Kommentar im russischen Fernsehen

„Man sollte Joe Biden aus humanitären Gründen einschläfern“

Die provokative Überschrift ist nicht von mir, es ist die Überschrift eines Kommentars aus dem russischen Fernsehen. Da das eine doch etwas ungewöhnliche Überschrift ist, habe ich den Kommentar übersetzt.

Das russische Fernsehen hat sich die provokative Überschrift des Kommentars nicht ausgedacht, die auch ich übernommen habe, sie ist ein Zitat aus den USA. Der russische Kommentator hat in seinem Kommentar einen weiten Bogen gespannt, der trotz des langweilig erscheinenden Anfangs dann sehr interessant wird. Daher habe ich den Kommentar aus der russischen Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag übersetzt.

Und natürlich hört man dort auch Fakten und bekommt Bilder aus den USA zu sehen, die man im deutschen Fernsehen nicht sehen oder hören würde.

Beginn der Übersetzung:

Die Haustierhaltung ist eine Frage der Kultur. Welches Haustier wählt man für die Familie? Warum braucht man es? Was unternimmt man mit ihm? Wie viel Zeit wendet man dafür auf? Wo wird das Haustier leben? Welche Freuden wird es haben? Welche Verantwortung hat man ihm gegenüber? Und wie bringt man dem Haustier bei, wie es der Außenwelt gegenüber, zum Beispiel unterschiedlichen Menschen, die nicht so oft zu Besuch kommen, verhält? Über all diese Fragen denkt ein Mensch mit Kultur nach, wenn er vor hat, sich eine Katze, eine Schildkröte oder ein Chamäleon anzuschaffen.

Der amtierende US-Präsident Joe Biden hat sich für Hunde entschieden. Er hat zwei Deutsche Schäferhunde, Champion und Major. Champion hat er 2008 von einem Züchter gekauft. Da die progressive amerikanische Öffentlichkeit diese Art des Hundekaufs als zu abgehoben verurteilt hat, holte Biden sich 2018 einen zweiten Welpen aus einem Tierheim für streunende Hunde. Jetzt ist Major drei Jahre alt. Ein Schäferhund in seinen besten Jahren und als Biden zur Wahl antrat, war Major Teil des Wahlkampfes und damit für viele amerikanische Hundebesitzer ein Grund, Biden zu wählen.

Trump hat kein Recht, das Weiße Haus zu besetzen, weil er so seelenlos ist, dass er nicht einmal ein Haustier hat, haben sich die Demokraten empört. Trump hat die anderthalb Jahrhunderte alte Tradition amerikanischer Präsidenten gebrochen, das Tiere im Weißen Haus waren.

Und was für Tiere amerikanische Präsidenten nicht alles hatten. Es gibt sogar ein eigenes Museum in den Vereinigten Staaten, das die Geschichte der Tiere der US-Präsidenten erzählt. Auf seiner Website sind zum Beispiel George Washingtons Rennpferde und seine Leidenschaft für Jagdhunde zu sehen. Washington war stolz darauf, dass er sogar eine neue Hunderasse – den American Foxhound – hervorgebracht hat. Für die Fuchsjagd, die er so liebte.

Der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, Thomas Jefferson, hielt ein Paar Bären. John Quincy bevorzugte Alligatoren und Benjamin Harrison hatte einen Possum. Aber die meisten amerikanische Präsidenten hatten Hunde.

Obama hatte einen portugiesischen Wasserhund namens Bo. George Bush Jr. hatte Miss Bizzleys, einen schottischen Terrier. Clinton hatte den Labrador Retriever Buddy. Ronald Reagan hatte den Flandern-Bouvier Lucky.

Und es gab nie Ärger mit den Hunden. Die Besitzer sorgten dafür, dass ihre Haustiere anständige Pflege und Erziehung hatten. Und wie viel Freude haben sie zurückgegeben! Hier zum Beispiel läuft Präsident Ronald Reagan auf dem Rasen des Weißen Hauses Lucky nach und hinter ihm kommt Margaret Thatcher auf ihren Stöckelschuhen kaum hinterher.

Man sagt, dass Hunde und ihre Besitzer sich mit Zeit immer ähnlicher werden. Diese Ähnlichkeit ist kein Zufall. Einerseits wählen die Menschen unbewusst ihre ihresgleichen. Und im Laufe der Jahre nehmen die Ähnlichkeiten mit der Erziehung sogar zu. Natürlich ist das keine wissenschaftliche Sicht, aber manchmal sind die Ähnlichkeiten einfach zu erstaunlich.

Die aktuelle Nachricht, die um die Welt ging: Der Schäferhund von US-Präsident Joe Biden hat im März zum zweiten Mal einen Mann gebissen. Das erste Opfer war ein Wachmann des Weißen Hauses. Vier Wochen später war es ein Gärtner auf dem Südrasen. In beiden Fällen war Major aggressiv.

Über Major muss man mehr wissen, denn er ist ein symbolträchtiger und politischer Hund. Dazu hat ihn die demokratische Presse gemacht, indem sie seine Bedeutung und seinen Ruhm aufgebläht hat. Major ist offiziell der First Dog der Vereinigten Staaten. Es gibt zum Beispiel die First Lady und es gibt Major, den First Dog. In den Augen der Biden-Fans verkörperte der Hund Major nicht nur den amerikanischen Traum – vom Waisenhaus aus stieg er auf bis ins Weiße Haus -, sie haben ihm sogar eine eigene Amtsantrittsfeier organisiert. „In-Dog-uration“ nannten sie das.

Nach der „In-Dog-uration“ trat Major, der First Dog der USA, offiziell sein Amt an und begann, sich entsprechend zu verhalten. Sagen Sie jetzt nochmal, dass Hunde ihren Besitzern nicht ähnlich sind. Schließlich hat Major sich einfach nur ein Beispiel an Joe Biden genommen. Immerhin hat Joe Biden, noch keine 100 Tage im Amt, schon die halbe Welt gebissen, auch seine Freunde. Die Europäische Union hat er „gebissen“, indem er den Export des amerikanischen Impfstoffs von Pfizer verboten hat. Diesen „Knochen“ wollte er für sich selbst.

Bidens Amerika hat auch Großbritannien „gebissen“, aber indirekter. In der TV-Sendung von Oprah Winfrey wurde die Familie von Königin Elizabeth II. des Rassismus beschuldigt, und Winfrey ist das Gesicht der Demokratischen Partei. Ein anderes Signal aus den Vereinigten Staaten hat Biden nicht nach London geschickt. Und Peking wollte er auch „beißen“.

Die Beziehungen zu China hat Bidens Team mit einem beispiellosen diplomatischen Skandal in Anchorage begonnen, wo eine hochrangige Delegation unter der Leitung des Mitglieds des Politbüros Yang Jiechi angereist war. Die Amerikaner, die in Alaska Hundekämpfe organisieren wollten, waren am Ende selbst ziemlich gebissen. Sie haben sich die Falschen ausgesucht. (Anm. d. Übers.: Darüber habe ich berichtet, den Artikel finden Sie hier)

Biden hat auch Richtung Russland die Zähne gefletscht und hat Putin plötzlich einen „Mörder“ genannt, musste dann aber den Schwanz einziehen. Als Putin Biden eine Live-Diskussion angeboten hat, hat Biden sich verzogen.

Biden knurrte auch demonstrativ gegen den Iran und Nordkorea, aber die haben sich nicht erschrocken. Jedenfalls kann das nicht jeder, mit all seiner Aggressivität – oder um bei der Sprache der Hundehalte zu bleiben: mit seiner Unerzogenheit – so schnell Beziehungen zu verderben.

So erklärt sich auch das Verhalten von First Dog Major. Die Aggression hat sich angesammelt, aber Liebe hat der Schäferhund von seinem Herrchen zu wenig bekommen. Biden hat ihn für die PR und als Requisite für die politische Karriere angeschafft. Es ist offensichtlich, dass er sich nicht um die Erziehung des Hundes kümmert. Nachdem Major die Wache gebissen hatte, wurde er vom Weißen Haus für einen zweiwöchigen Kurs mit einem Hundetrainer zur Familienranch nach Delaware geschickt.

Die verspätete Express-Ausbildung hat nicht funktioniert. Der Gärtner musste ärztlich behandelt werden. Meiner Meinung nach sind Tiere überhaupt nichts für Biden. Eine Frage an die Hundehalter unter Ihnen: Würde jemand, der bei klarem Verstand ist, mit seinem Hund spielen und dabei versuchen, ihn am Schwanz zu ziehen?! Aber so hat Biden mit Major gespielt, als er im Wahlkampf stolperte und sich am Bein verletzte.

Biden hat generell ein Problem damit, Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, um die er sich eigentlich kümmern sollte. Und das spüren viele in den USA, wie Reaktionen in sozialen Netzwerken zeigen. „Du nimmst einen jungen Hund aus dem Tierheim. Und zwar eine große, dominante, durchsetzungsfähige, ihr Territorium schützende Rasse. Dann bringst Du den Hund dahin, wo Hunderte von Menschen arbeiten, ohne ihn darauf vorzubereiten. Hast Du gedacht, dass das gut gehen kann? Und wir haben diesen Menschen das Land anvertraut!“ „Lasst die Hunde in Ruhe! Schäferhunde brauchen einen starken, selbstbewussten Besitzer. Also das komplette Gegenteil von Joe!“ „Nein, es ist Joe, der nach Delaware zurückgeschickt werden sollte, in ein Pflegeheim.“ „Lasst uns Major zur Umerziehung schicken und Joe einschläfern. Das ist das humanste, was man tun kann.“ „Es scheint, dass die Bidens weder Kinder noch Hunde großziehen können. Major ist genauso ein Scheißkerl geworden, wie Hunter.“

Auch Hunter Biden, Joe Bidens Sohn, fehlte es an Aufmerksamkeit und Fürsorge. Um das zu kompensieren, hat Joe Biden als Vizepräsident der Vereinigten Staaten seinen missratenen Sohn an die Futtertröge der ukrainischen Gasholding „Burisma“ gebracht. (Anm. d. Übers.: Die ganze Chronologie der Geschichte finden Sie hier)

Er bekam irre Summen für´s Nichtstun. Trumps Anwalt Giuliani hat diese schmutzige Korruptionsgeschichte mit ihrem Interessenkonflikt untersucht, aber die demokratische Presse zuckte mit den Schultern, schließlich ist das etwas anderes. Jetzt hat Hunter seine Memoiren angekündigt, in denen er selbst zugibt, dass das ukrainische Geld ihn zu Alkohol und Drogen geführt hat, und seine Mutter Jill Biden ist einfach begeistert von der „Stärke und dem Mut unseres Sohnes Hunter, offen über seine Sucht zu sprechen.“

Aber zurück zu Bidens bissigem Hund. Wie heißt es? „Ein Hundeleben macht den Hund bissig.“ Und über den Hund, der nur zur Effekthascherei in die Familie geholt wurde, kommen wir zu den Migranten, die jetzt an der Grenze von Mexiko nach Texas leiden müssen. Schließlich gibt es hier Gemeinsamkeiten. Auch sie hat Biden eingeladen und damit bei Hunderten Millionen verzweifelter Menschen die Hoffnung geweckt, dass er sich um sie kümmern werde.

Ich spreche von der Migrationskrise, die die neue US-Regierung überrollt hat. Und während das Symbol von Trumps Einwanderungspolitik zu einer unvollendeten Mauer an der südlichen US-Grenze geworden ist, sind das Symbol von Bidens Einwanderungspolitik Kinder in überfüllten Käfigen.

Dabei handelt es sich entweder um unbegleitete Kinder, die gegen Geld in die Vereinigten Staaten geschmuggelt werden, oder um junge Einwanderer, die nach amerikanischem Recht von ihren Familien getrennt worden sind. Heute gibt es etwa 15.000 von ihnen. Die Bedingungen in Käfigen sind für sie schlechter als unter Trump, als die Demokraten solche Einrichtungen als „Konzentrationslager“ bezeichnet haben. (Anm. d. Übers.: Dazu gibt es am Ende der Übersetzung noch zusätzliche Informationen)

Hier die Einschätzung des amerikanischen Anwalts und Menschenrechts Aktivisten Shaw Drake: „Unser Grenzschutz ist dafür bekannt, dass er Kinder unter unmenschlichen Bedingungen hält. Wir haben die katastrophalen Zustände in den provisorischen Unterbringungslagern dokumentiert. Einige dieser Institutionen sind zu 900 Prozent überlastet. Die Menschen sind oft in kleinen Käfigen eingesperrt, wo sie keinen Platz zum Sitzen oder Liegen haben. Und es kommt vor, dass Kinder mit Familien tage- und wochenlang im Freien bleiben, wo sie inmitten menschlicher Exkremente schlafen.“

Gibt es hier nicht wirklich eine Parallele? Um der Eitelkeit willen einen Hund aus dem Tierheim nehmen und sich dann nicht um ihn kümmern, Humanität demonstrieren und vor den Wahlen Migranten rufen und sie dann nicht versorgen. Das ist die höchste Form der Heuchelei, sogar noch begleitet von Sprüchen über die amerikanische Führungstolle auf dem Planeten.

Für meinen Kollegen Tucker Carlson, den Fox-News-Anchorman, ist es absolut klar: „Man muss sich fragen: Glauben die, dass ihnen irgendjemand auch nur eines ihrer Worte glaubt? Es ist ihnen wahrscheinlich egal. Und sie interessieren sich sicher nicht für das Land, das sie eigentlich führen sollen. Das ist offensichtlich. Sie haben sogar aufgehört, so zu tun, als ob sie das Leben der amerikanischen Bürger irgendwie verbessern würden. Es ist viel einfacher, den Amerikanern irgendwas über die Verbesserung des Lebens auf der ganzen Welt zuzurufen.“

Aber bisher übertönen solche Äußerungen den Chor der demokratischen Pro-Biden-Presse noch nicht. Bei ihr ist alles in Ordnung mit Bidens bissigem Schäferhund und auch mit Biden selbst. Der Unterschied der Interpretationen wird auf der Fox News-Website genau bemerkt: „Wenn das unter der Trump-Administration passiert wäre, hätte die Presse gesagt, dass der wilde Hund des Präsidenten ein weiteres unschuldiges Opfer im Weißen Haus gebissen hätte und sie das Opfer gerade noch vor dem gefühllosen Vieh retten konnten.“

Aber die Masse der amerikanischen Presse erlaubt Biden und seinem Schäferhund bisher zu beißen und sogar Menschen in Käfigen zu halten. So ist dort aktuell die politische Kultur.

Ende der Übersetzung

Im Anschluss an diesen Kommentar kam ein Korrespondentenbericht aus den USA mit Details zu der dortigen Migrationskrise, den Sie hier finden.

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. Wie so oft, so auch hier: Des Hundes Problem befindet sich an dem Ende der Hundeleine, an dem sich die Schlaufe befindet! Als Liebhaber und Ausbilder Deutscher Schäferhunde plädiere ich für ein Haltungsverbot für die Familie Biden, da der Deutsche Schäferhund den Durchschnitts-IQ in der Familie zu stark anhebt!

  2. Solche Überschriften sind dumm, denn sie bieten an, zusammenhanglos zitiert, verändert und dem ganzen Staat/Staatschef angehangen zu werden. Bspw. : „Russland will Biden eliminieren“.

  3. Ich pendle beim Lesen immer hin und her zwischen den Hunden Bidens und dem „Hund“ Biden.
    Ist er schlecht erzogen? Ist er bissig? Hat er gar Tollwut?
    Köstlich wie die Fragen und Probleme auf den Vorzeigehund des US-Regimes passen!

Schreibe einen Kommentar