Nord Stream 2

Schiffe und Flugzeuge der Nato versuchen, den Bau der Pipeline zu behindern

Ein Vertreter der Nord Stream 2 AG hat in einem Interview mitgeteilt, dass Kriegsschiffe und Flugzeuge der Nato versuchen, den Bau von Nord Stream 2 zu behindern.

Andrej Minin, Direktor bei der Nord Stream 2 AG, hat der russischen Nachrichtenagentur TASS mitgeteilt, dass sowohl zivile Schiffe, als auch Kriegsschiffe und Flugzeuge der Nato der Baustelle von Nord Stream 2 regelmäßig näher kommen, als es das Seerecht erlaubt. Ich habe die Meldung der TASS, über den heute russische Medien berichten, übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Nord Stream 2 meldet Aktivitäten ausländischer Schiffe im Baugebiet von „Nord Stream 2“

Das Unternehmen stellte fest, dass die Aktionen der Schiffe provozierend sind und die Gaspipeline beschädigen können.

MOSKAU, 1. April. /TASS/. Die Nord Stream 2 AG, der Betreiber der Nord Stream 2-Gaspipeline, erklärte, dass sich die Aktivitäten von Kriegsschiffen und zivilen Schiffen im Bereich der Pipelineverlegung verstärkt hätten. Die Aktionen seien provokativ und können zu Schäden an der Gasleitung führen, sagte Andrej Minin, Direktor einer Niederlassung der Nord Stream 2 AG, vor Reportern.

„Nach der Wiederaufnahme des Offshore-Abschnitts der Nord Stream 2-Gaspipeline im Januar 2021 hat es eine verstärkte Aktivität von Kriegsschiffen, Flugzeugen und Hubschraubern sowie zivilen Schiffen aus dem Ausland in dem Bauabschnitt gegeben, deren Aktionen oft eindeutig provozierend sind“, sagte er.

Minin erinnerte daran, dass bei der Durchführung solcher Projekte eine Sicherheitszone von 1,5 Meilen eingerichtet wird, in die Schiffe, die nicht am Bau beteiligt sind, nicht einfahren dürfen. „In der Nähe der technischen Schiffe, die die Arbeit ausführen, werden jedoch ständig ausländische Kriegsschiffe festgestellt. Polnische Anti-U-Boot-Flugzeuge vom Typ PZL-Mielec M-28B1 Rbi überfliegen den Arbeitsbereich regelmäßig in geringer Höhe und in unmittelbarer Nähe des Rohrverlegungsschiffes.“, sagte er.

Minin erklärte, dass die ausländischen Aktivitäten rund um die Rohrverlegungsschiffe in letzter Zeit zugenommen haben. So erschien am 28. März ein aufgetauchtes, nicht identifiziertes U-Boot in der Schutzzone des Rohrverlegungsschiffes in einer Entfernung von weniger als einer Meile. „Da die Fortuna-Ankertaue mehr als eine Meile entfernt verankert sind, könnten die Aktionen des U-Boots das gesamte Ankerpositioniersystem des Schiffes stören und Schäden an der Pipeline verursachen“, erklärte er.

Am nächsten Tag, dem 29. März, führte ein Schiff der polnischen Marine mit der Kennnummer 823 Manöver nahe des Rohrverlegungsschiffes „Fortuna“ durch. Dabei musste das Unterstützungsschiff „Spasitel Karev“ einen Parallelkurs einschlagen und das Kriegsschiff begleiten. Darüber hinaus habe die Zahl der Überflüge von ausländischen Flugzeugen in niedrigen Höhen über den Rohrverlegungsschiffen in der zweiten Märzhälfte zugenommen, sagte Minin.

Zwischenfälle mit Fischereifahrzeugen

Er wies darauf hin, dass es in den letzten Monaten „gefährlichere Zwischenfälle“ im Zusammenhang mit dem Eindringen von Fischereifahrzeugen in die Schutzzone gegeben habe, die nicht auf Funksprüche reagiert haben. „Am 22. Februar 2021 drang das polnische Fischereifahrzeug SWI-106 aus südlicher Richtung in die Schutzzone südlich der dänischen Insel Bornholm ein. Wiederholte Versuche, mit ihm Funkverbindung herzustellen, scheiterten. In dieser Situation musste das Versorgungsschiff „Vladislav Strizhev“ seinen Kurs ändern, wobei SWI-106 mit der „Vladislav Strizhev“ zusammenstieß. Nach der Kollision nahm der Kapitän des Fischereifahrzeugs Kontakt auf und nahm die Schuld an dem Vorfall auf sich.“, sagte Minin und bemerkte: „Ohne die entschiedenen Handlungen des Versorgungsschiffes wäre SWI-106 mit dem Rohrverlegungsschiff „Fortuna“ zusammengestoßen.“

Über das russische Konsulat in Deutschland hat wegen dem Vorfall Protest eingereicht.

Laut Minin wiederholte sich ein ähnlicher Vorfall am 30. März, als zwei nicht identifizierte Schiffe in der Nähe des Rohrverlegungsschiffes entdeckt wurden, von denen eines in Richtung „Fortuna“ fuhr und nicht auf Funksprüche reagierte.

„Es wurde beschlossen, den Kurs des Objekt zu kreuzen. Scheinwerfer des Schiffes wurden eingesetzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Gegen 4.00 Uhr wurde ein Fischerboot gefunden, das seinen Kurs nach Süden änderte und ohne in Funkkontakt zu treten davon fuhr. Auch das zweite Objekt, das im Südwesten der Fortuna stand, verschwand ohne in Funkkontakt zu treten“, so der Leiter der Niederlassung der Nord Stream 2 AG.

Er betonte, dass die Aktionen von Kriegsschiffen und Flugzeugen sowie zivilen Schiffen ausländischer Staaten, die die Sicherheitszone des internationalen Projekts verletzen, nicht auf Anrufe reagieren und sich dem Rohrverlegungsschiff gefährlich annähern, unverantwortlich und inakzeptabel sind. „Sie stellen eine reale Gefahr für Unfälle mit unvorhersehbaren Folgen dar“, sagte Minin.

„Es handelt sich eindeutig um geplante und vorbereitete Provokationen, sowohl mit Fischereifahrzeugen als auch mit Kriegsschiffen, U-Booten und Flugzeugen, um die Umsetzung des Projekts zu behindern. Das ist wahrscheinlich der erste und einzige Fall dieser Art in der Geschichte“, schloss er.

Das Projekt

Das Projekt Nord Stream 2 umfasst den Bau von zwei Pipelines mit einer Gesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr von der russischen Küste über die Ostsee nach Deutschland. Die Arbeiten wurden im Dezember 2019 ausgesetzt, nachdem die schweizerische Allseas sich wegen möglicher US-Sanktionen geweigert hatte, die Rohre zu verlegen. Doch im Dezember 2020 wurde der Bau der Pipeline nach einjähriger Pause wieder aufgenommen.

Im Dezember 2020 baute das Rohrverlegungsschiff „Fortuna“ eine 2,6 km lange Pipeline in der ausschließlichen Wirtschaftszone Deutschlands, jetzt verlegt es „Nord Stream 2“ in dänischen Hoheitsgewässern. Am Abend des 31. März traf der Rohrverlegungsschiff „Akademik Tschersky“ nach Vorbetriebstests vor der Küste von Kaliningrad an der Baustelle der Nord Stream 2-Gaspipeline ein.

Die Nord Stream 2 AG berichtete, dass Nord Stream 2″ derzeit zu 95 Prozent fertig gestellt ist, es müssten noch etwa 121 km Rohre verlegt werden.

Ende der Übersetzung

Außerdem kämpft die Deutsche Umwelthilfe mit allen Mitteln gegen Nord Stream 2. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hat heute einen Einspruch des Umweltverbandes gegen die Baugenehmigung für Nord Stream 2 in deutschen Gewässern abgewiesen. Nun will die Deutsche Umwelthilfe vor Gericht ziehen.

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

4 Antworten

  1. So wie die Akademik Tscherski, auf ihrer Fahrt, vom Fernen Osten, von Russischen Kriegsschiffen Geschütz werden musste, damit sie nicht vom Imperium versenkt werden kann,muss nun die Baustelle, von 2 bis 3 Russischen Kriegsschiffen, mit Hyperschall Raketen, Beschützt werden.

  2. Das müsste Grund genug sein SOFORT aus dem Verein auszutreten.
    Dazu bräuchten wir aber eine Regierung die unsere Interessen vertritt und die gibt es seit vielen Jahren nicht mehr.

  3. Nach der Logik unserer Politik, die ja die Interessen der Deutschen Wirtschaft am Horn von Afrika schützt, müssten schon Deutsche Kriegsschiffe unterwegs sein, begleitet von dämlichen Sprüchen unserer Kriegsministerin, von wegen, man müsse Stärke zeigen!
    Doch darauf dürfen wir wohl lange warten…

  4. O tempora, o mores. Dazu kann man kaum mehr einen sinnvollen Kommentar schreiben, außer: Wer schützt uns vor unseren Verbündeten? Oder: Hurra, das Kriegrecht ist wieder da! Auch sehr schön, daß die deutsche Umwelthilfe gerichtlich für Frackinggas plädiert. Für die Finanzierung dieser juristischen Posse gibt es Think Tanks, die man mit einem Ozean aus Geld finanziert, und das Geld ist da, solange man die Leute für Hungerlöhne in die Gig-Jobs treibt, und ihnen für 30m² Wohnraum 1800$ rausleiern kann. Es wäre wünschenswert, die Menschheit tritt langsam mal ins 21 Jh. ein, es gibt eine Menge gute Bücher über nachhltiges Wirtschaften auf dem Markt, und nein, nicht von Klaus Schwab – von dem braucht kein Mensch was.

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