Greta Thunberg und die Proteste in Indien – Was der Spiegel alles verschweigt

In Indien gibt es derzeit Bauernproteste, die jedoch in den westlichen Medien kaum eine Rolle spielen. Der Spiegel hat darüber einen Artikel geschrieben und wie immer ist es weniger interessant, was der Spiegel geschrieben hat. Interessanter ist, was er weggelassen hat.

Die Bauernproteste in Indien richten sich gegen ein neues Agrargesetz. Ob die Proteste berechtigt sind oder nicht, sei einmal dahingestellt. Interessant ist, dass sich westliche Prominente einmischen und wie darüber berichtet wird.

Greta Thunberg und Rihanna sind derzeit in Indien heiß umstritten. Die Regierung wirft ihnen vor, die Proteste im Land zu befeuern, was der Spiegel natürlich absurd findet:

„Ob sich Rihanna mit anderen Prominenten gegen Indien verschworen hat? Eher unwahrscheinlich. Die Sängerin äußert sich auf Twitter immer wieder zu aktuellen Ereignissen, zuletzt zum Putsch in Myanmar.
Die Reaktion der Regierung auf die Tweets lässt eher auf Nervosität schließen: Dem Außenministerium war Rihannas Tweet eine eigene Stellungnahme wert. Darin wirft das Außenministerium den Prominenten »sensationslüsterne Social-Media-Hashtags und Kommentare« vor. Delhis Polizei ermittelt gegen die Ersteller eines Dokuments, das Thunberg bei Twitter geteilt hatte. Darin werden die Nutzung von Hashtags und Petitionen erklärt.“

Hier kann man sehen, was der Spiegel seinen Lesern bewusst verschweigt. Was ist das für ein „Dokument“, das Greta verbreitet hat? Es ist eine „Bedienungsanleitung“ für Aufstände. Wie würde wohl die deutsche Regierung reagieren, wenn eine prominente Person zum Beispiel den Querdenkern ein solches Dokument twittern würde?

Das aber – und auch wer dahinter steht – erfährt der Spiegel-Leser nicht. Dafür erfahren es die Zuschauer des russischen Fernsehens, das darüber berichtet hat. Um mich nicht mit fremden Federn zu schmücken, übersetze ich den Bericht des russischen Fernsehens. Wer ihn anschaut, sieht auch die erwähnten Dokumente.

Beginn der Übersetzung:

„Greta Thunberg, wach auf!“ steht auf einem Plakat neben dem Porträt der schwedischen Öko-Aktivistin. Das Gesicht, aus nächster Nähe fotografiert, steht Flammen und ist schon halb verkohlt. So wird auf den Straßen von Neu-Delhi in diesen Tagen gegen die Einmischung von Ausländern in die inneren Angelegenheiten des Landes protestiert.

Nicht nur Greta ist betroffen. Auch andere westliche Meinungsführer wurden symbolisch verbrannt. Sie alle eint die Unterstützung der Unruhen in Indien. Es fing im Herbst an, als die Landwirte begannen, Maßnahmen gegen neue Gesetze im Bereich der Landwirtschaft zu organisieren. Jetzt sind die Kundgebungen in ihre aktive Phase eingetreten – bis hin zu Angriffen auf die Polizei. Und seit einiger Zeit thematisieren Prominente auf Twitter die Ereignisse in dem Land. Diese große Aufmerksamkeit ist laut der Regierung nichts anderes, als eine internationale kriminelle Verschwörung.

Den Beweis für die Existenz der Verschwörung hat Greta Thunberg sogar selbst geliefert. Zufällig hat sie auf Twitter Anleitung zur Organisation der indischen Proteste veröffentlicht. Jetzt droht ihr eine Anklage wegen Anstiftung zu Feindseligkeiten. Das Handbuch, das die Aktivistin gepostet hat, wurde umgehend wieder entfernt, was jedoch für die User kein Hindernis darstellt.

Es waren nur „Instruktionen für diejenigen, die helfen wollen.“ So kindlich naiv bezeichnete Greta Thunberg die detaillierte Anleitung zur Destabilisierung der politischen Situation in Indien.

Die Menschen werden aufgerufen, Teil der größten Proteste in der Geschichte der Menschheit zu werden und es wird mit einfachen Worten erklärt, wie das geht. Neben der Teilnahme an den Kundgebungen und der Anweisung, auf Twitter die richtigen Fotos und Videos zu posten, werden der Regierung eine gescheiterte Strategie bei der Führung des Landes und Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Davon, dass am 26. Januar in Delhi Demonstranten Polizisten zusammengeschlagen und mit Messern angegriffen haben und die Stadt in Trümmer gelegt haben, haben nicht viele etwas gehört. Dank der westlichen Meinungsführer bekam die Welt ganz andere Nachrichten zu lesen. Die Sängerin Rihanna fragte, warum alle zu den in Indien verhängten Beschränkungen schweigen, die verhängt wurden, um Gewalt durch Demonstranten zu vermeiden. Sie hält das für einen Vorwand. Meena Harris, die Nichte der US-Vizepräsidentin, bezeichnete das Vorgehen der Polizei als radikale und paramilitärische Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

Indischen Medien zufolge steht die kanadische Organisation Poetic Justice Foundation hinter den Protesten. Sie sind die Autoren der „Bedienungsanleitung“, sie haben auch die Tweets der Stars bestellt, Rihanna soll für ihren Tweet angeblich 2,5 Millionen Dollar erhalten haben. Die Foundation verschweigt ihre Ziele nicht: es geht nicht nur darum, die sozioökonomische Situation in Indien zu schwächen, sondern auch darum, alles zu verunglimpfen, was Menschen mit Indien in Zusammenhang bringen, zum Beispiel Yoga oder Tee. (Anm. d. Übers.: Anscheinend wurde die Poetic Justice Foundation extra für die Proteste in Indien gegründet. Ihre Facebook-Gruppe wurde am 4. Juni 2020, nur wenige Monate vor Beginn der Proteste, eröffnet.)

„Ich möchte Ihnen von einer Verschwörung erzählen, deren Ziel es ist, das Land zu diffamieren. Die Verschwörer machen nicht einmal vor indischem Tee Halt. Sie sagen, dass der Ruf des indischen Tees auf der ganzen Welt diskreditiert werden muss, und zwar systemisch! Die Beweise, die wir haben, zeigen, dass diese Kräfte, die im Ausland sitzen, bereit sind, einen Angriff auf die indische Identität zu starten“, sagte Narendra Modi, Indiens Premierminister.

Der Gründer der Foundation ist Mo Dhaliwal, ein kanadischer Staatsbürger, ein Sikh und Unterstützer von Khalistan, einer separatistischen und extremistischen Bewegung, die den Austritt des Staates Punjab aus Indien fordert. Er schrieb im vergangenen Herbst auf Facebook über seine beeindruckenden Erfahrungen mit den Medien und der Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Vor diesem Hintergrund wird es immer schwieriger, an seinen altruistischen Wunsch zu glauben, die indischen Bauern zu schützen.

„Westliche Mächte sind nicht an einem starken Indien interessiert. Die Parolen der Bauern werden von westlichen Polit-Technologen nur als Vorwand benutzt, um sich in Indiens Angelegenheiten einzumischen und dort Spannungen zu erzeugen! Sie sind nicht an einer einmaligen Aktion interessiert, sondern daran, in Indien einen Konflikt für die kommenden Jahrzehnte zu erzeugen, um die Voraussetzungen für den Sturz des herrschenden Systems zu schaffen“, sagte der Politologe Marat Goguadze.

Die Ermittlungen wegen Volksverhetzung und Anstiftung zum Aufstand werden Delhi bisher gegen Unbekannt geführt. Aber es ist allgemein bekannt, dass eine der betroffenen Personen Greta Thunberg ist. Noch vor kurzem hat sie die Reduzierung der Kohlenwasserstoffemissionen gefordert und für die Umwelt gekämpft, heute macht sie die Proteste in Indien bekannt.

„Sie versteht sicherlich nichts von dieser Art von Konflikten in fernen Ländern. Natürlich veröffentlicht sie ihre Ergüsse für Geld oder für bestimmte politische oder geopolitische Vorteile, sie wird benutzt. Ihren Namen kann man heute nach Belieben verwenden“, sagte Pavel Shipilin, ein politischer Analyst.

Thunbergs Wirkung als wirksames Mittel bei fast allen Probleme wird bald enden. Darum muss sie jetzt noch maximal genutzt werden. Das Bild des kleinen und kranken, aber tapferen Mädchens kann nicht ewig benutzt werden, denn egal, wie man es dreht und wendet, das Mädchen wird jedes Jahr älter.

Ende der Übersetzung

Das war die Meinung des russischen Fernsehens über die Lage in Indien und sie entbehrt in meinen Augen nicht einer gewissen Logik. Indien macht eine immer selbständigere Politik, was in den USA schon lange als Bedrohung gesehen wird und schon zu Maßnahmen und Sanktionsdrohungen geführt hat. Die USA haben sicher kein Interesse an einem starken Indien und an einer indischen Regierung, die einen eigenen Willen hat, der nicht dem der USA entspricht.

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

3 Antworten

  1. Apropos Thunberg:
    Wir haben in Nürnberg gerade den Notstand – infolge eines Kraftwerksausfalls (Brand).
    Man warnt vor zunehmende Kälte in den betroffenen Wohnungen.
    Nun weiß ich nicht, ob es statistisch signifante Erfahrungen dahingehend gibt, daß etwas immer dann ausfällt, wenn man es am meisten braucht.
    Auch ist mir noch unklar, wie man mittels Windrädern und Solarzellen Wohnungen heizen will – da setzt man wahrscheinlich schon auf den Klimawandel – na mal sehen.
    Solchen Leuten ist offensichtlich überhaupt nicht klar, daß deren ach so tolle Freiheit auf einer Infrastruktur beruht, die Ordnung und eine halbwegs funktionierende Gemeinschaft voraussetzt.
    Hier ist offensichtlich eine Generation herangewachsen worden, die zunehemnd psychapatische Züge trägt.

    1. Man sollte die heilige Greta mit ihren Novizinnen, den Reetsma Sistern, mit den blanken Arsch, draußen auf die Wiese setzen, damit sie die Klimaerwärmung, hautnah genießen können.

  2. Die heilige Greta, ihres Gottes Satan, muss nach dem sie für die Besteuerung, unserer Atemluft, auf den Strich geschickt wurde, nun für die nächste Stufe, das führen von Kriegen, mit den eigenen Kindern, in den Ländern , ihren schwachsinnigen Kopp hinhalten

Schreibe einen Kommentar