Donbass: Ukrainische Offensive wird für Mai erwartet

Die Ereignisse in der Ukraine spielen in deutschen Medien keine Rolle, dabei macht das Land derzeit radikale Veränderungen durch, außerdem nimmt der Beschuss im Donbass wieder zu und alles deutet auf eine bevorstehende ukrainische Offensive hin. Die soll für deutsche Leser anscheinend völlig überraschend kommen.

Ich habe in den letzten Wochen immer wieder über Zementierung der Diktatur in der Ukraine berichtet, wo der ehemalige Comedian Selensky sich inzwischen über die eigenen Gesetze hinwegsetzt und alle „Vorschläge“ des Sicherheitsrates des Landes umsetzt. So wurden ohne Gerichtsbeschluss einfach „Sanktionen“ gegen die letzten regierungskritischen Fernsehsender verhängt und die Sender wurden verboten, oder es wurden „Sanktionen“ gegen des Oppositionsführer im Parlament verhängt und sein gesamtes Vermögen ohne Gerichtsurteil eingefroren. Dass darüber hinaus hunderte Internetseiten gesperrt wurden, ist da fast schon eine Randnotiz.

Diese härtere Gangart in der Ukraine hat unmittelbar nach der Amtseinführung von US-Präsident Biden begonnen, offenbar hat der seine alten Ukraine-Kontakte wieder aktiviert, denn im Sicherheitsrat der Ukraine sitzen weitgehend noch die Leute von Poroschenko und Selensky ist längst auf Linie gebracht worden. Dazu passt, dass auch Selenskys Förderer, der Oligarch Kolomoisky, der Selenskys Wahlsieg erst möglich gemacht hat, gerade unter US-Sanktionen gestellt wurde. Biden übernimmt wieder das Ruder in der Ukraine und die Sanktionen dürften eine klare Warnung an Kolomoisky sein, keine eigenen Ideen zu entwickeln.

Seit Bidens Amtseinführung hat auch der Artilleriebeschuss im Donbass zugenommen, wie man in den Berichten der OSZE-Beobachter lesen kann. Außerdem gibt es Meldungen über Waffentransporte der ukrainischen Armee an die Kontaktlinie. Und die Biden-Regierung hat unmittelbar nach Amtsantritt neue Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Dass die ukrainische Regierung schon lange davon spricht, dass sie das Minsker Abkommen nicht mehr umsetzen will, kommt hinzu. Die westlichen Länder scheinen die Ukraine dabei inzwischen hinter den Kulissen zu unterstützen. All das lässt ein baldiges Aufflammen der Kämpfe erwarten.

Dabei ist die Ukraine ist praktisch pleite und kann sich nicht einmal Corona-Impfstoffe leisten, sie wartet wie ein Land der dritten Welt auf Lieferungen aus dem internationalen Hilfsprogramm COVAX und verimpft vereinzelt indische Impfstoffe, die in kaum einem Land der Welt verwendet werden. Angebote aus Russland, Sputnik-V in Lizenz für die eigene Bevölkerung zu produzieren, hat die ukrainische Regierung hingegen brüsk zurückgewiesen.

Das russische Fernsehen warnt schon seit einiger Zeit vor einer bevorstehenden ukrainischen Offensive im Frühjahr. Die westlichen Medien hingegen schweigen dazu hartnäckig. Auch ein Bericht der OSZE, der belegt hat, dass 75 Prozent der zivilen Opfer in dem Krieg auf das Konto der ukrainischen Armee gehen, wurde im Westen verschwiegen.

Ich werde in den nächsten Tagen wieder eine Zusammenfassung über die Lage in der Ukraine schreiben. Hier will ich einen Bericht des russischen Fernsehens aus der Sendung „Nachrichten der Woche“ vom Sonntag übersetzen, in dem eine Offensive der Ukraine für Mai prognostiziert wird. Wir können also in zwei Monaten überprüfen, ob die Vorhersage der Wahrheit entspricht.

Beginn der Übersetzung:

Ein kleiner siegreicher Krieg. Diese politische Technik wird seit langem von Politikern auf der ganzen Welt genutzt, deren Positionen in ihrem eigenen Land geschwächt ist. Der ukrainische Präsident ist genau in dieser Lage. Die Umfragewerte ist schlecht. Unter diesen Bedingungen erklärt auch er einen kleinen Krieg und gewinnt ihn sofort. Es war der Krieg gegen seine Brustbehaarung. Ich verstehe nicht, warum der Südländer sich für die Behaarung schämt, aber er hat gegen sie gekämpft. Und man kann ihm schon zu seinem Sieg gratulieren.

Von seinem Beruf als Komiker kann er nicht lassen. Sogar seine öffentliche Impfung geriet zu einem Zirkus. Das dankbare Publikum lachte lange. Erstens hat niemand verstanden, wozu er sich zur Impfung so komplett ausziehen musste. Ein Stich in die Schulter macht das jedenfalls nicht nötig. Zweitens rätselt das Publikum nun, wie der junge Mann sich seine schwarzen Haare von der Brust entfernt hat: Elektroepilation, Shugaring, Wachs oder vielleicht ein Laser oder ein gewöhnlicher Rasierer? Drittens: Warum lässt sich jemand impfen, der vor kurzem an Covid erkrankt war? Wenn es um den Nachweis Wirksamkeit der indischen Generika geht, die in Europa niemand verwendet, hätte er vor und nach der Impfung einen Antikörpertest machen müssen. Aber so war das sinnlos. Es war nur eine Show. Witzbolde behaupten, dass ihm nur Vitamine injiziert wurden.

Aber trotz allen Posierens war das nicht lustig. Er hat sich an vorderster Front im Donbass impfen lassen. Um die Moral dort zu erhöhen. Unmittelbar nach der Injektion intensivierte sich der Beschuss durch die ukrainischen Streitkräfte. Die Nachrichtenagentur „Donezk“ berichtete unter Berufung auf die Volkspolizei der Republik von drei Opfern: „Durch feindlichen Beschuss wurden drei Verteidiger unserer Republik tödlich verwundet. Wir sprechen den Familien und Freunden der gefallenen Soldaten unser aufrichtiges Beileid aus.“

Inzwischen schreckt die ukrainische Armee nicht mehr davor zurück, den Donbass regelmäßig mit großkalibrigen Mörsern und Grad-Raketenwerfern zu beschießen. Und die Intensität des Beschusses hat so stark zugenommen, dass wir von einer neuen Qualität sprechen können, mit der sich die Ukraine auf die Offensive vorbereitet.

Nachts werden schwere Waffen von Eisenbahnstrecken an die vorderen Linien gebracht. Der Sprecher der Donezker Republik, Daniil Bessonov, sagte: „In der Regel finden die Rotationen und die damit verbundene Verlegung militärischer Ausrüstung bei Tageslicht statt und werden nicht versteckt. Jetzt versucht der Feind, seine Truppen heimlich nachts zu bewegen. In den letzten drei Nächten fuhren allein sechs Züge mit Panzern und Artilleriesystemen durch Konstantinowka. Darüber hinaus werden aktiv Vorräte an Kraftstoffen, Schmierstoffen und Munition ausgebaut. Sogar die Kraftstoffkäufe aus Weißrussland haben in den letzten drei Monaten um ein Vielfaches zugenommen.“

Gleichzeitig hören wir von Leonid Krawtschuk, dem Leiter der ukrainischen Delegation in der Trilateralen Kontaktgruppe für den Donbass, eine offene einseitige Ablehnung des Minsker Abkommens und vom Übergang zu „radikalen Schritten“. Krawtschuk sagte, dass „die Situation in einer Sackgasse steckt und dass man sie nur durch radikale Schritte herausholen kann.“ Und seine Empfehlungen an Kiew lauten: „Wir werden darum bitten, nicht auf der Grundlage der bereits bestehenden Abkommen zu handeln, sondern nach anderen Abkommen zu suchen, das heißt, diese Schritte zu unternehmen. Erstens erkennen wir an, dass sich die Situation in einer Sackgasse befindet und dass diese Situation auf der Grundlage neuer Ansätze und Dokumente geändert werden muss, die wir auf der Grundlage dieser Ansätze schließen müssen, dabei müssen wir vorankommen. Das ist ein sehr radikaler Schritt.“

Selensky bereitet sich seinerseits ebenfalls auf den Krieg vor. Mit diktatorischen Methoden schließt er oppositionelle Fernsehsender, verkündet harte Sanktionen gegen seine politischen Gegner im Land und treibt das Gesetz zur Mobilisierung von Reservisten mit Kampferfahrung eilig innerhalb von 24 Stunden voran. Wenn wir zu diesem Bild noch die Aussage des Oberbefehlshabers der ukrainischen Streitkräfte, Ruslan Khomchak, über die Ausarbeitung von Offensivaktionen in städtischen Gebieten hinzufügen, ist das bedrohliche Mosaik komplett.

Und noch ein wesentliches Element. Was ist ein Krieg ohne Agitation und Propaganda gegen die Truppen und die Bevölkerung des Feindes? Am 1. März begann der ukrainische Propaganda-TV-Sender „Dom“ (Haus) mit der Ausstrahlung über Astra. Entlang der Kontaktlinie im Donbass wurde die Anzahl der analogen und digitalen Sender erhöht. Ein ukrainischer TV-Sender auf Russisch. (Anm. Übers.: Das ist deshalb bemerkenswert, weil in der Ukraine selbst längst Fernsehsender, die auf Russisch gesendet haben, verboten wurden) In der Beschreibung seines YouTube-Kanals wird die Aufgabe des Senders wie folgt formuliert: „Den Bürgern, die in den vorübergehend besetzten Gebieten leben, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Agenda näher bringen und bei ihnen die Idee der Unvermeidlichkeit ihrer baldigen Rückkehr unter ukrainische Herrschaft und Rechtsprechung bekräftigen.“

Noch gibt es wenig Inhalte auf dem TV-Kanal: die Glückseligkeit in der Ukraine in den Nachrichten und viele vulgäre Serien, aber der Sendebetrieb ist bereits im Gange. Sie werden den Druck verstärken.

Das ist das Bild einer Vorbereitung und Provokation eines Krieges durch die Ukraine im Donbass. Die Amerikaner sind bereit mitzuspielen. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte, die Ukraine werde mit 125 Millionen Dollar an militärischer Hilfe versorgt, wozu auch „die Ausbildung, Bewaffnung und zu Beratung der Ukraine gehört, um sich besser gegen die russische Aggression zu verteidigen“.

So viel zu dem Thema. Wir enden damit, dass die ukrainische Offensive im Donbass für Mai erwartet wird, nach der Frühlings-Trockenheit, wenn die unbefestigten Straßen getrocknet sind. Unterdessen hat die Donezker Armee seit Mittwoch die feuernden Artilleriestellungen der ukrainischen Streitkräfte ins Ziel genommen. Die Entscheidung, sie zu vernichten, wird durch die Tatsache diktiert, dass die ukrainische Seite de facto völlig aufgehört hat, den Waffenstillstand einzuhalten, und dass Verhandlungen und Überzeugungsarbeit nicht funktionieren. So warten wir auf den Frühling.

Ende der Übersetzung

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Autor: Anti-Spiegel

Thomas Röper, geboren 1971, hat als Experte für Osteuropa in Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet. Heute lebt er in seiner Wahlheimat St. Petersburg. Er lebt über 15 Jahre in Russland und spricht fließend Russisch. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

17 Antworten

  1. „Sogar die Kraftstoffkäufe aus Weißrussland haben in den letzten drei Monaten um ein Vielfaches zugenommen.“

    What? Warum gibt es dagegen keine weißrussischen Sanktionen?

    Ansonsten wird es so laufen: Westliche Medien schweigen, und erst wenn der unvermeidliche russische Voentorg in Richtung Donbass wieder auf Hochtouren läuft, wird die Propagandamaschinerie gegen den »Putin« auf 11 gedreht. Schlagartig, dafür wochenlang. Vielleicht wird sogar Golineh Atai eingeflogen.

    Es wird endlich Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen und die Junta in Kiew samt ihren Nazi-Bataillonen zu beseitigen und den CIA-NATO-Komplex aus dem gebeutelten Land zu jagen. Während man davon träumt, könnte vielleicht auch der weißrussisch-russische Unionsstaat sowie das russisch-chinesische Verteidigungbündnis endlich mal eine wirksame Form annehmen. Angesicht der realen ökonomischen Gefahr aus Washington, Berlin und Brüssel wäre das längst überfällig. Aber anscheinend ist die Not noch nicht groß genug.

  2. Ein Großangriff, der NATO NAZIs, Mit Schwärmen von Türkischen Angriffsdrohnen und den Panzerbrechenden US Raketen, der ganze Angriff gesteuert, von den AWACS Fliegern, aus Geilenkirchen, wird der Lackmus Test, für den Russischen Präsidenten, denn dann wird das US Imperium, SEHEN WOLLEN

  3. Ich habe am Wochenende mehrfach bei der youtube-Ausgabe von „heute“ des Staatssenders ZDF versucht, einen Artikel von RIA Nowosti oder der kanadischen Journalistin Eva Bartlett von RT zu diesem Thema im Kommentarbereich unterzubringen. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie der gelöscht wurde. Weil ich es erneut versuchte, wurde mir erst mit Verstoß gegen die „Netiquette“ gedroht, ohne dass man das begründen konnte und anschließend mit Sperrung meines Accounts! Als ich auf Art 5. GG verwies, wonach nicht zensiert werden dürfe und auf den Rundfunkstaatsvertrag, wonach „umfassend“ zu berichten sei, hieß es, „Themenfremde Kommentare sind beispielsweise nicht erwünscht.“ Oder „unseriösen Seiten“, ohne zu sagen, welche das sein sollen, obwohl es sich jeder denken kann. Fordert man die Zensoren des ZDF auf, zu erläutern, wer denn festlegt, was „unseriöse Seiten“ sind oder wie denn solche Verlinkungen über den Krieg im Donbass und deren Inhalte denn nun konkret gegen die „Netiquette“ verstoßen, bekommt man natürlich keine Antwort mehr. Das ist dann wie Bundespressekonferenz, wenn RT Fragen stellt. Da wissen Seibert und Konsorten auch nicht, was sie sagen sollen und stammeln nur herum.
    An diesem Beispiel wird überdeutlich, dass jeder Bericht darüber, dass das Kiewer US-Marionettenregime nicht mal daran denkt, Minsk II umzusetzen und statt dessen eine Krieg vorbereitet, konsequent unterbunden werden soll! Das gleiche gilt für die Schließung der Fernsehsender als auch die Sanktionen gegen die politische Opposition! Die werden ja auch sofort gelöscht oder auf „unsichtbar“ geschaltet. Nichts davon soll die deutsche Öffentlichkeit erfahren, weil wohl mit einer neuen Skripal oder Nawalny-Lüge der Angriff der ukrainischen Kräfte gerechtfertigt und Russland bei einem eventuellen Eingreifen erneut als Aggressor gebrandmarkt werden soll. Die Verbrecher in Bidens Regierung werden sich grinsend im Sesseln zurücklehnen, wenn das ukrainische Kanonenfutter den USA die Drecksarbeit abnimmt und auch gleich noch Russen umbringt! Das passt alles wie ein Puzzle zusammen!

  4. Wie ist die ukrainische Armee eigentlich aufgestellt? Sind das Wehrpflichtige oder haben die eine Berufsarmee? Es ist für mich schwer vorstellbar, dass die geschlossen hinter der kriminellen Regierung stehen und dass alle es besonders toll finden, wie mit den Menschen im Donbass umgegangen wird. Kann die Regierung diesen Krieg mit der offiziellen Armee überhaupt führen oder sind das nur die bekannten Nazihorden, die an die Front geschickt werden? 🤔

    1. Es sind Wehrpflichtige, die auch gegen ihren Willen zum Krieg eingezogen werden. Das ist einer der Gründe, warum viele junge Männer aus der Ukraine nach Russland gegangen sind: Dort können sie sicher sein, nicht in die Ukraine ausgeliefert zu werden, um gegen ihren Willen an die Front geschickt zu werden. Diese Sicherheit hätten sie in Europa nicht.

  5. Danke für die prompte Antwort. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln über die Zustände dort und hoffen, dass die Armee der Regierung den Befehl verweigert, wenn der Angriffsbefehl kommen sollte.

    1. Welche Armee, außer der Nationalen Volksarmee, der DDR, hat einen Einsatzbefehl, ihres Befehlshabers je verweigert. In der Regel wird auf Befehl, Gemordet, Vergewaltigt, Geplündert

        1. Ein paar Tage nach der Wende, war ich bei einem Stabsoffizier der NVA, bei Halle. Er sagte, sein Stab der für den Raum Leipzig zuständig war, hat es nach Berlin, ABGELEHNT die Einheiten nach Leipzig, in Marsch zu setzen.

          1. Den Fall kannte ich noch nicht. Das zu erörtern, würde hier zu weit führen.
            Man muß da etwas vorsichtig sein.
            „Marschieren“ heißt noch lange nicht „Schießen“, und zu letzterem war man weder bei uns noch anderswo im Militär u.ä. wirklich bereit.
            Nur mittels dieser freiheitlich-demokratischen Geschichtsschreibung hat man ja die Vorstellung in den Köpfen geplanzt, unsere „Oberen“ hätten da ohne weiteres vor gehabt, „das Volk zusammen zu schießen“, wie wir das hier auch schon lesen durften. Klar mag es den einen oder anderen Verrückten gegeben haben, wobei man da auch eventuell überlieferte „wilde Äuserungen“ mit Vorsicht genießen sollte – der Mensch redet viel, wenn der Tag lang ist. (Und Pläne sind zunächst einmal Pläne – mehr aber auch nicht.)

            Die DDR war moralisch in dem Augenblick tot, in dem ein gewisser Kurt Hager verkündte, daß eine „Renovierung der Wohnung“ für nicht erforderlich gehalten werde – das war wohl 87.

            Worte können manchmal wirklich tödlich sein.
            So hat sich die FDP von der denkwüdigen Feststellung ihres Vorsitzenden Klaus Kinkel, daß man die „Partei der besser Verdienende“ sei, lange nicht erholt.

            Und der Satz „Wir sind das Volk“ war, wenn ihn sich jemand ausgedacht hat, schlicht und ergeifend genial. Denn der hat unsere gesamte Part- und Staatsführung mit unübertrefflicher Präzision „ins Mark“ getroffen – sprich ihr Selbstverständnis in Trümmer gelegt. Wer das nicht kapiert oder nicht wahr haben will, der tut mir einfach leid.
            Natürlich ging diesem ein längerer Erosionsprozeß voraus, weil man wohl z.T. nicht mehr weiter wußte, angesichts der für jeden offensichtlichen Stagnation mit der Folge eines Zurückfallens gegenüber dem „Westen“. Und man hatte auch keinen Plan B für den Fall, daß die UdSSR als „Hinterland“ ausfällt. Spätestens in dem Moment, in dem das eintrat, hat die Führung die DDR im Grunde aufgegeben, und ich glaube, man verstand die Gespräche zwischen Gorbatschow und Kohl sehr gut.
            Und letztlich war der so viel bejubelte „Sturm auf die Normannenstraße“ das Ende, denn eine Staat, der nicht mehr bereit ist, seine Institutionen zu schützen, ist tot.

            Im Übrigen: wenn es in dieser Bundesrepublik einen Funken Ehrlichkeit gäbe, würde man den 01.07.1990 als „Tag der deutschen Einheit“ feiern – jeder, der noch hören konnte, mußte bemerken, wie sich danach die Sprache unserer ach so frei gewählten Abwicklungbeauftragten änderte.
            Spätestens da war allen klar: Das ist gegessen, der Rest ist Formsache.

            Es ist in diesem Zusammenhang doch recht interessant, daß die Spaltung des Deutschen Reiches ebenso, wie der Anschluß der DDR letztendlich durch gleiche, nämlich finanzpolitische Entscheidungen herbei geführt wurden, und in beiden Fällen der Westen der entscheidungserhebliche Initiator war.
            Und daß die Geschichte der Gründung der Bundesrepublik im Grunde mit Mythen dermaßen überladen ist, daß von so etwas wie „historischer Wahrheit“ nicht allzu viel sichtbar bleibt, ist ein Umstand, der für die heutige Politik dieses Staates jedenfalls mit verantwortlich ist.
            (Nicht daß man da Tatsachen verschweigt, jedoch man bewertet sie i.S. dieses Gründungsmythos, dem Selbstverständnis des „Westen“ als doch der „einzige und wahre Zivilisation“ auf diesem Planeten – man hat ja „gewonnen“. Daß das mit „Demokratie“ nichts zu tun hat, sieht man schon an dem recht eigenartigen Verhalten des „EU-Westens“ zu Staaten dieser EU, die da etwas aus der Reihe tanzen.)

    2. Das wird so laufen, wie 2014. Die Verrückten von den Freibataillonen, die jetzt in die Nationalgarde umgewandelt wurden, werden an vorderster Front stehen und die kampfunwilligen regulären Einheiten werden Donezk, Lugansk usw. mit schweren Waffen aus der zweiten Reihe beschießen. Sie können sich der Billigung der USA und damit natürlich auch der EU und der NATO sicher sein und die US-Ausbilder werden sich ansehen, was ihre Schützlinge so fertigbringen. Dann wird man uns erklären, dass „der Kreml“ Waffen an die „Separatisten“ geliefert und damit gegen Minsk II verstoßen hat, weshalb der Kampf des verbrecherischen US-Marionettenregimes rechtens ist! D.h, es wird ein propagandistisches Sperrfeuer geben. Und wenn die Kiewer Verbrecher nur einige Geländegewinne erzielen, wird das als großer Erfolg gefeiert und eine weitere Runde wird folgen! Das ist ein derartig perfides Spiel, was dieses Ami-Dreckspack spielt, es ist widerlich!

      1. Es sind wohl kaum die jungen Leute (ohne Haare am Sack) dabei, die sich freiwillig für die nationalistischen Ideen opfern wollen.
        Eine Sache ist, die Fackeln und Dreizacke in Kiew zu schwingen.
        Andere Sache – sich eine Kugel zwischen die Augen in Donbass einzufangen.
        Dazu noch, keine Eltern geben ihre Kinder für den sinnlosen Krieg her.
        Die jungen Leute flüchten in meisten Fällen, sobald eine Möglichkeit besteht, aus dem Land (ob nach Russland oder Polen, Slowakei etc.), typischerweise sowieso wegen hoher Arbeits– und Aussichtslosigkeit.
        An der Front kämpfen die nationalistischen und zum Teil die internationalistischen Brigaden von Söldnern, die von Oligarchen finanziert und durch westliche Instrukteure (wie SAS z.B. hier
        https://dan-news.info/en/world-en/ukrainian-command-wants-british-sas-to-carry-out-sabotage-acts-in-donbass.html) ausgebildet werden.
        Um die Ukraine selbst ist es nie gegangen. Ukraine wird zur Kampfarena zwischen NATO und Russland. Ukrainische Armee ist expendable.

        1. Gerade die Jugend ist anfällig, besonders dann wenn die Lage aussichtlos erscheint.

          Und die Ukrainer wissen ganz genau, wem sie große Teile ihres Staatsterritoriums verdanken.
          Daraus folgen „Dissonazen“.
          Dergleichen bewältigt man seit je her mit einer ordentlichen Döhnung Nationalismus:
          „…
          Die Russen „betrachten uns seit 350 Jahren als ihren Gutsbesitz“, sagte Leonid Krawtschuk im Dezember 2013 während der Unruhen auf dem Euromaidan.
          … Die drei ehemaligen Präsidenten der Ukraine, Leonid Kutschma, Wiktor Juschtschenko und Leonid Krawtschuk riefen gemeinsam am 22. Juni Präsident Putin auf, die Aggression gegen die Ukraine einzustellen, …“
          (zitiert nach dem Laienlexikon-deutsch:…//de.wikipedia.org/wiki/Leonid_Krawtschuk)

          Man gedenke der Rolle eines Krawtschuk in der jüngeren ukrainischen Geschichte – und man schaue sich an, wo diese drei Präsidenten geboren wurden – in welcher Gegend. (siehe Ebenda)

          Und dann schaue man sich unter „Neurussland“ – in Versionen vom und vor dem 13.03.2013 – die Karte an – bspw hier:
          …//de.wikipedia.org/w/index.php?title=Neurussland&diff=116322497&oldid=111908491

          (Die aktuelle Version enthält zwar auch Karten, die allerdings alles andere als anschaulich sind, was in diesem Zusammenhang jedoch zweckmäßig erscheint … im Sinne des politischen Auftrages dieses „Quasi-Monopols“ für die Vermittlung von Allgemeinwissen.)

      2. Leider wird es andersherum ablaufen, die NATO NAZIs, stehen hinter den Wehrpflichtigen und wer das Töten verweigert, wird auf der Stelle Standrechtlich Erschossen, dann werden die anderen Jungs, schon fleißig Stürmen und Morden.

  6. Quelle: https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8541/

    „….
    Defender Europe 21
    Schon im Sommer vergangenen Jahres gaben führende US-Militärs bekannt, Defender Europe 21 sei bereits in Planung und solle von Frühjahr bis Sommer 2021 stattfinden.[5] Diese Ankündigungen bestätigen sich jetzt: Nach Angaben der Bundesregierung ist das Manöver für den Zeitraum zwischen dem 1. Mai und dem 14. Juni 2021 geplant – mit rund 31.000 Soldaten, darunter 430 von der Bundeswehr. Dass weniger deutsche Militärs teilnehmen als im vergangenen Jahr, liegt daran, dass der regionale Manöverschwerpunkt dieses Jahr nicht auf der Ostseeregion, sondern im Süden, am Schwarzen Meer, liegt; besonderes Augenmerk erhält dabei laut General Cavoli die Zusammenarbeit mit Bulgarien und Rumänien.[6]…

    … Die Herausforderung bestehe darin, „dass wir, als die NATO expandierte, in Territorium expandierten, das vorher der anderen Seite angehörte und dessen Militärinfrastruktur für Equipment des Warschauer Paktes ausgelegt und durchweg nach Westen ausgerichtet war. Wir brauchen dagegen Infrastruktur, die auf westliches Equipment ausgelegt und nach Osten ausgerichtet ist“ – für den neuen Kalten Krieg, dessen Blockgrenze teilweise bis direkt an die russische Grenze verschoben ist.[11]

    [5] DEFENDER-Europe 21 Planning Underway. ausa.org 15.07.2020.
    [6] Antwort auf die Schriftliche Frage der Bundestagsabgeordneten Heike Hänsel. Deutscher Bundestag, Drucksache 19/25900, 15.01.2021.

    [10], [11] AUSA’s Noon Report – Gen. Christopher Cavoli – U.S. Army Europe and Africa. youtube.com 03.02.2021. „

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