Naher Osten und Nordafrika

Jahrestag der Explosion in Beirut: Was vom arabischen Frühling geblieben ist

Der arabische Frühling wird in westlichen Medien immer noch als Demokratiebewegung verherrlicht. Das russische Fernsehen hat aus Anlass des Jahrestages der großen Explosion in Beirut eine etwas andere Bilanz gezogen.

Schon Anfang des Jahres hat das russische Fernsehen eine Bilanz des arabischen Frühlings gezogen, die ganz anders klang, als die Berichte im Westen, meine Übersetzung des russischen Beitrags finden Sie hier. Am Sonntag hat das russische Fernsehen zum Jahrestag der schweren Explosion in Beirut eine Reportage aus dem Libanon gebracht und dabei einen Bogen vom arabischen Frühling zur Lage im Libanon gezogen.

Der arabische Frühling, der in westlichen Medien immer noch als demokratische Revolution verklärt wird, die leider nicht ganz geklappt hat, war eine Aneinanderreihung von aus dem Westen finanzierten und orchestrierten Regimewechseln. Jedes Mal haben die amerikanischen sozialen Netzwerke, die bei Protesten im Westen mit strenger Zensur reagieren, dabei die entscheidende Rolle bei der Koordinierung der Proteste gespielt und befeuern regelmäßig Proteste in vom Westen nicht gemochten Staaten. Das erleben wir bis heute, wie ich hier an einem Beispiel aus eigenem Erleben berichtet habe.

Die Staaten, in denen die Putsche des arabischen Frühlings stattgefunden haben, sind bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Ägypten und Tunesien, das gerade wieder mit einer politischen Krise – manche sprechen von einem neuen Putsch – Schlagzeilen gemacht hat, sind noch die glücklicheren Länder, denn immerhin sind sie von Kriegen verschont geblieben. Libyen hatte nicht so viel Glück. Das – vor dem arabischen Frühling reichste Land Afrikas – ist heute zerstört, es gab hunderttausende Tote, im Land herrschen Krieg und Warlords. Das einzige, was in Libyen noch funktioniert, sind die Öl- und Gaslieferungen an westliche Konzerne und die Durchleitung von Flüchtlingen nach Europa, die Gaddafi vorher verhindert hat.

In Syrien ist der geplante Regimewechsel zwar gescheitert, aber auch Syrien ist im Krieg versunken und der Westen macht mit seinen Sanktionen und der Unterstützung für islamistische Gruppen, die westliche Medien als „demokratische Opposition“ bezeichnen, jeden Versuch des Landes, zur Normalität zurückzukehren, fast unmöglich.

Der Libanon ist von dem arabischen Frühling vor zehn Jahren verschont geblieben, das Land hatte seinen „Frühling“ schon in den 1970er Jahren, als es in dem 15 Jahre andauernden Bürgerkrieg versunken ist. Wie Libyen war auch der Libanon vor dem Krieg ein wohlhabendes Land, man sprach von der Schweiz des Nahen Ostens. Von dem Bürgerkrieg und mehreren Kriegen mit Israel hat sich das Land nie erholt und die große Explosion in Beirut vor einem Jahr hat dem Land den Rest gegeben. Nun versucht der Westen dem Libanon mit Zuckerbrot und Peitsche seinen Kurs aufzudrängen und macht finanzielle Hilfen von politischem Wohlgefallen der libanesischen Regierung abhängig. Auch hier reicht ein Blick auf die Landkarte, um zu verstehen, worum es dabei geht: Es geht um israelische Interessen in der Region und westliche Interessen in Syrien. Der Libanon ist dabei zur Geisel und zum Spielball ausländischer Interessen geworden.

Derzeit hat die russische Sendung „Nachrichten der Woche“, aus der ich normalerweise Sonntags und Montags Beiträge übersetze, Sommerpause. Als Ersatz gibt es auf dem Sender in dieser Zeit eine etwas andere Nachrichtensendung. Am Sonntag gab es da auch den Beitrag über die Jahrestage der Explosion in Beirut und des arabischen Frühlings. Ich habe den Beitrag übersetzt. Wer ihn ansehen möchte, findet ihn in diesem Video, er beginnt bei einer Stunde und dreißig Minuten und dauert ziemlich genau sieben Minuten.

Die Reportage aus dem Libanon ist von dem russischen Kriegsreporter Evgeni Poddubny, von dem ich schon viele Berichte übersetzt habe, so zum Beispiel diesen Bericht aus Kabul vor zwei Wochen.

Beginn der Übersetzung:

Der Nahe Osten hat es in dem Jahrzehnt des sogenannten Arabischen Frühlings schwer. Das Jubiläum hat der Welt vor Augen geführt, wie sich einst erfolgreiche Staaten verändert haben. Tunesien, das die Revolutionen in der Region ausgelöst hat, befindet sich erneut in einer akuten politischen Krise, da der Präsident das Parlament mit Hilfe des Militärs suspendiert hat. Libyen, gegen dessen Staatschef Gaddafi vor 10 Jahren ein internationaler Haftbefehl ausgestellt wurde, hat sich zu einem Umschlagplatz für Drogenhandel, illegale Einwanderer und den Schwarzhandel mit Waffen entwickelt. Die Situation im Libanon hat sich vor einem Jahr durch eine massive Explosion in Beirut verschärft. Davon kann sich das Land nicht erholen. Aus dem Libanon berichtet unser Korrespondent Evgeni Poddubny.

Ein Jahr nach der Explosion, bei der 280 Menschen starben und mit 300.000 Menschen die Bevölkerung einer durchschnittlichen Stadt obdachlos wurde, lebt der Libanon weiterhin von Aufruhr zu Aufruhr.

August 2020 im Libanon. Die Explosion von 3.000 Tonnen Ammoniumnitrat hat die Gesellschaft nicht geeint, sondern gespalten. Jetzt ist die Erinnerung an die Tragödie auch ein Grund für Auseinandersetzungen auf den Straßen und für Auseinandersetzungen zwischen den herrschenden Eliten.

Das sind die Folgen einer Trauerkundgebung im Zentrum von Beirut. Demonstranten sind in der libanesischen Hauptstadt auf die Straße gegangen, um der Opfer der schrecklichen Explosion zu gedenken, die sich vor einem Jahr im Hafen von Beirut ereignet hat. Aber auch diese Kundgebung hat neue Verwüstungen in der Stadt angerichtet. Unter den Zehntausenden von Menschen, die an der Trauerfeier teilnahmen, waren fast die Hälfte politische Aktivisten verschiedener libanesischer Gruppierungen, die nicht gekommen waren, um zu gedenken.

Die Untersuchung der Ursachen der Tragödie und die Suche nach den Tätern sind im Libanon ins Stocken geraten. Die Immunität der betroffenen Personen hat sie zum Stillstand gebracht. Niemand hat es eilig, die Immunität zu aufzuheben. Es ist ein gefährlicher Präzedenzfall für die Eliten.

Vor einem Jahr standen die Proteste unter dem Motto „alle bedeutet alle“, jede Fraktion sollte Positionen opfern und Verantwortung übernehmen. Nun werden die Gegner der Hisbollah immer lauter. Die pro-iranische Partei wird ohne Gerichtsverfahren, dafür mit Emotionen, unter Druck gesetzt. Die militärische Eskalation mit Israel, die 24 Stunden andauerte, hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Die israelische Armee und die Hisbollah haben sich einen Schlagabtausch geliefert.

Dies ist die Jumeizi-Straße, die dem Hafen von Beirut am nächsten liegt. Vor einem Jahr wurde dieses Wohnviertel am meisten beschädigt und es war auch das Viertel mit den meisten Todesopfern. Bisher sind die meisten Gebäude noch nicht wieder aufgebaut worden. Aber es wurde ein Denkmal für die Tragödie errichtet. Das Denkmal symbolisiert die Wiedergeburt der libanesischen Hauptstadt, obwohl das Land ein Jahr nach der Explosion um den Erhalt seiner Staatlichkeit kämpft. Schuld daran ist nicht nur die Katastrophe, sondern die Explosion ist zum Symbol für den Beginn der dunklen Zeit geworden. Und bisher glauben hier nur unverbesserliche Optimisten an eine Wiederauferstehung des Landes.

Der Bankensektor war in den vergangenen Jahrzehnten das Rückgrat der libanesischen Wirtschaft. Er galt als der ruhigste und zuverlässigste in der Region. Beirut wurde sogar als die Schweiz des Nahen Ostens bezeichnet. Als Juwel des Nahen Ostens zog die Stadt vor über 40 Jahren Touristen aus der ganzen Welt und Geld aus der arabischen Welt an. Die meisten Menschen auf der Trauerkundgebung erinnern sich nicht an ein solches Beirut und haben es auch nie gesehen. Und selbst diejenigen, die sich noch daran erinnern, können sich nicht mehr vorstellen, dass es mal anders war.

Der Bankensektor hat sogar den mehr als 15 Jahre andauernden Bürgerkrieg überstanden. Die Banken arbeiteten in dieser Straße sogar noch, als hier Kampfhandlungen stattfanden. Doch vor knapp zwei Jahren brach das Finanzsystem des Landes zusammen, die Landeswährung wurde abgewertet und die Banken froren Fremdwährungseinlagen ein. Damit ist der Libanon nun vollständig von ausländischen Subventionen abhängig. Und viele Geber haben gar kein Interesse daran, dass die Krise hier endet.

Damit endet die Reportage aus dem Libanon und es spricht wieder der Moderator im Studio.

Der Libanon ist ein Erbe des antiken Phöniziens, das durch den Handel reich wurde und das Alphabet erfand, um die Gewinne der Kaufleute aufzuzeichnen. Beirut folgte dem jahrhundertealten Erfolgsrezept und stützte sich auf Handel und Bankwesen. Bis 1975 der große Bürgerkrieg ausbrach, an den wir uns aus der sowjetischen Sendung „Internationales Panorama“ erinnern.

Doch mit einem Schlag wurde der Arabische Frühling ausgelöst, von dem Beirut noch immer betroffen ist, da es im vergangenen Jahr eine Milliarde Dollar nicht zurückzahlen konnte. Im Jahr 2011 verwandelte eine Welle von Revolutionen und Bürgerkriegen die Maghreb-Länder in einen Gürtel der Instabilität. Die Unruhen begannen in Tunesien, griffen auf Algerien, den Jemen, Ägypten und Jordanien über, wurden im Libanon und Libyen blutig niedergeschlagen – letzteres befindet sich immer noch im Krieg.

Die Handschrift der Kriegstreiber ist überall dieselbe. Twitter und andere soziale Medien waren im Nahen Osten noch nie so beliebt – dort wurden damals Propagandaparolen und belastendes Material über die Regierungen veröffentlicht. Die Proteste wurden über die sozialen Medien organisiert – der Klassiker der Farbrevolutionen. Die Regierungen schalteten das Internet ab, aber der amerikanische Suchmaschinenriese Google beispielsweise erlaubte schnell, Sprachnachrichten über Mobiltelefone auf Twitter zu senden.

Die Ereignisse in Tunesien, wo Präsident Ben Ali nach 23 Jahren an der Macht innerhalb eines Monats gestürzt wurde, wurden poetisch als Jasminrevolution bezeichnet. Als Belohnung dafür wurde dem tunesischen Dialogquartett 2015 sogar der Friedensnobelpreis verliehen – für den Pluralismus der Demokratie. Aber es war nichts mit Poesie und Pluralismus – im selben Jahr gab es einen Terroranschlag am Strand eines Fünf-Sterne-Hotels in Sousse, bei dem 38 Menschen starben. Und bis zum heutigen Tag gibt es ständig Proteste.

Der zynische Klassiker ist natürlich Libyen. Muammar Gaddafi, der über 40 Jahre lang unangefochten herrschte, wurde von Sarkozy die Hand geschüttelt, Gaddafi finanzierte Sarkozys Wahlkampf und zeltete während seines Besuchs in Frankreich vor Versailles. Im eigenen Land galt er als Vater der Nation – die Einnahmen aus den größten Öl- und Gasfeldern Afrikas kamen den Menschen zugute, in Libyen gab es keine Mieten, Benzin kostete fast nichts.

Doch dann organisierte die NATO eine Spezialoperation, an der Frankreich teilnahm, als alle anderen Beteiligten. Sarkozy hat, wie Gaddafi-Anhänger treffend sagen, libysches Geld genommen und mit Bomben zurückbezahlt. Es war ausgerechnet eine französische Rakete, die die gepanzerte Fahrzeugkolonne von Gaddafi traf, die Rebellen erledigten Gaddafi und warfen ihn in einen Graben.

Libyen, das sind heute aus zwei gegensätzliche Lager: Eines ist eine kriminelle Brutstätte in Nordafrika, die Europa mit Tausenden von illegalen Migranten versorgt, das andere sind Öl- und Gasfelder, die von Warlords und westlichen Konzernen kontrolliert werden. Die arabische Revolution hat ihre Aufgabe erfüllt und kann in die Geschichte eingehen. Und die Migranten gehen nach Europa.

Ende der Übersetzung

Werbung

Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

7 Antworten

  1. Nun jedenfals das Erforderliche Caos und die Zerstörung, der Staaten und Gesellschaften, damit niemand mehr dort, auf die wahnsinnige Idee verfällt, sie könnten sich von der Herrschaft, der Herren“““menschen“““ Dynastien, der City und Wall Street UNABHÄNGIG machen und keine Tributzahlungen mehr, dorthin ab zu führen:
    Gemeinschaft Afrikanischer Staaten, Afrikanischer Gold Dinar, Gread Men River, wohlmöglich gar, eine Afrikanische Verteiligung Gemeinschaft und ähnlich geschäftsschädigendes.
    Damit war es für SIE, mal wieder ein Sieg auf ganzer Linie.

    1. Betonung auf „WAR“
      Die regelbasierte Weltordnung wird in relativer Kürze sich wieder verabschieden müssen. Eben, gerade das die Welt nun auch offen propagiert, sich auch offen für die chinesisch-russische Version die alle kennen entscheiden können, zwingt dann auch die zweite Version dann auch offen dem Land Beistand zu leisten. Das ist die Marschrichtung … fehlt noch der Anlass, dass sich China wird entscheiden müssen.

  2. Möchte passend einen Hinweis auf Syrian Girl hier einflechten, als da sie vor einem Jahr die Zusammenhänge umfassend recherchiert hat, was natürlich vielen nicht passt, wenn sie hernach mit dem Finger fett in Richtung der westlichen Bastion im Nahen Osten zeigt, auf dass sie sich nicht von tabuisierten Redewendungen aufhalten lassen muss.

    Nicht verwirren lassen, man muss sich das nicht zueigen machen, man kann das auch überspringen. Die Dokumente, die sie aufwirft, sind hingegen tragfähig.

    In dem Video (zu sehen auf Bitchute, datiert mit 31. August 2020) sind bei 8:’15“ und hernach ab 11’30“ die Videos zu sehen, die dem damaligen Sachverhalt der Märchenerzählungen entkleiden können, die hernach drumherum gestrickt wurden. Kurz nacheinander ein heftige und dann eine brutal heftige Explosion.

    Alleine schon die Energiebilanz zur nackten Chemie reicht vorn und hinten nicht aus, die Erzählungen vom Ammoniiumnitrat zu stützen,. Ein 43 Meter tiefes Loch, über ein riesiges Areal, in massivem Granitgestein, kann man damit nicht herstellen.

    Die Recherchen weisen in die Richtung, dass die Menschheit schon seit längerem mit den Auswirkungen von Nuklearwaffen beglückt wird,.

    Es hatte ein braver Physiker dereinst auch einmal die überschlägige Energiebilanz zu den damaligen Hochhaussprungen in N.Y. angestellt, inklusive der danach wochenlang anhaltenden Glutbrände. Das geht mit Einsatz von chemischen Mitteln nicht.

    Alleine, diese einfachen, weil elementaren, Einsichten kratzen an mehreren Tabubereichen im öffentlichen Diskurs. Der Erkenntnisprozess zu historisch maßgeblichen Vorgängen hat hier eine Bliockade. Das ist das fatale daran: wenn die trockene und nüchterne Beschreibung dessen, in was für einer Welt wir leben, blockiert wird. Es geht nicht um ein Moralisieren und Emotionalisieren. Alleine nur genau feststellen, was ist … wenn dazu der Mensch nicht in der Lage ist, wird er zu hilflosem Treibsand.

    (Und danke, wenn hier kommentiert werden kann, hoffe es ist nicht allzu mühsam.)

  3. Es ist natürlich hinterher einfacher zu kritisieren wenn Ermittlungen nicht schnell genug gehen aber woran liegt es denn wirklich?
    Die Frage nach der merkwürdigen Regierungsform im Libanon kann man schnell beantworten.
    Es war die französische Kolonialverwaltung die sich das ausgedacht hatte. Ziel war wohl insgeheim der Erhalt des Einflusses nach dem 2. WK. Daraus wurde bekanntlich dann nichts mehr. Aber aus dieser Zeit stammt die Machtverteilung nach Konfessionen. Angeführt immer von den Christen. In folge der verschiedenen Fluchtbewegungen und diverser Kriege in der Region sprach man 2005 noch von einem Anteil von 40%, 2008 noch von 35 % Christen im Land. Diese Verschiebung des Kräfteverhältnisses im Land brachte neue Konflikte.
    Zusätzlich erschütterten die NATO Kriege in der Region die Stabilität des Landes.
    Immer mit dabei, Frankreich.
    Das Frankreich was sich als Schutzmacht aufspielt und immer große Töne spukt. Auch aktuell wieder.
    Als Frankreich dem Libanon viel zu teure Küstenschutzschiffe mit undurchschaubaren Bankengeflecht andrehe nutzte Frankreich genau das kaputte Regierungskonstrukt denn man wusste wen man nur kontaktieren musste . Da war von Korruption u.s.w. nie die Rede aber schon von Schwierigkeiten des Libanons das Geschäft zu bezahlen. Schließlich hatte der Libanon gewaltige Wiederaufbauprogramme zu stemmen. Geld für Kriegsschiffe war da nicht übrig.
    Übrigens das gleiche Kredit Spiel welches man in Mosambik abzog in deren Folge das Land in die Staatspleite rutschte.
    Eingefedelt von SAFA mit seinem Imperium. Dieser Safa geht im frz. Regierungspalast ein und aus. Ein reichlich zwielichtiger Geselle.

    Wenn nun mal wieder mit dem Finger auf einige Regierungsmitglieder gezeigt wird dann stellt sich die Frage ob Alles rechtlich schon aufgearbeitet war. Immerhin wollte 2015 ein in GB sitzender Zwischenhändler von einem libanesischen Gericht eine Erlaubnis zur Qualitätsprüfung haben. Diese wurde erteilt. Auf wessen Geheiß das erfolgte ist wohl nicht ganz klar. Das das Ammoniumnitrat schon kein Qualitätsprodukt mehr war steht also erst 2 Jahre nach der Festsetzung des Schiffes fest. Fein gelaufen für alle Beteiligten des Bombengeschäfts.

    Der zypriotische Seelenverkäufer des Schiffes, dessen Firmengeflecht selbst die Zertifizierung des Schrottdampfers vornahm damit das Ding überhaupt noch einen Hafen verlassen konnte, der Russe der im Bereich Schiftstransporte offensichtlich nur das Bankkonto im Steuerparadies kannte deren Steuer optimierte 1 Schiff Firma einfach Insolvenz anmeldete, die involvierten Banken, Käufer und Verkäufer und die Versicherer.

    Jetzt auf dem Libanon draufhauen ohne im gleichem Atemzug das von Frankreich ins Land gepflanzte und nach Jahrzehnten das Land lähmende System nicht zu kritisieren hat schon einen faden Beigeschmack. Ebenso die völlig aus dem Ruder laufenden Steuersparmodelle und die Möglichkeit der Verschleierung der Beteiligten. Der Libanon hat sich das Schiff nicht im Hafen gewünscht sondern die Rostlaube wäre auf See abgesoffen.
    Berücksichtigt man Alles davor und danach dann verfestigt sich mehr und mehr der Eindruck das es pure Absicht war das die Kiste genau dann dort im Hafen war. 2013 paktierten eine Reihe Staaten in der Region um Assad zu stürzen. Der Libanon steckte in der Flüchtlingskrise und die verhasste Hisbollah schickte sich an Syrien zu helfen. Während der Westen und div. Scheichtümer sich mit den übelsten Schlächtern zusammentat und zusah wie der IS sich Syrien einverleibte.

    Was wäre wohl passiert hätte der Libanon angefangen das Nitrat irgendwie zu verwerten? Die wilden Schreie von wegen „die Hisbollah hat“ kann ich mir gut vorstellen. Man hätte den Libanon in Schutt und Asche gelegt, genau wie Afghanistan, Irak, Syrien und in den Libanon Konflikten davor.

    Und noch ein Zeitfaktor spielt hier eine Rolle. Die Konflikte in der Ukraine 2014, die Panama Papers 2015, die Verschärfung der Sanktionen gegen Russland und die blindwütige Jagd nach angeblichen russischem Geld zogen die Libanesischen Banken mit in den Abgrund. Federführend hier GB wie man hier in dem Urteil lesen kann.

    „Bank hat eine weitere Wendung genommen, nachdem ihre Aktionäre vor dem britischen High Court gegen die Ermittler Nigel Brown, Alec Leighton und ihre jeweiligen Unternehmen gewonnen haben.

    Das Urteil in der Rechtssache CL-2016-000195, das The Citizen vorliegt, wurde Ende Juni dieses Jahres vor dem High Court of Justice Business and Property Courts of England and Wales Commercial Court (QBD) gefällt.

    Das britische Gericht entschied, dass zwei ehemalige Scotland-Yard-Detektive ihren Vertrag mit der FBME Bank gebrochen haben, indem sie den US-amerikanischen und zyprischen Behörden „voreilige und spekulative“ Geldwäschevorwürfe gemeldet haben.“

    https://www.thecitizen.co.tz/tanzania/news/business/fbme-bank-wins-case-against-uk-investigators-2689412

    Bankenpleite auf Zuruf scheint sich als Mittel zum Zweck zu etablieren. Im Mordfall der Journalistin gab es das auch schon. Ob sich die Vorwürfe bestätigen erfährt man dann eher durch Zufall.

    https://www.infosperber.ch/wirtschaft/konzerne/die-rolle-des-schiffbau-konzerns-privinvest-im-mosambik-skandal/

    https://www.pressenza.com/de/2020/09/mosambik-skandal-jetzt-privinvest-chef-iskandar-safa-angeklagt/

    Mal wird vom russischen Eigentümer, mal vom Charter gesprochen. Nur wenn die Kiste davor noch beim Eigentümer war dann passt aber dieser Steckbrief nicht so recht.

    https://www.thealumniassociation.com/home/4839136-charalambos-manoli/profile

    https://www.fr.de/panorama/beirut-explosion-rhosus-ammoniumnitrat-libanon-schiff-fracht-hafen-90031172.html

    https://www.nzz.ch/international/explosion-in-beirut-das-seerecht-braucht-anpassungen-ld.1571474

    „Mit diesem Problem war man konfrontiert, als am 12. Dezember 1999 das in Malta registrierte Schiff «Erika», das für TotalFinaElf Öl transportierte, vor der bretonischen Küste in zwei Teile brach. Lange blieb unklar, wer Eigentümer war. Nach zehnjährigem Rechtsstreit wurde die Total SA zum Tragen der Kosten verurteilt.“

    20 Jahre später….

    “ Internationale und zivilgesellschaftliche Organisationen weisen immer wieder auf die damit verbundenen Risiken hin. Die Katastrophe von Beirut zwingt die Staatengemeinschaft, weitergehende Regeln im Umgang mit dem Verlassen von Problemschiffen zu verfassen. Dazu gehören zweifellos aussagekräftige, öffentlich zugängliche Schiffs- und Gesellschaftsregister. Sodann müssen die Verpflichtungen der Hafenbehörden klarer gefasst werden. Schliesslich besteht auch bei den Zertifizierungsunternehmen Erklärungsbedarf.“

    Da hat der Libanon ja noch Zeit für die Aufklärung wenn man international es nicht einmal schafft zweifellos aussagekräftige, öffentlich zugängliche Schiffs- und Gesellschaftsregister hinzubekommen.

    Ach ja eine neue libanesische Regierung wählt man so

    – Das Kabinett Diab ist die seit dem 21. Januar 2020 amtierende Regierung des Libanon.

    – 22.10.2020 … Vor einem Jahr war er schon einmal Ministerpräsident im Libanon, jetzt steht er wieder an der Spitze der Regierung….

    – 26.07.2021 … Mitten in der schweren politischen und wirtschaftlichen Krise im Libanon hat der Milliardär Nadschib Mikati …

    Ein wenig erinnern die Zustände an das vorrevolutionäre Venezuela. Eine politische Kaste und ihre ihre Nachkommen haben zusammengerafft was sie konnten. Ihre Ableger jammern nun angesichts leerer Kassen über die eigene Elterngeneration weil sie es nicht mehr schaffen das fette unbeschwerte Leben weiter zu finanzieren. Wohl behütet in Privatschulen und Universitäten und fern von den Alltagssorgen der Anderen.

  4. >>… mit 300.000 Menschen die Bevölkerung einer durchschnittlichen Stadt obdachlos wurde …<<
    Sind in Russland oder dem Libanon (worauf bezieht sich diese Aussage?) die Städte wirklich so groß?
    Wenn man mich fragen würde, würde ich eine durchschnittliche Stadt mit ungefähr 30.000 Einwohnern (also einem Zehntel) definieren.
    300.000 Einwohner sind für mich schon eine Großstadt.

Schreibe einen Kommentar