Das russische Fernsehen über das wachsende Risiko eines Atomkrieges
In der EU wird eine atomare Bewaffnung gefordert und der US-Präsident, der Herr über den „roten Knopf“, wurde in einem offiziellen Regierungsbericht als alter und dementer Mann eingestuft. Wer kontrolliert im Westen eigentlich die Atomwaffen und wie gefährlich ist das?
Im wöchentlichen Nachrichtenrückblick des russischen Fernsehens hat der Moderator sich in einem Kommentar über den Umgang des Westens mit seinen Atomwaffen geäußert und die Fragen, die er aufwirft, sind nicht von der Hand zu weisen. Daher habe ich seinen Kommentar übersetzt.
Beginn der Übersetzung:
Das Risiko eines Atomkriegs nimmt weiter zu
Streng genommen ist das ein Verstoß gegen den Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen. Denn obwohl die USA formal die Kontrolle über ihre Waffen in Deutschland behalten, liegen sie in deutschen Lagern und auf deutschem Hoheitsgebiet, was bedeutet, dass sie bereits unter gemeinsamer Kontrolle sind.
Diese Woche hat Deutschland beschlossen, noch weiter zu gehen. Amerikanische Atomwaffen an ihrer Seite scheinen ihnen nun zu wenig zu sein. Finanzminister Christian Lindner sprach sich in der Frage der nuklearen Abschreckung für eine stärkere Zusammenarbeit mit Großbritannien und Frankreich aus. Dabei verwies er auf das großzügige Angebot des französischen Präsidenten Macron, auf das wir später zurückkommen werden. Bleiben wir erst einmal bei den Deutschen.
Katharina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments aus der SPD von Bundeskanzler Scholz, hat sich für die Gründung einer Atomstreitmacht der EU ausgesprochen. Allerdings hat die EU keine militärischen Funktionen. Das ist einfach nicht vorgesehen. Und nun gleich Atomwaffen! Aber Katarina Barley ist das nicht unangenehm. Hier sind ihre Worte: „Auf dem Weg zur Bildung der europäischen Armee könnte das ein Diskussionsthema werden.“
Und wie gefällt Ihnen diese Geschichte? Unter dem Vorwand der grünen Agenda hat Deutschland im vergangenen Frühjahr seine letzten Kernkraftwerke abgeschaltet. Schließlich ist schon die friedliche Nutzung der Atomkraft so Angst einflößend! Aber von den amerikanischen Atomwaffen im Lande redet niemand. Außerdem wird das Land in die atomaren Spiele von Großbritannien und Frankreich gezogen. Gibt es da eine Logik? Nein. Genauso wie bei der Erhöhung der Kohleverstromung nach der Schließung der Atomkraftwerke.
Und nun zu den Franzosen. Die haben nicht vor, auf Kernkraftwerke zu verzichten, obwohl die Flotte ihrer Kernkraft veraltet ist und Frankreich im 21. Jahrhundert kein einziges Kernkraftwerk gebaut hat. Aber dafür hat Macron beschlossen, sich anders zu beweisen. Kürzlich sagte er bei einem Besuch in Schweden wörtlich Folgendes: „Frankreich hat die Verantwortung, seine nuklearen Fähigkeiten der EU zur Verfügung zu stellen.“
Entschuldigung, aber wie soll man sich das zur Verfügung stellen überhaupt vorstellen? Wer in der EU soll über die nuklearen Fähigkeiten Frankreichs verfügen? Josep Borrell, der sich als Verteidigungsminister der EU präsentiert, obwohl es das Amt dort de facto nicht gibt?
Und wieder stellt sich die Frage der Nichtweiterverbreitung. Überhaupt ist Macrons Einstellung zu Atomwaffen wie die von Chlestakow in Gogols „Der Revisor“: Er hat eine außergewöhnliche Leichtigkeit im Denken. Man fragt sich, ob ihm das jemand aus der Nase gezogen hat? Chlestakow jedenfalls, der vor der erstaunten Tochter des Stadtdirektors mit seiner literarischen Begabung prahlte, verwies auf die Theaterleitung.
So verblüffte Macron eines Abends alle, und dann ging es erst richtig los. Die Deutschen haben reagiert. Trump erklärte, wenn Europa Amerika nicht bezahle, dann werde Amerika die Verbündeten, die Geld schulden, nicht mehr verteidigen. Und selbst der Spiegel kommt heute auf der Titelseite mit der Frage heraus: „Braucht Deutschland jetzt die Bombe?“ Schließlich verweigert Trump sie…
Jedenfalls ist die „ungewöhnliche Leichtigkeit des Denkens“ über Atomwaffen nicht nur in Europa zu beobachten. In den USA ist der nukleare Knopf in den Händen von Präsident Biden, dem letzte Woche offiziell eingeschränkte Handlungsfähigkeit konstatiert wurde. Sonderermittler Robert Hur veröffentlichte einen Bericht über Bidens Strafsachen und kam zu einem negativen Ergebnis, denn Biden ist, Zitat, „ein älterer Mann mit Gedächtnisproblemen, der in vielen Fällen Schwierigkeiten hat, sich an grundlegende Fakten und Details zu erinnern.“
Und so ein Mensch ist in den USA in der Position, dass er als einziger den Einsatz von Atomwaffen anordnen kann.
Der andere Mensch, mit dem Biden von Amts wegen Rücksprache halten muss, bevor er den Atomknopf drückt, ist Verteidigungsminister Lloyd Austin. Doch General Lloyd Austin verschwindet unter eklatanter Missachtung seiner Dienstpflicht für fast zwei Wochen im Krankenhaus, ohne irgendjemandem etwas zu sagen. Wie geht das überhaupt? Unter diesen Umständen ist der Umgang mit Atomwaffen im Westen, sowohl in Europa als auch in Amerika, gelinde gesagt, fahrlässig.
Weitere Beispiele gefällig? Als er noch Präsident war, hat Donald Trump potenzielle Atommächte wie Iran und Nordkorea verärgert. Beim Irans hat er die USA aus dem Atomabkommen herausgezogen, das Teheran bestimmte Beschränkungen auferlegt hatte, und gegenüber Nordkorea verhielt er sich einfach nur arrogant und boshaft.
Mit großem Pomp hat Trump sich dreimal mit dem nordkoreanischen Führer Kim Jong-Un getroffen und mit ihm sogar ein Abkommen über amerikanische Sicherheitsgarantien im Gegenzug für die vollständige Denuklearisierung der gesamten koreanischen Halbinsel unterzeichnet, er tat aber nichts in dieser Richtung. Er hat gelogen und einmal öffentlich versprochen, Kim am nächsten Sonntag anzurufen, aber ihn nie angerufen. Dann behauptete er plötzlich, er habe einen „herzlichen Brief“ von Kim erhalten, doch aus Pjöngjang kam ein Dementi – Kim Jong-Un hat keinen Brief an Trump geschickt. Dann hat Trump Nordkorea und seine eigenen Zusagen einfach vergessen. Das ist sehr amerikanisch.
Es ist klar, dass Nordkorea keine andere Wahl hat, als seine nuklearen Raketenfähigkeiten weiterzuentwickeln und sich selbst um seine Sicherheit zu kümmern.
Das Risiko eines Atomkriegs nimmt unter diesen Bedingungen weiter zu, und sei es nur durch menschliches Versagen. Und bei diesem Verhalten folgt, wie wir sehen, bereits ein menschliches Versagen dem anderen. Unverzeihliche Fahrlässigkeit.
Ende der Übersetzung
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