Nach 20 Monaten

Die Vorgeschichte der türkischen Zustimmung zum NATO-Beitritt Schwedens

Nach 20 Monaten zäher Verhandlungen hat das türkische Parlament dem schwedischen NATO-Beitritt zugestimmt. Hier erinnere ich an die Probleme des Prozesses.

Der Weg Schwedens in die NATO ist nun fast frei, nachdem das türkische Parlament dem Beitritt Schwedens zugestimmt hat. Der Weg dahin war lang, denn Erdogan hat versucht, seine Zustimmung so teuer wie möglich zu verkaufen. Nun fehlt noch grünes Licht aus Ungarn, damit Schweden der NATO beitreten kann.

Die russische Nachrichtenagentur TASS hat die wichtigsten Punkte der langen Verhandlungen kurz zusammengefasst und ich habe den TASS-Artikel übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

20 Monate lang verhandelt: Die Türkei hat Schwedens Beitrittsantrag zur NATO genehmigt

Das türkische Parlament hat einen Gesetzentwurf zur Ratifizierung des schwedischen Beitrittsprotokolls zur NATO gebilligt, Stockholm hatte seinen Antrag bereits im Mai 2022 eingereicht. Das Dokument muss nun vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unterzeichnet werden und tritt nach der Veröffentlichung im Staatsanzeiger in Kraft.

Ankara hat von Stockholm die Umsetzung von Anti-Terror-Abkommen und die Aufhebung des Waffenembargos gefordert. Nachdem Schweden Ende Dezember 2023 mitgeteilt hatte, dass es begonnen habe, türkischen Unternehmen Genehmigungen für derartige Exporte zu erteilen, erklärte die Türkei, sie erwarte Fortschritte in Bezug auf Stockholms NATO-Mitgliedschaft.

Schweden kann jedoch noch nicht Mitglied der NATO werden, denn sein Antrag wurde von Ungarn nicht ratifiziert.

Die TASS hat die wichtigsten Informationen über die Schwierigkeiten des Beitritts des Landes zur Allianz zusammengestellt.

Antrag auf NATO-Mitgliedschaft

Schweden hat, wie Finnland, am 18. Mai 2022 einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft gestellt.

Ende März 2023 ratifizierte die Türkei als letztes Mitgliedsland der Allianz den Beitritt Finnlands zur NATO. Helsinki trat dem Bündnis offiziell im April 2023 bei.

Die Türkei hatte keine Einwände gegen den NATO-Beitritt beider Länder, verlangte aber, dass sowohl Schweden als auch Finnland auf Ankaras „Sicherheitsbedenken“ eingehen. Dabei hatte Ankara weitere Fragen an Stockholm.

Die Forderungen der Türkei an Schweden

Die Türkei hält die Kontakte der nordischen Länder zu Organisationen, die Ankara als terroristisch betrachtet und die mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und den Selbstverteidigungskräften des Volkes in Syrien (YPG) in Verbindung stehen, für problematisch, .

Ende Juni 2022 unterzeichneten die Türkei, Schweden und Finnland ein gemeinsames Memorandum über den NATO-Beitrittsprozess, in dem sie unter anderem vereinbarten, im Kampf gegen die PKK zusammenzuarbeiten und die Anti-Terror-Gesetze anzupassen. Stockholm erklärte sich außerdem bereit, das Embargo für Rüstungslieferungen an Ankara aufzuheben.

Gleichzeitig forderte Ankara von Stockholm die Auslieferung kurdischer Aktivisten, die des Terrorismus beschuldigt werden und in Schweden politisches Asyl erhalten haben. Die Türkei betonte, dass die Genehmigung des NATO-Beitrittsantrags von der Umsetzung der Vereinbarungen zur Terrorismusbekämpfung abhängen würde.

Antitürkische Kundgebungen in Schweden

Vor dem Hintergrund der Verhandlungen kam es in Schweden jedoch weiterhin zu antitürkischen Kundgebungen. So wurde im Januar 2023 bei einer Kundgebung zur Unterstützung der PKK eine Puppe, die Erdogan ähnelte, an den Beinen aufgehängt. Eine ähnliche Aktion fand im September vor der türkischen Botschaft in Stockholm statt, als der schwedische Anti-NATO-Aktivist Lukas Lundqvist eine als Erdogan verkleidete Puppe verbrannte.

Es gab auch mehrere öffentliche Koranverbrennungen in Stockholm. So riss Salwan Momika, ein Einwanderer aus dem Irak, Ende Juni desselben Jahres im Zentrum der schwedischen Hauptstadt Seiten aus dem heiligen Buch der Muslime heraus und zündete es an. Ende September fand eine Aktion vor der türkischen Botschaft in Stockholm statt, wo eine Frau unter Polizeischutz eine Mahnwache abhielt. Sie sagte, dass sie den NATO-Beitritt Schwedens nicht unterstütze und äußerte sich auch gegen Erdogan.

Ankara verurteilte die Koranverbrennungen und forderte Stockholm auf, Maßnahmen zu ergreifen, um derartige Situationen zu verhindern. Gleichzeitig verhinderte die schwedische Regierung derartige Auftritte aber nicht wirklich.

Der Deal der Türkei mit dem Westen

Erst im Juli 2023 erklärte Erdogan, dass er bereit sei, das schwedische Protokoll über die Aufnahme Schwedens in die NATO zu ratifizieren, wenn der Türkei der Weg in die EU geöffnet werde. Schweden hat versprochen, den EU-Beitrittsprozess der Türkei und die Verhandlungen über die Visafreiheit zu intensivieren sowie die Zollunion zwischen der Union und Ankara zu modernisieren.

Als Reaktion auf die Vorwürfe, die Vereinbarungen zur Terrorismusbekämpfung nicht umgesetzt zu haben, versprach Schweden, die PKK und die Gülen-Organisation, die Ankara beschuldigt, den Putsch vom 15. Juli 2016 geplant zu haben, nicht zu unterstützen.

Erfüllung des Memorandums

Im Jahr 2023 stellte die Türkei fest, dass Schweden die Bedingungen des gemeinsamen Memorandums nicht erfüllt hatte. Erdogan betonte, dass der Prozess der Genehmigung des schwedischen Antrags durch das türkische Parlament von den Handlungen Stockholms abhänge. Es reiche nicht aus, Gesetze zu ändern, man müsse sie auch in die Praxis umsetzen.

Die türkische Regierung erklärte jedoch, es sei möglich, Schwedens Antrag auf NATO-Mitgliedschaft im Oktober zu prüfen, wenn die Herbstsitzung des Parlaments beginnt. Daraufhin brachte Erdogan das Protokoll über Schwedens NATO-Mitgliedschaft am 23. Oktober 2023 in das türkische Parlament ein. Das Dokument lag mehrere Monate lang im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten, der es erst Ende Dezember genehmigte.

Bereits im November hatte Erdogan erklärt, Schweden habe zwar Schritte für den Waffenexport unternommen, aber keine Maßnahmen zur Einschränkung der Aktivitäten der in der Türkei verbotenen PKK ergriffen. Ende Dezember 2023 stellte Schweden klar, dass es begonnen hatte, türkischen Unternehmen Genehmigungen für den Export von Rüstungsgütern zu erteilen. Danach erklärte die Türkei, sie erwarte Fortschritte in Bezug auf Schwedens NATO-Mitgliedschaft.

Die F-16-Frage

Vor einigen Jahren beantragte die Türkei bei den USA 40 Kampfflugzeuge des Typs F-16 Block 70 und 80 Nachrüstsätze des Typs Block 70 für ihre Flugzeuge. Im Jahr 2023 forderten einige Kongressabgeordnete, diese Lieferungen an die Türkei an die für die Aufnahme Schwedens in die NATO erforderlichen Schritte Ankaras zu knüpfen.

Die Türkei hat erklärt, sie sei über dieses Vorgehen der USA „frustriert“. Erdogan hat unterdessen erklärt, er erwarte von den USA Gegenseitigkeit beim Verkauf von F-16-Kampfjets an Ankara und der Ratifizierung des schwedischen Angebots, und er hat gefordert, dass das alles auf einmal erfolgt. Dabei hat die Türkei auch andere Alternativen für die Anschaffung von Kampfflugzeugen der nächsten Generation in Betracht gezogen.

Im Dezember 2023 schlossen die Türkei und die USA die technischen Gespräche über den Verkauf der Kampfflugzeuge ab, wobei Ankara erklärte, dass es darauf warte, dass Washington das Verfahren für den Verkauf der F-16 abschließt.

Ende der Übersetzung


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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

26 Antworten

    1. Mit der Aussicht auf den baldigen Nato-Beitritt begeben sich die Schweden unter der »schirmenden Hand« der USA, und brauchen nicht mehr ständig zu befürchten von Russland überfallen zu werden, denn die Schweden haben richtig erkannt, dass die Russen nur darauf »lauern« über Schweden herzufallen.

      Und obwohl wir in der Nato sind, mache ich mir mehr Sorgen darüber, dass die Russen uns überfallen könnten und dass es dann aus wäre mit der Demokratie und der Meinungsfreiheit, als darüber, woher ich das Geld durch die Preisexplosion für die Lebensmittel, für den Strom, für die Miete aufbringen soll.

      1. Schade, dass sie so wenig Kenntnisse der deutschen Geschichte haben. Aber vielleicht hilft ihnen folgendes;

        Adolf Hitlers Rede an das deutsche Volk vom 22. Juni 1941, in der den Überfall auf die Sowjetunion rechtfertigt

        „Heute stehen rund 160 russische Divisionen an unserer Grenze. Seit Wochen finden dauernde Verletzungen dieser Grenze statt, nicht nur bei uns, sondern ebenso im hohen Norden, wie in Rumänien. Russische Flieger machen es sich zum Vergnügen, unbekümmert diese Grenzen einfach zu übersehen, um uns wohl dadurch zu beweisen, daß sie sich bereits als die Herren dieser Gebiete fühlen.

        In der Nacht vom 17. zum 18. Juni haben wieder russische Patrouillen auf deutsches Reichsgebiet vorgefühlt und konnten erst nach längerem Feuergefecht zurückgetrieben werden.

        Damit aber ist nunmehr die Stunde gekommen, in der es notwendig wird, diesem Komplott der jüdisch-angelsächsischen Kriegsanstifter und der ebenso jüdischen Machthaber der bolschewistischen Moskauer Zentrale entgegenzutreten.

        Deutsches Volk!

        In diesem Augenblick vollzieht sich ein Aufmarsch, der in Ausdehnung und Umfang der größte ist, den die Welt bisher gesehen hat. Im Verein mit finnischen Kameraden stehen die Kämpfer des Siegers von Narvik am Nördlichen Eismeer. Deutsche Divisionen unter dem Befehl des Eroberers von Norwegen schützen gemeinsam mit den finnischen Freiheitshelden unter ihrem Marschall den finnischen Boden. Von Ostpreußen bis zu den Karpaten reichen die Formationen der deutschen Ostfront. An den Ufern des Pruth, am Unterlauf der Donau bis zu den Gestaden des Schwarzen Meeres vereinen sich unter dem Staatschef Antonescu deutsche und rumänische Soldaten.

        Die Aufgabe dieser Front ist daher nicht mehr der Schutz einzelner Länder, sondern die Sicherung Europas und damit die Rettung aller“

      2. Ach ja und wieder steht der Russe vor der Tür … all derjenigen, die sich bei ARD und ZDF in der ersten Reihe haben das Hirn wegblasen lassen …
        Und die einfachste Frage lautet: Was wollen die Russen in Europa? Was sollen sie mit diesem herunter gewirtschaften Saustall anfangen?

        1. Natürlich steht der Russe vor der „eigenen“ Tür, wenn sich die „North American Terror Organization“ bis an die Grenzen Russlands ausdehnt.

          Aber das zu erkennen, nun, dafür fehlt u.A. dem Dummländer halt etwas, was man „Hirn“ nennt. Und komm mir nicht mit den Adabuhrienten und den Adechemiker mit Schundidumm. Das sind die allerschlimmsten Wissensallergiker und Propaganda-Gläubigen. Am besten kann man sich noch mit Deutschen unterhalten, die eine Ausbildung genossen haben. Da ist wenigstens noch eigenes Denken vorhanden.

  1. Und nun sind (fast) alle Anrainerstaaten der Ostsee nato-sklaven, wird schwierig für die russische Seefahrt im Notfall – wobei ich den nicht näher deklarieren will, denn die Taten der nato-sklaven sind unergründlich… – siehe zum Beispiel Nordstream etc.
    Die Einkesselung Russlands wird immer realer… 😤😤

      1. Einkesseln, einkreisen, isolieren – rund um Russland werden alle Staaten dazu benutzt sich eben gegen Russland zu stellen – mit nato-isieren, wirtschaftlichen Abhängigkeiten, Farb-„revolutionen“ und/oder auch ganz simplen Putschen – bei etlichen hat es geklappt – jedoch zum Glück noch nicht bei allen.

          1. Der Glanz des Westens ist immer noch da und nennt sich „IWF“. Wie viele Milliarden hat die Türkei vom IWF erhalten, damit sie Russland in den Rücken fallen? 11 Mrd.? 13. Mrd? Der IWF macht nichts ohne politische und wirtschaftliche Gegenleistung.
            Und wieder mal der alte Schwurbler und Verschwörungstheoretiker Hersh, der es richtig erkannt hat:
            https://augenauf.blog/2023/07/14/seymour-hersh-biden-tauschte-iwf-hilfe-gegen-die-zustimmung-der-turkei-zur-nato-mitgliedschaft-schwedens-ein/

            Young global leader Orban zeigt jetzt auch sein wahres Gesicht.

          2. „Ich denke, die Zeit der Farbenrevolutionen geht zu Ende.“
            Warte mal ab, wenn die AfD tatsächlich irgendwo in einem Land indie Landesregierung kommt. Die Vorbereitungen für genau diese Farbrevolution laufen jetzt unter dem Vorwand „Demo gegen rechts“.

  2. Erdoğan arbeitet sich an den Knechten ab, aber an den Herren, die USA, traut er sich nicht heran.

    Viele der außenpolitischen Manöver Erdoğans sind bloß Blendwerk für das eigene Wahlvieh.

    Wir Türken haben die Wahl zwischen dem Scharlatan Erdoğan und der transatlantischen Opposition. Allah erbarme sich uns!

    1. Die Deutschen und die anderen Europäer sind doch zum Pudel der Amerikaner geworden und sie schimpfen auf das türkische „Stimmvieh“. Wessen Stimmvieh sind Sie denn persönlich? Immerhin sagt die TR nicht zu allem ja und amen was von den USA kommt. Wenn es so wäre wären die Drecksamis schon im schwarzen Meer.

    1. So sehe ich das auch, er holt das beste für sein Volk raus und davor habe ich Respekt. Er ist nicht so kriecherisch unterwegs wie unsere Politiker, die nur die Interessen der Amis im Blick haben und nicht die deutschen interessen

  3. @grauer Wolf
    In der Türkei befinden sich ein Dutzend amerikanische Militärbasen. Der Vertrag von Montreux verbietet es, dass die Drecksamis im Schwarzen Meer präsent sind, nicht Herr Erdoğan.
    Er ist mit Worten immer groß dabei, aber am Ende knickt er immer ein, wie mit der Nato-Mitgliedschaft Schwedens.

    1. @Ahmet

      Er ist nicht „eingeknickt“ er hat die Sache verkauft, und dafür ein „Preis“ bekommen mit der er zufrieden war. Sonst hätte er seine „Wahre“ nicht zu dem Preis her bekomme.
      Weil er aus einer Position „der stärker“ verhandeln kann.

      Erdogan hat sich in den letzten 10 Jahren wahrscheinlich zu stärksten Politiker auf der Welt gemacht.

      Ich kann mir die parallele nicht verkneifen das seit 2014 die politische Lage so gekippt ist, das Erdogan sein Preis diktieren kann, währen Putin mittlerweile das nehmen muss was geboten wird …

      1. So sehe ich das auch aber Ahmet ist sicher ein Oppositioneller und deswegen ist alles was Erdogan macht falsch und die Leute die ihn wählen sind Stimmvieh. Soviel Arroganz und so wenig Respekt gegenüber Andersdenkenden. Aber wenn man ihn fragt ist er sicher ein Demokrat.

    2. In der Türkei sind meines Wissens max drei Basen, wo kommen denn Ihre dutzenden Basen denn her? Bitte um Quellenangaben, ansonsten bitte um Ruhe bevor Sie Lügen verbreiten. Der Vertrag von Montreux ist in vielen Bereichen intertretationsfähig, das ist doch Erdogan, der den Vertrag gemäß seiner Interpretation umsetzt. Wenn es nicht so wäre, wären die ukrainischen Minenräumer, von den Briten geschenkt, schon im schwarzen Meer. Etwas mehr Faktenwissen und weniger Blindheit vor Haß wäre wirklich gut

    3. hm…Man konnte lesen, dass die Amis aus Syrien abziehen – wenn das mit der Türkei & dem NATO-Beitritt Schwedens zu tun haben sollte, könnte das für Syrien besser werden – zumal RF ein guter Verhandler zwischen Erdogan & Assad sein wird….

      Schweden selber kann man als NATO -Mitglied vernachlässigen……

  4. Frage an den „Wertewesten“: Warum haben die Kurden noch immer keinen eigenen Staat? In wieviel Länder sind sie aufgeteilt? Das erinnert mich an das Schicksal der Deutschen. Übriggeblieben von Deutschland ist die besetzte brD, die wird mit Fremdvölkern überschwemmt, die sie versorgen muß. Was für ein elendes Schicksal!!!!

    1. Zumindest die meisten türkischen Kurden wollen keinen eigenen Staat. Die größte kurdische Stadt in der Türkei ist Istanbul 🙂 Wenn Sie sich die aktuellen Politiker in der Türkei anschauen, sind viele Parlamentarier in der Türkei Kurden, das gilt z.B auch für Hakan Fidan, der aktuelle türkische Außenminister und ehemaliger Geheimdienstchef. Er wird als Nachfolger von Erdogan gehandelt.

  5. Seit wann ist Wikipedia eine verläßliche Quelle? Die meisten dieser Basen sind meines Wissens Radarstationen sowie NATO Basen. Übrigens Incirlik ist auch eine Natobasis. Aber Sie scheinen Recht zu haben es sind
    mehr als drei!

  6. Türkei spielt und lenkt ab. Schweden ist seit kurz nach der Ermordung von Olaf Palme durch den CIA vermutlich, längst in der NATO integriert in ihren militärstrategischen Planungen gegen Russland.

    Viele wissen immernoch nicht was passieren wird.

    Atomares Szenario mit Hilfe der Ukraine und dem Putsch von 2013/2014.

    Der Angriff auf Russland erfolgt mit Hyperschallraketen, welche atomar bestückt sind und bei einer Geschwindigkeit von 20 Mach ihr Ziel in 56 Sekunden erreichen können. Dafür werden nur 220 Raketen benötigt. Der Enthauptungsschlag erfolgt aus allen Himmelsrichtungen zur selben Zeit aus unmittelbarer Grenznähe zu Russland.

    Russland ist nicht in der Lage durch die extrem kurze Reaktionszeit diese abzufangen. Eine Grenznähe zum Start dieser superschnellen Raketen von 50 Kilometern ist völlig ausreichend.

    Dies erläuterte ich bereits vor Jahren. Zuletzt im Februar 2022 fügte ich ein Video dazu, welches die Tatsachen und Fakten visuell auffrischt. Es ist zu finden auf Telegram oder auch auf vk.com, welches im wiederum im Kanal direkt verlinkt ist. Auch auf vk.com trägt der Kanal natürlich den selben Namen „Anonym“

    Der Link zum Video und somit zum Kanal:
    https://t.me/nachdenkseiteanonym/256

    Die 90.000 Soldaten des Manövers sind die Nachhut. Zu den 90.000 haben die teilnehmenden NATO-Staaten an der direkten Grenze zu Russland (Türkei und Ukraine eingeschlossen) noch mal zirka 2,3 Millionen Soldaten, plus Reservisten und paramilitärische Kräfte. Dann kommen wir auf über 3 Millionen Sölner an der Grenze zu Russland.

    Eine Hyperschallwaffe ist ein über längere Zeit hyperschallschneller (also schneller als Mach 5), manövrierbarer Gefechtsflugkörper, der die Erdatmosphäre zum Auftrieb nutzt. Zwar erreichen auch etwa Interkontinentalraketen (ICBMs) Geschwindigkeiten von über Mach 20, allerdings folgen diese (wie andere ballistische Raketen) nach der Antriebsphase einer gut vorhersagbaren Flugbahn überwiegend durch den Weltraum und besitzen beim Wiedereintritt in die Atmosphäre nur geringe Manövrierbarkeit. Sie gelten deshalb nicht als Hyperschallwaffen.

    Geschichte dazu:

    Erste Ideen von hyperschallschnellen Flugzeugen gehen bereits bis in die 1930er zurück. Eugen Sänger und Irene Sänger-Bredt entwarfen im Dritten Reich den Silbervogel, einen suborbitalen Gleiter, der von einer Rakete aus gestartet werden sollte. Das Konzept wurde aber als zu komplex und teuer für eine Realisierung verworfen.

    Das Interesse an Hyperschallwaffen war in den Folgejahrzehnten eher gering. Zwar wurde an dem Thema weiter geforscht, aber keine Waffensysteme wurden bis zur Anwendbarkeit entwickelt. Stattdessen wurden Ballistische Raketen und Marschflugkörper genutzt, die die jeweiligen Anforderungen besser erfüllten. Im Zweiten Weltkrieg wurde von deutschen Wissenschaftlern die Raketentechnologie wegweisend weiterentwickelt und von den Siegermächten übernommen. In der Folge wurden mit Raketen Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt, die auch in den Bereich der Hyperschallgeschwindigkeit fallen. Etwa erreichte man mit der North American X-15 bereits in den 1960ern Mach 6,7. Die USA und Sowjetunion entwickelten mit Interkontinentalraketen Trägersysteme für nukleare Sprengköpfe, die beim Wiedereintritt Geschwindigkeiten von über Mach 20 erreichen können. Parallel dazu wurden Strahltriebwerke entwickelt. Diese werden in Marschflugkörpern verwendet, die etwa konventionelle Sprengköpfe tragen.

    Im Bereich der Hyperschallwaffen betrieben die Vereinigten Staaten von Amerika in den 1950er/1960er-Jahren mit Dyna-Soar ein Projekt zur Entwicklung eines hyperschallschnellen Gleiters, welches aber bereits 1963 eingestellt wurde.

    In den frühen 2000er Jahren rückten Hyperschallwaffen wieder in das Interesse der Militärs. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 suchten die Vereinigten Staaten von Amerika nach einer Möglichkeit, ohne den Einsatz von Interkontinentalraketen (ICBMs) globale, schnelle Angriffe etwa gegen Terroristenstellungen durchzuführen. Konventionell bestückte ICBMs wären hierfür zwar auch geeignet, jedoch wurden Verwechslungen mit einem Atomschlag befürchtet. Durch den Rückzug der USA 2002 aus dem ABM-Vertrag, der die Verwendung von Raketenabwehrsystemen begrenzte, und dem damit ermöglichten Aufbau einer Raketenabwehr durch die USA im Zuge ihrer National Missile Defense wurden Hyperschallwaffen auch für Russland und China interessant. Diese sahen durch die erhöhten Abwehrmöglichkeiten der USA gegen ICBMs ihre Zweitschlag-Möglichkeiten gefährdet.

    Deswegen wurde zwingend an der Abwehrmöglichkeit hart gearbeitet von mehreren NATO-Staaten die über verschiedene Waffensysteme verfügen. So auch Israel mit ihren Iron Dome-Version, Iron Beam und Arrow 3-System, welches auch in Deutschland zum Einsatz kommt. Was offiziell satte 4 Milliarden gekostet haben soll.

    Israel arbeitet intensiv am Abwehrlasersystem Iron Beam.

    Berichte über einen ersten Kampfeinsatz sind nicht bestätigt – aber lange dauert es womöglich nicht mehr.

    Die geheime Entwicklung Israels zu Abwehrsystemen macht das Land zum großen Player in diesen Militärbereich

    Rüstungskonzern Rafael arbeitet bereits seit 3 Jahren heimlich an Sky Sonic.

    Der Konzern Rafael hat Sky Sonic enthüllt. Dabei handelt es sich um ein Abwehrsystem, das speziell gegen Hyperschallraketen eingesetzt werden soll. Laut dem israelischen Rüstungskonzern wird Sky Sonic schon seit über 3 Jahren entwickelt. Bei der Paris Air Show, hatte man ein Modell gezeigt und weitere Details dazu verraten.

    Rafael, unter anderem bekannt für das israelische Abwehrsystem Iron Dome, will in Kürze mit Flugtests eines Prototyps von Sky Sonic starten. Laut dem Rüstungskonzern ist die Abfangrakete für hohe Geschwindigkeiten und Manövrierfähigkeit ausgelegt. Sie soll Hyperschallraketen effektiv eliminieren und hat dazu selbst Stealth-Eigenschaften. Das soll verhindern, dass die Hyperschallrakete Sky Sonic erkennt und Ausweichmanöver oder andere Gegenmaßnahmen einleitet.

    Hyperschallraketen fliegen am Rande der Atmosphäre

    Sky Sonic ist nicht primär zur Abwehr von kleineren Marschflugkörpern gedacht, die mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegen – wie etwa Russlands Raketen Kinschal und Zirkon. Das Ziel sind Interkontinentalraketen, Langstrecken-Hyperschallraketen mit nuklearen Sprengkörpern und sogenannte HGVs – Hypersonic Glide Vehicles. Diese fliegen nicht nur mit hoher Geschwindigkeit am Rande der Atmosphäre, sondern können auch ihren Kurs ändern, um schwieriger abfangbar zu sein.

    Daher muss eine Abfangrakete für HGVs in der Lage sein, das Ziel schnell zu erreichen und den eigenen Kurs bei Bedarf schnell anzupassen. Dazu hat Sky Sonic 2 Raketenstufen. Die Erste bringt sie in die Flughöhe des Ziels, zum äußeren Rand der Atmosphäre. Die Stufe wird dann abgeworfen. Mit der zweiten Stufe rast Sky Sonic dann auf das Ziel zu.
    Beide Raketenstufen haben Flügel, um Sky Sonic zu steuern. Sensoren in der Spitze von Sky Sonic sollen das Ziel und dessen Kurs erkennen und so auf einen Kollisionskurs steuern. Ob die Zerstörung nur durch kinetische Energieerfolgt, oder eine zusätzliche Sprengladung in Sky Sonic enthalten ist, wurde von Rafael noch nicht erläutert. Sky Sonic soll jedenfalls in der Lage sein, Hyperschallraketen, die Mach 10 und schneller fliegen, abzufangen. Außerdem soll Sky Sonic nicht nur vom Boden aus, sondern auch von Flugzeugen gestartet werden können.

    System zur vollständigen Luftabwehr

    Rafael will Sky Sonic nicht nur als Standalone-System anbieten, sondern als Teil einer vollständigen Luftabwehr. Diese setzt sich aus 4 Stufen zusammen, für die Rafael jeweils Abwehrsysteme anbietet.

    Stufe 1 ist für kurze Distanzen, um etwa Kamikazedrohnen abzuschießen.

    Stufe 2 ist gegen anfliegende Raketen, Artillerie- und Mörsergranaten. Hier gehört etwa das System Iron Dome dazu. Später soll es durch Iron Beam erweitert werden, der Laserwaffe, die Rafael gerade entwickelt.

    Stufe 3 ist für mittlere Distanzen. Hier soll das Luftabwehrsystem Spyder genutzt werden, das eine Reichweite von bis zu 50 km hat.

    Stufe 4 ist Sky Sonic und David’s Sling (Davids Schleuder). Diese Abfangraketen haben eine Reichweite von 250 Kilometer und fliegen bis zu Mach 7,5 schnell.

    Iranische Entwicklung zu Hyperschallraketen

    Der Iran hat erstmals eine eigene Hyperschallrakete vorgestellt. Die Rakete vom Typ „Fattah“ (auf persisch „Eroberer“) wurde von den Luftstreitkräften der Revolutionsgarden präsentiert. An der Veranstaltung nahm auch Präsident Ebrahim Raisi teil.
    Die „Fattah“ soll laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna eine Geschwindigkeit von bis zu 18.500 Kilometer pro Stunde erreichen und 1400 Kilometer weit fliegen können. Dies wären sozusagen bei einer Außentemperatur um die 20 Grad Celsius zirka 13 bis maximal 15 Mach.

    Damit könnte sie Flugabwehrsysteme der Region theoretisch überwinden. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht – Belege, dass die Rakete wirklich so leistungsfähig ist, wurden nicht angeführt.

    Bisherige iranische Raketen hatten eine Leistungsfähigkeit von um die 7 bis 8 Mach, von denen viele jedoch abgefangen werden konnten oder ihr Ziel verfehlten. Eine Abfangrakete benötig dagegen wesentlich weniger Geschwindigkeit, wie erwähnt, da sie entgegenfliegen. Die Bahn eine Hyperschallrakete lässt sich leicht errechnen, da die Manövrierfähigkeit bei so einer Geschwindigkeit stark eingeschränkt ist, was das Abfangen eben erleichtert.
    .
    3000 km sollten eigentlich erreicht werden, um sich wirkungsvoll verteidigen zu können, was für den Iran existenziell ist.

    Als Näherungswert kann gelten: 1 Mach entspricht ca. 1234,8 km/h

    Zu Entwicklungen Russlands in den letzten Jahren

    Awangard: Nuklear bestückter Hyperschall-Gleiter, der per ICBM (Stand 2021 mit der SS-19 Stiletto, möglicherweise zukünftig mit der RS-28 „Sarmat“) gestartet werden soll, eine Einführung ist nach Verzögerungen für 2022 angesetzt.

    SS-N-33 Zirkon: Schiffsgestützte Marschflugkörper zur Bekämpfung von Land- und Seezielen, Geschwindigkeiten zwischen Mach 6 und Mach 8. Die Zirkon wurde im Januar 2023 offiziell von der russischen Marine in Dienst gestellt.

    Ch-47M2 Kinschal: Luftgestützte Rakete, Abwandlung der Iskander-Rakete, die Geschwindigkeiten bis zu Mach 10 erreichen soll. 2018 erfolgreich mit einer MiG-31 getestet und 2022 im Angriffskrieg gegen die Ukraine erstmals während einer Kriegshandlung eingesetzt.

    „unstoppbare“ russische Hyperschallrakete?

    Erstmals wurde die Hyperschallrakete Kinzhal Kh-47 in der Ukraine abgefangen.

    Russland feiert seine Hyperschallraketen als Wunderwaffen. Eine davon ist die ballistische Rakete Kinzhal Kh-47. Der Kreml hat die in der Vergangenheit als „unstoppbar“ für westliche Waffen bezeichnet.
    Jetzt wurde aber so eine Rakete erfolgreich gestoppt, berichtet die ukrainische Website Defense Express. Dort wurden auch Fotos der abgestürzten Trümmer veröffentlicht. Sollten die Fotos und Informationen echt sein, wäre das der erste bestätigte Abschuss einer Kinzhal in der Ukraine.

    Gefechtskopf in der Luft explodiert

    Die Kinzhal soll am 4. Mai, gegen 02:40 Uhr nachts, über Kiew abgefangen worden sein. Einwohner*innen berichteten zu dem Zeitpunkt von einer starken Explosion – allerdings ohne Einschlag. Das dürfte damit zusammenhängen, dass der Gefechtskopf der Kinzhal beim Abfangen in der Luft detoniert ist.
    Die Trümmer sind in einem Stadion abgestürzt. Auf den Fotos ist zu erkennen, dass die Form der Trümmer den Bauteilen der Kinzhal entspricht. Die Form der Teile sieht zwar auch der russischen Hyperschallrakete Iskander ähnlich, diese ist aber dicker.

    Auf einem Foto ist ein Einschlag in der Hülle der Kinzhal zu sehen. Dadurch erkennt man, wie dick das Gehäuse ist, damit die Rakete die hohen Temperaturen übersteht, die beim Hyperschallflug entstehen. Dieser und womöglich andere Einschläge dürften der Grund gewesen sein, dass der Gefechtskopf im Flug explodiert ist und die Rakete so abgefangen werden konnte.

    Kinzhal wird vor dem Ziel langsamer
    Die Kh-47 Kinzhal wird von der Luft aus gestartet, wie etwa von MiG-31 Jets und dem Tu-22 Bomber. Der Marschflugkörper kann mit konventionellen und nuklearen Gefechtsköpfen bestückt werden. Russland behauptet, die Reichweite liegt bei bis zu 2.000 Kilometern. Sie soll Geschwindigkeiten von Mach 10 erreichen, was in etwa 12.000 km/h sind.
    Das ist zu schnell für derzeit verfügbare Abfangmaßnahmen, wie etwa Boden-Luftraketen. Allerdings wird die Rakete im finalen Zielanflug langsamer. Bei Hyperschallgeschwindigkeit (mehr als Mach 5) wäre die Steuerung ins Ziel zu ungenau. Das liegt auch daran, dass bei der hohen Geschwindigkeit Störflüsse am Mantel auftreten, die Satellitensignale, wie etwa von GLONASS (das russische Gegenstück zu GPS) beeinträchtigen.

    Russlands Hyperschallrakete hat ein großes Problem

    Abschuss vermutlich durch Patriot-System

    Da das Ziel der abgefangenen Rakete wohl in Kiew lag, befand sie sich in der finalen Zielphase, als sie abgeschossen wurde. Es ist nicht bekannt, womit die Kinzhal zerstört wurde. Vermutlich war es ein Patriot-System.

    Die in den USA gebauten Boden-Luftraketensysteme sind am 19. April in der Ukraine eingetroffen, also erst seit Kurzem in Betrieb. Je nach Rakete, die von Patriot gestartet wird, liegt die Reichweite gegen ballistische Raketen, wie die Kinzhal, bei bis zu 60 Kilometern. Die Patriot-Raketen erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu Mach 4,1.

    Angeblich soll die Ukraine bereits 6 Kinzhal abfangen haben

    Russland scheint tatsächlich Probleme zu haben mit ihrer neuesten Technik. Daraus könnte man tatsächlich Rückschlüsse ziehen, dass Russland auch keinen Angriff mit Hyperschallraketen etwas entgegenzusetzen hätte.

    HIER IST DIE GROSSE GEFAHR FÜR RUSSLAND

    Hyperschallraketen zerstören

    Dazu soll mit Rüstungsfirmen kooperiert werden, die Railguns für die US Army und US Navy entwickelt hatten.

    Railguns galten einst als die Wunderwaffe auf dem Schlachtfeld der Zukunft. Nachdem die USA ihre Projekte zugunsten von Hyperschallraketen aufgegeben haben, schienen auch andere Nationen kein Interesse mehr daran zu haben.

    Es ist deshalb ein bisschen ironisch, dass die Fortschritte bei der Hyperschalltechnologie jetzt die Railgun wiederbeleben könnten. Darüber denkt zumindest Japan lautstark nach, berichtet National Defense.

    Japan will mit US-Rüstungsfirmen kooperieren

    Während die USA Railguns 2021 aufgegeben haben, hält Japan daran fest. Bei einer Konferenz betonte das japanische Verteidigungsministeriumvor Kurzem, dass die Entwicklung von Railguns eine Top-Priorität ist. Man habe die Grundlagenforschung für diese Technologie in den vergangenen 10 Jahren gemacht. Jetzt könnte man aber Hilfe benötigen, um das Projekt zu finalisieren.

    Speziell würde man Hilfe beim Zielsystem und Energiespeicher für Railguns benötigen. Das sei die Stärke von US-Rüstungsfirmen. In Japan habe man andere Stärken, die für das Waffensystem wichtig sind, wie etwa in der Materialwissenschaft und bei der Konstruktion der Schienen. Diese sind nicht nur namensgebend sondern essenziell für Railguns. Das war auch einer der Gründe, warum die USA das Projekt nicht weiterverfolgt haben: Die hohe und schnelle Abnutzung der Schienen ließ an der Haltbarkeit und dauerhaften Einsatzfähigkeit von Railguns am Schlachtfeld zweifeln.

    Das Railgun-Projekt von Japan wird von Japan Steel Works betreut. Das Unternehmen ist am Zivilmarkt bekannt für die Herstellung von Reaktordruckbehältern für Atomkraftwerke. Für die Rüstungsindustrie werden etwa Haubitzen hergestellt, sowie Kanonen und Geschützrohre für Panzer und Kriegsschiffe.
    Die japanische Regierung habe Japan Steel Works nun ermutigt, Kontakt mit den US-Firmen aufzunehmen, die für die Railgun-Entwicklung für die US Army und US Navy verantwortlich waren. Das sind General Atomics und BAE Systems.

    Japan mit Railguns zur Abwehr von Raketen und Schiffen nutzen
    Ein weiterer Grund, warum die Army und Navy das Projekt damals eingestellt haben, ist der Zweifel an der Skalierbarkeit von Railguns. Die Versuchskanonen waren sehr groß und landgestützt. Man glaubte nicht daran, dass in absehbarer Zeit Railguns entwickelt werden können, die klein genug sind. Schließlich sollten sie als als Geschützturm auf Schiffen und als Artilleriegeschütz auf einem Lkw-Fahrgestell eingesetzt werden.

    Dieses Problem hätte Japan nicht. Die Idee ist nämlich die Railguns als eine stationäre Abwehrwaffe einzusetzen. Damit sollen heranfliegende Hyperschallraketen abgefangen werden. An der Küste positioniert, könnten sie zudem Hyperschall-Flugzeuge, hochfliegende Bomber und auch Schiffe abwehren. Eine fixe oder zumindest semi-portable Ausführung würden jedenfalls die Probleme des hohen Gewichts und der Energieversorgung reduzieren, die man bei einer Schiffs- oder Lkw-Railgun gehabt hätte.

    US-Verteidigungsministerium muss das OK geben

    Wenn man so demonstrieren könnte, dass das Konzept der Railgun prinzipiell funktioniert, könnte die Technologie auch wieder für die US-Streitkräfte interessant werden, ist Japan überzeugt. Eine Kooperation zwischen Japan und der US-Rüstungsindustrie sei also ein „Win-Win“ für alle Beteiligten, sagt ein Vertreter des japanischen Verteidigungsministerium.
    BAE Systems hat bestätigt, dass es mit Japan Gespräche zur Railgun-Entwicklung gibt. Man würde deshalb derzeit mit dem US-Verteidigungsministerium verhandeln. Dieses muss nämlich erst das OK geben, damit die ursprünglich für die USA entwickelte Technologie jetzt für das Railgun-Projekt in Japan weiterverwendet werden darf. Auch General Atomics ist in Verhandlungen mit Japan und würde eine Partnerschaft begrüßen, wenn die US-Regierung grünes Licht dafür gibt.
    Railguns in den USA gescheitert
    BAE Systems war für das Railgun-Projekt der Navy verantwortlich. Während des Projekts wurde ein Prototyp mit 32 Megajoule Leistung gebaut. Der konnte ein Projektil auf Mach 7,5 (über 9.000 km/h) beschleunigen. Das würde laut BAE Systems einer Reichweite von über 350 Kilometern entsprechen. Zum Vergleich: Moderne Geschütze auf Schiffen haben eine effektive Reichweite von unter 40 Kilometern.

    Zum geplanten zweiten Prototypen kam es nicht. Die starke Hitze beim Schießen nutzte die Schienen und andere Komponenten zu schnell ab. Dieses technische Problem konnte nicht gelöst werden. 2021 stellt die Navy das Projekt ein. Das so freigewordene Budget wurde nutzte die Navy für die Entwicklung von Hyperschallraketen.
    General Atomics sollte eine Railgun für die US Army machen. Das Ziel war sie so weit zu bringen, dass die Railgun entweder das Hauptgeschütz eines Panzers wird oder als Artilleriegeschütz auf Lkw-Basis genutzt werden kann. Nachdem ein 10-Megajoule-Prototyp an die Army geliefert wurde, hat die Army das Projekt ebenfalls 2021 eingestellt. Laut General Atomics habe man danach auf eigene Kosten weiter an der Technologie gearbeitet.

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