Das russische Außenministerium über Neuigkeiten im „Fall Skripal“

Bei ihrer Pressekonferenz hat die Sprecherin des russischen Außenministeriums gestern die neuesten Meldungen über den „Fall Skripal“ kommentiert und zum wiederholten Male die offenen Fragen angesprochen und von London endlich Aufklärung gefordert. Ich habe diese offizielle Stellungnahme des russischen Außenministeriums übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Wir haben uns die neuesten Veröffentlichung der BBC über den sogenannten „Fall-Skripal“ angeschaut. Die Nachrichten sickerten gleichzeitig mit dem Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem britischen Premierminister May auf dem G20-Gipfel in Osaka durch. Im Zentrum steht eine neue sogenannte „Untersuchung“ der berüchtigten Gruppe Bellingcat, sowie Materialien des BBC-Korrespondenten. In diesem Drama gibt es einen neuen Hauptdarsteller, ein hochrangiger Beamter der russischen Geheimdienste, sogar sein Dienstgrad wurde genannt, der angeblich die Operation geleitet hat. Natürlich werden wieder keine Beweise genannt, die die Geschichte untermauern könnten.

Darüber hinaus hat Scotland Yard offiziell erklärt, dass es nicht beabsichtigt, sich dazu zu äußern, da die Informationen „auf einer nicht abgeschlossenen Untersuchung in mehrere Richtungen, einschließlich der Identifizierung neuer Verdächtiger, beruhen“. Nur eine Frage: Was soll man von dem Material halten, das nun durchgesickert ist und an das die Korrespondenten offensichtlich nicht im Rahmen der Gesetze herankommen konnten? Entweder haben diese Korrespondenten Computer gehackt, oder sie erhielten diese Materialien von den zuständigen Ermittlern, die sich dann aber weigern, diese offiziell zu kommentieren. Natürlich ist die Hand, die die sogenannten Journalisten oder die Gruppe Bellingcat oder die BBC führt, hier bereits deutlich sichtbar. Es gibt keine anderen Erklärungen, dies wird durch vorgelegten Informationen belegt, an die die Journalisten, wie ich bereits sagte, nur mit entsprechender Genehmigung herankommen können.

Ich habe einen Vorschlag, fragen wir doch endlich diejenigen, die hinter diesen Veröffentlichungen stehen und diejenigen, die sie veröffentlicht haben: Hören Sie auf, Detektivgeschichten zu erfinden, beantworten Sie einfache Fragen, denn „weiße Flecken“ gibt es in dieser Geschichte viel zu viele. Wir wissen immer noch nicht, wohin die Skripals am Morgen des 4. März gefahren sind, warum sie ihre Mobiltelefone ausgeschaltet haben und ob sie nach Hause zurückkehrten. Es ist nicht klar, warum die leitende Krankenschwester der britischen Armee am Tatort war und warum im Salisbury District Hospital ein Team mit einer speziellen Ausbildung bereit stand, das auf die Behandlung von Opfern akuter chemischer Vergiftungen spezialisiert war. Es ist auch rätselhaft, warum die britische Seite sich hartnäckig weigert, Aufnahmen von Überwachungskameras des Skripal-Hauses zu veröffentlichen und warum sie sich weigert, konsularischen Zugang zu ihnen zu gewähren. Absolut unverständlich. Es wäre schön, wenn „Ballingcat“ statt Informations-Lecks und endlose Datenfälschungen zu veröffentlichen, eine Frage beantworten würde: Auf welcher Grundlage haben die britischen Behörden willkürlich eine „Informationsblockade“ um die Skripals errichtet? Warum haben wir – und auch sie selbst – seit mehr als einem Jahr nicht die Möglichkeit, in irgendeiner Weise mit den Skripals zu sprechen? Warum wird diesen Menschen verweigert, ihre Geschichte selbst zu erzählen? Es ist ihnen verboten, mit Journalisten zu reden und Interviews zu geben.

Ich möchte Sie daran erinnern, dass das offizielle London jede Zusammenarbeit mit den zuständigen russischen Behörden ablehnt, um den Anschlag auf das Leben von Sergej und Julia Skripal zu untersuchen. Die russische Forderung nach Bereitstellung umfassender Informationen über den Stand der Ermittlungen, die auf der Grundlage des Wiener Übereinkommens von 1963 über die konsularischen Beziehungen Zugang basiert, bleibt bestehen.

Ende der Übersetzung


Wenn Sie sich dafür interessieren, wie Russland auf die Fragen der internationalen Politik blickt, dann sollten Sie sich die Beschreibung meines Buches ansehen, in dem ich Putin direkt und ungekürzt in langen Zitaten zu Wort kommen lasse.

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Ein Gedanke zu „Das russische Außenministerium über Neuigkeiten im „Fall Skripal““

  1. Wann immer Bellingcat ins Spiel kommt, kann man relativ sicher sein, daß es sich um ein Fake handelt, das die Öffentlichkeit in eine bestimmte Richtung manipulieren soll.

    Dieser Sidekick erlaubt es interessierten Kreisen – hier vor allem offizielle Stellen GBs – bestimmte Aussagen als scheinbare (aber eben unbewiesene, ja unbeweisbare, weil oft genug reine Erfindungen) Wahrheiten in die Welt zu posaunen, ohne daß man darauf festgenagelt werden kann. Und deshalb – das ist eine interessante Gemeinsamkeit nahezu aller Bellingcat-Storys – beruft sich auch NIE eine Regierung oder andere offizielle Stelle auf die angeblichen „Beweise“ von Bellingcat.

    Mit einer Ausnahme: Das JIT in Sachen MH17. Diese hatten die Bellingcat-Fotostory, die erkennbar vom SBU der Ukraine stammte, erst als nicht beweiskräftig abgelehnt – zwei Jahre später beruht aber der Abschlußbericht auf genau dieser Sammlung.

    Wer wissen will, wie Bellingcat arbeitet, der schaue sich diese Propagandameldung von Springers BILD an:

    https://www.bild.de/politik/ausland/baschar-al-assad/mit-dieser-bombe-toetete-assad-55332714.bild.html

    Da beruft man sich auf den „Chemiewaffenexperten“ Elliot Higgins, der in der auf dem Bett drapierten Gasflasche ohne sichtbare Spuren von Beschädigungen eine „typische syische Giftgaswaffe“ erkannt haben will. Dabei sind es im Syrienkrieg die „Rebellen“, die üblicherweise Gasflaschen zu Waffen umbauen.
    Die Krönung aber ist, den Medienkonsumenten weismachen zu wollen, daß eben diese völlig unbeschädigte Gasflasche eine Stahlbetondecke locker durchschlagen zu haben, um anschließend eine mehrere Meter betragende Seitwärtsbewegung zu machen, um sich dann auf dem Bett niederzulassen. Es gibt sogar Bilder, auf denen man sehen kann, daß das Ventil völlig unversehrt ist. Nach dem Durchschlagen einer Betondecke!!!!

    So arbeitet Bellingcat!

    https://www.der-demokratieblog.de/zweifel-an-giftgasangriff-in-syrien-unabhaengige-untersuchung-gefordert/

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