anderen Ende der Erde sei – so dreckig die Containerschiffe seien mögen – vernachlässigbar, weil die Schiffe so enorme Frachten hätten, dass die Emissionen pro Frachtstück schon wieder gering seien. Dasselbe gilt natürlich auch für Hunderttausende Tonnen Kohle auf dem Schiffsweg aus Australien. Also, ich argwöhne, dass die Briten sich das auch zurechtdichten.

    7. Russland möchte also Wasserkraft und Kernenergie ausbauen. Ich kenne die CO2-Bilanz von Atomkraftwerken nicht. Es heißt immer, sie sei gering. Das Uran muss gefördert (mit Kränen und LKW), angereichert (auch mit irgendeiner Energie), entsorgt oder wiederaufbereitet und endgelagert werden. (Dasselbe gilt für Thorium.) Und natürlich müssen AKW auch gebaut und irgendwann wieder abgerissen werden. Wer das den Errichtern von Windrädern vorhält, muss es hier auch tun. Dennoch mag das in Russland alles funktionieren und besser sein, als Kohle zu verbrennen. Die Kernenergie ist in Mitteleuropa jedoch nicht wirtschaftlich darstellbar. Kein Versicherer der Welt wäre bereit, die Risiken abzusichern. Das war auch noch nie anders. Deshalb hat der Staat die Haftung übernommen. Der wird im Falle eines GAUs aber auch keine neue, saubere Welt schaffen können. Also ist die Sache einfach unversichert. Wir alle tragen die Risiken. Das betrachten wir bei anderen Technologien als selbstverständlich inakzeptabel. Und davon mal abgesehen plant Hinkley Point C mit kWh-Gestehungskosten (Vergütungen) von 10 ct aufwärts. Diese Zahlen erscheinen erst bei den aktuellen Preisen an der Strombörse moderat. Vor einem Jahr noch waren sie absurd. – Von all dem abgesehen käme die Kernkraft zu spät, um unsere Probleme zu lösen. Man schaue sich Finnland und Frankreich an, wo seit Jahrzehnten an Kraftwerken gebaut wird, ohne dass die fertig werden. Was da schon an Milliarden versenkt wurde! Das können die Russen möglicherweise besser, aber es heißt, in Bangladesch bauten sie nach dem Tschernobyl-Standard (fehlender Link) und seien auch von allen Haftungen befreit worden. Da bin ich doch ein bisschen skeptisch.

    8. Durch Nordstream 2 kommt also saubereres Gas („bessere Qualität“)? Kommt das nicht aus derselben Quelle wie das durch Jamal?

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