USA provozieren China

Droht ein Krieg? Das russische Fernsehen über den Streit um Taiwan

Die USA provozieren China in der Taiwan-Frage. Was in deutschen Medien kaum eine Rolle spielt, wird in russischen Medien immer öfter berichtet.

Der wöchentliche Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens hat mal wieder aus China berichtet. Dieses Mal ging es um die Provokationen der USA in der Taiwan-Frage, die – wie auch die Ukraine – das Potenzial hat, wegen der amerikanischen Provokationen zu einem Krieg auszuarten. Ich habe den Bericht des russischen Fernsehens übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Der Schlag „unter die Ananas“: Wovor Washington Angst hat

Die Amerikaner provozieren China weiter. Die Financial Times berichtete diese Woche, dass Nancy Pelosi im August nach Taiwan reisen wird. Vor einigen Monaten sagte Pelosi ihren Besuch aufgrund der chinesischen Empörung ab und meldete sich krank. Und jetzt kommt Nancy zur zweiten Runde. Wo soll das hinführen?

Ein Bericht unseres Korrespondenten aus China.

Der Leak über den bevorstehenden Taiwan-Besuch von Nancy Pelosi hat seinen Zweck erfüllt. Peking ist wütend.

„Wenn die USA darauf bestehen, den falschen Weg einzuschlagen, wird China harte Maßnahmen ergreifen, um seine Souveränität und territoriale Integrität zu schützen. Und die USA werden in diesem Fall die alleinige Verantwortung für die Konsequenzen tragen“, sagte Zhao Lijian, der Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Was der chinesische Diplomat meint, übersetzt der ehemalige Leiter des einflussreichen Huangqu Shibao, Hu Xijin, selbst ein ehemaliger Militär. Pelosi wird von der chinesischen Luftwaffe zu Boden gebracht werden: „Kampfjets der chinesischen Volksbefreiungsarmee könnten Pelosis Flugzeug eskortieren, indem sie dabei gleichzeitig den Flugplatz in Taiwan überfliegen und dann zum Festland zurückkehren. Das taiwanesische Militär würde es nicht wagen, das Feuer zu eröffnen, aber unsere Kampfflugzeuge würden die Insel überqueren, was unsere Souveränität über die Insel demonstrieren würde und ein symbolträchtigerer Präzedenzfall wäre als der Besuch von Pelosi in Taiwan.“

Chinesische Kampfflugzeuge befinden sich bereits in dem Luftraum, den Peking als seinen eigenen betrachtet. Und was auch immer die taiwanesische Regierung über „Eindringen in den Luftraum“ behaupten mag, für chinesische Piloten ist es ihr Hoheitsgebiet. Peking reagiert auf Provokationen Washingtons, das seine militärische Präsenz in der Region demonstrativ erhöht, mit Manövern.

Sobald der US-Raketenkreuzer „Benford“ in die Straße von Taiwan einfährt, wird er sofort vom Ostkommando des chinesischen Militärs ins Visier genommen. Die „Benford“ wurde innerhalb einer Woche dreimal in chinesischen Hoheitsgewässern gesichtet. Und bei ihr waren auch US-Spionageflugzeuge.

Zuvor war eine Flugzeugträgerkampfgruppe unter Führung des Flugzeugträgers „Ronald Reagan“ im Südchinesischen Meer gesichtet worden. Und mindestens sechs weitere Schiffe der US-Marine, darunter Öltanker und U-Boot-Versorgungsschiffe.

Bei der Analyse des Vorgehens der NATO listet die chinesische Staatspresse sieben Todsünden des Nordatlantischen Bündnisses auf. Von Rassismus und Expansionismus bis zur Mentalität des Kalten Krieges. Sie wies darauf hin, dass nach dem Russland-Ukraine-Konflikt „die bereits hirntote NATO“ „blutig wiederauferstanden“ sei. Nachdem die USA und die NATO zunächst Europa unterminiert haben, haben sie nun China ins Visier genommen. Aber sie wollen nicht selbst in den Krieg ziehen, sondern Washington nutzt die Taiwan-Karte.

Der Besuch des, wenn auch ehemaligen, Pentagon-Chefs Esper in Taipeh fand zu einem Zeitpunkt statt, als das US-Außenministerium eine weitere Lieferung von militärischer Ausrüstung, darunter Panzer, im Wert von 108 Millionen Dollar an die Insel genehmigte. Dies ist die vierte Waffenlieferung seit Anfang des Jahres. Aber selbst das reicht Esper nicht:

„Ich bin überhaupt nicht enttäuscht, außer von der Geschwindigkeit, mit der wir Waffen verkaufen. Und zwar nicht nur an Taiwan, sondern an Partner in der ganzen Welt. In dieser Hinsicht haben wir noch viel zu tun. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, das Angebot zu erweitern. Dazu gehören beispielsweise das Panzerabwehrraketensystem Javelin und das tragbare Flugabwehrsystem Stinger.“

Mit der Bewaffnung der taiwanesischen Regierung schlagen die Vereinigten Staaten zwei Fliegen mit einer Klappe. Neben der gewünschten Verärgerung Chinas in der Hoffnung, dass es die Nerven verliert und die Insel angreift, erhalten die USA einen Markt. Die Taiwaner selbst sind sich dessen bewusst. Doch Esper forderte nicht nur mehr Ausgaben für amerikanische Waffen, sondern auch aktives Handeln und drängte die Regierung der Insel buchstäblich zu einer militärischen Konfrontation mit Peking:

„Die Ein-China-Politik hat sich überlebt. Es ist an der Zeit, die strategische Zweideutigkeit aufzugeben. Das größte Problem, vor dem die westlichen Demokratien heute stehen, liegt nicht in Russland. Gerade hier in Asien stellt China die regelbasierte internationale Ordnung weiterhin in Frage. Taiwan steht an vorderster Front.“

Und Taipeh spielt mit. „Blackhawks“ fliegen über die Bucht, Treibstofffässer werden als Barrieren für chinesische Landungstruppen ausgebracht. Hier bereitet sich das taiwanesische Militär darauf vor, einen mythischen Angriff der Chinesen vom Festland abzuwehren. Die massiven Manöver werden morgen beginnen. Aber schon heute beschreiben taiwanesische Reporter in leuchtenden Farben, wie heldenhaft sie sich verteidigen werden.

Peking scheint die offen feindseligen Handlungen der Insulaner nicht zu bemerken, und erklärt, dass beide Seiten der Meerenge sich früher oder später friedlich wiedervereinigen werden. Das gilt umso mehr, als China Hebel dafür hat.

Auch Peking hat sein eigenes kleines Taiwan. Die Straße Taiwan Street, deren Namensschild einst vom Ehrenvorsitzenden der Kuomintang-Partei handgeschrieben wurde, ist 436 Meter lang. Bei der Renovierung wurde das Schild jedoch entfernt und an seiner Stelle steht jetzt ein Stein. Die Verbindung zwischen Peking und Taiwan soll jedoch noch stärker geworden sein.

Die „umstrittenen Ananas“ wurde für Taiwan bereits vor einem Jahr zu einer strategisch wichtigen Ware. China hat den Kauf von Obst von der Insel unter Berufung auf Hygienevorschriften ausgesetzt. Die USA sprachen von typisch chinesischem Handelsdruck, Pompeo forderte auf Twitter sogar „Freiheit für die taiwanesische Ananas“ und die Japaner sangen Lieder darüber.

Der wichtigste Exportartikel Taiwans sind jedoch nach wie vor Mikroprozessoren. Taipeh ist der weltweit wichtigste Hersteller. Und die USA haben große Angst, dass China durch die Wiedervereinigung mit Taiwan diesen wichtigen Sektor vollständig übernimmt und die Amerikaner keinen Zugang mehr zu Mikrochips und damit zu jeglicher Technologie haben. Für Washington wäre das definitiv ein Schlag „unter die Ananas“.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

64 Antworten

  1. Es ist an der Zeit, dass man diesen Terroristen endlich die Grenzen aufzeigt!

    Und das bitte nicht nur im chinesischen Meer. Die Terroristen müssen es im eigenen Land erleben damit sie verstehen was sie rund um den Globus anrichten!

    1. Sie zündeln in den USA doch schon. Die Stimmung dort wird auch untereinander immer feindseliger.
      Aber „die“ wollen nicht wirklich was, außer zerstören. Hauptsache das aktuelle System geht kaputt.
      Danach kommt dann ihre Schöne Neue Welt.

      Und ALLES was man momentan in der Welt so sieht, dient diesem einen Ziel.

      1. …hatte kürzlich ein paar nette Gespräche mit rumänischen Heimkehrern aus der yankee-provinz – kann man kurz und knapp so beschreiben…:

        Man verläßt das sinkende Schiff – und zwar recht schnell….. 😉

    2. In den USA sterben 40.000 Menschen Jährlich durch Schußwaffen, dort herrscht schon lange Bürgerkrieg. Die US-Amerikaner sind etwas dümmer und fetter als deutsche, aber da kommen wir auch noch hin.
      Hoffe mal lieber auf einen Konflikt in Taiwan, so wie jetzt in der Ukraine den nur dann werden China und Russland noch enger zusammenarbeiten und den USA Hegemon schneller in die Knie zwingen.

  2. Xi Jinping in Davos anlässlich des WEF – schließlich kann man von der Umsetzung Chinas‘ in Sachen Social Scoring nur lernen, wobei die Anerkennung sicher beiderseits ist.

    Li Keqiang ist ebenfalls voll des Lobes und der Demut ggü Schwab als Gründer des WEF.
    Und ich?
    Ich wundere mich ob der aktuellen, geopolitisch aktuell brandheißen Situation, aber aufgrund fehlender Militärbasen, NGO‘ s und sonstiger Erwehrungs- und Einflussmöglichkeiten wird es wohl dabei bleiben, mich zu wundern.
    Das einzige, was mir sicher scheint.

    Schadeaberauch.

  3. Das kann sich das yank-pack gar nicht leisten – nicht finanziell, nicht ausrüstungstechnisch und nicht mit „Hilfe“ ihrer Verbündeten… – dazu ist der aktuelle ukri-Akt schon zu teuer…..

    …aber „provozieren“ geht ja immer – auch ohne an die Folgen zu denken….. 😝😝

  4. Die USA, na ja, den Krieg gegen die EU hat man gewonnen, diese ist wirtschaftlich so angeschlagen, das sie in absehbarer Zeit keine Probleme mit der EU haben wird. Nur Pech, es sind die letzten Verbündeten, so das man den Sieg nicht feiern kann. Gegen Russland hat man klar verloren, die Kosten sind zu hoch, man rollt langsam alles wieder ein, Eine Sanktionswand hat es nie gegeben, jetzt fangen schon die ersten aus dem Kern ab zu springen (Italien und Spanien kein Sparzwang, Ungarn neue Gasverträge). So schnell wie Russland in der Ukraine westliche Waffen vernichtet, kann man sie gar nicht produzieren. Und Europa muss ja auch noch in der Lage sein, amerikanische Waffen zu kaufen, da muss man schon mal etwas zugestehen.
    Aber die Umfragen drehen nicht in Richtung Demokraten und wenn man am Jahresende zu viele Sitze an die Republikaner verliert, kann Biden seine Wiederwahl vergessen. Also braucht man einen neuen Feind und die Ukraine lässt man fallen. Es ist immer noch nicht klar, warum die USA Ihre Botschaft aus Kiew zurück gezogen hat, aber die Spielchen mit Taiwan dürften da durchaus im Zusammenhang stehen. Hat man in Washington erkannt: Wenn man jetzt Frieden schließt, hat man noch ein Riesenland, was Potential gegen Russland behält, am Ende des Jahres könnte das ganz anders aussehen. Darf der Schokoladenkönig mit Putin den Friedensvertrag aushandeln und Seinsky das Gute leben bei seinen Eltern in Israel genießen???? Fragen über Fragen…

    1. Letztlich war es auch kurzsichtig von den USA Europa zu schwächen, weil ihnen damit langfristig ein wichtiger Handelspartner verloren geht.
      Denn es ist nicht mehr so, wie beim 2.WK das alles – bis auf den Osten – Gewehr bei Fuss steht. Die Araber laufen ihnen als Verbündete davon, China fällt als Handelspartner ebenfalls aus (das war einer der Wichtigsten für die USA).
      Indien, Brasilien und Afrika reihen sich ebenfalls in die BRICS Staaten ein. Für die USA siehts nach einem 3. WK den sie so eifrig anstreben, weil sie den 2. gewonnen haben düster aus.

      Die „Meister-Strategen“ im Pentagon übersehen eben auch, das sie den 2. WK ohne Russland nie gewonnen hätten und deshalb jetzt, wenn sie einen Krieg mit Russland und China selbst anfangen ein völlig neues „Spiel“ anfängt, bei dem ihre Chancen ungleich schlechter sind, auch wegen waffentechnischer Unterlegenheit.

      1. Als man den Krieg begonnen hatte, also etwa 2003, war ja die Welt noch rosa rot für die USA, Man hustete mal und alle standen hinter den Sanktionen. Selbst am Jahresanfang glaubte man, die Welt steht hinter den USA und selbst das Abstimmungsergebnis bei der UNO wo es wohl nur 5 Gegenstimmen gab, zeigte, das die Sanktionen greifen werden, da spielte erstmal due Schwächung der EU keine Rolle, sie waren lästig und man wollte sie klein halten.
        Erst als sich Russland erfolgreich gegen die Sanktionen wehrte, kippte die Stimmung. 2 wichtige Schritte brachten die Wende: Die Abwehr des Angriffs auf den Rubel und das man Indien als Abnehmer von Rohstoffen gewinnen konnte. Jetzt war der Westen isoliert und ein Hauptwirtschaftsfeind auf einmal der wichtigste Verbündete, den man braucht.
        Von Vergleichen mit dem WK2 halte ich gar nichts. Das eine war eine militärische Auseinandersetzung, heute haben einen Wirtschaftskrieg, wo Soldaten nur Schachfiguren sind, Und da das unsere Vorzeigedamen wie Baerbock oder Magda Goebels (Wiedergeboren als Strack-Zimmermann) das nicht begreifen wollen, gibt es auch keine Hoffnung auf eine Lösung.

        1. Dummerweise hat man die Sanktionen im Westen (besser gesagt die USA, die ja alles bestimmt) so gestaltet, das im Grunde kein Handelspartner der USA mehr Vertrauen in diese haben kann, wenn ausländische Vermögen in Dollar einfach mal so eben „eingefroren“ (faktisch enteignet) werden können. Wie sagt man? „Das Kapital ist ein scheues Reh“ 😀 Deshalb springen die Länder jetzt reihenweise ab (inklusive Saudi Arabien!). Damit haben die USA ihrer Dollar Herrschaft faktisch das Genick gebrochen. Ohne Vertrauen geht in der Wirtschaft gar nichts.

          „…Von Vergleichen mit dem WK2 halte ich gar nichts. Das eine war eine militärische Auseinandersetzung, heute haben einen Wirtschaftskrieg, wo Soldaten nur Schachfiguren sind,..“

          Ich auch nicht, aber die USA tun das, weil sie im Grunde nach dem 2.Wk (den sie nicht mal wirklich selbst gewonnen haben!) als der große Sieger da standen und sich ganz Europa unterjochen konnten.

          Insofern waren die Soldaten damals genauso die Schach-Bauern, die für die Interessen des „Königs“ zu sterben hatten, das ist bei Kriegen immer so. Hitler -Deutschland sollte nach dem Willen der CIA (siehe Allan Dulles „Schachbrett des Teufels“) schon damals der Rammbock gegen Russland sein.

          Hitler wurde nur leider zu übermütig und mußte daher auch von den Alliierten angegriffen werden.

          1. Übrigens gibt es im Nachhinein noch ein Problem für die USA aus WK2 im Kampf gegen China. Japan hatte lange den Vorteil, das sie keine Armee haben durften (hat Kosten gespart) Auch heute dürfte man nicht in der Lage sein, die USA aktiv zu unterstützen. Die NATO hat sich durch die Unterstützung der Ukraine so weit entblößt, das man sich nicht mal selbst verteidigen kann. die Türkei wird kein Interesse haben, sich gegen China zu stellen, bei Südkorea dürfte es noch schlimmer sein. Bleiben nur die Kängurus, ein verdammt breites Bündnis, was da hinter Taiwan steht.

  5. Über das aggressive amerikanische Gebaren nahe China braucht man hier nicht diskutieren, ebensowenig über den Wunsch Pekings nach einer „Wiedervereinigung“; ein „Vorschlag“ quasi, den man nicht ablehnen kann. Die völkerrechtliche Seite solcher Vorhaben wurde hier schon mehrfach durchdekliniert und ausschlaggebend / sinnvoll scheint mir letztendlich der deutliche / stabile / mehrheitliche Wille der Bürger. Wie sieht es damit aus:
    Wollen die Taiwaner ins Bett zu Xi Jinping, was sagt die Volksabstimmung??

    1. Wenn man diese Karte sauber spielen will, müsste man die Sezession der ostukrainischen Staaten zähneknirschend anerkennen. Soweit ist es noch nicht; es gibt noch u$krainisches Kanonenfutter, das Russland schaden kann und will.

      Wenn man allerdings die Rechtmäßigkeit der Donbass-Republiken mit derjenigen der Kosovo-Abspaltung gleichsetzt (siehe IGH-Urteil vom 22.07.2010), muss man im russischen Erfolgsfall (widerwillig) von einer Befreiung der Ostukraine-Republiken durch deren Bündnispartner Russland sprechen. Das wiederum könnte man dann aber wenigstens im Sinne einer Sezession Taiwans ausschlachten – falls eine Volksabstimmung darüber eine sichere Mehrheit erzielte.

      Angenommen, es gäbe diese Mehrheit, dann wäre das eine wertvolle Trumpfkarte, die aber aus dem erstgenannten Grund ebenfalls noch nicht auszuspielen wäre. Die Frage ist tatsächlich zuerst einmal, ob diese Mehrheit überhaupt zustande käme. Google kennt dazu nichts, seltsam… oder eben auch nicht.

      Meine Meinung: Vor 20 Jahren wären die Chancen wesentlich höher gewesen – auch den Taiwanesen entgeht trotz Anti-Festland-Prop nicht, wie sich die Gesellschaft auf dem Festland in den letzten 20 Jahren gewandelt hat. Warum hat man es dann damals nicht durchgezogen? Nun, vermutlich gab es (zu)viel zu verlieren…

    2. @ Der Hausfreund

      Ihre Vorstellungen sind den Chinesen egal.

      Die Provinz Taiwan wurde 1895 erobert und zur japanischen Kolonie. Nach der Kapitulation Japans hat sich dort unter dem Schutz der USA 1949 die Regierung der Republik China festgesetzt, die ansonsten eigentlich gestürzt war. Mit dem Alleinvertretungsanspruch für ganz China. Und nun das Gegenteil.

      Die Zeiten, in denen Kolonialherren Gebiete abtrennen und zu eigenen Staaten erklären, sind aus chinesischer Sicht vorbei. Und Taiwan ist eine Provinz des eigentlichen China, kein Randgebiet, das früher irgendwie dem Kaiser unterstand.

      Nun hätte man eine allmähliche, friedliche Integration bevorzugt. Da der westliche Block aber dort – und nicht nur dort – herumzündelt und aus Taiwan ein „Anti-China“ machen will, ganz ähnlich wie das „Anti-Rußland“ Ukraine, sieht man dort eine dauerhafte Gefahr aufziehen. Die Gefahr wird beseitigt. Wenn nötig, durch eine militärische Wiedervereinigung.

      1. @John Magufuli „Ihre Vorstellungen sind den Chinesen egal. “
        Dabei hatte ich einen Anruf aus Peking erwartet. 🙂 Natürlich haben Sie recht, man kann das durchziehen und deshalb wird man es auch tun. Trotzdem sieht man Unterschiede zum Ukraine – Feldzug mit der Rückkehr einiger russischer Stammregionen.
        Ich will die traditionsgeprägte östliche / chinesische Mentalität nicht beurteilen, nicht mein Bier. Bei der kürzlichen offiziösen(!) Darstellung einer größeren Umsiedlung im Tibet beispielsweise gruselte es mich (erinnerte an eine Aktion im DDR Grenzgebiet anfang der 60er).

        1. @ Der Hausfreund

          Es ist ein anderer historischer Kontext in China. Das Trauma des Kolonialismus ist dort sehr gegenwärtig. Und da hier sowieso keiner versteht, worum es den Chinesen eigentlich geht, wäre es das Beste, die BRD und der ganze westliche Block würden sich dort heraushalten, anstatt zu zündeln und Streit zu stiften.

          Je mehr „Unsere“ dort herumrumoren, desto größer die Gefahr einer unerfreulichen Lösung in Sachen Taiwan. Wobei „Unsere“ es darauf ja anlegen. Entweder, sie können die Chinesen düpieren und aus Taiwan ein „Anti-China“ machen, oder sie bringen die Chinesen dazu, Gewalt anzuwenden, was sich politisch ausschlachten und zur nächsten großen Krise nach „Klima“, „Corona“, „Ukraine“ machen ließe.

          1. @John Magufuli
            Denke ich auch: Ohne Holzhammer, hinter den Kulissen, ließe sich vermutlich mehr erreichen, die „Rückkehr“ noch etwas dehnen. Für wie wichtig schätzen Sie in dem Zusammenhang eigentlich TSMC ein? mfG 🙂

  6. Die Schwäche von Biden wird von den Neocons voll ausgenutzt. Nachdem die Ukraine brennt, noch schnell Taiwan anstecken bevor die Demokraten im November eine Packung bekommen und man gelähmt ist.

  7. Bei Global TImes (globaltimes.cn), der halboffiziellen Nachrichtenseite, kann man dazu lesen (Übersetzung):
    Besorgnis des Weißen Hauses über den Besuch von Pelosi deutet auf die Gefahr einer Fehlkalkulation hin; es ist an der Zeit, Bidens Engagement gegenüber China zu testen“.

    Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verlässt das Weiße Haus in Washington DC nach der Unterzeichnung eines Gesetzes zur Reform des Postwesens am 6. April 2022. Pelosi wurde am 7. April positiv auf COVID-19 getestet und verschob ihre Asienreise und den angekündigten Besuch auf der Insel Taiwan. Bild: VCG

    Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, verlässt das Weiße Haus in Washington DC nach der Unterzeichnung eines Gesetzes zur Reform des Postdienstes am 6. April 2022. Pelosi wurde am 7. April positiv auf COVID-19 getestet und verschob ihre Asienreise und den angekündigten Besuch auf der Insel Taiwan. Bild: VCG

    Nachdem die US-Regierung von chinesischer Seite eine beispiellos deutliche Botschaft bezüglich des geplanten Besuchs der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, auf der Insel Taiwan erhalten hat, scheint die Regierung Biden zunehmend besorgt zu sein, dass der Besuch katastrophale Folgen für die Beziehungen zwischen China und den USA haben könnte. Obwohl die beiden Spitzenpolitiker der Demokraten ein gemeinsames Interesse daran haben, die Taiwan-Frage für ihre politischen Ziele im Vorfeld der Zwischenwahlen zu nutzen, sind sie sich offenbar nicht einig, wie sie die Taiwan-Karte spielen sollen.

    Im Gegensatz zu US-Gesetzgebern, die nur innenpolitische Forderungen berücksichtigen, muss das Weiße Haus umfassendere Sicherheitsbedenken und die Gefahr einer Fehlkalkulation in Betracht ziehen, da eine eskalierende Konfrontation mit der chinesischen Regierung über die Taiwan-Frage nur den eigenen Interessen der USA schaden würde, so Experten.

    Unter dem Vorwand der Gewaltenteilung hat die Biden-Regierung Berichten zufolge angedeutet, dass sie die Demokratin Pelosi bei ihren Reisen nicht kontrollieren kann. Einige chinesische Experten sagten, dass die Reise nicht stattfinden kann, wenn die Biden-Administration entschlossen ist, sich ihr zu widersetzen, da ein solch hochrangiger Besuch die Koordinierung mit der Regierung in Bezug auf die Sicherheit erfordert.

    Es ist an der Zeit zu sehen, ob US-Präsident Joe Biden seine Versprechen in Bezug auf die Beziehungen zwischen den USA und China, insbesondere in der Taiwan-Frage, einhalten kann, indem er von diesem Besuch abrät, der weithin als schwere Provokation angesehen wird, die eine überwältigende Reaktion der chinesischen Seite auslösen könnte, warnten einige Experten, und die Reaktion der chinesischen Seite könnte zu einem Wendepunkt in den Beziehungen zwischen beiden Seiten der Straße werden.

    Wachsende Besorgnis

    Die Regierung Biden ist zunehmend besorgt, dass die geplante Reise von Pelosi auf die Insel im August eine größere Krise in der Straße von Taiwan auslösen könnte. Das Weiße Haus und eine Reihe von nationalen Sicherheitsbeamten haben Pelosi und ihr Team über die Risiken einer Reise zum jetzigen Zeitpunkt informiert, berichtete die Washington Post am Samstag unter Berufung auf Regierungsbeamte.

    Beamte des Verteidigungsministeriums, des Militärs und des Geheimdienstes hätten „versucht, die Risiken zu erklären, die mit dem Zeitpunkt ihrer geplanten Reise verbunden sind“, und Mark Milley, Vorsitzender des US-Generalstabs, sei unter diesen Beamten gewesen, so der US-Medienbericht.

    Im Moment gehen die Regierungsbeamten mit Bedacht vor – in der Hoffnung, Pelosi davon abzubringen, ohne eine öffentliche Auseinandersetzung auszulösen -, aber die Besorgnis über die möglichen Auswirkungen ihrer Reise ist innerhalb der Exekutive weit verbreitet, so die Washington Post.

    Ebenfalls am Samstag berichtete die Financial Times unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen, China habe der Regierung Biden eine deutliche private Warnung vor Pelosis bevorstehender Reise nach Taiwan übermittelt, was bei den Beamten des Weißen Hauses, die sich gegen ihren Besuch aussprechen, die Alarmglocken läuten ließ.

    Peking hat sich nicht eindeutig zu seiner möglichen Reaktion geäußert. Das chinesische Militär könnte versuchen, Pelosi an der Landung auf der Insel zu hindern oder andere Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Besuch zu behindern, wie z. B. den Einsatz von Kampfjets, um ihr US-Militärflugzeug abzufangen, so die FT.

    „Es zeigt, dass Chinas Reaktion die Erwartungen der US-Seite übersteigt, und Pelosis Plan hat Biden in eine passive Position gebracht, da das US-Militär die schwerwiegenden Risiken erkannt hat, die die Reise auslösen könnte“, sagte Lü Xiang, ein Experte für US-Studien an der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften, der Global Times am Sonntag.

    Es ist davon auszugehen, dass die chinesische Seite angesichts der Sensibilität und des Ernstes der Angelegenheit ihren Worten Taten folgen lassen wird, und ihre Reaktion auf die Reise könnte die schärfste seit Jahrzehnten sein und die Beziehungen zwischen dem Festland und Taiwan grundlegend verändern, so Lü.

    Biden sagte am Mittwoch, das Militär halte die geplante Reise „zum jetzigen Zeitpunkt nicht für eine gute Idee“. US-Medien wiesen auch darauf hin, dass der Streit zwischen dem Weißen Haus und Pelosi in dieser Angelegenheit an die Öffentlichkeit gedrungen ist. Die Washington Post schrieb in einem Leitartikel, dass die Reise „die Regierung Biden in eine Zwickmühle bringt“.

    Gesetzgeber wie Pelosi berücksichtigen selten nationale Interessen auf globaler Ebene, sondern kümmern sich nur um ihre eigene politische Agenda, sagte ein in Peking ansässiger Experte für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen, der es vorzog, nicht namentlich genannt zu werden, am Sonntag gegenüber der Global Times.

    „Pelosi spielt die Taiwan-Karte mit dem Ziel, eine militärische Konfrontation zwischen China und den USA herbeizuführen. Das ist ein unverständlicher Schritt, der nicht nur den Beziehungen zwischen China und den USA schadet, sondern auch den USA selbst, wofür das Weiße Haus mehr Verständnis haben sollte als Pelosi“, sagte er.

    Verwirrende Signale

    Der Nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, erklärte kürzlich auf dem Aspen Security Forum, dass die US-Politik in der Taiwan-Frage unverändert bleibe und Biden weiterhin eine Politik der „strategischen Zweideutigkeit“ in dieser Angelegenheit verfolge, so Medienberichte.

    Bloomberg berichtete in einem Artikel vom Freitag, dass Taiwan durch die widersprüchlichen Signale aus Washington über den möglichen Besuch „verletzt“ und verwirrt worden sei.

    Einige chinesische Experten meinten, aus den Äußerungen Bidens zu Pelosis Plan könne man schließen, dass der US-Präsident die schwerwiegenden Folgen des Besuchs, mit dem er offenbar nicht einverstanden ist, versteht, aber der oberste Führer der USA müsse innerhalb der Demokratischen Partei eine aktivere Rolle spielen, um katastrophale Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den USA und China zu verhindern.

    „Vielleicht ist das Weiße Haus nicht wirklich gegen einen solchen Besuch, aber sie wollen nicht, dass Pelosi die Agenda der Biden-Administration in der Taiwan-Frage unterbricht“, sagte Diao Daming, ein außerordentlicher Professor an der Renmin-Universität in Peking, der Global Times am Sonntag.

    Wir hoffen, dass die US-Regierung ihre Versprechen in Bezug auf die Beziehungen zwischen China und den USA einhält und keine Konflikte mit China sucht und die „Unabhängigkeit Taiwans“ nicht unterstützt, aber wir müssen uns voll und ganz auf das Wesentliche vorbereiten, so Diao.

    Auch wenn die Regierung Biden den Ernst der Lage zu verstehen scheint, betonte der US-Beamte, dass die Regierung Pelosi nicht vorschreiben könne, was sie zu tun habe. In dem Artikel der Washington Post behauptete ein ungenannter Beamter, dass „wir die Gewaltenteilung respektieren müssen“.

    „Es ist ein Bluff, sich auf die Gewaltenteilung zu berufen“, sagte Lü und wies darauf hin, dass ein Sprecher des Repräsentantenhauses aus Sicherheitsgründen nicht ohne die Koordination der Exekutive ins Ausland reisen könne.

    „Wenn sich die Regierung Biden entschieden dagegen ausspricht, wird die Reise nicht stattfinden“, sagte er.

    Wenn Pelosi Taiwan besucht, wird niemand glauben, dass Biden sie „nicht kontrollieren kann“. Die Menschen würden eher glauben, dass ihr Besuch Teil von Washingtons Taktik „guter Bulle/böser Bulle“ sei, sagte Hu Xijin, ein Kommentator der Global Times, kürzlich.

    Er schlug auch vor, dass China eine Flugverbotszone über Taiwan einrichtet oder dass die Volksbefreiungsarmee Militärflugzeuge entsendet, die Pelosis Flugzeug beim Einflug auf die Insel begleiten und über die Insel fliegen.

    1. Man darf nicht vergessen, wer Pelosi ist, sie ist die Mehrheitsführerin im Parlament und vieles spricht dafür, das die Mehrheit am Ende des Jahres zu den Republikanern geht. So könnte nach 2 Jahren in Rente geschickt werden, für so eine machtgierige Frau sicher nicht das erstrebenswerte.

  8. Diese ewige US-Zündelei, per Bande gespielt über ihre NGO-Netzwerke, wird ebenso in dir Hose gehen, wie der letzte Aufruhr in Hong-Kong. Militärisch haben die Amis keine Chanche und man hat auch keinen Proxy, den man in den Kampf „für Freiheit u. Demokratie“ schicken könnte.

    Was aber immer passieren könnte ist eine dumme Fehreaktion, auf die dann eine nukleare Antwort folgt. Selbes Risiko besteht derzeit in Europa. Wobei den USA/UK es herzlich egal ist, ob in Zentraleuropa Atompilze aufsteigen, denn man wähnt sich in vermeintlicher Sicherheit.

    China könnte Taiwans neolib. Regierung jederzeit mit einem Wirtschaftsembargo zur Raison bringen, militärisch vorgehen brauchen sie nicht. Die USA haben sich in den vergangenen Jahrzehnten völlig diskreditiert – wie die USA auf der politischen Weltbühne mittlerweile gesehen wird, sah man beim jüngsten Besuch von Biden in Saudi Arabien.

    1. Wer sagt denn, daß die Atompilze bei uns aufsteigen? Was wir wissen, wissen die Russen auch. Und wir wissen, daß UK ein Russland-Neurotiker ist.
      Sollte es zum Showdown kommen, werden die russischen Militärs sich das Schlachtfeld sicher nicht vorschreiben lassen. Im Ernstfall geht es darum, die Sache möglichst schnell zu beenden.
      Und die Sache könnte beendet werden mit einem Angriff auf Berlin und Brüssel.
      Außerdem ist die Infrastruktur anfällig. Die amerikanischen Flugzeigträger und militärischen Aeroplanes müssen übers Internet freigeschaltet werden. Viele Waffen sind ans Internet gekoppelt, selbst Handfeuerwaffen.
      Was könnte man kaputt machen, um den Krieg zu beenden?

  9. Lesen! Ansehen! Nachdenken! (Übersetzung von southfront.org)
    Militärreporter: Debatten über die Notwendigkeit der Zerstörung der ukrainischen Infrastruktur

    Vladlen Tatarsky ist Militärreporter aus dem Donbass. Im Jahr 2014 schloss er sich der Volksmiliz in Gorlovka an und diente im Wityaz-Regiment der LPR. Heute ist Vladlen Tatarsky wieder an der Front, als militärischer Sonderkorrespondent.

    In seiner Videoreportage vom 20. Juli erklärt er, dass es notwendig ist, strategische Infrastruktureinrichtungen zu zerstören, um die Aufgaben der russischen Militäroperationen zu erfüllen, bis hin zum EINSATZ TAKTISCHER NUKLEARWAFFEN in der Ukraine und den laufenden Debatten über dieses Thema in Russland. …

    … grusel

    1. Wenn das so ist, würde es Russland in einen größeren Schlagabtausch zwingen d.h. Russland müsste allmählich wirklich mit den größeren Kalibern „den Sack zu machen“ um größeres Unheil von der Zivilbevölkerung abzuwenden, was dann im Westen natürlich wieder propagandistisch ausgeschlachtet würde („Putin der Schlächter vergiftet die Ukrainer“ oder ähnlichen Blödsinn werden wir dann zu lesen bekommen).

      Trotzdem muss Russland jetzt 2 Gänge höher schalten und u.U. weniger Rücksicht nehmen, um noch viel größere Katastrophen zu verhindern. Der Abbau der Ukrainischen Truppen durch stetige Verluste scheint einfach nicht schnell genug zu gehen. Sie haben immer noch genug Leute zum „Blödsinn machen“.

      1. Russland ist offensichtlich einem analytischen Fehler unterlegen, der n.m.M. in Putin begründet liegt. Man erinnere sich an seine Rede vor dem Bundestag 2001 wo er eine Einladung zu einer gemeinsamen (!) friedlichen wirtschaftlichen Entwicklung, ein echtes Win-Win, anbot. Ein „Herzensanliegen“ von Putin, und es bestimmt immer noch seine Grundhaltung.
        Hier schrillten in USA und GB die Alarmglocken, und spätestens von dem Moment an wurde mit Hochdruck daran gearbeitte, Russland überall zu blockiren, mit dem dann definierten Endziel, Russland zu „zerlegen“.

        Mittlerweile hat der US Senat der US Regierung 11 Mrd $ an frei verfügbaren Geldern, ohne Kontrolle des Senates, pro Jahr bewilligt, die die US-Regierung für Waffen an die Ukraine ausgeben kann. Die anderen NATO-Staaten bteiligen sich so weit sie können.

        In jedem Fall bedeutet das, dass Russland mit der Zeit einem Zermürbungskrieg ohne Fortschritte bei der Befriedung der Ukraine erliegen wird. (Alles andere ist Wunschtraum der Russland-Fans, aber entbehrt sachlichen Grundlagen.) Mit der dereitigen Strategie kann Russland nicht in absehbarer Zeit den Krieg zufriedenstellend beenden.

        Es sollte mittlerweile jedem klar sein, dass auch der Einsatz von taktischen Atomwaffen in der Ukraine die USA, GB /NATO nicht zu einem Frieden zwingen kann, sie haben die Zerstörung der Ukraine und großer Teile Europas bereits einkalkuliert.

        Wie ich bereits seit Wochen sage: Der einzige Weg zum Frieden ist, wenn die USA / GB NATO *in ihren Heimatländern* ernsthafte Zerstörung konkret befürchten müssen. Nur dann wird das ausgesprochene russische Ziel, nämlich den Abbau der Bedrohung in Europa durch eine Rückzug der NATO zu erwingen, in realistische Größe kommen.

        Das ist NOCH möglich, auch ohne Atomwaffen. Wenn aber erst einmal strategische Atomwaffen eingesetzt werden (werden müssen, aus russischer Sicht), kommt die US-Forderung nach einem präventiven Atomschlag gegen Russland in den Vordergrund, also der große Atomkrieg, oder aber die USA/NATO werden ebenfalls zu taktischen Atomwaffen greifen. Ein Zurückweichen wird für diese dann undenkbarer, als es jetzt schon ist. Nur, wenn sie „zu Hause“ Angst haben müssen, werden sie ernsthaft verhandeln, und dieser Zustand muss ohne Atomwaffen vor deren Einsatz herbeigeführt werden.

        1. Das Ziel der „englischbrabbelnden“ ist wohl eher darin begründet, eine Zusammenarbeit und eventuelle Freundschaft von „D“ und Russland zu verhindern – davor haben die nämlich eine panische Angst – wie groß und stark dieses gute und produktive Bündnis sein könnte und auch sein würde – dann hätten diese inglish speakers nix mehr zu melden… 😉😉

          1. #Vlad…. , leider gibt es zur Zeit kein’Deutschland‘, sondern nur eine Treuhand BRvonD. Ergo besteht aus dieser Richtung keine Gefahr.LOL.
            Aber ich erinner mich, das es ein Zar war, welcher DAS nicht wollte.
            Natürlich hatten die Anglomanen immer ‚Angst‘ vor einem Zusammenschluss – Russland mit Deutschland. Was glauben sie, hat den 2.WK ausgelöst.
            Und wieder war es ein Stalin, der DAS verhindert hat; ‚Deutschland‘ und Russland.
            Sie reiten auf einem zweischneidigen Schwert.

        2. „In jedem Fall bedeutet das, dass Russland mit der Zeit einem Zermürbungskrieg ohne Fortschritte bei der Befriedung der Ukraine erliegen wird.“

          Sehe ich nicht so. Es ist eher damit zu rechnen, dass die Demokraten im Herbst eine schwere Schlappe erfahren werden, die Umfragewerte für Biden liegen nur bei 2 %! Auch wenn man nicht viel auf Umfrageergebnisse vertraut, so ist zumindest erkennbar, dass eine Niederlage droht!
          Wie werden die neuen Mehrheiten entscheiden, weiter in Richtung Krieg und Inflationserhöhungen? Mit Front gegen Russland, gegen China, wie wird die EU sich verhalten und dann die Front gegen das eigene Volk???
          Und die Finanzelite wird sie das dulden???

          Ich gehe davon aus, dass die Aufstellung auf dem Schachbrett für Russland steht!

        3. @wp007

          „Mittlerweile hat der US Senat der US Regierung 11 Mrd $ an frei verfügbaren Geldern, ohne Kontrolle des Senates, pro Jahr bewilligt, die die US-Regierung für Waffen an die Ukraine ausgeben kann. Die anderen NATO-Staaten bteiligen sich so weit sie können….“

          Man muß aber auch Leute haben, die die vielen Waffen bedienen und die hat die Ukraine jetzt schon kaum noch. Waffen alleine tun niemandem was.

          „In jedem Fall bedeutet das, dass Russland mit der Zeit einem Zermürbungskrieg ohne Fortschritte bei der Befriedung der Ukraine erliegen wird. (Alles andere ist Wunschtraum der Russland-Fans, aber entbehrt sachlichen Grundlagen.) Mit der dereitigen Strategie kann Russland nicht in absehbarer Zeit den Krieg zufriedenstellend beenden….“

          Auch in dem Fall stimme ich mit deiner Analyse nicht überein. Sie kamen ja zügig voran, nur eben nicht so zügig wie sie dachten. Nicht wegen der überwältigenden Schlagkraft der Ukrainischen Armee, sondern weil diese Zivilisten als Schutzschilde benutzt in ihren Häusern und wenn man die schonen will, wie die Russen, kann man eben nicht einfach schnell (wie die USA es zu tun pflegen) alles plattbomben. Bei US-Kriegsführung (keine Rücksicht auf Zivilisten) wären sie in 2 Wochen fertig gewesen. Luftüberlegenheit bestand von Anfang an.

          Die Waffen, die jetzt von den USA raus gehen dienen nur noch der Unterstützung des internationalen Terrorismus und werden den Kriegsausgang nicht verhindern. Das ist sicherer wie das Amen in der Kirche. Ich schätze mal im August machen sie den Sack zu. Dann sprechen wir uns wieder 😀

        4. Alles andere ist Wunschtraum der Russland-Fans, aber entbehrt sachlichen Grundlagen.
          ist ihnen bekannt,wie stark die russische armee ist,wenn es darauf ankommt? sprechen sie nicht von entbehrt sachlicher grundlage..

    2. Wenn so eine Provokation greifen sollte, müsste Russland Slavansk angreifen, das sehe ich aber zur Zeit nicht (Ich weiß alle Experten erzählen uns das) Aber von Osten kommt man nur sehr langsam voran.
      Viel interessant war doch heute die Nachricht, das das Kraftwerk Wuhlehirsk endlich eingenommen wurde. Damit ist der Weg frei südlich von Baxmut voran zu kommen Richtung Südwesten, also weg von der Doppelstadt. Eher Richtung New York und damit Entlastung von Donezk.
      Die Doppelstadt wird erst eingreisen wollen und dann wie zu letzt darauf hoffen, das die Ukr. sich mit Schulbussen davonschleichen.

  10. Die Zeitung, die Hu Xijin praktisch gegründet hat (als Ableger der Parteizeitung Renmin Ribao – Volkszeitung) heisst Huánqiú Shíbào 环球时报, besser bekannt als Global Times. Nur mal so angemerkt.

    Davon abgesehen, haben die Amis echt ein Rad ab. Wenn China der Kragen platzt, ist Taiwan binnen 1-3 Tagen wiedervereinigt, und es gibt nichts, was die Amis dagegen tun können. Die Folgen für die Weltwirtschaft wären aber … interessant.

    Die Chinesen konnten beim Ukrainekrieg schonmal studieren, wie westliche Sanktionen wirken. Nun ja.

    1. So lange die Amerikaner glauben, dass sie gegen Russland gewinnen, wird Polesi nicht nach Taiwan reisen. Das kommt anach, die USA wollen keinen 2-Fronten-Krieg. Das jetzt ist vor den US-Wahlen Schaulaufen von Pelosi und für die Regierung ein „Ärgern, aber (noch) nicht beißen“-Spiel.

      1. Die USA würden – wegen waffentechnischer Unterlegenheit – z.Zt. auch einen 1-Fronten Krieg krachend verlieren.
        Rein strategisch sieht es so aus, das sie sowohl im Offensiv-Bereich (Hypersonics), als auch im Defensiv-Bereich (S 300-550) klar unterlegen sind. D.h. die Russen haben die beste Luftabwehr der Welt. Sie können die USA mit ihren Hypersonics zupflastern aber selber jede Atom-Rakete abwehren (vor allem deswegen wollen die USA Zeit gewinnen!).

        Schon die Unterlegenheit in einem der beiden Bereiche ist oft Kriegs-Entscheidend. Aber Offensive -und Defensive Unterlegenheit ist die absolut sichere Niederlage. Mit den USA würden daher sowohl Russland als auch China locker alleine fertig werden 😀 (ein paar Kinzhal-Raketen und die Flugzeugträger im Südchinesischen Meer sind Geschichte).

  11. Pelosi ist die vdLeyen der USA. Der Typ, das Geschwätz, alles passt. Den Zorn der Chinesen kann man verstehen, aber wegen so einer Person schwere Waffen aufzufahren, halte ich für überzogen. China sollte den bisherigen, geduldigen Weg weitergehen, dann wird ihm irgendwann Taiwan wie ein reifer Apfel in den Schoß fallen. Nicht zu vergessen: Auch von den 20 Mio Taiwanesen sind die meisten durch entsprechende Medien hirngewaschen bis zum gehtnichtmehr. Und statt US-Sanktionen abzuwarten, sollten sie selber an gut durchdachten Sanktionen bauen. Das trifft die Amis am härtesten.

    1. Bei Taiwan sind die Chinesen sehr „dünnhäutig“, aber eine kleine Demo, wie Flugverbot über Taiwan und Flugshow mit einigen Jets wäre so die richtige Größenordnung, um den USA zu zeigen, dass man nicht nur redet.
      Die USA wollen jetzt keinen Krieg mit China, werden also sicherlich zurückrudern, mit entsprechendem Propagandagetöse, evtl. mit Sanktionen antworten. Wird sich zeigen, ob die Chinesen das richtige Fingerspitzengefühl haben, was (noch) geht und was nicht.

    2. Pelosis Besuch in Taiwan ist so, als würde sich Biden mit Markus Söder in München treffen, ohne das mit der Bundesregierung abzusprechen.
      Die USA sind ein Meister darin, mit vielen kleinen provokanten Schritten Fakten zu schaffen. Und diese kleinen Schritte sind bewußt so gestaltet, daß man wegen eines einzelnen Schrittes keine militärischen Handlungen beginnt.
      Das ist so als würde jemand an Nachbars Zaun mal 1cm rausschneiden. Das merkt der Nachbar garnicht. Dann noch ein paar mal und dann mal 2cm. Da kann man immer sagen: wegen 1cm Zaun braucht man sich nicht aufregen. Aber wo ist die Grenze? Bei 5 * 1cm Zaun?

  12. ….die Chinesische Marine und Armee, sollte noch etwas warten, bis das „Ukro – Helotenheer“ der Angloamerikaner in der Ukraine, völlig „neutralisiert“ ist.. …danach, kann die „Naumachie “ im Südchinesichen Meer beginnen.. …dürfte spannender werden als die Versenkung des japanischen Schlachtschiffes „Yamato“ am 7. April 1945 !!!.. …also, bis dahin Spielpause !!🤣😈

    1. Da wird gar nichts neutralisiert. Es kämpfen Brüder gegen Brüder, nur weil ihnen ein falscher Freund etwas versprochen hat. Aber auch die NATO will keine so offensichtlichen Nazis in ihren Reihen, es ist also davon auszugehen, das sie niemals die Absicht hatten das Versprechen auch einzuhalten. Russland wird in einen Konflikt gezwungen, damit es beschäftigt ist. Außerdem soll die Rüstungsindustrie in Russland wieder hochgefahren werden, schließlich hat das schon einmal geklappt. Russland soll sich also einerseits kaputt rüsten und andererseits beschäftigt werden, damit sie in Syrien und ggf. in China nur noch symboloisch dabei sein können.

      1. ….die „UkroS“, welche da kämpfen, sind KEINE „Brüder“.. …8 Jahre aufgehetzt in der Bandera – Diktatur, sind der grosse Teil, NICHT „sozialisierbar“.. …DAS, wissen auch die Russen !!.. …können sie im Netz verfolgen, aber die Politiker OBEN, sagen es nicht Offen !!..😈

        1. …und weil die nicht resozialisierbar sind, müssen sie allesamt durch den großen Fleischwolf, den die Russen da aufgestellt haben. Dreistellige – auch mal im oberen Bereich – Gefallenenzahlen jeden Tag, dazu kaum Frontverschiebungen. Was sollte man mit dem Nazi-Satanisten-Gesockse auch sonst machen? Die lebenslang im Knast durchfüttern? Massenhinrichtungen in den Volksrepubliken und dem Westen Futter liefern für seine Hetze? Wieder auf die Menschheit loslassen gar??

          Das sind Hardcore-Nazis, die selbst mit jahrelanger Lagerhaft plus Umerziehung nicht zu ändern wären. Ihre Treue bis in den Tod haben sie mit ihren Tätowierungen (die bedeuten traditionell etwas im postsowjetischen Raum!) selbst freiwillig dokumentiert. Neben Nazis gibt es noch Satanisten und andere Perverse, denen Politik oder Nationalität völlig schnurz sind, die aber gern die gebotenen Gelegenheiten nutzen, Menschen zu quälen und zu töten. Auch deren Tatoos waren in Mariupol zu sehen.

          Die Russen lügen nicht. Entnazifizierung und Entmilitarisierung sind das erklärte Ziel, und für bestimmte nicht resozialisierbare Typen kann das nur Fleischwolf bedeuten. Sehr grausam, aber mitunter unabdingbar, und mitunter sogar ein Dienst für die Menschheit… Unter Kriegsbedingungen sind Dinge machbar, die im Frieden undenkbar wären…

          1. …ist leider wahr.. …sind ja nicht alle so, aber die Bandera – Einheiten, egal wie sie sich nennen, sind hoffnungslos ideologisch verbohrt !!.. …sie tönten doch genug, „gegen Russen“, will es nicht weiter ausführen.. …es gibt „Begebenheiten“ aus dem WK II aus der Gegend von Lemberg, wo „Landser“ später erzählten, „…die Galizier waren die Schlimmsten, wenn die eine Person auf der Strasse verdächtigten, dass er ein Russe oder Jude sei, haben sie ihn ….“.. …habe es von einem Bekannten gehört, von dem ein Familienmitglied, natürlich eine Generation vorher, als Landser in Lemberg war..👿

        2. Das ist der Eindruck den die Russen haben und auch haben sollen. Doch der Krieg wurde in den USA vorbereitet bzw. eingefädelt, deren Interessen sind andere. Sie wollen China bekämpfen, das geht nur, in dem die Welt zunächst gespalten wird, um die Abhängigkeiten zu reduzieren, der Knoten muss also zunächst durchschnitten werden. In der EU ist der Plan bereits dabei aufzugehen. Bald wird China gezwungen sein sich um das Taiwan Problem zu kümmern, weil die USA irgendetwas einfädeln. Daraufhin finden Kriegshandlungen statt, in die auch die NATO reingezogen wird. Die Wirtschaft im westlichen Block wird auf Kriegswirtschaft umgestellt. Der Mangel in der Bevölkerung ist damit nebensächlich, schließlich geht der Krieg vor. So war es auch im ersten Weltkrieg. Die Frontsoldaten waren froh nach ihren Heimaturlaub wieder an der Front zu sein, weil die Situation an der Heimatfront so katastrophal war. Niemand wird dann mehr den Grünen die Schuld dafür geben, dass sie durch die Sanktionen eine Krise ausgelöst haben, schließlich ist dann Krieg. Unsere Verräter sagen bereits, wir wären im Krieg. Das haben sie nicht nur einmal gesagt. Inzwischen sagen sie das zwar nicht mehr, weil ihnen offenbar jemand erklärt hat, dass es noch nicht unser Krieg ist. Aber das ändert nichts daran, dass sie meinen bereits im Krieg zu sein. Dieser Krieg wird in der Hauptsache biologisch und konventionell ausgetragen, da er einzig den Zweck hat Menschen sterben zu lassen. Er unterscheidet sich also von den anderen Kriegen, es ist ein Genozid, kein Eroberungskrieg. Das Ziel ist die Vernichtung menschlichen Lebens, die USA bzw. NATO will gar keinen Konflikt gewinnen. Erst wenn die gewünschte Weltbevölkerungszahl erreicht ist, wird es so schnell aufhören, wie es angefangen hat. Der Rest der Menschheit wird dann unter einer Vollkontrolle stehen, was mit Kriegsrecht ohne Probleme eingeführt werden kann und sie werden nie wieder zulassen, dass sich die Menschheit über die gewünschte Zahl hinaus vermehrt. Das menschliche Leben findet dann in einer Box statt. Ein kleiner sozialer Bereich, dessen Interaktionen überwiegend digitalisiert sind und sich so 100% überwachen lässt. Selbst der Stuhlgang wird überprüft, ob nicht etwas Verbotenes konsumiert wurde. Das ist die NWO von morgen.

  13. Wenn Krim, Donezk und Lugansk sich abspalten dürfen / unabhängig werden dürfen, dann darf man dieses Recht nicht anderen Regionen absprechen!!
    o Tschechien & Slowakei
    o Taiwan auch nicht
    o Westsahara schwelt schon länger
    o Osttimor
    o Kurdistan
    o Palästina
    o Katalonien
    o Schottland
    o Tibet

    Gleiches Recht für alle!

    1. In der Ukraine haben wir es mit der Auflösung eines Failed State zu tun, nicht mit Sezessionen. Und maßgeblich die BRD und die EU haben mit dem €-Maidan-Putsch die alte Ukraine, das Land aller Ukrainer, zerstört.

      Da gewisse Deutsche so gern anderer Leute Länder aufteilen: Warum nicht mal das eigene? Eine der größten kurdischen Populationen hat die BRD. Darunter viele „völkische“ PKK-Anhänger, die einen eigenen Staat wünschen. Berlinistan wäre als „Kurdenstaat“ ideal. In der Türkei, Syrien, Iran will kaum ein Kurde einen eigenen Staat haben.

  14. Hier wird der Blog offensichtlich selbst zur Propaganda.

    Sie nehmen für sich in Anspruch, Experte in Sachen Geopolitik zu sein. Das mag auf Russland zutreffen, auf China und Taiwan offensichtlich jedoch nicht. Stellen Sie sich überhaupt die Frage, woher Sie die Idee des Anspruchs Chinas auf Taiwan haben? Mit ein paar mehr schlecht als recht gemanagte Garnisonen der mandschurischen Fremddynastie an der Westküste vor mehr als 300 Jahren lässt sich dieser Anspruch jedenfalls nicht begründen.

    Der San Francisco Treaty hat Taiwan vorübergehend der chinesischen Regierung (der Kuomintang damals) unterstellt, bis geklärt sei, wie mit den von Japan besetzten Ländern umgegangen werden solle. Er erklärt nicht, dass Taiwan Teil Chinas sei. Selbst die Chinesen einschließlich Mao Tsetong bis in die höchsten Parteispitzen haben Taiwan vor 1949 als anderes Land gesehen, das beweisen Dokumente und Veröffentlichungen aus dieser Zeit vor 1949.

    Das hat sich erst geändert, als die Kuomintang nach Taiwan floh und dort die Republik China proklamierte. Beide Begriffe sind nicht identisch. Die Republik China wurde von den Taiwanesen als Besatzungsregime empfunden. Das hat sich mittlerweile geändert, die Kuomintang spielt heute nur noch eine kleine Rolle.

    Erst seit dieser Zeit erhebt China Anspruch auf Taiwan.
    Sie können es historisch nicht begründen, darum verwenden sie sakrale Terminologie („unsere heiligen Gebiete“ …).
    Sie können es logisch nicht begründen: China behauptet gleichzeitig, der Krieg sei vorüber (die VR China habe gewonnen und die KPCh daher „legitime Regierung“) und noch nicht vorüber (darum stehe die „Rückeroberung“ Taiwans noch aus).

    Sie haben eine Junta (die KPCh wird von niemandem gewählt, es gibt keine Checks and Balances in China), die seit 70 Jahren ein anderes Land mit Invasion bedroht; ein Regime, das selbst zig Millionen von Opfern produziert hat, das zu den restriktivsten Regimen der Welt zählt, das Konzentrationslager für Gegner unterhält (auch wenn sie das leugnen wollen) und keinerlei Selbstkritik zulässt.

    Vielleicht möchten Sie Ihr Wissen diesbezüglich auffrischen? Ihre geopolitischen Analysen könnten davon profitieren.

    1. Wenn wir beide mal den Text zwischen „Begin der Uebersetzung“ und „Ende der Uebersetzung“ entfernen, dann stellt sich die Frage: Wo ist die fehlerhafter Analyse die Sie Herrn Roeper vorwerfen bloss verschollen ? Das die Gefahr eines Krieges durchaus besteht kann man doch wohl nicht bestreiten oder ?

    2. @ TheGrandPlayground

      Taiwan war 200 Jahre lang eine Präfektur der Provinz Fujian und wurde dann eine eigene Provinz. Bevor es japanische Kolonie wurde. Hainan gehörte zur Provinz Guangdong und wurde erst 1988 eine eigene Provinz, das wurde ja kurzzeitig auch noch von Taibei aus regiert.

      General Douglas MacArthur, Supreme Commander for the Allied Powers,
      General Order no. One vom 2.9.1945 besagte, daß die Japaner mit allen chinesischen Gebieten gegenüber Tschiang Kai-Schek kapitulieren, außer in der Mandschurei, dort gegenüber dem Genossen Stalin.

      Die Guomindang-Regierung Tschiang Kai-Scheks wurde gestürzt, und für die Chinesen war es natürlich nicht hinnehmbar, daß der nun Machthaber einer von japanischer Kolonie in US-Protektorat umgewandelten chinesischen Provinz wurde.

      Sie vertreten hier Ansprüche der alten Kolonialherren, garniert mit rassistischer Propaganda, die aus dem Demokratischen Zentralismus eine Diktatur von „asiatischer Grausamkeit“ macht. Kein Chinese behauptet, daß dort alles nur rosig und ohne Mängel sei. Aber diesen bösartigen totalitären Diktaturen des westlichen Blocks ist das System der VR China weit überlegen.

      Taiwan ist eine rein innere Angelegenheit Chinas. Die Ansprüche, die die alten Kolonialherren dort anmelden, haben keinerlei Relevanz.

      „Diese Diffamierungskampagnen, die von den Nachkommen von Sklavenhaltern, Kolonialisten und Völkermördern … durchgeführt wurden, stammen von demselben Baum, dessen bittere Frucht ihre Vorfahren dazu brachte, Afrikaner als untermenschliche Wilde anzusehen, die zivilisiert werden müssen.“
      – Eliezer Abate (Es geht um Äthiopien, paßt aber in China wie überall sonst.)

      1. Zum historischen Teil:

        1. Taiwan und die ROC sind zwei unterschiediche Dinge. Taiwan ist die Insel mit ihrer eigenen Bevölkerung (bestehend aus vielen verschiedenen Ethnien); die Republik China ist ein politisches Gebilde, von der KMT während ihrer Exilregierung bzw. Besatzung ausgerufen.

        2. Während der holländischen Kolonisierung siedelten viele Han-Chinesen über. Das wurde missbilligt und versucht, zu verbieten, denn traditionell erlaubte das chinesische Kaiserreich seinen Untertanen nicht, ihren Wohnsitz beliebig zu ändern oder ins Ausland zu gehen. (Es kam aber natürlich trotz Strafen vor.) Die holländische Kolinialisierung machte die Taiwanesen aber nicht zu Holländern.

        3. Die Mandschuren, die als Fremddynastie (Qing) über China herrschten, errichteten auch Garnisonen an der Westküste Taiwans und nannten es nun ihre Kolonie. Der Einflussbereich dieser Fremdherrschaft erstreckte sich nicht auf die ganze Insel, und die Anbindung an die Qing war nur lose. Formosa war während des Kaiserreichs nicht mal Teil des Tributsystems. Während dieser Phase wurde sogar versucht, Han-Chinesen im großen Maße zurückzuholen. Die lokale Population interessierte nicht, da es sie als etwas anderes wahrgenommen wurden als die chinesischen Untertanen. Die Kolonisierung machte Taiwanesen nicht zu Mandschuren; im Gegenteil, sie wurden als Eindringlinge wahrgenommen und es gab mehr als 100 Rebellionen zwischen 1683 und 1895.

        4. Japan besetzte die Insel 1895 und hielt es als japanische Kolonie bis zum Ende des Kriegs. Das hat die Taiwanesen nicht zu Japanern gemacht. Während dieser Zeit wurde Formosa von keinem Chinesen als Teil Chinas betrachtet, noch wurde eine „Rückgabe“ gefordert.

        5. Nach Japans Niederlage übernahmen die Alliierten vorübergehend die Kontrolle über die zuvor von Japan besetzen Kolonien. Taiwan wurde vorübergehend unter chinesische Kontrolle gestellt, bis sein Status durch internationale Verträge festgelegt werden könnte. Dazu kam es bekanntlich nicht, denn während dieser Zeit eskalierte der Bürgerkrieg erneut und die KMT war gezwungen, nach Taiwan zu fliehen, wo sie die lokale Bevölkerung unterwarfen, das Kriegsrecht ausriefen und ein authoritäres Regime einführten. Auch gegen dieses chinesische Regime gab es zahlreiche erfolglose Revolten und Aufstände mit tausenden Toten und zehntausenden Inhaftierten.

        6. Auch zu dieser Zeit war Taiwan KEIN Teil Chinas. Der San Francisco Peace Treaty von 1951 hat diesen Teil nicht behandelt, und kein Vertrag danach hat weder der Volksrepublik China noch der Republik China die Insel zugesprochen – aus eben diesem Grund, unter 1. genannt: Taiwan (oder Formosa) wurde von der KMT (ROC) besetzt und verwaltet, konnte aber nicht als Teil davon bezeichnet werden.

        7. Die Idee, dass ethnische Abstammung auch politische Einheit zur Folge haben müsse, ist im Übrigen eine Idee, die sich erst im 20. Jahrhundert gebildet hat. (Momentan hält sich die Forderung nach „Wiedervereinigung“ Deutschlands und Österreichs in Grenzen, habe ich gehört.) Chinesen haben Taiwan und die Bevölkerung dort (auch die, die von Han-Chinesen abstammte), noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht als Chinesen gesehen, sondern als Taiwanesen or Formosianer. Ethnische Chinesen in Malaysia sehen sich selbst als Malaysier, nicht als Chinesen. Taiwanesen nehmen China als anderes Land wahr, ebenso wie sie Japan, Vietnam, Korea usw.

        8. Dass bis 1949 nicht einmal die Spitze der kommunistischen Partei Taiwan als Teil Chinas, sondern als eigenständiges Land betrachteten, wird durch ihre eigenen Publikationen bestätigt. Z.B.:

        (a) Mao Tsetung schrieb z.B. 1935 (中央关于目前政治形势与党的任务决议) über die Möglichkeit der Kooperation mit einer starken kommunistischen japanischen Partei, die die japanischen Arbeiter … „und die unterdrückten Nationen, insbesondere Korea und Taiwan (台湾民族)“ einen könne, um den japanischen Imperialismus zu beenden.

        (b) Zhou Enlai forderte 1941 (民族至上与国家至上), dass China den Befreiungskampf anderer „Länder und Nationen“ (民族国家) unterstützen müsse, und dass dies nicht allein die Bewegungen in Korea und Taiwan, sondern auch auf dem Balkan, in Afrika usw. beinhalten müsse. („也正因为我们反对别人侵略,所以我们必须同情于其他民族国家的独立解放运动;这不仅朝鲜、台湾的反日运动,巴尔干非洲民族国家的反德意侵略,我们应该赞助,便连印度、南洋等地的民族解放运动,我们也应同情。…“)

        (c) Zwischen April und Juni 1945 wurde auf dem 7. Nationalen Volkskongress ein Dokument mit dem Titel “台湾等国留延党员致中共七大大会祝贺词” veröffentlicht – eine Gratulation an „Taiwan und andere Länder“ (台湾等国!!!) zur Befreiung von der Fremdherrschaft.

        9. Die Kuomintang war eine chinesische Partei, gegründet in China und vor 1949 ohne Bezug zu Taiwan. Als sie nach dem 2. Weltkrieg nach Taiwan auswichen, herrschten sie über die Insel als eine fremde Macht (ROC) mit Gewalt gegen die lokale Bevölkerung, töteten und verhafteten Tausende. Das Interesse der KMT war es, die Kontrolle über China wiederzugewinnen. Die taiwanesische Bevölkerung hatte kein Interesse daran. Sie haben sich nie als Teil Chinas betrachtet, hatten und haben kein Interesse daran, einer zu werden (oder, im Jargon der KPCh, an der „Wiedervereinigung“).

        Zur gegenwärtigen Situation:

        10. Die historische Situation ist komplexer, als Sie es darstellen. Sie kann darüber hinaus nicht als Rechtfertigung für irgendwelche Forderungen der Gegenwart herangezogen werden. Geschichte schafft Fakten, und ein Fakt ist, dass Taiwan in der Gegenwart eine eigenständige Nation ist – mit einem eigenen politischen System, einer eigenen Wirtschaft, einem eigenen Rechtssystem, einer eigenen Presse und einer eigenen Bevölkerung. Nach mehreren Jahrzehnten ist die Macht der KMT heute stark geschrumpft, sie ist nun nur noch eine eher mäßig beliebte Partei unter dutzenden. Sie ist nicht mehr in der Position, das Schicksal der Taiwanesen zu bestimmen, und die haben mehrheitlich kein Interesse daran, Teil Chinas zu werden (wie es immer war). Sollte sich das ändern … Alles andere wäre eine Eroberung eines fremden Landes.

        Und mir Rassismus und kolonialistisches Denken zu unterstellen … ach, lassen wir das.

  15. China braucht keinen Krieg, es muss nur abwarten. Die westlichen Staaten brauchen eine hohe Inflation und eine Rezession um ihre Staatsschuldenkrisen zu bewältigen, sowohl die V. Staaten als auch die EU. Man versucht derzeit, die Inflation mit hohen Energiepreisen loszutreten. In der europäischen Union wollen sie auch durch Gelddrucken, Geldverschiebung Richtung Süden und Nullzins den Euro retten, koste es was es wolle.
    Ein großer Krieg würde den V.Staaten in die Hände spielen, da er von deren internen wirtschaftlichen Problemen ablenkt. Sie opfern gerade Europa, indem sie versuchen dessen Industrie über den Teich zu holen, um noch ein paar Jahre im jetzigen Modus rauszuschinden.
    Der Rest der Welt sollte abwarten und keinen offenen Konflikt suchen. Nach dem Abwerten der westlichen Währungen und der teilweisen Abwanderung der Industrie, werden sich die Machtverhältnisse verschieben.

  16. Ich glaube nicht, dass es sich lohnt, hier noch nach strategischen Zielen zu suchen. Die USA sind am Ende, innen- und außenpolitisch. Die Demokraten werden ihre Macht verlieren und unter Trump oder einem anderen republikanischen Führer wird es keine amerikanischen Auslandseinsätze des Militärs mehr geben, wahrscheinlich wird sogar die NATO-Mitgliedschaft aufgekündigt. Also geht es hier nur noch darum, der Rüstungsindustrie und den korrupten Politikern die letzten guten Geschäfte zu ermöglichen, bevor es zu Ende ist.

    Dies ist die vierte Waffenlieferung seit Anfang des Jahres. Aber selbst das reicht Esper nicht:
    „Ich bin überhaupt nicht enttäuscht, außer von der Geschwindigkeit, mit der wir Waffen verkaufen. Und zwar nicht nur an Taiwan, sondern an Partner in der ganzen Welt. In dieser Hinsicht haben wir noch viel zu tun. Darüber hinaus wurde vorgeschlagen, das Angebot zu erweitern. Dazu gehören beispielsweise das Panzerabwehrraketensystem Javelin und das tragbare Flugabwehrsystem Stinger.“

    Also, deutlicher kann man es doch nicht mehr sagen. Alles muss raus, der Ausverkauf hat begonnen. Und das für die Amis nur das Geschäft heute und jetzt von Belang ist, lässt sich doch auch daran erkennen, dass sie ein Land in den Krieg treiben wollen, von dessen Mikroprozessoren ihre eigene Wirtschaft abhängt.

    1. Taiwan ist ja auch China. Aber davon ab ist das gut denkbar. Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die dafür spricht. Es sei denn, die russischen und chinesischen Strategen haben eine ganz andere, unerwartete Überraschung auf Lager.

      1. @John Magufuli: Also dem kann ich nicht zustimmen. Wir sollten doch mittlerweile gelernt haben, dass Themen, die der MS setzt, grundsätzlich einer ganz anderen Agenda folgen, als man dem eigentlichen Wortlaut her entnehmen kann. Die USA machen noch auf dicke Hose, wahrscheinlich aus alter Gewohnheit und weil ihnen mehr nicht einfällt, wissen aber ganz genau, dass es für sie sehr schnell, sehr eng wird, wenn sie wirklich selbst in das Kriegsgeschehen in der Ukraine eingreifen oder gar eine militärische Auseinandersetzung mit China anzetteln. Ich halte das alles nur noch für PR, um die Rüstungsverkäufe am Laufen zu halten und von der Innenpolitik in den USA abzulenken. Und ich denke, der ganz wesentliche Faktor ist, dass so nochmals der Griff ganz tief in die Staatskassen möglich gemacht wird, bevor der Regimechange in den USA bzw. die Staatsbankrotte in der EU kommen. Es verdienen halt noch genug Leute zu gut an den jetzigen Geschehnissen und Verhältnissen, als dass sie es beenden wollten. Aber mehr als Geld und Waffen werden die USA in keinen Konflikt, den sie selbst angezettelt haben oder noch beabsichtigen anzuzetteln, mehr stecken und viel Zeit bleibt ihnen dafür ja auch nicht mehr.

  17. Wer genau provoziert? Die Wall Street macht bei erratischen Börsenkursen die größten Gewinne. Ich glaube, Öl und Gas werden zurückgehalten und sind Opfer von Spekulationen geworden. Die Preise sind ja keine Absprachen zwischen Petro-Industrie und Käufer, die Preise sind Spekulationen von Händlern und werden an den Termin-Börsen gemacht.
    Die Deregulierung der Börsen hatte auch Lebensmittel einbezogen. Als die Spekulationen überschossen, kam es zur Lebensmittel-Knappheit im Orient, obwohl genug Lebensmittel am Markt waren. Die Preise schossen in die Höhe und waren schließlich verantwortlich für den Arabischen Frühling; die Wall Street hat den ausgelöst und sozusagen die USA mit Terminkontrakten aus dem Orient rausgebombt.

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