Iran-Krise: Neue alarmierende Meldungen über steigende Kriegsgefahr

Da heute andere Themen in Deutschland die Nachrichten dominieren, wird nicht über die weiteren Verschärfungen der Spannung rund um den Iran berichtet. Daher möchte ich hier die aktuellen internationalen Meldungen zusammenfassen.

Bei dem Thema Iran dürfen wir nicht vergessen, dass es diese Krise nur aus einem einzigen Grund gibt: Die USA haben vertrags- und völkerrechtswidrig das Atomabkommen mit dem Iran gebrochen. Die EU, ebenfalls Vertragspartner, hat aus Angst vor den USA ebenfalls ihren Teil des Abkommens nicht eingehalten. So liest man das natürlich nicht in den deutschen Medien.

Die ganze Krise inklusive Kriegsgefahr ist also durch das Verschulden der „westlichen Wertegemeinschaft“ entstanden.

Schon in den letzten Tagen kamen immer mehr Meldungen, die auf eine Kriegsgefahr in der Region hindeuten. Ob es sich dabei tatsächlich um Kriegsvorbereitungen der USA handelt, oder ob durch Bluffen Druck aufgebaut werden soll, ist schwer zu sagen. Fakt ist, auch heute gab es wieder Meldungen in dieser Richtung. Die USA haben zum Beispiel die Airlines gewarnt, dass im Luftraum über dem Persischen Golf wegen der Spannungen mit dem Iran erhöhte Gefahr für die zivile Luftfahrt besteht. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die USA schon 1988 versehentlich ein iranisches Passagierflugzeug über dem Golf abgeschossen haben, ohne sich je dafür zu entschuldigen. Der damalige Präsident Bush Senior meinte nur lapidar, so etwas könne in einem Krisengebiet eben passieren.

Auch die Versicherungsgesellschaft Lloyds hat die Tarife für Versicherungen der Schifffahrt in der Region bereits erhöht.

Eine weitere Meldung, die auf eine Kriegsgefahr hindeutet, kommt aus Bahrain. Die dortige Regierung hat ihre Untertanen aufgefordert, den Iran und den Irak wegen der „instabilen Situation“ umgehend zu verlassen und geplante Reisen in diese Länder nicht anzutreten.

Arabische Medien melden außerdem, dass neben Saudi-Arabien noch eine Reihe andere Länder in der Region den USA die Erlaubnis gegeben haben, Truppen bei ihnen zu stationieren, um den Iran „von möglichen Attacken“ abzuhalten. Das ist insofern reichlich durchsichtig, weil der Iran noch nie in seiner Geschichte ein anderes Land angegriffen hat. Der Öffentlichkeit soll aber vermittelt werden, er könne so etwas ausgerechnet jetzt tun, wo die USA gerade Truppen in der Region zusammenziehen.

Diese Erlaubnis zur Truppenstationierung ist auch deshalb bemerkenswert, weil das Weiße Haus gerade erst Meldungen dementiert hat, es wolle 120.000 Soldaten in die Region verlegen. Wenn die USA aber keine Truppenverlegung planen, wozu brauchen sie dann die Erlaubnis zur Stationierung von Truppen?

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Ein Gedanke zu „Iran-Krise: Neue alarmierende Meldungen über steigende Kriegsgefahr“

  1. Es gibt einige ernsthafte Stimmen, die meinen, alles, was USA letztlich um den Iran in Bewegung gesetzt hat, sind klare Kriegsvorbereitungen. Wie z.B. ; https://linkezeitung.de/2019/05/17/haltet-den-dieb-oder-wie-der-irankrieg-initiiert-wird/comment-page-1/
    Es ist etwas in der Sache, was größere Sorgen machen sollte. Neben den schon bekannten und erwähnten Anzeichen für die Kriegsvorbereitung sind es :
    · das Zurückziehen des diplomatischen Personals aus Iran, Irak und sogar aus den von Kunden beherrschten Gebieten,
    · eine ziemlich kleine Armee von 120 Tausend Soldaten, wenn bei Aggression auf Irak die Truppenstärke ca. 300.000 Soldaten zählte
    Das macht doch kein Sinn, schon deswegen, weil Iran mindestens 2x so stark ist, wie damals Irak. Es kommt dazu, dass Iran praktisch ein Verbündeter von Russland und China ist.
    Diese Konstellation bedeutet, so ein Krieg wird extrem blutig und nicht nur nicht zu gewinnen, sondern es wird verloren gehen.
    Das bedeutet, wenn USA den Krieg planen, dann kann er unter dieser Umständen nur atomar sein.

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